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Die 27 besten Freistell -Tipp s & Tricks


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DOCMA - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 01.12.2021

MODERNE AUSWAHLTECHNIKEN

Die besten Freistell-Tipps | TUTORIALS

Artikelbild für den Artikel "Die 27 besten Freistell -Tipp s & Tricks" aus der Ausgabe 1/2022 von DOCMA. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: DOCMA, Ausgabe 1/2022

Auf Youtube wurde angesichts der neuen Auswahlmöglichkeiten in Photoshop, die auf Künstlicher Intelligenz basieren, schon das Ende des Freistellens mit dem Zeichenstift verkündet. Im DOCMA-Blog hatte ich das schon einmal thematisiert (www.docma.info/22285).

Mein vorläufiges Fazit: Die neuen Möglichkeiten, wie zum Beispiel »Auswahl > Himmel«, »Auswahl >Motiv« und das verbesserte »Objektauswahlwerkzeug«, sparen Zeit und liefern im Großen und Ganzen eine gute Qualität. Nachbessern müssen Sie jedoch fast immer. Alte Werkzeuge wie das Lasso, der Pinsel und der Maskierungsmodus bleiben deshalb nach wie vor wichtig. Andere alte Werkzeuge wie der Wischfinger erlauben Quick-and-Dirty-Korrekturen kleinerer Maskenfehler. Und manchmal kommt man schneller zum bestmöglichen Ergebnis, indem man eine Maske von vornherein mit dem Zeichenstift erzeugt und ...

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... mit diesem Punkt für Punkt die Objektkonturen nachfährt. Lernen Sie im Folgenden die besten Techniken kennen.

Video- Clips

Olaf Giermann erläutert jeden einzelnen Tipp in einem kurzen Online-Video. Schauen Sie es sich an, falls Ihnen ein Detail unklar sein sollte! Scannen Sie dazu einfach den QR-Code mit dem Smartphone oder Tablet. Alternativ können Sie auch den angegebenen Kurzlink in die Adresszeile Ihres Browsers eingeben, um zum jeweiligen Film zu gelangen.

Die Themen im Überblick

In diesem Workshop finden Sie 27 Tipps & Tricks zu folgenden Themenbereichen:

22 Grundlegendes Wie Sie gezielt fotografieren und sich so das Freistell-Leben vereinfachen

24 KI-Freisteller Maschinelles Lernen macht das Freistellen leichter.

26 Auswählen und maskieren Der wichtigste Photoshop-Dialog für das Optimieren von Masken

28 Workflow-Tipps Verschiedene Tipps, mit denen Sie schneller zum Ziel kommen

30 Freistellen mit Füllmethoden Ebenenmodi ermöglichen Schnellmontagen und das Freistellen von Transparenzen.

32 Sonstige Techniken Freistellwerkzeuge und -techniken, die Sie unbedingt kennen sollten.

Grundlegende Tipps

Gezielt fotografieren

Trotz aller Fortschritte bei den Auswahlwerkzeuge mit oder ohne Unterstützung Künstlicher Intelligenz sollten Sie keine Freistellungswunder erwarten. Denn selbst bei für uns Menschen klar erkennbaren Motiven schwächeln die Automatismen nach wie vor. Deshalb: Beschaffen Sie sich optimales Foto­ oder Stockfoto­Material für das Freistellen, wenn Sie sich das Fotomontage­Leben leichter machen wollen. Dafür brauchen Sie kein Fotostudio. Sorgen Sie beim Fotografieren für einen guten Kontrast zwischen Hintergrund und Motiv. Der Hintergrund sollte möglichst homogen und detailarm sein. Allein das sorgt schon für eine deutliche Zeitersparnis und viel bessere Ergebnisse.

DAS VIDEO ZUM TIPP FINDEN SIE UNTER: www.docma.info/22287

Ein typisches Bild, das vor allem Bildbearbeitungseinsteiger gerne freistellen möchten. Das ist jedoch denkbar schwierig. Die Haare liegen vor einem unruhigen, teilweise ähnlich hellen und ähnlich gefärbten Hintergrund. Und Mischlicht gibt es auch noch. Hier wäre ein Freistell-Profi nötig, aber es stellt sich die Frage, ob sich der Aufwand überhaupt lohnt.

