Lesezeit ca. 16 Min.
arrow_back

Die 10 wichtigsten Regeln erfolgreicher Trader


Logo von Traders
Traders - epaper ⋅ Ausgabe 10/2022 vom 29.09.2022
Artikelbild für den Artikel "Die 10 wichtigsten Regeln erfolgreicher Trader" aus der Ausgabe 10/2022 von Traders. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Traders, Ausgabe 10/2022

Wir haben in den letzten Jahren hunderte erfolgreiche Trader interviewt und dabei ein Muster entdeckt: Bei der Frage, wie sie an einen Trade herangehen und wie sie an den Märkten Geld verdienen, haben alle befragten Trader ähnliche oder sogar fast dieselben Antworten gegeben. Und wenn Trader, die alle Jahr für Jahr Geld verdienen, über ähnliche Herangehens- und Verhaltensweisen sprechen, dann hören wir, die wir selbst Trader sind, ganz genau zu. Auf der Grundlage dieser zahlreichen Interviews – teilweise telefonisch und teilweise persönlich geführt – haben wir eine Liste von zehn Regeln erarbeitet, die man bei allen erfolgreichen Tradern finden konnte. Unsere Titelgeschichte beschäftigt sich mit diesen Regeln. Wir haben noch weitere als diese zehn Regeln gefunden, die allerdings nicht ganz so relevant sind. Vielleicht erscheinen die dann in einer der der nächsten Ausgaben von TRADERS´. Einige ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 3,49€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Traders. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1050 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 10/2022 von Kein Trader wie der andere!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Kein Trader wie der andere!
Titelbild der Ausgabe 10/2022 von Stühlerücken bei Smartbroker. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Stühlerücken bei Smartbroker
Titelbild der Ausgabe 10/2022 von IG beschleunigt Wachstum mit neuem Deutschland-Geschäftsführer. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
IG beschleunigt Wachstum mit neuem Deutschland-Geschäftsführer
Titelbild der Ausgabe 10/2022 von Payment for Orderflow in der Kritik. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Payment for Orderflow in der Kritik
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
Die Martingale-Strategie bei Drawdowns
Vorheriger Artikel
Die Martingale-Strategie bei Drawdowns
Neues aus der Welt der Technik
Nächster Artikel
Neues aus der Welt der Technik
Mehr Lesetipps

... Regeln hier werden Ihnen bekannt vorkommen, andere werden Sie überraschen. So oder so – wir hoffen, dass Sie zumindest eine oder zwei Regeln finden werden, mit der Sie Ihren eigenen Trading-Plan ergänzen können, um beständig mehr Geld als Trader zu verdienen.

1. Erfolgreiche Trader erkennen, dass es wichtiger ist, Geld zu verdienen, als Recht zu haben.

Es liegt in der menschlichen Natur, dass wir in unseren Annahmen und Prognosen über den Markt Recht haben wollen. Wir wollen alle glauben, dass wir die Marktdaten richtig interpretieren und dass wir die richtige Wahl getroffen haben, wenn wir long oder short in den Markt gehen. Doch erfolgreiche Trader haben nur selten eine Tendenz in eine Marktrichtung. Sie lassen sich vom Markt zeigen, welcher Trade gerade adäquat erscheint. Wenn sie einmal eine Trading-Entscheidung getroffen haben und der Trade dann in den Verlust läuft – was bedeutet, dass sie falsch liegen – haben sie kein Problem damit, den Trade sofort in die andere Richtung zu drehen. Wir haben zwar auch ein paar Trader interviewt, die sich morgens sehr wohl eine Meinung bilden und dann nur in diese Richtung handeln, aber diese Trader sind die Ausnahme. Anstatt zu versuchen, den Märkten die eigene Meinung aufzuzwingen und damit zu zeigen, dass sie Recht haben, wechseln erfolgreiche Trader die Seiten in der Sekunde, in der der Markt ihnen dies „sagt“. Sogar wenn sie sicher sind, dass der Markt an diesem Tag in die eine oder andere Richtung gehen sollte. Recht zu haben ist nicht wichtig – das Trading-Konto und das Eigenkapital zu vergrößern schon. profitabel sein.

