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DIE 30 BESTEN FILME DES JAHRES


video - epaper ⋅ Ausgabe 1/2019 vom 07.12.2018

Wenn ein Jahr zu Ende geht, fällt unser Blick nicht nur zurück auf die besten TVs, Player und Lautsprecher, sondern natürlich auch auf die Filme, die jedes Heimkino ja erst mit Leben füllen. Unsere drei Redakteure der Filmstrecke haben die 30 besten Heimkinoveröffentlichungen des Jahres 2018 für Sie zusammengetragen.


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Bildquelle: video, Ausgabe 1/2019

Von Monat zu Monat erreichen uns in dervideo Redaktion zahlreiche neue Blu-ray Discs, die allesamt gesichtet, auf Bild- und Tonqualität getestet und schließlich bewertet werden wollen. In die finale Ausgabe des Magazins schaffen es dann freilich stets nur die spannendsten Titel. Bereits ...

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Von Monat zu Monat erreichen uns in dervideo Redaktion zahlreiche neue Blu-ray Discs, die allesamt gesichtet, auf Bild- und Tonqualität getestet und schließlich bewertet werden wollen. In die finale Ausgabe des Magazins schaffen es dann freilich stets nur die spannendsten Titel. Bereits diese Auswahl zu treffen fällt durchaus nicht immer leicht – etwa dann, wenn wie in diesem Monat nicht nur mehrere namhafte Blockbuster wie „Skyscraper“ mit Dwayne „The Rock“ Johnson oder der nächste Marvel-Hit „Ant Man And The Wasp“ ihre Heimkinopremiere feiern, sondern auch noch großartige Klassiker wie Stanley Kubricks „2001“ oder Mel Gibsons „Braveheart“ auf UHD Blu-ray erscheinen. Natürlich finden Sie diese Titel wie immer an gewohnter Stelle (ab Seite 84). Für unser Heft im Dezember wollten wir uns die Sache aber noch einmal eine Nummer schwieriger machen. Denn neben den Toptiteln im Dezember, haben wir für Sie aus Hunderten von Discs dieses Mal auch noch die Heimkinohighlights der vergangenen Monate zusammengetragen. Zur Wahl standen für unsere drei Filmredaktuere dabei alle Heimkinoveröffentlichungen des Jahres 2018. Weitere Einschränkungen gab es nicht. Egal also, ob ein Titel auf Disc oder nur als Stream verfügbar war, ob er durch sein herausragendes Bild, durch phänomenalen Sound oder durch eine großartige Geschichte in Erinnerung blieb – die einzige Voraussetzung: Richtig gut musste er sein. Jeder unserer drei Redakteure erstellte so seine Liste, der seiner Meinung nach 30 besten Filme. Dabei erhielt jeder erste Platz 30 Punkte, jeder zweite 29, jeder dritte 28, usw. Mit einiger Spannung auf das Ergebnis und mehreren wachsamen Augen, die sicherstellten, dass bei der Auszählung nichts schief lief, werteten wir daraufhin jene drei Listen aus und präsentieren Ihnen nun auf den folgenden Seiten die Ergebnisse.

1. PLATZ

HEREDITARY

Schon als wir in der letztenvideo Ausgabe nicht gerade sparsam mit unserem Lob für „Hereditary“ umgingen, konnte man wohl erahnen, dass uns dieser Film nicht so schnell loslassen würde. Und tatsächlich: Auch Wochen später hat dieser bis ins kleinste Detail so kunstvoll wie kompromisslos ausgearbeitete Film rein gar nichts von seiner enormen durch Mark und Bein dringenden Kraft verloren.

Dabei erscheint die Familie, die Regiedebütant Ari Aster in seinem gut zweistündigen Horrordrama ins Feld führt, zunächst alles andere als außergewöhnlich oder besonders anfällig für das ihr entgegengebrachte Leid. So wirkt es etwa zu Beginn, als fühle Annie (Toni Collette) nach dem Tod ihrer bereits länger erkrankten Mutter kaum etwas. Fast emotionslos, ja wenn überhaupt mit einer Spur von Ärger schildert sie auf der Trauerfeier der Verstorbenen deren eigenwilliges Leben und ihre ungewöhnlichen Marotten. Auch Annies Mann Steve und ihren Sohn Peter stürzt das Ableben der Schwieger- bzw. Großmutter alles andere als in tiefe Depressionen. Einzig die kleine Charlie, die von der jungen Milly Shapiro von Beginn an wunderbar abseitig dargestellt wird, benimmt sich eigenartig und weckt früh ein Gefühl des Unbehagens.

Dass der Tod von Annies Mutter jedoch schon bald eine Ereigniskette in Gang setzt, die diese scheinbar so gewöhnliche Familie innerhalb kurzer Zeit in tiefstes Leid und finstersten Schrecken stürzen wird, ahnt man als Zuschauer dabei noch nicht. Erst als die einzelnen Teile des Schicksals nach und nach auf immer furchtbarere Weise ineinander greifen, wird verständlich, wie unausweichlich der Ausgang dieser Erzählung von der ersten Sekunde an war.

Während in weniger gelungenen Filmen der große Twist zum Ende gerne mal wie nachträglich dazugedichtet wirkt und nur selten wirklich aus der Story hervorgeht, schafft es „Hereditary“, alle wichtigen Plot-Bausteine schon in den ersten Minuten vor dem Zuschauer auszubreiten, den Betrachter jedoch noch lange über ihre tatsächliche Bedeutung im Unklaren zu lassen. Es ist bemerkenswert, wie durchdacht Asters Erstlingswerk dabei vorgeht und vor allem, mit welchem handwerklichen Geschick der sich sukzessiv steigernde Schrecken hier inszeniert ist.

„Hereditary“ ist ein Film der Schrecken erzeugt, ohne bekannte Horror-Pfade weiter auszutreten, ein Film, der technisch und handwerklich brilliert, dabei innovativ, aber nicht verkopft ist und zudem einen grandios aufspielenden Cast bietet. Vor allem aber ist er ein Film, der all diese Einzelteile unglaublich kunstvoll zu verbinden vermag und dadurch für ein Erlebnis sorgt, das auch nach dem ersten Sehen noch sehr lange nachhallt. Genau deshalb ist „Hereditary“ unser Film des Jahres.

KONSTANTIN GRASSL
stört sich bei Horrorfilmen mitunter gerne mal an leicht vorhersehbaren Handlungen, wurde bei „Hereditary“ jedoch mit einem Meisterwerk des Genres und seinem Film des Jahres belohnt.

