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Diagnose Diabetes – und was nun?


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Funk Uhr - epaper ⋅ Ausgabe 4/2022 vom 21.01.2022

UNSER EXPERTEDr. Bernhard Landers, Facharzt für Innere Medizin und Diabetologie, Mayen/EifelEs ist nur ein kleiner Satz, der in der Regel aber große Unsicherheit auslöst: „Sie haben Diabetes Typ 2.“ Bei Betroffenen ploppen dann unzählige Fragen auf. Darf ich nie wieder Süßes essen? Begleitet mich die Krankheit nun ein Leben lang? Und was ist jetzt zu tun? Dr. Bernhard Landers, Diabetesexperte und Hausarzt aus Mayen (Eifel) sagt: „Generell gilt: Bei der Diagnose Diabetes ist eine sofortige Behandlung sehr wichtig, um Spätschäden an Organen und dem Herzkreislaufsystem zu verhindern.“ Was als große Chance für den Patienten zu sehen ist: Er selbst kann erheblich mitwirken.Eigenverantwortung: Sie können viel tun Zur Therapie zählt neben Medikamentengaben vor allem eine Veränderung gewisser Lebensgewohnheiten wie eine angepasste Ernährung, Bewegung, gegebenenfalls eine Gewichtsabnahme oder ...

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... Rauchstopp. Oberstes Ziel ist es, die Blutzuckerwerte in den Griff zu bekommen. Um gezielt auf sie eingehen zu können, müssen sie regelmäßig kontrolliert werden.Wussten Sie, dass neben erhöhtem Durstgefühl auch schlechte Wundheilung und Sehstörungen auf Diabetes hindeuten?Scannen statt stechen: Erleichtert die Glukosemessung „Wir starten in der Diabetestherapie mit der konventionellen Blutzuckerkontrolle mittels Fingerstechen“, so Dr. Landers. Eine praktische Alternative sind sogenannte CGM-Systeme: kontinuierliche Glukosemesssysteme (z. B. FreeStyle Libre 3 von Abbott). Ein Sensor am Oberarm des Patienten zeichnet die Blutzuckerwerte auf, über ein Lesegerät oder eine Smartphone- App können die Daten abgerufen werden. „Die Akzeptanz für moderne Messmethoden ist sehr hoch“, weiß Dr. Landers aus der Praxis. Nicht nur, weil immer öfter jüngere Menschen die Diagnose Diabetes erhalten (siehe rechts). „Die Nutzer erfahren eine echte Verbesserung der Lebensqualität, da sie weitestgehend auf das händische blutige Messen verzichten können, und weil die regelmäßige Übertragung der Werte zur Stabilisierung des Langzeitzuckers beiträgt.“ Die digitale Glukosemessung erfolgt unauffällig nebenbei und der Alltag wird nicht ständig von den Blutzuckerkontrollen bestimmt. Insgesamt kann der Diabetologe beruhigen: „Es ist nicht selten, dass ein Patient bei der Erstdiagnose einen stark erhöhten Langzeitblutzucker hat. Wir behandeln dann medikamentös und unterstützen ihn bei einer Veränderung seines Ernährungs- und Bewegungsverhaltens. Der Langzeitblutzuckerwert sinkt nach und nach stark ab. Dann kann der Arzt die Medikamentengabe senken oder gar aussetzen.“ Engmaschige Kontrollen bleiben auch dann wichtig. Und was jeder Patient auch wissen sollten: „Der direkte Austausch mit dem Hausarzt oder Diabetologen bleibt der Grundbaustein für die erfolgreiche Therapie“, so Dr. Landers. „Denn eines der größten Probleme ist, dass Patienten krankhafte Veränderungen im Stoffwechsel nicht sofort spüren.“Das war bisher Standard bei der Blutzuckermessung. Alternativ gibt es nun auch praktische digitale MesssystemeWarum wird immer weniger von Altersdiabetes gesprochen?Früher erkrankten an Diabetes Typ 2 vor allem ältere Menschen. Inzwischen ist das anders. „Wir diagnostizieren Diabetes Typ-2 auch regelmäßig bei 35- und 40-Jährigen“, so Dr. Landers. „Ich denke aber, dass die Krankheit heute durch den Fokus auf Prävention und Früherkennung früher entdeckt wird und deshalb auch die Patienten bei der Erstdiagnose jünger sind.“Diabetes-Typ-2-Neuerkrankungen pro Jahr werden laut Expertenrechnungen zukünftig in Deutschland erwartet