Schon wenn Sie darauf achten, dass zumindest die Haare vor einem homogenen Hintergrund liegen, erleichtert es das Freistellen ungemein. Haare sind der komplizierteste Teil beim Maskieren, deshalb sollten sie immer einen guten Kontrast zum Hintergrund aufweisen. Alle anderen Kanten kann man zur Not auch mit dem »Zeichenstift« relativ schnell und präzise freistellen.

Einfach denken

Automatismen und KI sparen zwar viel Zeit für eine grobe Erstauswahl, aber wenn es kniffelig wird, helfen sie nicht weiter. Dann müssen Sie manuell korrigieren. Um auch dabei Zeit zu sparen, suchen viele Anwender nach immer besseren und fortgeschritteneren Freistelltechniken. Doch dabei kann man sich leicht verzetteln.

Eine Freistellung muss nie perfekt, sondern nur glaubhaft sein und nicht störend auffallen. Das erreichen Sie durch das Optimieren einer automatischen Auswahl mit Hilfe von Lasso, Zeichenstift und Pinsel meist schneller und genauer als mit einer aufwendigen Reihe von komplizierten Kanalberechnungen. Im Zweifel lässt sich jede noch so komplizierte Maske einfach malen, und zwar in jeder Software, die ein Pinsel­Werkzeug hat. Wenn Sie also den Pinsel beherrschen, sind Ihren Möglichkeiten kaum noch Grenzen gesetzt, und Sie machen sich unabhängig von Algorithmen und Programmen. Manche Masken lassen sich eben nur durch Fleißarbeit erzeugen.

DAS VIDEO ZUM TIPP FINDEN SIE UNTER: www.docma.info/22288

Die feine Takelage dieses Schiffsmodells wäre per KI, Schnellauswahl oder mit aus Kanälen erzeugten Masken unmöglich in hoher Qualität freizustellen. Der beste Weg war hier, Rumpf und Segel per Zeichenstift und die Seile per Pinsel auszuwählen. Ein vollständiges Tutorial zu meinem Bild finden Sie übrigens in DOCMA 79.

Visuelle Hilfsmittel nutzen

Nutzen Sie Hilfsebenen, um eine Freistellung besser beurteilen zu können. Beispielsweise lässt sich eine Einstellungsebene vom Typ »Gradationskurve« nutzen, um ein Bild aufzuhellen, so dass Sie Konturen in dunklen Bereichen besser erkennen (a). Nach Fertigstellung der Auswahl löschen Sie solche temporären Ebenen einfach.

Ebenso bietet es sich zur Kontrolle der Freistellung an, unter der Ebene mit dem freigestellten Motiv eine Farbfläche mit einem hohen Helligkeits­ und Farbunterschied zum Motiv anzulegen. Maskenfehler entdecken Sie so viel leichter (b).

Um selbst teiltransparente oder einzelne, isolierte Rest pixel zu entdecken, nutzen Sie den Ebeneneffekt »Kontur« (c).

DAS VIDEO ZUM TIPP FINDEN SIE UNTER: www.docma.info/22289

Das Basiswissen auf andere Programme übertragen

In diesem Workshop stellen wir Ihnen die aktuellen Möglichkeiten von Photoshop vor (a). Falls Sie eine andere Software wie etwa Affinity Photo (b) verwenden, können Sie jedoch dieselben grundlegenden Vorgehensweisen nutzen. Ein Schnellauswahl­Werkzeug (c), einen Zeichenstift (d), Maskierungsmodus (e) und eine Kantenverfeinerung (f) gibt es hier ebenso, und sie funktionieren ähnlich gut. Auch Füllmethoden unterstützen viele Programme. Nur die Bezeichnungen weichen teilweise voneinander ab (vor allem in der deutschen Version). Verzichten müssen Sie aktuell nur auf die in Photoshop noch recht neuen automatischen Auswahlmöglichkeiten per Künstlicher Intelligenz. Im schlechtesten Fall sind Sie also ein paar Sekunden bis Minuten langsamer.