2. PLATZ: I, TONYA

Nach den olympischen Winterspielen 1994 wurde die Eiskunstläuferin Tonya Harding weltberühmt, als ihre Verstrickungen in den gewaltsamen Angriff auf ihre Konkurrentin Nancy Kerrigan publik wurden. „I, Tonya“ zeichnet das Leben einer der schillerndsten Profisportlerinnen der Geschichte nach. Regisseur Mike Gillespie arbeitet sich dabei aber nicht einfach träge an ein paar wichtigen Momenten Hardings ab, sondern entwirft stattdessen einen gleichermaßen beeindruckenden wie grotesken Film irgendwo zwischen Biopic und absurder Gangsterkomödie. Während die junge Tonya dabei von Beginn an keineswegs als feingeistige Intellektuelle eingeführt wird, wirkt sie vor der Parade an männlichen Vollidioten, die sich schon bald daranmacht ihr Leben vollständig gegen die Wand zu fahren, mitunter wie ein Schiff, das in dem Meer aus Wahnsinn, das sie umgibt, eigentlich nur kentern kann. Gekonnt hält der Film dabei die Balance zwischen absurder Komik und nachvollziehbarer Dramatik. Immer dann, wenn man nämlich meint, „I, Tonya“ könnte Gefahr laufen ins Lächerliche zu gleiten, offenbart gerade das Spiel von Margot Robbie, wie viel Tragik gleichfalls auch in dieser Figur der getriebenen und ausgenutzten Sportlerin liegt. Wähnt man sich jedoch auch nur für ein paar Sekunden auf dem Pfad eines klassischen Dramas, zaubert Gillespie auch schon den nächsten hirnverbrannten Schwachkopf aus dem Hut, der garantiert mit einer weiteren grandiosen Schnapsidee dafür sorgen wird, dass Tonya es sich in den kurzen Momenten des Glücks nie allzu behaglich machen kann. „I, Tonya“ ist der klassische Fall einer Geschichte, die so skurril ist, dass man sie im Leben nicht glauben würde, wäre sie nicht tatsächlich so passiert. Mit einem herausragendem Cast und wunderbarem Feingefühl für all seine verschrobenen Figuren und deren absurde Handlungen ist dieser Film eines der absoluten Highlights des Jahres und unser Platz 2.

4. PLATZ: DEADPOOL 2

Während die Comicverfilmungen des Marvel Cinematic Universe zum Besten gehören, das Hollywood derzeit zu bieten hat, ist es um die Superhelden-Filme anderer Studios weniger gut bestellt.

So hat sich zum Beispiel Twentieth Century Fox bei seiner einst so gelungenen „X-Men“-Reihe durch Prequel-Geschichten mit verwirrenden Zeitreisen und jüngeren Schauspielern inzwischen in eine erzählerische Sackgasse manövriert, aus der wohl auch der für 2019 angekündigte „Dark Phoenix“ keinen Ausweg finden wird. Einziger Lichtblick im Fox-Comic-Portfolio ist Deadpool: Da der Antiheld mit dem losen Mundwerk gemäß seiner gezeichneten Vorlage auch im Kino die vierte Wand durchbrechen und das Publikum direkt ansprechen darf, haben die Drehbuch-Autoren genügend Freiheiten, alle Unzulänglichkeiten, Widersprüche und sonstigen Defizite der Filmwelt charmant zu kommentieren und somit jederzeit ironisch zu brechen. Das und die Tatsache, dass man eine hohe Altersbeschränkung in Kauf nahm, um sich auf ein erwachsenes Publikum zu konzentrieren, machte den ersten „Deadpool“-Teil zum erfrischend anderen Genrevertreter, der zu Recht äußerst erfolgreich war.

„Deadpool 2“ setzt all dies konsequent fort und legt in jeglicher Hinsicht eine Schippe drauf. Das macht den vermeintlichen Außenseiter des X-Men-Universums nicht nur zu einer starken Fortsetzung, sondern insgesamt zu einem der unterhaltsamsten Filme des Jahres 2019.

Inszeniert von Actionspezialist David Leitch („Atomic Blonde“) gibt’s mehr Gags und mehr Gewalt, aber durchaus auch mehr inhaltliche Substanz. Genau darin liegt die besondere Stärke des zweiten „Deadpool“-Films: Trotz Blödelei, absurd überdrehter Action und ständiger Verweigerung des Hauptcharakters, auch nur irgendetwas ernstzunehmen, hat die Geschichte, die eine spannende moralische Frage stellt, überraschend viel Tiefsinn und reichlich Herz.

3. PLATZ: INFINITY WAR

Selbst Zuschauer, die den dritten „Avengers“-Film nur als gewöhnlichen Sommerblockbuster betrachten, wie sie Hollywood seit Jahrzehnten regelmäßig in die Kinos bringt, müssen anerkennen, dass das Superhelden-Spektakel in seinem Genre neue Maßstäbe setzt. Schließlich wartet die Produktion mit einem bis dato nie dagewesenen Ensemble von Superstars auf (was sowohl die fiktiven Charaktere als auch ihre Darsteller meint) und erzählt seine gigantische Geschichte einer epischen Schlacht um das Schicksal des Universums mit ungewohnter Konsequenz.

Dies gipfelt in einem für einen Mainstream-Titel äußerst mutigen Finale, wie es Kinofans wohl seit „Das Imperium schlägt zurück“ nicht mehr erlebt haben. Dazu gibt’s Spezialeffekte auf Top-Niveau und einen mehr als passenden Soundtrack, der bombastische Szenen ebenso treffend untermalt wie nachdenkliche Momente.

So weit, so normal, denn all das sollte man von einer Multi-Millionen-Dollar-Produktion aus dem Hause Disney heutzutage genau so erwarten dürfen. Dass Superheldenfilme mehr als stumpfsinnige Action zu bieten haben, ist dem breiten Publikum ohnehin spätestens seit „The Dark Knight“ bestens bekannt.

Was „Avengers: Infinity War“ allerdings weit über das normale Level gelungenen Popcorn-Kinos hinaushebt und zu einem der absoluten Top-Filme des Jahres 2018 macht, ist seine Vorgeschichte.

Als neunzehnter Film des zusammenhängend erzählten Marvel Cinematic Universe (MCU) ist das dritte Teamup der Avengers nicht einfach nur das nächste Kapitel einer endlosen Reihe von Comic-Verfilmungen. Das hier ist nicht James-Bond-Film Nr. 17, bei dem vollkommen egal ist, was zuvor passierte und was darauf folgen wird. Vielmehr gibt’s eine Art echtes Staffelfinale, das nur Kenner der bisherigen Folgen richtig wertschätzen können, und das die bisherigen Episoden rückwirkend noch einmal erhöht. Cliffhanger inklusive.

Beeindruckend ist dabei nicht nur, wie durchdacht die große Storyline des MCU von Beginn an auf- und ausgebaut wurde, sondern vor allem, wie viel Geduld das Studio an den Tag legte. Statt mit Blick auf schnellen Kommerz einen vermeintlichen Höhepunkt bereits nach zwei oder drei Filmen zu provozieren, wie es zum Beispiel Konkurrent DC/Warner mit „Justice League“ tat (und damit kolossal scheiterte), wurde seitens Marvel ein regelrechter Masterplan entwickelt, der stets genügend Zeit fürs Ausmalen der Entwicklungen im Hintergrund und wichtiger Nebenfiguren vorsah. Das Ergebnis ist ein modernes Meisterwerk, das nicht nur in Sachen Wirkung seinesgleichen sucht.