UNSER EXPERTE

Dr. Bernhard Landers, Facharzt für Innere Medizin und Diabetologie, Mayen/Eifel

Es ist nur ein kleiner Satz, der in der Regel aber große Unsicherheit auslöst: „Sie haben Diabetes Typ 2.“ Bei Betroffenen ploppen dann unzählige Fragen auf. Darf ich nie wieder Süßes essen? Begleitet mich die Krankheit nun ein Leben lang? Und was ist jetzt zu tun? Dr. Bernhard Landers, Diabetesexperte und Hausarzt aus Mayen (Eifel) sagt: „Generell gilt: Bei der Diagnose Diabetes ist eine sofortige Behandlung sehr wichtig, um Spätschäden an Organen und dem Herzkreislaufsystem zu verhindern.“ Was als große Chance für den Patienten zu sehen ist: Er selbst kann erheblich mitwirken.

Eigenverantwortung: Sie können viel tun

Zur Therapie zählt neben Medikamentengaben vor allem eine Veränderung gewisser Lebensgewohnheiten wie eine angepasste Ernährung, Bewegung, gegebenenfalls eine Gewichtsabnahme oder Rauchstopp. Oberstes Ziel ist es, die Blutzuckerwerte in den Griff zu bekommen. Um gezielt auf sie eingehen zu können, müssen sie regelmäßig kontrolliert werden.

Wussten Sie, dass neben erhöhtem Durstgefühl auch schlechte Wundheilung und Sehstörungen auf Diabetes hindeuten?

Scannen statt stechen: Erleichtert die Glukosemessung

„Wir starten in der Diabetestherapie mit der konventionellen Blutzuckerkontrolle mittels Fingerstechen“, so Dr. Landers. Eine praktische Alternative sind sogenannte CGM-Systeme: kontinuierliche Glukosemesssysteme (z. B. FreeStyle Libre 3 von Abbott). Ein Sensor am Oberarm des Patienten zeichnet die Blutzuckerwerte auf, über ein Lesegerät oder eine Smartphone- App können die Daten abgerufen werden. „Die Akzeptanz für moderne Messmethoden ist sehr hoch“, weiß Dr. Landers aus der Praxis. Nicht nur, weil immer öfter jüngere Menschen die Diagnose Diabetes erhalten (siehe rechts). „Die Nutzer erfahren eine echte Verbesserung der Lebensqualität, da sie weitestgehend auf das händische blutige Messen verzichten können, und weil die regelmäßige Übertragung der Werte zur Stabilisierung des Langzeitzuckers beiträgt.“ Die digitale Glukosemessung erfolgt unauffällig nebenbei und der Alltag wird nicht ständig von den Blutzuckerkontrollen bestimmt. Insgesamt kann der Diabetologe beruhigen: „Es ist nicht selten, dass ein Patient bei der Erstdiagnose einen stark erhöhten Langzeitblutzucker hat. Wir behandeln dann medikamentös und unterstützen ihn bei einer Veränderung seines Ernährungs- und Bewegungsverhaltens. Der Langzeitblutzuckerwert sinkt nach und nach stark ab. Dann kann der Arzt die Medikamentengabe senken oder gar aussetzen.“ Engmaschige Kontrollen bleiben auch dann wichtig. Und was jeder Patient auch wissen sollten: „Der direkte Austausch mit dem Hausarzt oder Diabetologen bleibt der Grundbaustein für die erfolgreiche Therapie“, so Dr. Landers. „Denn eines der größten Probleme ist, dass Patienten krankhafte Veränderungen im Stoffwechsel nicht sofort spüren.“

Warum wird immer weniger von Altersdiabetes gesprochen?

Früher erkrankten an Diabetes Typ 2 vor allem ältere Menschen. Inzwischen ist das anders. „Wir diagnostizieren Diabetes Typ-2 auch regelmäßig bei 35- und 40-Jährigen“, so Dr. Landers. „Ich denke aber, dass die Krankheit heute durch den Fokus auf Prävention und Früherkennung früher entdeckt wird und deshalb auch die Patienten bei der Erstdiagnose jünger sind.“

500.000 Diabetes-Typ-2-Neuerkrankungen pro Jahr werden laut Expertenrechnungen zukünftig in Deutschland erwartet