Viel wichtiger als die verwendete Software ist das Verständnis der Werkzeuge, Ebenenmodi und Techniken.

DAS VIDEO ZUM TIPP FINDEN SIE UNTER: www.docma.info/22290

Der Maskierungsmodus (e) nennt sich in Affinity Photo »QuickMaske« und befindet sich nicht in der Werkzeugleiste, sondern in der Symbolleiste des Programms.

Freistellen per Künstlicher Intelligenz

Motiv- und Himmelsauswahl in Photoshop, Lightroom und Camera Raw

Über »Auswahl > Motiv« überlassen Sie Photoshop das Erkennen und Auswählen des Hauptmotivs Ihres Fotos (a) – hier dargestellt im Maskierungsmodus. Ist nur eine Person oder ein Tier im Bild, werden diese meist zuverlässig erkannt. Bei Gruppen von Personen oder Tieren unterliegt die Auswahl einer zufälligen Streuung. In fast jedem Fall müssen Sie die Selektion jedoch verfeinern – also fehlende Stellen hinzufügen, zu viel ausgewählte abziehen und bei feinen Details, wie etwa Haaren, die Kanten verbessern. Den Himmel selektieren Sie automatisch mit »Auswahl > Himmel« (b). Dient die Auswahl keiner Fotomontage, sondern nur zur Fotokorrektur, lässt sich diese neuerdings auch schon in Camera Raw, Lightroom und Lightroom Classic per KI erzeugen. Klicken Sie auf das »Maskieren«-Symbol und wählen Sie die entsprechende Option (c).

Himmel austauschen

Eine automatische Auswahl des Himmels für Helligkeits- und Farbkorrekturen lässt sich in Photoshop, Camera Raw, Lightroom und Lightroom Classic vornehmen. Möchten Sie den Himmel jedoch nicht nur korrigieren, sondern austauschen, nutzen Sie entweder die »Himmel AI« von Luminar (in der Version 4, AI oder Neo) oder in Photoshop den Befehl »Bearbeiten > Himmel austauschen«.

Die KI ist hier schon so weit, dass es sich in der Regel nicht lohnt, den Himmel auf herkömmliche Weise, zum Beispiel mit kontrastbasierten Techniken, auszuwählen. Die zur Verfügung stehenden Parameter reichen meistens aus, ein überzeugendes Ergebnis zu erhalten. Gegenüber Luminar (die Neo-Version, die Ebenen haben soll, lag zum Redaktionsschluss leider noch nicht vor) haben Sie in Photoshop die Möglichkeit, etwaige Maskenfehler noch zu korrigieren. Denn hier werden die Maske und alle Korrekturen auf (Einstellungs-) Ebenen ausgegeben.

Objektauswahlwerkzeug

Beim Aufruf des »Objektauswahlwerkzeugs« wird in Photoshop 2022 das geöffnete Bild analysiert und Motive und Objekte beziehungsweise deren einzelne Komponenten (Gesicht, Körper, Arm …) erkannt. Um sie auszuwählen, bewegen Sie den Cursor über das entsprechende Objekt und klicken ins Bild (a). Die standardmäßig blaue Vorschauüberlagerung ist in Farbe, Deckkraft und Kontur anpassbar (b). Bei gedrückter Shift­Taste fügen Sie per Mausklick weitere Elemente zur Auswahl hinzu, mit der Alt­Taste lassen sie sich von der Auswahl subtrahieren. Durch Klicken und Ziehen benutzen Sie das »Objektauswahlwerkzeug« wie in früheren Photoshop ­Versionen, indem Sie eine Rechteck­ oder Lasso­Auswahl um das zu selektierende Objekt aufziehen. Das können Sie nutzen, um mehrere Objekte gemeinsam schnell auszuwählen (c).