Wie bei einer guten Fernsehserie stellt „Infinity War“ den vorläufigen Höhepunkt einer sorgfältig aufgebauten Erzählung dar und trifft Fans, die seit „Iron Man“ im Jahr 2008 dabei sind, dadurch mit voller Wucht. Alle Charaktere bekommen den nötigen Raum, um sich sinnvoll in die Geschichte einzubringen. Dabei hallt jedes in den Vorgängerfilmen erzählte Schicksal in den neuen Szenen nach. So erlebt der Zuschauer keine simple Nummernrevue der Superstars, die schnell wieder vergessen ist, sondern taucht ein in eine stimmige Welt, die sich echt anfühlt – und deren Bedrohung und Katastrophen am Ende wirklich wehtun.

STEVE BUCHTA
ist schon seit Jahren Fan des Marvel Universums. Für Ihn ist „Infinity War“ der bisherige Höhepunkt des MCU und sein Film des Jahres.


5. PLATZ: BRAWL IN CELL BLOCK 99

Ex-Boxer Bradley Thomas lebt von Gelegenheitsjobs. Also versucht er noch einmal einen Neustart als Drogenkurier, um sich und seine Frau durchzubringen. Doch es kommt, wie es kommen muss: Ein Job geht schief, und er landet für sieben Jahre im Knast. Als ihn dort ein Fremder besucht und ihm offenbart, dass man seine schwangere Frau entführt habe, deren ungeborenem Kind man Gliedmaßen entfernen würde, wenn er nicht einen bestimmten Mann in einem bestimmten Hochsicherheitstrakt umbringen würde, weckt der Unbekannte eine unaufhaltsame und brutale Maschine in Bradley … Man reibt sich einige Male die Augen, wenn man in dem glatzköpfigen und mit durchweg ernster Miene spielenden Vince Vaughn eben jenen Darsteller erkennen möchte, der ansonsten an der Seite von Ben Stiller oder Owen Wilson für (albernen) Humor sorgt. Gerade deshalb ist es aber so faszinierend, diesem Brocken von Mann dabei zuzusehen, wie er sich mit Urgewalt und Brutalität eine Schneise durch diejenigen pflügt, die sich ihm in den Weg stellen. „Brawl in Cell Block 99“ vom Regisseur des ebenso ungewöhnlichen Splatter-Western „Bone Tomahawk“ ist gegen jede Sehgewohnheit gefilmt. Zwei Stunden dauert der Film, der als Drogenthriller beginnt und als blutiges Rachedrama endet. Dabei gelingen dem Film allerdings derart intensive Momente, dass es einem kalt den Rücken runter läuft. Beispielsweise die äußerst authentische Schilderung von Bradleys erster Nacht im Knast.

Dass „Brawl“ seine Hauptfigur bis zum Ende cool und stoisch agieren lässt, trägt noch weiter zur kühlen und unangenehmen Atmosphäre bei. Und weil die Gewaltdarstellung am Ende so roh und eben nicht selbstzweckhaft ist, ist es auch zu verschmerzen, dass in die 18er-Fassung nicht alle Einzelheiten gelangten, denn auch so liegt „Brawl“ schwer genug im Magen.

6. PLATZ: THREE BILLBOARDS

Drei Sätze lässt Mildred Hayes auf die alten, brüchigen Werbetafeln außerhalb ihrer Stadt entlang einer kaum genutzten Straße schreiben. Drei Sätze, die anprangern, dass die örtliche Polizei im Falle ihrer vergewaltigten und ermordeten Tochter immer noch nichts unternommen hat. Drei Sätze, die einige der Polizisten in Weißglut versetzen und das ganze Dorf spalten werden. Aber nicht nur das Dorf. Auch Mildreds Ex-Mann und ihr Sohn würden lieber gerne mit dem Thema abschließen …

Wenn Frances McDormand und Sam Rockwell in einem Film mitspielen, ist bereits Aufhorchen angesagt. Wenn sie dann noch (vollkommen zu Recht) jeweils einen Oscar für ihre Leistung erhalten, gerät der Film zur Pflicht.

Regisseur Martin McDonagh gab offen zu, dass er aufgeschmissen gewesen wäre (seine Worten waren noch härter), wenn McDormand nicht zugesagt hätte. Ihre Mildred verfolgt scheinbar eiskalt ihre Mission. Mit einem (ungeschminkten) Gesicht, in dem sich Verbitterung, Trauer und Wut spiegeln, nimmt sie den Zuschauer mit auf eine Reise, die so schmerzvoll, so unmittelbar und teils so schockierend ist, dass man die zwei Stunden des Films kaum vergessen kann. Schon die in Echtzeit gefilmte Sequenz, in der Rockwell als rassistischer Cop den „Werbefuzzi“ von gegenüber fast zu Brei schlägt, wird in die Kinogeschichte eingehen.

Dabei begeht McDonagh nie den Fehler, seine Figuren einseitig und klischeehaft zu zeichnen. Jeder hat sein Päckchen zu tragen – bis hin zum Sheriff (großartig: Woody Harrelson), dessen vermeintliche Inaktivität die Geschichte erst auslöst. „Three Billboards Outside Ebbing Missouri“ ist ganz großes Kino und eines der absoluten Highlights der vergangenen Jahres.

7. PLATZ: FEINDE

Die Geschichte des amerikanischsten aller Filmgenres, des Western, ist lang und bewegt. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam mit „Der große Eisenbahnraub“ einer der ersten großen Western ins Kino. Also zu einer Zeit, da die Ära der Cowboys noch gar nicht so weit zurücklag. Die Hochphase hatte das Genre aber sicher in den 50ern und anfänglichen 60ern mit Filmemachern wie John Ford und William Wyler, bevor Regisseur Sam Peckinpah mit seinen düsteren Spätwestern ab Ende der 60er dann den Abgesang auf das Genre zelebrierte und in ultrablutigen Bildern auf Zelluloid bannte. Nur vereinzelt blickte während der 80er mal ein Genrefilm das Licht der Kinos, bis Kevin Costner 1990 mit dem Wolf tanzte.

Es folgten Beiträge wie „Erbarmungslos“ von Clint Eastwood, „Open Range“ oder „Todeszug nach Yuma“, für die man auch den Begriff des Neo-Western erschuf. Bleiben wir für einen Moment bei „Todeszug nach Yuma“: Das von James Mangold inszenierte Remake von „Zähl bis drei und bete“ zeigte erstmalig Christian Bale in einem Western.

Als Veteran der Unionsarmee droht er seine Farm zu verlieren. Also nimmt er einen gut bezahlten Job an, einen festgenommenen Gesetzlosen in eine andere Stadt zu geleiten. Auf dem gefährlichen Weg nach Yuma lernen sich die beiden Männer nach und nach zu respektieren.

