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DICKBLÄTTRIGE HUNGERKÜNSTLER


g&v Gestalten & Verkaufen - epaper ⋅ Ausgabe 8/2018 vom 01.08.2018

Zu den allergenügsamsten Pflanzen, die aber dennoch dekorativ und eine Zierde für Kübel und Pflanztröge sind, gehören die GattungenSedum und Sempervivum . Die kleinen Gewächse mit den fleischigen Blättern kommen mit ganz wenig Wasser und noch weniger Nährstoffen aus und sind damit ideal für Kunden, die sich ums Gießen und Düngen keine Gedanken machen wollen, findetKatharina Adams.


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1Sedum-Hybride ‘Lime Twister’ aus der Sun Sparkler-Serie mit zweifarbigen Blättern


Foto: PanAmerican Seed

2Sedum, Sempervivum und schöne Keramiken ergänzen sich perfekt


Foto: Adams

3Sedum-Hybride ‘Lime Zinger’ besitzt ...

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... rötliche Blattränder, davor Sedum reflexum ‘Yellow Cushion‘


Foto: PanAmerican Seed

4Blühendes Sedum reflexum im hohen Topf als Blickfang


5Verschiedene Sempervivum-Sorten auf einer Mauerkrone


6Schicke Verkaufsidee: Mit verschiedenen Semperviven bepflanzte Dachziegel


7Blühende Semperviven im Steingarten


Sie wachsen zwischen Mauerritzen und Plattenfugen, und häufig werden sie auch zur Begrünung von ganzen Dächern verwendet, denn sie kommen mit einem Minimum an Substrat aus. Außerdem genügt ihnen ab und zu ein wenig Regen, denn in ihren dicken fleischigen Blättern können sie, ähnlich wie die Kamele im Tierreich, Wasser für Trockenzeiten einlagern. Ihre Oberfläche ist zudem wie lackiert, was verhindert, dass etwas von dem kostbaren Wasser im Inneren verdunstet.

Überhaupt sind die Blätter so konstruiert, dass sie möglichst wenig Oberfläche besitzen. Manche sind rundlich oder walzenförmig, einige spatelförmig, und bei den Sempervi- ven sind sie schuppenartig, wie bei einer Lilienzwiebel oder als Rosetten angeordnet, sodass sich mehr oder weniger kugelige Formen ergeben.

Einmal in einen Trog oder einen Kübel gepflanzt, braucht man sich Monate und sogar Jahre lang nicht um sie zu kümmern, wenn sie zumindest ab und zu etwas Regen oder einen kleinen Schwall aus der Gießkanne abbekommen. Viel wichtiger ist, dass sie niemals nasse Füße haben dürfen. Ein durchlässiges Substrat und guter Wasserabzug sind also das A und O für ein zuverlässiges Gedeihen. Damit sind diese beiden Gattungen eine echte Option für alle, die über keinerlei grünen Daumen verfügen und sich auch keine Gedanken über die Pflege machen wollen.

Faszinierende Dachwurzen

So ähnlich die beiden Gattungen auch in ihren Ansprüchen sind, ein paar Unterschiede gibt es doch zwischen ihnen. WährendSedum (die deutsche Bezeichnung Fette Henne klingt ja nicht wirklich sexy) eine typische Staude mit Stängeln oder auch kriechenden Trieben ist, an denen sich jedes Jahr Blüten entwickeln, bestehen die Pflanzen vomSempervivum, zu deutsch Dach- oder Hauswurz, aus kugelförmigen bis seerosenartigen Rosetten mit Wurzelböden.

Sie treiben keine unterirdischen Ausläufer, sondern entwickeln oberirdisch sogenannte Kindel, das heißt kleine Tochterrosetten, die sich bewurzeln. Nach und nach entstehen auf diese Weise bis zu tellergroße zusammenhängende, oft auch kuppelförmige Teppiche. Bei Bedarfkann man die Kindel abtrennen und verpflanzen.

Jede der Rosetten blüht nur ein einziges Mal, danach stirbt sie ab. Auch aus diesem Grund werden ständig neue Rosetten gebildet. Zur Blüte streckt sich die Rosette etliche Zentimeter in die Höhe und öffnet an ihrem Ende einen Kranz aus Blüten, meist in Rosa, Weiß oder Gelb. Nach der Samenreife vertrocknet die Rosette und fällt ab. Die Tochterrosetten rundum breiten sich rasch aus und schließen die Lücke.

Das Faszinierende an den Dachwurzen ist ihre schier unglaubliche Sortenvielfalt mit Hunderten erhältlicher Sorten. Es gibt grüne, bläuliche, rote und auch mehrfarbige Sorten, zierliche und wuchtige, kugelförmige und eher ausgebreitete. Sie lassen sich wunderbar miteinander kombinieren, und es gibt nicht wenige Menschen, die von einer regelrechten Sammelleidenschaft befallen sind, zumal sich die Pflanzen und extravagante Gefäße noch gegenseitig in ihrer Wirkung verstärken.

Niedrige Sedumarten

Auch bei den Sedumarten bringt die Züchtung ständig neue Formen und Farben hervor, von denen die allermeisten immergrün sind. Es gibt inzwischen auch Sorten, die nicht blühen, dafür aber besonders schöne Blattfarben entwickeln, außerdem panaschierte Sorten, die für zusätzliche Farbe außerhalb der Blütezeit sorgen.

Um Mauerkronen und Fugen zwischen Gehwegplatten zu begrünen, verwendet man am besten die Arten, die sich auch für die Dachbegrünung bewährt haben. Dazu gehören zum Beispiel der weiß blühendeSedum album undSedum acre, der scharfe Mauerpfeffer, dessen Blüten in einem fröhlichen Gelb erstrahlen und dessen Triebe sogar als Gewürz verwendet werden können. Überhaupt ist Gelb eine häufige Farbe unter den niedrigen Arten. AuchSedum floriferum blüht gelb, von ihr gibt es die bewährte Auslese ‘Weihenstephaner Gold’, die im Laufe der Jahre ansehnliche Teppiche ausbildet. Für Plattenfugen ist sie vielleicht etwas zu wuchtig, dafür macht sie sich auf Mauern sehr gut und füllt kleinere Gefäße rasch aus.

Ebenfalls schön für Töpfe istSedum reflexum mit nadelförmigen Blättern, auch als Tripmadam bekannt und ebenfalls essbar. Von ihr gibt es einige dekorative Auslesen wie Angelina mit goldgelben Trieben und Blättern oder ‘Yellow Cushion, die besonders kompakt wächst. Mit blaugrünen Blättern wartet ‘Elegans’ auf. Die Blütenstängel werden bei dieser Art etwa 20 Zentimeter hoch, ansonsten bleibt sie mit zehn Zentimetern niedrig. Eine andere schöne Art istSedum cauticola, die vom Aussehen her an die hohen Arten wieSedum telephium erinnert, aber mit 20 Zentimetern viel niedriger bleibt. Auch hier gibt es einige gute Sorten wie ‘Robustum’. Da sich die Arten gut untereinander kreuzen lassen, hat die Züchtung etliche interessante Hybriden hervorgebracht. Neu und sehr schön sind die Sorten der SunSparkler-Se- rie, die sich durch besondere Laubfarben, teilweise auch mit Panaschierungen, auszeichnen.