Bilder segmentieren

Wenn Sie viele einzelne Objekte im Bild individuell optimieren möchten, bietet es sich an, die per KI erzeugten Auswahlbereiche zu speichern. Eine Möglichkeit dafür wäre, jede per »Auswahl > Motiv« oder per Klick mit dem »Objektauswahlwerkzeug« erzeugte Selektion in der »Kanäle«­Palette als Alphakanal zu speichern. Bei Bedarf laden Sie so eine Auswahl schnell mit Strg/Cmd­Klick auf den jeweiligen Alphakanal.

Geschickter ist es jedoch, für jeden Bereich einen Ordner mit entsprechender Maske anzulegen. In diese Ordner legen Sie dann alle Einstellungsebenen oder Smartfilter, die Sie zur Korrektur des jeweiligen Motivs verwenden möchten. Mit Strg/Cmd­Klick auf die Maske lässt sich diese, falls notwendig, ebenso wie ein Alphakanal in eine Auswahl verwandeln.

Das Beste zum Schluss: All diese Ordner erzeugt Photoshop ab Version 2022 für Sie vollautomatisch: Wählen Sie im »Ebene«­Menü den Befehl »Alle Objekte maskieren«.

Der Dialog „ Auswählen und maskieren“

All-in-One: „Auswählen und maskieren“

Für einfache Freisteller und als erste Anlaufstelle für Photoshop-Einsteiger empfehle ich, »Auswahl > Auswählen und maskieren« zu benutzen. Denn dort finden Sie zwar nicht alle, aber zumindest die wichtigsten Auswahl-und Verfeinerungswerkzeuge zusammengefasst in einem einzigen Dialog. Seine Vorteile:

• Er funktioniert sowohl für Auswahlen als auch für Masken.

• Die Vorschau-Optionen erlauben das Beurteilen des Freistellergebnisses vor verschiedenen Farben oder vor dem neuen Hintergrund.

• Lasso, Schnellauswahl und Pinsel lassen sich in allen Ansichtsmodi zur Korrektur verwenden.

• Die »Kantenerkennung« verbessert Details an Objektkonturen.

• Über »Globale Verbesserungen« glätten, soften und schärfen Sie die Auswahlkanten.

• Die »Farbdekontamination« entfernt Farbreste des alten Hintergrunds.

• Das Ergebnis lässt sich als Auswahl oder als Ebene mit oder ohne Maske ausgeben.

»Auswählen und maskieren« können Sie auch ohne vorheriges Anlegen einer Auswahl öffnen und die Selektion im Dialog starten – beispielsweise über »Motiv auswählen« (a) oder die Auswahlwerkzeuge (b). Von Vorteil sind die verschiedenen Ansichtsmodi (c), die eine genaue Beurteilung der Auswahl ermöglichen. Im Bereich rechts unten verfeinern Sie die Auswahl und legen fest, ob das Ergebnis als neue Ebene, Auswahl oder Maske ausgegeben werden soll (d).

DAS VIDEO ZUM TIPP FINDEN SIE UNTER: www.docma.info/22295

Wie die „Kantenerkennung“ funktioniert

Die Funktion optimiert Auswahlkanten. Das ist nicht nur praktisch bei Fell und Frisuren, sondern auch für andere detailreiche Objektkonturen. Die »Kantenerkennung« (a) ist falsch benannt. Richtiger wäre die Bezeichnung „ Kante verbessern“. Und das »Kante-verbessern-Pinselwerkzeug« müsste eigentlich „ Radius-Werkzeug “ heißen. Denn dann würde klar, dass Sie damit nur einen Bereich entlang der Auswahlkanten einmalen, an denen Photoshop die Auswahl verbessern soll. Genau dasselbe erreichen Sie mit dem »Radius«- Regler (b). Der Kantenverbesserungsbereich lässt sich mit der Taste »J« einblenden (c). Dabei wird dann auch deutlich, was die Option »Smartradius« (d) bewirkt: Sie versucht, den Radius (also den Verbesserungsbereich) möglichst klein zu halten.