Wir wechseln ins Jahr 2018. Zehn Jahre nach „Yuma“ sehen wir Christian Bale erneut in einem Film des Genres. In „Feinde – Hostiles“ ist er der kurz vor der Pension stehende US-Army-Captain Joseph Blocker. Man beauftragt ihn damit, den inhaftierten und krebskranken Cheyenne-Häuptling Yellow Hawk zu dessen Stamm zu geleiten. Der Hass zwischen beiden, die für zahlreiche Tote auf der jeweils anderen Seite verantwortlich sind, ist zumindest bei Blocker offensichtlich. Doch die gefährliche Reise mit Überfällen von brutalen Komantschen lässt den gegenseitigen Respekt wachsen.

Die Storys von „Yuma“ und „Feinde“ scheinen sich zu ähneln – und doch stehen beide Werke für sich. War Mangolds 2007er Film schon großartig, ist „Feinde – Hostiles“ schlicht sensationell. Wer wirklich dachte, man könne 2018 keine Western mehr produzieren, weil die Geschichten auserzählt sind, sieht sich getäuscht. Was Regisseur Scott Cooper an Emotionalität, an historischer Auseinandersetzung mit der Vergangenheit des Landes und an Dramatik packt, fesselt selbst gestandene Ablehner des Genres.

Basierend auf seinem eigenen Drehbuch nutzt er die Geschichte um Vorurteile, Hass und Vergebung, um gleichzeitig mit der US-Vergangenheitund Gegenwart abzurechnen. Denn man muss kein großer Analyst sein, um die Analogie zwischen der Situation, in der sich die indigene Bevölkerung mit den „zugereisten“ Weißen im 19. Jahrhundert befand, mit jenem Spalt und neu aufkeimendem Rassismus zu vergleichen, der sich durch das heutige Amerika zieht.

Ein schmerzvoller Film ist „Feinde“ geworden. Einer, der seine teils elegischen Bilder mit eben solchen Dialogen füllt. Letztere sind zudem um der Authentizität willen teils in Cheyenne-Sprache gehalten. Der Respekt, den man nach und nach voreinander gewinnt, wird auch über die Kommunikation deutlich. Gleichzeitig hat man eine kongeniale Filmmusik erschaffen, die teils bleischwer über den Bildern liegt, teils unheilvoll im Hintergrund bleibt – gänsehauterregend.

Und dann sind da noch die Darsteller. Mit Walross-Schnauzbart, durch den ihm die Dialoge mehr rausgenuschelt entfahren, blickt Christian Bale dauerhaft grimmig drein und trägt die Schwere eines Mannes auf den Schultern, der kurz vor seinem Ruhestand eigentlich nichts mehr zu verlieren hat. Ein Mann, der Gewalt gesehen und ausgeübt hat. Ein Mann, dessen Verbitterung in jeder Szene zu spüren ist.

Bale macht das schlicht sensationell, und sein Zusammenspiel mit einer extrem emotional aufspielenden Rosamund Pike („Gone Girl“, „Jack Reacher“) raubt einem bisweilen den Atem.

Ohne Zweifel ein Meisterwerk des Genres, das auf der UHD auch noch mit fantastisch kontrastreichen Bildern und äußerst dyanmischem Sound belohnt.

TIMO WOLTERS
wirft einen Blick zurück auf die Geschichte des Westerns und stellt fest, dass „Feinde“ hier selbst vor namenhafter Konkurrenz bestehen kann. Sein Film des Jahres.


8. PLATZ: READY PLAYER ONE

Eine der wichtigsten Erkenntnisse des Kinojahres 2018 lautet: Auch mit über 70 Jahren hat es Regisseur Steven Spielberg noch drauf. Egal, welchen Genres sich der Altmeister annimmt, stets liefert Spielberg Filme ab, die mindestens sehenswert sind, oftmals sogar mehr als das.

Im Falle seiner Adaption des Bestsellers von Ernest Cline hängt es letztlich ein wenig vom Zuschauer ab, wie gut der Spielberg-Film ankommt. Wer eine romangetreue Verfilmung erwartet, die alle Stationen der Virtual-Reality-Geschichte unverändert abarbeitet, dürfte einige Probleme mit dieser Interpretation haben. Wer sich darauf einlassen kann, dass der Filmemacher aus der Buchvorlage lediglich die Essenz der Geschichte herauskristallisiert und kongenial in ein anderes Medium übertragen hat (wie einst schon bei „Jurassic Park“), der hat mit dem neuesten Werk der lebenden Legende seine helle Freude.

Doch egal, wie man zur Werktreue von Literaturverfilmungen steht, die handwerkliche Finesse, die Spielberg bei der gesamten Umsetzung an den Tag legt, kann niemand leugnen. Liebe zum Detail und kreative Einfälle stecken hier wirklich in jeder Szene. Das beginnt mit dem wohl bombastischsten Autorennen, das man je in einem Film gesehen hat, führt sich fort in einer großartigen Liebeserklärung an das Genie Stanley Kubrick und zeigt sich in den zahllosen Anspielungen und Verweisen auf bekannte Franchises, Filmklassiker und sonstige Perlen der Popkultur. Unterstützt wird dies von einem fabelhaften Soundtrack von Alan Silvestri, der sich musikalisch selbst zitieren darf. So ist Spielberg mit „Ready Player One“ in Story und Inszenierung nicht nur eine große Hommage an die 80er- und 90er-Jahre gelungen, sondern eine kluge Abhandlung über die gesamte Unterhaltungsindustrie.

9. PLATZ: AUSLÖSCHUNG

Ex-Soldatin Lena vermisst ihren Ehemann. Kane war auf eine geheime Forschungsmission aufgebrochen und verschwand. Nun, ein Jahr später, taucht er wieder auf und ist vollkommen verändert. Als er zu Hause zusammenbricht, werden beide in eine Einrichtung namens „Area X“ gebracht. Dort hatte ein nicht spezifizierbares Ereignis vor 30 Jahren die Gegend unbewohnbar gemacht. Unter dem sogenannten „Schimmer“ hat sich die Natur das Areal zurück erobert. Um zu erfahren, was sich dort befindet und warum Kane von dort verändert zurückkam, leitet Lena eine eigene Expedition – und stößt auf Unvorstellbares …

Streaming-Dienst Netflix produziert nicht nur eigene Serien, sondern beteiligt sich immer mehr auch an Filmen, die dort dann (oft) exklusiv laufen. „Auslöschung“ war den eigentlich vorgesehehen Studios zu schwere Kost, weshalb Netflix übernahm. Und wahrlich: Das philosophische Sci-Fi-Drama ist alles andere als ein leichter Unterhaltungsfilm. Der Zuschauer wird mit existenziellen Fragen konfrontiert und schaut einem (ausschließlich weiblichen) Ensemble zu. Mit Einflüssen des Öko- und Body-Horror angereichert, baut „Auslöschung“ eine düstere, oftmals hypnotische Atmosphäre auf. Dazu gesellt sich ein ruhiger, fast meditativer Score und Dialoge, die oft eher geflüstert als gesprochen sind. Selbst wenn hier ab und an geschossen wird, so sollte man bis zu einem Finale, das vielleicht so richtig gar nicht verstanden werden will, auf keinen Fall einen rasanten SciFi-Streifen erwarten.