2. Erfolgreiche Trader sind geduldig bei Gewinn-Trades und www.tradac.info ungeduldig bei Verlust-Trades.

Diese Regel ist direkt aus Dennis Gartmans () Trading-Buch. Die meisten Trader sind bei ihren Gewinn-Trades sehr ungeduldig, weil sie nicht wollen, dass daraus noch Verlust-Trades werden. Das ist eigentlich eine gute Sache – bis ihre Ungeduld sie dazu zwingt, eine Gewinnposition zu früh zu schließen und sie dadurch Geld im Markt liegen lassen. Andererseits, wie oft haben Sie schon zu sich selbst gesagt: „Ich werde diesen Verlust-Trade ein bisschen länger laufen lassen

B1 Ausbruchs-Trading im Wochen-Chart des DAX

Im Nov.2021 und im Jan.2022 versuchte der DAX seinen Widerstand bei 16.030 Punkten zu durchbrechen. Zwei Mal fiel der Kurs wieder zurück und ein professioneller Trader hätte in der Mitte der Handelsspanne zwischen Unterstützung und Widerstand einen disziplinierten Stopp gesetzt. Der zweimalige Verlust wäre schmerzhaft gewesen, doch der nachfolgende Durchbruch durch die Unterstützung hätte den Profi einen deutlichen Gewinn eingebracht. Er hätte die kleinen Verluste mehr als ausgeglichen.

Quelle:

Trading erfordert Disziplin. Disziplin ist aber nicht nur die Fähigkeit, Regeln zu befolgen, sondern sich in einen emotionalen Zustand zu versetzen. Einen Zustand, der es erst ermöglicht, den Regeln zu folgen. Wir alle kennen Verkehrsregeln und doch sind wir manchmal nicht in der Lage sie einzuhalten. Manchmal sind wir müde, abgelenkt, wütend oder in Eile. Welchen Grund es auch immer gibt: Im Normalfall bricht niemand die Regeln absichtlich. Im Trading ist das auch so und dennoch fällt es den meisten Tradern schwer, sich an eigene Regeln zu halten. Deshalb ist es wichtig zu verstehen, dass ein Trader weder sein System noch den Markt, sondern immer nur sich selbst tradet. Er tradet seine Gefühle, seine Emotionen und seine Gedanken. Damit das nicht in einem Chaos endet, muss er eine klare Struktur in seinem Tradingprozess haben. Er muss lernen, den Markt zu lesen, aber noch mehr sich selbst. Erst wenn ihm das gelingt, wird er dauerhaft

B2 Wahrscheinliche Positionierung von Stopps im Tages-Chart der Allianz-Aktie

Die eingezeichneten grauen Balken deuten auf wichtige Tiefpunkte innerhalb des Charts hin. Jeder graue Balken basiert auf einem markanten Tief mit anschließender bullisher Gegenbewegung. Ein markantes Tief zeichnet sich durch erhöhtes Handelsvolumen aus. Wird ein markantes Tief von oben nach unten durchdrungen werden Stopps ausgelöst. Diese sind sowohl börsentechnisch als Order hinterlegt und auch als mentaler Stopp integriert. Durchdringt der Kurs die grauen Balken gibt es jeweils einen Kursrutsch nach unten.

B3 Die Apple-Aktie im Wochen-Chart

In den vergangenen zehn Jahren war die Apple-Aktie niemals günstig. Hätte man die Aktie nur nach fundamentalen Kriterien beurteilt, dann gibt es nur wenige Kaufargumente. Professionelle Trader sollten deshalb nicht in den Kategorien „teuer“ oder „billig“ denken. Dank der Chartanalyse zeigte sich, dass die Apple Aktie ständig neue Hochs erreichte. Warum sollte man dann nicht kaufen?