Die Option „Haar verfeinern“

Im Dialog »Auswählen und maskieren« gibt es seit Photoshop 2021 eine Schaltfläche namens »Haar verfeinern«. Das ist eine KI-basierte Funktion, die automatisch Frisuren, also Bereiche mit Haaren, erkennt. Qualitativ macht es überhaupt keinen Unterschied, ob Sie die zu verbessernden Bereiche mit dem »Kante-verbessern-Pinselwerkzeug« auswählen (a) oder den »Haar verfeinern«-Knopf (b) anklicken. Zeit spart das dagegen schon. Statt die Haarbereiche übermalen zu müssen, reicht ein Mausklick.

Verfeinerungsmodus: Farbbasiert vs. Objektbasiert

Anders als bei »Haar verfeinern« bewirkt die Wahl des »Verfeinerungsmodus« mitunter einen deutlichen Unterschied in der Qualität des Maskierungsergebnisses. Keiner der beiden Modi ist jedoch generell besser. Meistens liefert der Modus »Farbbasiert« (a) bei Haaren brauchbarere Ergebnisse, wenn sich Ihr Model vor einem homogenen (Studio-) Hintergrund befindet. Der auf maschinellem Lernen beruhende Modus »Objektbasiert«(b) ist deutlich überlegen, wenn der Hintergrund unruhig ist oder ähnliche Farben wie die Haare aufweist. Probieren Sie im Zweifel beide Modi aus.

Farbdekontamination

Mit der Option »Farben dekontaminieren« im Bereich »Ausgabeeinstellungen« können Sie die Auswirkung von Farbe und Helligkeit des ursprünglichen Hintergrunds auf das freigestellte Motiv abmildern oder ganz entfernen. Das funktioniert mal mehr, mal weniger gut. Photoshop softet dabei die Kontur-nahen Motivbereiche, vergrößert das Ergebnis und überlagert es den verbesserten Auswahlkanten von Fell oder Haaren. Auf vollständig deckende Motivteile hat diese Option keinerlei Auswirkung. In diesem Fall müssen Sie manuell korrigieren (siehe unter Chromakey auf Seite 32)

Workflow-Tipps

KI-Freistellfunktionen per Tastendruck

Wenn Sie »Auswahl > Motiv«, »Ebene > Alle Objekte maskieren« oder »Bearbeiten > Himmel austauschen« häufig verwenden, wird der Gang in die unterschiedlichen Menüs schnell lästig. Glücklicherweise lässt sich all diesen Funktion ein Tastaturkürzel zuweisen. Öffnen Sie dafür den Dialog »Bearbeiten > Tastaturbefehle« (a), suchen Sie den entsprechenden Befehl und vergeben Sie jeweils einen Shortcut. Die hohe Kunst ist es eigentlich nur, eine Tastenkombination zu finden, die noch nicht vergeben ist. Auf dem Mac sind beispielsweise standardmäßig keine Kürzel vergeben, die alle drei Modifikatortasten links von der Leertaste (Control, Option, Command oder auch Shift) benutzen, so dass Sie diese zusammen mit einem Buchstaben verwenden können. Für mehr Komfort weisen Sie diese Shortcuts dann Tasten auf Ihrem Grafiktablett zu, also etwa im Wacom­Treiber (b). So können Sie die KI­Funktionen mit nur einem Finger aufrufen.

Den Maskierungsmodus nutzen

Im Maskierungsmodus (Shortcut »Q«) kontrollieren, erzeugen und korrigieren Sie Auswahlen schnell und unkompliziert mit dem »Pinsel-Werkzeug« (a). Das hat den Vorteil, dass Sie malend und präzise Auswahlkanten folgen können. Dabei lässt sich die »Pinselglättung« nutzen, um eine unruhige Hand auszugleichen. Halten Sie die Shift­Taste gedrückt, erzeugt Photoshop zwischen zwei Pinselabdrücken eine gerade Linie. Sie benötigen eine weiche Auswahlkante? Kein Problem – nutzen Sie eine Pinselspitze mit geringer Härte. Im Maskierungsmodus lassen sich also ohne komplizierte Filteranwendungen Auswahlen erzeugen, die mit Lasso und Co. unmöglich wären. Er ist auch perfekt geeignet, um fehlerhafte Stellen der KI­Auswahlen schnell auszubessern. Mit einem Doppelklick auf das »Maskierungsmodus«­Symbol in der Werkzeugleiste ändern Sie bei Bedarf die Farbüberlagerung (b).