Dabei gibt es unter der Oberfläche des Films so viel zu entdecken – und damit ist nicht nur Natalie Portman gemeint, die mit einer ihrer konzentriertesten und gleichzeitig selbstbewusstesten Rollen auch den letzten Kritiker überzeugt.

10. PLATZ: A QUIET PLACE

Auf den ersten Blick scheint es paradox, dass ausgerechnet ein Film, der nur mit einer Handvoll an Dialogen auskommt und insgesamt viel mehr durch die Abwesenheit von Geräuschen, als durch einen enormen Klangteppich besticht, uns dieses Jahr die Blu-ray mit dem besten Sound im Heimkino bescherte. Genau das gelang dem weitestgehend kammerspielartig angelegten Horrorthriller „A quiete Place“ jedoch auf fulminante Weise. Die Geschichte, die Hauptdarsteller und Regissuer John Krasinski dabei in seinem Monsterfilm erzählt, wirkt zunächst allerdings alles andere als besonders innovativ.

Eine Schar von Aliens hat die Erde überrannt und die Weltbevölkerung innerhalb von wenigen Monaten auf einen Bruchteil dezimiert. Die wenigen Überlebenden kämpfen nun in ihren letzten Zufluchtsorten um ihre Existenz. So weit so vertraut, wäre da nicht dieser kleine aber entscheidende Twist: Die ebenso flinken wie blutrünstigen Monster orientieren sich in ihrer Umgebung nicht visuell, sondern reagieren bereits auf die kleinsten Geräusche, um ihre Beute zu lokalisieren und schlussendlich gnadenlos auszuschalten. Durch diese clevere Prämisse schafft „A Quiet Place“ etwas, woran allzu viele Thriller und Horrorfilme nur zu gerne scheitern: Nämlich eine konstante Atmosphäre der Bedrohlichkeit heraufzubeschwören. Hier liegt bereits in jedem knarzenden Dielenbrett, jeder tickenden Uhr, jedem nur gerüngfügig zu lautem Räuspern ein enormes Maß an Suspense. Dass diese Momente der Dramtik derart gut fuktionieren, liegt neben dem starken Cast besonders an der hervorragenden technischen Umsetzung des Tons. Womit wir wieder beim Anfang wären.

Jeder kleinste Ton, jedes Ächzen, jeder Windhauch, ist hier derart präzise und in einer derart hohen klanglichen Qualität umgesetzt, wie man es sich von einer 3D-Soundspur nur wünschen kann. Dabei erschlägt der Film seinen Zuschauer (und Zuhörer) nie mit Effeken, sondern hat ein großartiges Gespür für das Zusammenspiel von Stille und brachialen Ausbrüchen. Man hat schon von manchen Filmen gesagt, dass jedes Bild in ihnen einem Gemälde ähnelt.

Der Anspruch von „A Quiet Place“ ist nicht weniger, als aus dem Zusammenspiel selbst der leisesten Töne dieses Films eine klangliche Komposition zu machen. Das Ergebnis ist Sounddesign at it’s best und ein Hörerlebnis, das sich kein Heimkinofan entgehen lassen sollte. So ist „A Quite Place“ ein großartiger Monster-Thriller, der durch seine kluge Grundidee, vor allem aber durch seinen brillanten Sound für atemlose 90 Minuten Spanung sorgt.

11. PLATZ: BLACK PAN THER

Nach dem epischen Einschnitt, den „Avengers: Infinity War“ in diesem Jahr darstellte, erscheint „Black Panther“ inzwischen unendlich lange zurückliegend. Doch auch dieser Marvel-Titel kam tatsächlich erst 2018 in die Kinos und Heimkinos. Inhaltlich knüpft der Film unmittelbar an die Ereignisse aus „The First Avenger: Civil War“ an, in dem der schwarze Superheld Black Panther seinen ersten Auftritt hatte. Prinz T’Challa (Chadwick Boseman) aus dem fiktiven afrikanischen Staat Wakanda soll die Thronfolge in seinem Heimatland antreten, sieht sich dabei jedoch mit einem unerwarteten Widersacher konfrontiert. Keine riesige Geschichte, kein allzu namhafter Titelheld, kein Superstar in der Hauptrolle; einmal mehr ging Marvel volles Risiko – und wurde belohnt: Obwohl Black Panther nicht gerade zu den bekanntesten Comic-Charakteren gehört, übertraf das weltweite Einspielergebnis alle Erwartungen und viele vorangegangene Superheldenfilme.

Allein dieses deutliche Signal des Publikums an die großen Filmstudios, sich bei Blockbuster-Produktionen noch viel stärker der Diversität zu verschreiben, macht „Black Panther“ zu einem der wichtigsten Filme des Jahres. Doch die Relevanz des Titels beschränkt sich nicht auf die fast vollständig afroamerikanische Besetzung. Ungeachtet der Hautfarbe aller Figuren ist die Geschichte um den Kampf zwischen Tradition und Moderne, Weltoffenheit und Abschottung sowie Integration und Ausgrenzung von enormer Relevanz – nicht nur im aktuellen politischen Klima der USA. Die popkulturelle und gesellschaftliche Bedeutung dieser Comic-Verfilmung dürfte daher noch lange ein Thema sein. Oscar-Nominierung nicht ausgeschlossen.

Denn auch handwerklich gibt sich der Film von „Creed“-Regisseur Ryan Coogler fast keine Blöße, ganz so, wie man es von den Produktionen der Marvel Studios derzeit gewöhnt ist. Lediglich der Umstand, dass computeranimierte Szenarien teils zu deutlich als solche zu erkennen sind, fällt etwas negativ auf. Doch die schauspielerischen Leistungen fangen dieses Defizit mühelos auf. Im Cast finden sich erstklassige Schauspieler mehrerer Generationen: Neben Michael B. Jordan („Creed“), Forest Whitaker („Der letzte König von Schottland“) und Angela Bassett („Tina – What’s Love got to do with it?“) überzeugen auch Newcomerin Letitia Wright und „The Walking Dead“-Star Danai Gurira. Weiterer wichtiger Aspekt ist die Musik: Der einzigartige Score von Ludwig Göransson hebt sich von herkömmlichen Actionfilmstandards deutlich ab und integriert Elemente zeitgenössischer afrikanischer Musik.

12. PLATZ: SHAPE OF WATER

Dass der mexikanische Regisseur Guillermo del Torro eine tiefe Zuneigung gerade zu den abseitigen und ausgestoßenen Figuren des Kinos besitzt, dürfte nach der Vielzahl an Monsterfilmen, die sich durch die Karriere des Oscargewinners ziehen, kaum noch irgendjemanden überraschen. Die Arbeit und Liebe, die del Torro jedoch für „Shape of Water“ in seinen Wassermann steckte, stellte selbst für diesen akribischen Arbeiter eine Besonderheit dar. Über Monate hinweg feilte der Regisseur gemeinsam mit Maskenbildnern und seinem Stammschauspieler Doug Jones, der auch diesem von del Torro erdachten Monster im Film leben einhauchen sollte, an jeder optischen Kleinigkeit. Dass diese Mühen zu Recht mit dem Oscar für den besten Film und die beste Regie belohnt wurden, belegt schon der erste Blick auf die zunächst scheue und sich nur langsam öffnende Kreatur.