und schauen, ob er sich vielleicht doch umdreht“? Sie waren gerade geduldig mit einem Verlust-Trade und ungeduldig mit einem Gewinner. Erfolgreiche Trader drehen diesen Denkprozess um und machen genau das Gegenteil: Wenn sie einen Trade haben, der gut läuft und profitabel ist, bleiben sie geduldig, um zu sehen, wie weit es wirklich gehen kann. Wenn sie einen Trade haben, der gegen sie läuft, steigen sie sofort aus, begrenzen den Verlust und schauen sich nach der nächsten Gelegenheit um. Wenn Sie einen Stopp-Loss gesetzt haben, dürfen Sie ihn niemals in der Hoffnung verändern, dass der Trade noch drehen wird – das wird nur selten passieren. Aber dass der Tagesverlust dadurch vergrößert wird, wird umso öfter zutreffen. Beginnen Sie, geduldig mit den Gewinnern und ungeduldig mit den Verlierern zu sein – dies ist ein wichtiger Schritt, um einmal zur Minderheit der erfolgreichen Trader zu gehören.

3. Erfolgreiche Trader sehen Charttechnik als Mittel, um herauszufinden, wo andere Trader kaufen oder verkaufen.

Viele Trader betrachten Gleitende Durchschnitte, Fibonaccis und Trendlinien als exakte Hinweise, wo der Preis umdrehen und in die andere Richtung weiterlaufen wird. Erfolgreiche Trader sehen die Technische Analyse nicht aus diesem Blickwinkel. Sie betrachten Charts als Momentaufnahme, wo andere Trader sich platzieren könnten, um zu kaufen oder zu verkaufen. Anstatt Balken, Linien und Wolken zu sehen, erkennen Profi-Trader Punkte, an denen Trader ihre Aufträge gesetzt haben, um in den Markt ein- oder aus dem Markt auszusteigen – entweder durch Stopp-Losses oder als Einstiegsmarken. Die Aktie, die Option oder der Future-Kontrakt hat keine Ahnung, wo es Unterstützung oder Widerstand geben wird. Es sind die Marktteilnehmer, die das bestimmen. Erfahrene Trader wissen dies und platzieren ihre eigenen Aufträge in der `Nähe dieser Levels, um ihren Vorteil gegenüber den 95 Prozent der Trader zu nutzen, die Geld beim Trading verlieren.

4. Sie behandeln Trade Nr. 5 mit der gleichen Begeisterung wie die vorherigen vier Verlust-Trades.

Wir haben alle schon eine Phase mit schlechten Trades erlebt, die unser Vertrauen in den Vorteil, den wir im Markt zu haben glauben, auf die Probe stellt. Ein Beispiel: Unser Setup erscheint nach vier Verlusten erneut – doch statt den Trade zu machen, zögern wir, weil wir einen weiteren Verlust-Trade nicht aushalten können. Natürlich hätte dieser fünfte Trade wunderbar funktioniert und wir hätten nicht nur die vier vorhergehenden Verluste aufgeholt, wir wären dadurch sogar für den Tag positiv gewesen. Wenn der Markt nicht angezeigt hat, dass sich etwas geändert hat und wir daran glauben, dass unsere Strategie solide ist, gibt es keinen Grund zu zögern, wenn sich unser Trade Setup zeigt. Selbst System-Trader werden Ihnen sagen, dass eine Folge von Verlust-Trades, die laut Backtests über den normalen Drawdown hinausgeht, völlig normal ist. Das Geheimnis dabei ist, zu erkennen, ob Ihr Vorteil weiterhin besteht und es sich nur um eine zufällige Folge von Trades handelt, die einfach nicht funktioniert haben. Erfolgreiche Trader schütteln Verlust-Trades ab und steigen mit derselben Begeisterung und demselben Vertrauen in den nächsten Trade ein wie beim ersten Trade. Ein Elfmeterschütze beim Fußball muss ebenso agieren. Wenn nach einer Serie verwandelter Elfmeter einer verschossen wird, dann muss er beim nächsten Elfmeter in der Lage sein, diesen verschossenen Elfmeter komplett zu vergessen. Lässt er ihn in seinen Gedanken zu, dann wird dieser Gedanke ihn beim nächsten Versuch negativ beeinflussen. Erfolgreiche Trader beherrschen diese Fähigkeit ebenfalls. Sie vergessen einfach den letzten Trade und fokussieren sich ausschließlich auf die nächste Gelegenheit. Ihr Trading-Plan sollte eine Regel beinhalten, die bei einer Folge von Verlust-Trades greift. Der Autor zum Beispiel zwingt sich nach vier Verlust-Trades in Folge dazu, nur noch eine Aktie zu handeln, und zwar solange, bis er sich wieder sicher mit seinen Trading-Entscheidungen fühlt. Natürlich übertreffen hier die Gebühren jeden Gewinn, den man mit einer einzelnen Aktie erzielen kann, aber er zahlt lieber Gebühren als dass er einen großen Verlust in Kauf nimmt, während er versucht, dem Markt seinen Willen aufzuzwingen.