Masken durch Dodge & Burn verbessern

Weist eine Maske graue Bereiche auf, erscheint das Bild an dieser Stelle transparent. Das ist nicht immer erwünscht. Mit »Abwedler« – im »Modus: Lichter« (a) – und »Nachbelichter« – im »Modus: Schatten« (b) – optimieren Sie solche Stellen, indem Sie das Grau aufhellen oder abdunkeln. Der gewählte Modus sorgt dafür, dass die Maskenkonturen erhalten bleiben. Alternativ können Sie auch den Pinsel im Malmodus »Ineinanderkopieren« einsetzen.

Lasso- und Schnellauswahlwerkzeuge

Als Nutzer älterer Photoshop­Versionen oder von Bildbearbeitungssoftware wie etwa Affinity Photo stehen Ihnen die KI­basierten Auswahlfunktionen nicht zur Verfügung. Das Auswählen mit dem »Schnellauswahl-Werkzeug« (a) (in Affinity Photo »Auswahlpinsel« genannt) dauert aber nur unwesentlich länger. Das Werkzeug versucht, Kontrastkanten zu erkennen. Größere Pinselspitzen wählen schnell aber ungenau aus, kleinere erlauben eine höhere Präzision. Nach wie vor unentbehrlich für die schnelle Auswahlkorrektur ist das »Lasso«, das beim automatischen Schließen gerade Auswahllinien erzeugt (b).Shift­ und Alt­Taste dienen zum Hinzufügen oder Abziehen von Bereichen.

Auswahlen und Masken durch Verwischen, Transformieren oder Verformen optimieren

Mitunter ist der Großteil einer Auswahl oder Maske perfekt und Sie müssen nur einen kleinen Bereich korrigieren, in dem der alte Hintergrund noch an einer Kante zu sehen ist. Solche Problemstellen beheben Sie quick­and­dirty mit dem »Wischfinger«: Schieben Sie die Maske einfach an die gewünschte Kanten­Position (a). Möchten Sie eine Auswahl anpassen, aktivieren Sie den Maskierungsmodus (»Q«) und nutzen Sie dann »Bearbeiten > Transformieren > Verformen« (b). Das funktioniert flüssiger als »Auswahl > Auswahl transformieren.«

DOCMA-Freistellen-Panel

Unsere in Zusammenarbeit mit Picture Instruments entwickelte Photoshop­Erweiterung »DOCMA Freistellen« beschleunigt den Zugriff auf Photoshops Freistell­Werkzeuge und führt durch den Maskierungsprozess. Mit nur einem Klick wird ein Motiv erkannt und maskiert. Hilfsebenen erzeugen und variieren Sie per Mausklick. Automatisch an die jeweilige Bildgröße angepasste Werkzeug­Vorgaben erleichtern das Optimieren von Masken sowie das Malen von Fell und Haaren. Ich kann Ihnen nur empfehlen, sich anhand meiner umfangreichen Videoanleitungen zum Panel einen eigenen Eindruck zu verschaffen.