In einem kargen Labor der US-Regierung hält der sadistische Sicherheitschef Richard Strickland (Michael Shanon) eine außergewöhnliche Wasserkreatur (Doug Jones) nicht nur gefangen, sondern misshandelt sie und vollzieht an ihr zahlreiche unmenschliche Experimente. Zunächst verängstigt von allen Menschen, gelingt es jedoch der stummen Reinigungskraft Elisa Esposito (Sally Hawkins), nach und nach und von ihren Vorgesetzten unbemerkt eine Beziehung zu dem amphibienartigen Wesen aufzubauen. Schon bald steht für Elisa fest, dass sie die gefangene Kreatur unmöglich ihrem Schicksal überlassen kann und plant deren Befreiung – auch wenn sie dabei ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen muss. Seine Kernsaussage hält del Torros Film dabei von Beginn an nie zurück: Denn natürlich ist schnell klar, dass in Wahrheit nicht die warmherzige Wasserkreatur das Monster ist, sondern der gefühlskalte Sicherheitsbeamte Strickland. Dabei bekommt die romantische Erzählung der zwei Außenseiter, die vor ihrem bedrohlichen Jäger fliehen, mitunter fast etwas Märchenhaftes, auch da del Torro seine Geschichte in wunderbar anmutige und hochstilisierte Bilder hüllt.

Letztendlich erzählt „Shape of Water“ eine zeitlose Geschichte über Liebe, Mitgefühl und Verständnis und beschwört so gleichzeitig auf anrührende Art auch die großen Zeiten des Kinos herauf. Del Torro ermutigt mit seiner Monsterfabel dazu, hinter die Oberflächkichkeiten des Alltags zu blicken und für eine bessere Gesellschaft einzustehen – und das ist nicht kitschig, sondern schlicht auf eine einfache Weise schön, richtig und gut.

13. PLATZ: GREATEST SHOWMAN

Hätte die von Hugh Jackman verkörperte Hauptfigur einen anderen Namen als ausgerechnet P.T. Barnum, es gäbe im Grunde nichts zu bemängeln an diesem Musical, das vermeintlich auf der Biografie des berüchtigten Schaustellers aus dem 19. Jahrhundert basiert. So aber musste das Regiedebüt von Michael Gracey viel Kritik dafür einstecken, dass die Filmemacher zu frei mit der wahren Geschichte umgingen und die umstrittene Persönlichkeit zu positiv darstellt. Doch obwohl diese Einwände berechtigt sein mögen, schmälern sie nicht den guten Eindruck, den der Musikfilm für sich genommen hinterlässt. „Greatest Showman“ ist ein fulminantes Spektakel, das zweifelsfrei als Musical des Jahres bezeichnet werden darf. Eine pompöse Produktion, wie sie wohl nur aus Hollywood kommen kann; reich an Kitsch, aber das auf bestmögliche Art und Weise, ergänzt um zeitgemäße gesellschaftspolitische Relevanz. Das Zusammenspiel von theaterhaften Sets und guter Kameraarbeit vermag visuell zu beeindrucken, während die durchweg überzeugenden Darsteller für das nötige Gefühl sorgen. Dazu kommt die fantastische Musik der Oscar-Preisträger Benj Pasek und Justin Paul, die auch Zuschauer ohne Musical-Affinität erreicht.

14. PLATZ: DIE VERLEGERIN

Amerika in den 1970er-Jahren. Ben Bradlee (Tom Hanks) ist Chefredakteur der Washington Post und hat brisante Informationen über den noch immer tobenden Vietnamkrieg erhalten. Nun steht die Verlegerin der Post, Katharine „Kay“ Graham (Meryl Streep) vor der Wahl: Missachtet sie ihre journalistische Integrität oder setzt sie mit der Veröffentlichung der sogenannten Pentagon-Papers ihre gesamte finanzielle Zukunft aufs Spiel.

Für die Aufarbeitung eines politisch und historisch gerade heutzutage derart wichtigen Stoffes (wir winken einmal kurz nach Washington zum gut toupierten Schöpfer des Begriffs „Fake News“) hätte man sich wohl niemand Besseren als Steven Spielberg wünschen können. Wenn dem Regieveteranen dann auch noch ein derart grandioser Cast wie hier mit Tom Hanks, Meryl Streep und Bob Odenkirk zur Seite steht, sollte es kaum mehr überraschen, dass es sich bei „Die Verlegerin“ um einen herausragenden Polit-Thriller handelt, der sowohl in Sachen Spannung als auch Aktualität und Inszenierung ganz weit vorne liegt. „Die Verlegerin“ ist daher alles andere als eine dröge Geschichtsstunde, sondern ein großartiger Mix aus Anspruch und bester Unterhaltung.

15. PLATZ: GAME NIGHT

Nachdem es zwischen Max (Jason Bateman) und Annie (Rachel McAdams) bei einem Kneipenquiz mächtig gefunkt hat, stellt das Paar schnell fest: Spiele jeglicher Art sind genau ihr Ding. Regelmäßig treffen sie sich daher nun mit Freunden zum Spieleabend und legen dabei stets besonderen Ehrgeiz an den Tag, meist mit Erfolg. Weniger erfolgreich schlägt sich Max dagegen im ewigen Geschwisterkampf mit seinem Bruder Brooks (Kyle Chandler). Der reiche Geschäftsmann ist der Grund für Max’ Komplexe, die nicht weniger werden, als Brooks zum eigenen Spielabend einlädt. Statt gewöhnlicher Gesellschaftsspiele steht dabei ein spektakulärer Krimiabend mit bezahlten Schauspielern auf dem Plan. Als stattdessen jedoch echte Gangster auftauchen, ist dies der Anfang einer ereignisreichen Nacht voller turbulenter Verwicklungen. Mit viel Verve präsentieren die Regisseure John Francis Daley und Jonathan Goldstein eine schwarze Komödie, die neben kreativen Inszenierungsideen auch bestens aufgelegte Darsteller und viele gute Gags bietet. Man stolpert nicht allzu oft über eine Komödie, die sowohl wirklich lustig ist, dazu aber auch noch eine wirklich spannende und abwechslungsreiche Geschichte erzählt. Genau das aber bietet Game Night.