Am ehesten konnte ich mich in der ersten Regel wiederfinden. In meinen Livetrading-Webinaren gebe ich zum Beispiel oft eine Richtung vor und behaupte, dass ich in weit mehr als nur 50 Prozent mit meinen Einschätzungen richtigliege. Vielleicht liegt aber auch genau darin ein Fallstrick. Je öfter man es schafft, den Markt richtig einzuschätzen – und im Normalfall wird man immer besser, je länger man es macht –, umso schwieriger wird es zu erkennen, ob man gerade falschliegt. Ich behaupte, es liegt auch in der Natur des Menschen, seinenJob möglichst perfekt und fehlerfrei machen zu wollen. Zweifelsohne hat im Trading die Fehlerfreiheit eine ganz andere Wirkung. Fehlerfrei heißt beim Trading nicht, den Markt immer richtig einschätzen zu können, denn das ist schlichtweg unmöglich. Es bedeutet zu lernen, die richtigen Handelsentscheidungen zu treffen – und vor allem rechtzeitig zu erkennen, wann man falschliegt. Ein Verlusttrade ist kein Fehler. Drei in Folge auch nicht. Zu viel Ehrgeiz, keinen Verlust machen zu wollen, obwohl man falschliegt, ist hingegen fatal. So gesehen ist es sogar besser oder zumindest einfacher, wenn man eine Orakelquote von 50 Prozent hat und sich dessen auch bewusst ist, da man sich dann nicht selbst im Weg steht. Mein Kumpel Heiko Behrendt hat mir vor einiger Zeit erzählt, dass er mich mal in einem Livetrading-Webinar gesehen hat, zu einer Zeit, als wir uns noch nicht kannten. In diesem Webinar muss ich wohl sehr oft gesagt haben: „Was weiß denn ich, ob der Markt das macht oder nicht.“ Und es war genau dieser Satz, der ihn zu dem Schluss gebracht hat, dass ich wohl recht gut im Trading sein müsste. Damals hatte ich seine Bemerkung nur zum Teil verstanden. Aber je länger ich trade, umso wichtiger wird es, sich immer wieder zurückzunehmen: Vom Rechthaben kann man sich keine Brötchen kaufen, vom richtigen Umgang mit dem Markt allerdings schon.

Erfolgreiche Trader haben kein Ego und handeln ausschließlich den positiven Erwartungswert ihres Handelsansatzes. Wenn sich eine Chance anbahnt, dann wissen sie genau, wann, wo und wie sie etwas tun müssen. Das Arbeitsziel ist nur die Einhaltung der Handelsregeln. Das Einzelergebnis eines Trades ist vollkommen unwichtig. Das Geheimnis des langfristigen Erfolgs liegt im Wissen des positiven Erwartungswertes und im emotionslosen Befolgen der Regeln. Ein Daytrader ist eine hoch qualifizierte Arbeitskraft und sollte vom Markt dafür entsprechend bezahlt werden. Meiner Meinung nach beginnt „hoch qualifiziert“ bei 100 Euro pro Stunde. Alles andere ist Hobby und kostet Geld.