Freistellen mit Füllmethoden

Schnellmontage bei Studiofotos

Falls Sie regelmäßig Fotomodelle fotografieren und sie vor einer neuen Szene platzieren, lohnt sich die Anschaffung einer grundlegenden Fotostudio­Ausstattung: eines Hintergrund­Systems. Damit sorgen Sie für eine homogene Fläche – die wichtigste Voraussetzung für einfaches und hochwertiges Freistellen. Blitz­ oder Dauerlicht­Technik ist nötig, um die Motivbeleuchtung an die spätere Montage anzupassen und die nötigen Schatten zu erzeugen. Auch für das Einstellen der Helligkeit des Hintergrunds ist Lichtequipment praktisch. Denn wenn das Studio neutralgrau bei mittlerer Helligkeit ist, gestaltet sich ein Hintergrundtausch mit Übernahme der Schatten denkbar einfach: Die neue Szene als Smartobjekt­Ebene einfügen, Füll methode auf »Ineinanderkopieren« ändern, das Model/Motiv per Maske aussparen. Dank der Füllmethode muss die Maske gar nicht hochpräzise sein.

Ebenen für mehr Details kombinieren

Soll eine Montage präziser als die oben gezeigte Schnellmontage sein, kombinieren Sie mehrere Ebenen mit Füllmethoden. Voraussetzung ist hier wiederum ein Foto des Hauptmotivs vor einem homogenen Hintergrund, das alle Details mit einem guten Kontrast abbildet. Erzeugen Sie per KI­Auswahl oder über »Auswählen und maskieren« eine Grundmaske. Diese wird kleinste Details meist verschlucken (a). Duplizieren Sie die Ebene, soften Sie die Maske der unteren Ebene leicht. Abhängig von der Helligkeit der Details (das sind meist Haare) und des Hintergrunds wählen Sie für die untere Ebene eine geeignete Füllmethode und passen gegebenenfalls ihre Helligkeit mit einer »Gradationskurve« an:

• Dunkle Details auf hellem Hintergrund: »Multiplizieren« (b)

• Helle Details auf dunklem Hintergrund: »Negativ multiplizieren«.

Transparenzen maskieren

Wasser, Glas und Co.

Für jede möglichst einfache und am besten gelungene Freistellung benötigen Sie ein passend fotografiertes oder ausgesuchtes (Stock­) Foto. Bei einem zufällig vor einem beliebigen Hintergrund fotografierten Bild eines Glases müssen Sie für eine glaubhafte Fotomontage sehr gut malen können. Mit einem gezielt aufgenommenen Foto, das die Konturen und die Reflexe der Glasoberfläche gut vor einem einheitlichen – dunklen, am besten schwarzen – Hintergrund zeigt, ist die Freistellung deutlich einfacher: Per Füllmethode »Negativ multiplizieren« blenden Sie die hellen Bildstellen ein und die dunklen aus. Manche Bildstellen werden durch den Ebenenmodus durchsichtig.

Sollen diese deckend bleiben, duplizieren Sie die Motivebene, ändern den Ebenenmodus auf »Normal«, fügen eine schwarze Maske hinzu und malen den Effekt an passender Stelle ein. Oder Sie nutzen dafür »Mischen, wenn« im Ebenenstil­Dialog.

Durchsichtige Stoffe

Das Freistell­Ein­mal­Eins verspricht auch hier nur professionelle Ergebnisse bei einem homogenen Hintergrund und einem guten Kontrast zwischen Motiv und Hintergrund. In der Regel reicht beim Erfüllen dieser Voraussetzung ein Übermalen der kritischen Bereiche mit dem »Kante-verbessern-Pinselwerkzeug« für gute Ergebnisse aus.

Bei komplizierteren Hintergründen oder geringem Kontrast muss man zwangsläufig auf das angepasste Kombinieren mehrerer Ebenen mit Füllmethoden oder einfach mit geringer Deckkraft gemalte Masken zurückgreifen.

Falls beim Malen Schärfe und Details verloren gehen, kann man die Strukturen mitunter durch Überlagern eines mit dem »Hochpass«­Filter bearbeiteten Duplikats der Originalebene im Modus »Ineinanderkopieren« zurückholen.