16. PLATZ: A BEAUTIFUL DAY

Der schwer traumatisierte Ex-Militär Joe ist der Mann fürs Grobe. Ein Söldner für Spezialaufträge. Nun wird er gerufen, um die entführte Tochter eines Senators zu finden. Die Spur führt in ein Bordell. Und je tiefer Joe gräbt, desto größer wird der Sumpf aus Korruption und Macht. Wenn ein Film zehn Minuten lang nur verfolgt, wie ein schwergewichtiger Joaquin Phoenix einen blutigen Auftrag erledigt und das einzige gesprochen Wort „erledigt“ lautet, dann weiß der Zuschauer schnell, dass er einem außergewöhnlichen und schwer verdaulichen Film beiwohnt. Was Phoenix als wortkarger Auftragssöldner aus „A Beautiful Day“ herausholt, lässt sogar seine peinliche Nummer in „I’m Still Here“ vergessen. Er nimmt uns tief in die Abgründe der menschlichen Seele mit und übermittelt dermaßen rohe und hautnahe Gewalt, dass das Zusehen schmerzt. Das langsame Erzähltempo führt dazu, dass man immer mehr in den Strudel aus Gewalt, Abschaum und Tragik gesogen wird, aus dem es scheinbar kein Entrinnen gibt. Dazu gesellt sich ein ungewohnter Filmscore, der aus verzerrten Frequenzgeräuschen und dissonanter Klassikmusik besteht. „A Beautiful Day“ mag nicht massenkompatibel sein, lohnenswert ist er aber definitiv.

17. PLATZ: ANT MAN & THE WASP

Wo war eigentlich Ant-Man, als seine Freunde gegen Thanos kämpften? Wer sich während „Avengers: Infinity War“ diese Frage stellte, musste nur wenige Monate warten, um sie auf der Kinoleinwand beantwortet zu bekommen. Nun gibt’s die Antwort auch im Heimkino, und sie fällt im besten Sinne simpel aus: Scott Lang (Paul Rudd) steht nach den Ereignissen aus „The First Avenger: Civil War“ mit Fußfessel unter Hausarrest. Beinahe hat er seine Zeit abgebüßt, als eine Vision aus dem Quantum Realm sein Leben doch wieder durcheinanderwirft. Mit dem zweiten „Ant-Man“-Film lieferte Regisseur Peyton Reed den Gegenentwurf zum überbordenden Bombast des dritten „Avengers“-Abenteuers. Der Film besinnt sich auf die Stärken des ersten Teils (liebenswerte Charaktere mit nachvollziehbaren Problemen, tolle visuelle Ideen beim Spiel mit den Größenverhältnissen und eine gute Portion Humor), baut diese aus und erweitert sein Universum um starke Frauenfiguren, die zu den eigentlichen Helden der Geschichte werden. Der deutlich kleinere Fokus funktioniert sehr gut und ist eine angenehme Ruhephase, bevor das Marvel Cinematic Universe im Jahr 2019 mit „Captain Marvel“ und „Avengers 4“ wieder Vollgas gibt.

18. PLATZ: WIND RIVER

Schon mit seinem Drehbuch zu dem Oscar-nominierten Neo-Western „Hell or High Water“ schaffte es Taylor Sheridan, vor einem kargen Hintergrund eine fesselende Geschichte zu erzählen. Mit seinem erneut herrlich trockenen und gleichsam ungemein packenden Thriller „Wind River“ erhielt Sheridan, der hierbei auch als Regisseur zu Werke ging, leider weit weniger Beachtung – zu Unrecht. Denn der Thriller, in dem die junge FBI-Agentin Jane Banner mit der Hilfe eines einsilbigen Wildhüters in der gefrorenen Einöde von Wyoming den Mord in einem Indianerreservat aufklären soll, bietet nicht nur eine grandiose Kulisse, sondern vor allem auch einen äußerst clever erzählten Plot, der durch seine geschickt gesetzten Wendungen den Zuschauer mehr als einmal zu überraschen vermag. Dass „Wind River“ auch im Heimkino überzeugt, liegt dabei wesentlich auch an der sehr guten Schärfe, der klassischen Blu-ray, ganz besonders aber an dem gewaltigen Sound, den die Disc liefert. Immer wieder schafft es der basslastige Score, sowohl die trostlose Weite als auch die wabernde Spannung perfekt in das heimische Wohnzimmer zu transportieren. Für jeden Freund des Thrillergenres ist „Wind River“ daher ein Muss.

19. PLATZ: IT COMES AT NIGHT

Die Ausgangslage ist wohlbekannt. Eine Epidemie hat die Weltbevölkerung dezimiert. Die wenigen Überlebenden sehen sich nun dem Virus, aber auch dem Kampf gegen plündernde Fremde und den allgemeinen Ressourcenmangel ausgesetzt. So weit, so üblich. Das, was Regisseur Trey Edward Shults aus dieser Grundlage unzähliger Zombiefilme macht, ist jedoch kein dröger Aufguss, sondern großes Kino. Das liegt vor allem daran, dass sich alle Beteiligten der zwei Familien, die in „It Comes at Night“ aufeinandertreffen, eigenständig und glaubhaft verhalten, wodurch ihr Schrecken um ein Vielfaches direkter und ihr Leid ungleich tragischer wird. So wird aus „It comes at Night“ kein weiterer beliebiger Horror-BFilm, sondern sondern ein erschreckend beklemmendes Kammerspiel.

20. PLATZ: Solo

Nein, „Solo“ ist kein Flop! Zwar blieb das zweite „Star-Wars“-Spin-Off hinter den gigantischen Erwartungen zurück, die mit der Marke verbunden sind. Doch andere Filme wären froh, nur halb so viele Zuschauer zu erreichen wie die Vorgeschichte von Han Solo. Und inhaltlich weiß der Ableger durchaus zu überzeugen. Kleinere Schwächen sind dem typischen Prequel-Problem geschuldet, dass nachträglich gezeigte Entwicklungen nicht recht zum zuvor erzählten Kanon passen wollen. Davon abgesehen funktionieren Handlung und Umsetzung sehr gut. Allen Unkenrufen zum Trotz verkörpert Alden Ehrenreich die Kultfigur äußerst überzeugend und weckt genug Erinnerungen an den jungen Harrison Ford, sodass Fans mit der neuen Inkarnation wieder viel Spaß haben können.

21. PLATZ: DETROIT

Detroit im Jahr 1967. Die Stadt wirkt durch die ausufernden Aufstände gegen die Polizeigewalt und die damit einhergehenden Repressionen der Exekutive wie in ein Kriegsgebiet verwandelt. Als in einem Motel die Schüsse einer Schreckschusspistole fallen, stürmt die Polizei das Gebäude, in dem sich fast ausnahmslos schwarze Besucher befinden, die von nun an um ihr Leben fürchten müssen.

Die zweifache Oscarpreisträgerin Kathryn Bigelow schafft es nach „The Hurt Locker“ und „Zero Dark Thirty“ erneut, einen Film von enormer Spannung zu inszenieren. Die erbarmungslose Intensität, die oft geradezu klaustrophobische Enge im Detroiter Algier Motel und der zu jeder Sekunde spürbare Schrecken machen „Detroit“ zu einem der besten Thriller der letzten Jahre.