5. Erfolgreiche Trader verwenden „nackte“ Charts

Wenn wir mit dem Trading beginnen, wollen wir so viel Bestätigung wie möglich von so vielen Indikatoren wie möglich sehen, bevor wir einen Trade eingehen. Wir zeichnen so viele Linien, Bögen und Levels in unseren Chart, dass wir die Kerzen darunter fast gar nicht mehr sehen. Wenn wir als Trader reifen, beginnen wir diese Indikatoren nach und nach wegzulassen. Und irgendwann sind wir dann zurück bei Charts, die nur Kerzen, das Volumen und Pivot-Punkte – die frühere Hochs und Tiefs kennzeichnen – anzeigen. Fast jeder erfolgreiche Trader, den wir interviewt haben, hat angegeben, dass er nur eine einzige Sache auf seinen Charts beobachtet: den Preis. Mit „nackten“ Charts meinen wir also Charts ohne Indikatoren, die nur den Preis und vielleicht das Volumen anzeigen. Jeder Trader kommt im Laufe seiner Karriere an den Punkt, wo er erkennt, dass es keinen magischen Indikator gibt – egal, wie hart man danach sucht. Was zählt, ist der Preis, und Angebot und Nachfrage bei diesem Preis. Wenn Sie einen Indikator haben, von dem Sie glauben, dass er Ihnen einen besseren Einblick in die künftige Preisentwicklung gibt – wunderbar! Aber denken Sie daran: Zu viel Vertrauen in einen Indikator oder eine Kombination von Indikatoren führt früher oder später garantiert zum Scheitern. Profi-Trader glauben fest daran, dass der Kurs selbst das Wertvollste ist. Sie handeln schlicht auf der Grundlage der Preisinformation und der Nachfrage des Marktes bei diesem Preislevel.

Übersicht: Die 10 wichtigsten Regeln

1. Erfolgreiche Trader erkennen, dass es wichtiger ist, Geld zu verdienen, als Recht zu haben.

2. Erfolgreiche Trader sind geduldig bei Gewinn- Trades und extrem ungeduldig bei Verlust-Trades.

3. Erfolgreiche Trader sehen Charttechnik als Mittel, um herauszufinden, wo andere Trader kaufen oder verkaufen.

4. Sie behandeln Trade Nr. 5 mit der gleichen Begeis terung wie die vorherigen vier Verlust-Trades.

5. Erfolgreiche Trader verwenden „nackte“ Charts.

6. Erfolgreiche Trader fühlen sich wohl, auch wenn sie Entscheidungen aufgrund von unvollständigen Informationen treffen.

7. Erfolgreiche Trader halten den Markt nicht für „teuer“ oder „billig“.

8. Erfolgreiche Trader wissen, dass der Markt auch morgen wieder öffnen wird.

9. Erfolgreiche Trader beurteilen ihren Trading-Erfolg nicht nach Geld.

10. Erfolgreiche Trader handeln die Reaktion und nicht die News.

6. Erfolgreiche Trader wissen, Trading ist nicht einfach und bequem. Es ist hart, anspruchsvoll und jederzeit fordernd.

Viele Trader, mit denen wir auf Veranstaltungen wie der World of Trading gesprochen haben, empfinden ihr Trading nicht gerade als einfach und bequem. Sie sehnen sich nach dem Tag, an dem sie beim Trading entspannt sind und beständig Geld verdienen. Leider müssen wir Ihnen sagen, dass sich selbst die besten Trader leicht unwohl fühlen, wenn sie vor ihrer Trading-Plattform sitzen. Der Unterschied ist, dass sie sich mit dem komischen Gefühl angefreundet haben, das uns alle bewegt, wenn wir Entscheidungen aufgrund von unvollständigen und mangelhaften Daten treffen. Es ist wahrscheinlich, dass Sie mit Ihren Entscheidungen niemals komplett zufrieden sind, weil Sie niemals genug Informationen haben werden, um absolut sicher zu sein, dass Sie auf der richtigen Seite im Markt stehen. Erfolg reiche Trader haben sich mit dieser Tatsache abgefunden und sind trotz dieses unangenehmen Gefühls fähig, gute Trading-Entscheidungen zu fällen. Es ist es ihnen möglich, klare Entscheidungen auf der Grundlage dessen, was sie wissen und sehen, zu treffen. Der Zeitpunkt, wo Daytrading einfach wird, kommt niemals. Trotzdem schaffen sie es, ein Vermögen an den Märkten zu machen.