Sonstige wichtige Freistelltechniken

Mehr Präzision mit dem Zeichenstift

Bei klaren Objektkanten erhalten Sie die genaueste Auswahl mit dem »Zeichenstift«-Werkzeug. Ob der Hintergrund unruhig ist oder nicht, spielt hier keine Rolle, da Sie die Freistellkonturen selbst Punkt für Punkt festlegen. Durch Klicken und Ziehen erzeugen Sie Kurven-Punkte und können so – anders als mit dem »Polygon-Lasso« – exakt geschwungenen Konturen folgen. Für eine Pfad-Vorschau aktivieren Sie die Option »Gummiband«. Haben Sie einen Punkt erzeugt und halten die Maustaste gedrückt, können Sie den Punkt durch zusätzliches Drücken der Leertaste frei verschieben. Dadurch minimieren Sie nachträglich erforderliche Korrekturen mit dem »Direktauswahl-Werkzeug« (temporär bei aktivem »Zeichenstift« aktivierbar durch Halten der Strg/Cmd-Taste). Mit »Strg/Cmd-Enter« wandeln Sie den Pfad in eine Auswahl um, die Sie für eine Fotomontage immer leicht soften sollten, da die Kanten sonst zu hart wirken.

Chromakey

Blue- oder Green-Screen-Verfahren werden für Videoproduktionen gern für die Maskierung von Personen eingesetzt, da Blau und Grün nicht in der Hautfarbe vorkommen. Im Prinzip ist auch bei Studiofotos mit »Auswahl > Farbbereich« (a) und anschließender Kantenverbesserung in »Auswählen und maskieren« schnell eine Maske erzeugt. Für Standaufnahmen sind farbige Hintergründe jedoch suboptimal.

Zum einen ist die Auflösung viel höher als die bei Videos genutzten HD- oder 4K-Formate. Dementsprechend genauer müssen Sie Verfärbungen in den Haaren oder einen etwaigen Farbschein auf intransparenten Oberflächen entfernen, wobei die entsprechende Option in »Auswählen und maskieren« wenig hilfreich ist. Übermalen Sie diese Stellen lieber auf einer Ebene im Modus »Farbe« (b). Mit einem Studiofoto vor einem neutralen Hintergrund kommen Sie jedoch meist schneller zu einem hochwertigen Freistellergebnis.

Säume reduzieren

Bei Verwendung von »Schnellauswahl- Werkzeug« oder KI-basierten Auswahlverfahren verbleiben an Objektkanten mitunter helle oder dunkle Säume. In » Auswählen und maskieren« lassen sich diese mit dem Regler »Kante verschieben« reduzieren.

Feiner steuern Sie die Kantenverschiebung aber mit den Filtern »Dunkle Bereiche vergrößern« und »Helle Bereiche vergrößern«, die Sie unter »Filter > Sonstige Filter« finden. Wählen Sie »Erhalten: Rundheit«, können Sie Kanten mit Radien bis auf eine Nachkommastelle verschieben.

Fell malen

Mit dynamischen Pinselspitzen ist das Freistellen von Haustieren mit kurzem oder wuscheligem Fell schnell erledigt. Solche Pinselspitzen finden Sie kostenlos im Internet; die hier verwendeten von Dave Nagel können Sie unter www.docma.info/22284 herunterladen.

Zwei Vorgehensweisen sind möglich: Entweder malen Sie mit diesen Pinselspitzen in einer Ebenenmaske entlang der Tierkonturen mit weißer Farbe, oder Sie stellen das Tier zunächst grob frei und malen auf einer leeren Ebene darunter Fell dort ein, wo die automatische Maskierung nicht gelang.

Haare malen

Gerade bei einem unruhigem Hintergrund ist das Freistellen von Haaren auch für Künstliche Intelligenzen und fortgeschrittene Anwender selbst mit aufwendigen kontrastbasierten Freistelltechniken eine Herausforderung. Schneller kommen Sie in solchen Fällen zu einem guten Ergebnis, wenn Sie die Haare einfach neu malen, statt zu versuchen, jedes originale Härchen eines Fotos zu retten. Nutzen Sie dafür eine runde Pinselspitze mit einer Größe, die dem Haardurchmesser entspricht, und malen Sie bei reduzierter Deckkraft. Ein Grafiktablett ist dabei eine große Hilfe.