7. Erfolgreiche Trader halten den Markt nicht für „teuer“ oder „billig“.

Wenn Sie sich irgendeinen Wirtschaftsnachrichten-Kanal im Fernsehen eine Zeit lang ansehen, werden Sie Kommentatoren hören, die eine Aktie oder einen Markt als „teuer“ oder „billig“ bezeichnen. Die überwältigende Mehrheit der Marktteilnehmer betrachtet eine Aktie und bezeichnet sie als teuer, nur weil sie einen langen Aufwärtstrend hinter sich hat. 25-Cent-Call-Optionen, die eine Woche vor dem Verfallstag weit aus dem Geld sind, wären demnach billig, weil man ja nur einen Viertel-Euro verlieren kann, richtig? Das ist natürlich Ironie. Die einzige für einen Trader wichtige Frage ist: Ist irgendjemand in fünf Minuten, in einer Stunde oder in einem Tag (je nach Ihrem Zeithorizont) bereit, mehr oder weniger für eine Aktie zu bezahlen? Apple bei 170 Dollar je Aktie ist nicht teuer, wenn irgendjemand in 30 Minuten 171 Dollar zahlen will. Gleichermaßen sind Pennystocks toll, weil man viele Aktien mit wenig Kapital kaufen kann. Aber ist ein Kauf bei zwei Dollar wirklich gut, wenn die Aktien morgen nur noch 1,50 Dollar wert sind? Erfolgreiche Kurzfrist-Trader, die ihren Lebensunterhalt damit verdienen, schnell zu kaufen und zu verkaufen, denken nur daran, irgendwie während ihrer Halteperiode Profit zu machen. Überlassen Sie die Diskussion, ob Öl bei 100 Dollar in der derzeitigen politischen Lage völlig überbewertet ist, den langfristigen Investoren und den TV-Kommentatoren. Wenn wir glauben, dass jemand in zwei Stunden Öl-Futures bei 505 Dollar kaufen wird, dann werden wir sie den ganzen Tag lang bei 500 Dollar kaufen. Halten wir also fest: Es gibt kein „billig“ oder „teuer“ in den Augen eines erfolgreichen Traders.

Salah-Eddine Bouhmidi

Erfolgreiche Trader wissen, dass es auf den Ausstieg ankommt! Man sollte meinen, dass ein erfolgreicher Trader sich immer einen perfekten Einstieg wünscht und dass sein Trade sofort in den Gewinn läuft. Das ist natürlich völlig realitätsfern. Ein professioneller Trader weiß, dass der Ausstieg weitaus wichtiger ist als der Einstieg. Wissenschaftliche Studien konnten zeigen, dass Trader in den meisten Fällen beim Einstieg zwar richtigliegen, aber die meisten von ihnen realisierten am Ende einen Verlust. Viele unerfahrene Trader handeln frei nach dem Motto „Gewinne be grenzen und Verluste laufen lassen“. Erfolgreiche Trader hingegen for mulieren und wenden smarte Exitstrategien an. Mit Exitstrategien, vor alle m mit Trailing-Stopps und Teilverkäufen, kann die eigentliche Börsenweish eit „Gewinne laufen lassen und Verluste begrenzen“ besser umgesetzt w erden. Trader können damit ruhiger schlafen und zugleich ihre Profitabilität erhöhen.

www.salahb

8. Erfolgreiche Trader wissen, dass der Markt auch morgen wieder öffnet.

Bei neuen Tradern überrascht es immer wieder, dass sie sich meist mehr über einen verpassten Trade ärgern als über einen Verlust-Trade. Das ist völlig absurd. Sie sind mehr darüber verärgert, dass der Stand ihres Trading-Kontos gleich geblieben ist, als darüber, dass er kleiner wird, weil ein Trade nicht so funktioniert hat wie geplant. Erfolgreiche Trader verstehen, dass es nicht ihr Job ist, permanent aktiv zu traden, unabhängig vom Marktumfeld. Ihr Job ist es, auf die richtigen Trades zu warten und ihre Positionen während des richtigen Marktumfelds zu verwalten. Wir haben viele Trader kennen gelernt, die ihre Jobs aufgegeben haben, um Vollzeit-Trader zu werden. Wenn sie in ihrem ursprünglichen Job den ganzen Tag nur vor ihrem Bildschirm gesessen wären, hätte man sie als faul und unproduktiv abgestempelt und ihnen möglicherweise gekündigt. Daher ist es nur konsequent, dass man als Trader die ganze Zeit traden muss, richtig? Falsch. Erfahrene Trader haben kein Problem damit, „auf ihren Händen zu sitzen“ bis der richtige Trade kommt.

Viele unerfahrene Trader haben die Einstellung, dass ein bestimmter Trade eine einmalige Gelegenheit ist und dass es niemals eine andere Chance dafür geben wird, wenn man diese jetzt nicht ergreift. Doch das ist schlicht und einfach falsch. Es wird immer eine neue Chance geben, eine die nächste Apple-Aktie oder die nächste Netflix-Aktie bei 275 Dollar zu kaufen. Vielleicht wird sich die Möglichkeit nicht genau bei diesen Aktien ergeben, aber der Markt bietet jeden Tag genügend Chancen, einen gewinnbringenden Trade zu machen. Entspannen Sie sich und machen Sie sich bereit für den nächsten Trade. Er wird kommen. Ärgern Sie sich nicht, wenn Sie einen Trade verpasst haben, von dem Sie denken, dass er ein großartiger Trade gewesen wäre. Freuen Sie sich über die Tatsache, dass Ihr Trading-Konto stabil ist und Sie kein Geld durch einen erzwungenen Trade verloren haben, der kein Gewinner war. Die nächste Möglichkeit steht schon vor der Tür.

B4 Wochen-Chart Bitcoin-USD

Es ist viel wichtiger für Trader den eigenen Regeln zu folgen als Geld zu verdienen. Wenn Ihnen Ihre Regeln sagen, dass Sie nur bei einem neuen Hoch einsteigen dürfen, dann sollten Sie erst über das Hoch bei 19.900 US-Dollar kaufen. Sie sollten sich nicht davon beeinflussen lassen, wenn Sie zum Beispiel bei 5.000 US-Dollar Einstiegschancen erkennen. Wie man beim Bitcoin sieht, können potenzielle Kursgewinne ungeheuer verlockend sein.

Meiner Meinung nach ist das Risikomanagement das A und O. Aufgrund der hohen Signalfrequenz der meisten Tradingstrategien ergibt es für mich nur Sinn, das Risiko so schnell wie möglich zu begrenzen. Irgendwann habe ich mir diesbezüglich klare Regeln erstellt, die zu meinem Tradingstil passen. Die konsequente Risikominimierung in Verbindung mit systematischen Teilverkäufen ist für mich der Schlüssel zum langfristigen Erfolg. Eine meiner Lieblingsregeln lautet: „Wer weniger abgibt, darf mehr behalten.“

9. Erfolgreiche Trader beurteilen ihren Trading-Erfolg nicht nach Geld.

Wir handeln alle, um Geld zu verdienen, und hoffentlich werden wir reich mit der Arbeit, die wir lieben. Erfolgreiche Trader wurden Entscheidungsprozess, denn es ist unmöglich, unsere Emotionen und Wünsche nach Reichtum vom Trading-Prozess zu trennen. Erfahrene Trader wissen das und setzen sich daher ganz verschiedene Ziele – nur nicht Geld. Zum Beispiel beurteilt ein uns bekannter erfolgreicher Trader seinen Erfolg danach, dass er nicht eine einzige seiner zehn aufgeschriebenen Regeln (von denen einige in diesen 20 enthalten sind) bricht. Er wusste, dass, wenn er seine Regeln nicht bricht und dies zu seinem Ziel für jeden Trading-Tag machen würde, das Geld einfach als Nebenprodukt seiner strikten Disziplin folgen würde. Trader, die sich das Ziel setzen, jeden Tag 100, 500 oder 1000 Euro an den Märkten zu mach-en, sind dazu bestimmt, zu viel zu traden, um dieses Ziel zu erreichen. An manchen Tagen sind die Märkte einfach nicht bereit, Ihnen diesen Gewinn zu geben. Vielleicht bringt Ihre spezielle Trading-Strategie Ihnen dieses tägliche Ziel nicht ein und Sie werden daher in den nächsten Tagen mehr Risiko eingehen, um das aufzuholen. Das funktioniert oft aber nicht. Stattdessen sollten Sie sich erreichbare Ziele setzen, sodass sich der Erfolg bald einstellt, wenn man diese strikt verfolgt. Solche Ziele können sein, ein bestimmtes Muster zu erkennen, während es sich entwickelt, oder solide Einstiegspreise für Ihre Trades zu bekommen. Was auch immer – setzen Sie sich ein Ziel außerhalb von Geld und die Gewinne werden sich als Resultat einstellen.

10. Erfolgreiche Trader handeln die Reaktion und nicht die News.

Sie haben es immer und immer wieder gesehen: Ein Unter nehmen übertrifft die Gewinnerwartungen bei weitem und die Aktionäre danken es mit einem plötzlichen Kursrutsch nach unten. Vielleicht waren die guten Neuigkeiten nicht gut genug. Vielleicht gab es auch in Erwartung der guten Ergebnisse einen schönen Anstieg und nun nehmen Trader ihre Gewinne mit. Wie und warum eine Aktie so oder so auf eine Nachricht reagiert, ist extrem schwierig vorherzusagen. Allein der Markt zeigt, wie sich der Kurs entwickelt. Erfolgreiche Trader wissen das. Allerdings ist es eine effektive Strategie, die Reaktion einer Aktie auf die Neuigkeiten in Kombination mit einfacher Charttechnik zu traden, sobald die erste Bewegung vorbei ist. Außerdem ist die erste Reaktion auf eine News fast immer eine Überreaktion, die zurückkommt, sobald der Markt wieder seinen normalen Lauf nimmt. Das ist vielleicht das einzige Mal, wo erfolgreiche Trader darauf setzen, dass sich die Bewegung dreht – am Hoch oder Tief eines kurzfristigen Trades.

Mit den hier angesprochene Regeln gehe ich d’accord. Ergänzend möchte ich auf einen Unterschied zwischen Retail- und Institutionaltradern verweisen. In vielen Gesprächen mit angehenden Tradern aus dem Retailbereich (ohne Vergangenheit bei Finanzinstituten), ist mir Folgendes immer wieder aufgefallen: Das, was im institutionellen Trading als „think big“ bezeichnet wird, besitzen die meisten Retailtrader nicht. Konkret: Eine erfolgreiche Handelsstrategie in liquiden Futuresmärkten (ES, NQ, FDAX, FGBL et cetera) kann skaliert werden. Wenn es nicht ein kurzfristiges S calping-System ist, kann man eine Strategie, die von Retailtradern in der R egel nur mit geringer Stückzahl gehandelt wird, auch mit der vielfachen S tückzahl handeln, ohne dass das Handelsergebnis darunter leidet. Diesen „ Sprung“von klein zu groß schafft die überwiegende Zahl der Retailtrader n icht. Aus dieser Tatsache heraus haben sich Broker im angelsächsischen R aum das Copytrading einfallen lassen. Die Umsetzung ist einfach: Der T rader handelt weiterhin seine übliche Kontraktzahl, die Trades werden d ann parallel in der Masse kopiert. Dadurch leidet die Strategie nicht und a m Ende wird der Profit der Copytrades zwischen Trader und Broker- bezieh ungsweise Proptrading-Firma geteilt.

Zusammenfassung:

Hoffentlich haben zumindest eine oder zwei dieser Regeln erfolgreicher Trader bei Ihnen einen Eindruck hinterlassen und können Ihnen zukünftig bei Ihren eigenen Trading-Entscheidungen helfen. Am besten aber machen Sie sich alle Regeln zu eigen, denn dann ist es noch wahrscheinlicher, dass auch Sie die Liga der Elite-Trader erreichen.