22. PLATZ: LADY BIRD

Die 17-Jährige Christine McPherson (Saoirse Ronan) hat sich in einer ihrer zahlreichen rebellischen Anwandlungen selbst den Namen Lady Bird gegeben und träumt davon, trotz mittelmäßiger Noten ihre biedere Heimat so schnell wie möglich hinter sich zu lassen. „Lady Bird“ zeigt Christines letztes Jahr auf der Highschool, ihre erste Liebe, vor allem aber ihre ständigen Streitereien mit ihrer Mutter. Dabei zeichnet Regisseurin Greta Gerwick ihre beiden wichtigsten Figuren jedoch nie wie wild gewordene Furien, sondern zeigt ein feinfühliges Drama, das zwischen Komik und Tragik schwankt. Unterm Strich ist „Lady Bird“ ein hervorragender Film über das Erwachsenwerden und darüber hinaus vielleicht sogar eine der authentischsten Mutter-Tochter-Geschichten überhaupt.

23. PLATZ: I KILL GIANTS

Die 15-jährige Außenseiterin Barbara glaubt an Riesen. Sie sieht die Giganten und hat ihnen den Kampf angesagt. Natürlich glaubt ihr niemand, bis die gleichaltrige Sophia in die Gegend zieht. In ihr scheint Barbara eine Mitstreiterin gefunden zu haben… Es gibt sie noch, diese kleinen Filme, die zwischen all dem Blockbuster-Gigantismus ihre Nische finden. „I Kill Giants“ ist ein von Madison Wolfe unfassbar großartig gespielter Film über Verlustangst und Erwachsenwerden – ein Coming-of-Age-Drama, das auch tricktechnisch überzeugt und locker auch als Fantasyfilm durchgehen würde.

Vergleiche mit dem ebenfalls großartigen „Sieben Minuten nach Mitternacht“ drängen sich geradezu auf, wobei „Giants“ jederzeit eigenständig und eigenwillig bleibt.

24. PLATZ: JURASSIC WORLD

Auch 25 Jahre nach „Jurassic Park“ haben Dinosaurier im Film nichts von ihrer Faszination verloren. Nur zu gern verzeiht man daher dem zweiten „Jurassic World“-Film (insgesamt die vierte Fortsetzung des Franchise) so manch überzogenes Story-Element. Vulkanausbruch in Sekundenschnelle? Geschenkt. Saurier-Auktion im Keller? Okay. Nicht alles mag hier immer nachvollziehbar sein, und einige Szenen ergeben auch mit viel gutem Willen kaum Sinn.

Aber wer sich dennoch auf die wilde Achterbahnfahrt einlässt, die der abwechslungsreiche Film von Regisseur J.A. Bayona („Sieben Minuten nach Mitternacht“) darstellt, erlebt einige der spektakulärsten Actionszenen des Jahres und großartige Dino-Momente, die den Zuschauer wieder zum staunenden Kind werden lassen.

25. PLATZ: EARLY MAN

Steinzeit-Mensch Dug sieht gar nicht ein, dass er den Invasoren aus der Bronzezeit seine Heimat übergibt. Um das zu verhindern, fordert er die fortschrittlichen Ritter zum Duell im Fußball heraus …

Seit den Abenteuern von „Wallace & Gromit“ liefert Nick Park, der Dirigent hinter den unglaublich aufwendigen Knet-Stop-Motion-Abenteuern einen Hit nach dem anderen ab. Auch „Early Man“ ist wieder voller Film-, Popkultur- und natürlich Fußballzitaten und liefert in der Schlacht auf dem Rasen eine unglaubliche Rasanz. Wenn man sich vorstellt, dass jede Sekunde des Films aus 24 gekneteten Einzelbildern besteht, kann man nur den Hut ziehen.

Die deutsche Synchro mit Kaya Yanar und Palina Rojinski passt gut dazu – ein wirklich spaßiger Film.

26. PLATZ: MOLLY‘S GAME

Schon als Kind stand Molly Bloom unter dem Druck, erfolgreich zu sein. Als sie im Alter von 26 Jahren schließlich die Möglichkeit erhält, sich mit der Organisation eines Pokerturniers im Untergrund von L.A. zu beweisen, ergreift sie ihre Chance und taucht damit sowohl in den Glamour Hollywoods als auch in die Gefahren des Gangstermilieus ein. Dass die Bestseller-Biografie der realen Molly Bloom über ihren Aufstieg und Fall in die Hände des Drehbuch-Virtuosen Aaron Sorkin fiel, kann dabei nur als Glücksfall bezeichnet werden. Denn schon bald fliegen dem Zuschauer in „Molly’s Game“ rasiermesserscharfe Dialoge in einer beeindruckenden Frequenz um die Ohren und sorgen so für großartige Unterhaltung.

27. PLATZ: BUSHWICK

Kaum tritt Lucy mit ihrem Freund aus der U-Bahn, wird dieser von einer Explosion dahingerafft. Lucy ist mitten drin in einem Krieg, von dem keiner weiß, woher er kommt. Im bulligen Ex-Marine Stupe findet sie einen Beschützer. Doch was passiert hier eigentlich …? Ebenso überrascht wie die Protagonistin ist auch der Zuschauer, der dem Geschehen in „Bushwick“ bisweilen fassungslos zuschaut. Die Direktheit und Unvermitteltheit der Kameraführung und der Ereignisse ist schon herausragend. Dass der komplette Film mit nur wenigen Schnitten auskommt und wie in Echtzeit gedreht wirkt, lässt ihn erst recht zum besonderen Ereignis werden. Und zwar bis zum Ende, das uns ziemlich atemlos zurücklässt.

28. PLATZ: REVENGE

Jennifer wollte eigentlich ein sexy Wochenende mit Lover Richard in dessen schickem Wochenend-Domizil verbringen. Doch als plötzlich zwei Geschäftsfreunde Richards auftauchen, schlägt die Stimmung um. Eine Vergewaltigung und ein Mordversuch später, sinnt Jennifer auf Rache …

„Revenge“ hätte ein typischer Rape&Revenge-Film werden können, wenn nicht mit Regiedebütantin Coralie Fargeat eine Frau hinter der Kamera gestanden hätte.

In teils deftigen Grindhouse-Bildern sind es die Männer, an denen aber auch nicht ein gutes Haar gelassen wird. Auch die Vergewaltigung selbst wird nur angedeutet gezeigt – nichts also für den voyeuristischen Filmfan, eher ein blutiges Werk wider die Frauenfeindlichkeit im Horrorgenre.

29. PLATZ: WONDER WOMAN

Mit Ausnahme des etwas zu CGIlastigen Finales ist der Solofilm der Superheldin, die in „Batman v Superman: Dawn of Justice“ eingeführt wurde, dermaßen gut gelungen, dass es fast schon tragisch ist. Denn „Wonder Woman“ ist bisher der einzige Teil des DC-Kinouniversums, der wirklich gut funktioniert. Daher lohnt es sich hier tatsächlich, das gesamte DCDrumherum auszublenden. Denn der Film von Regisseurin Patty Jenkins bietet eine zeitgemäße Geschichte, die erstklassig umgesetzt wurde und mit einer starken weiblichen Hauptfigur glänzt, für die es kaum eine bessere Hauptdarstellerin hätte geben können als Gal Gadot.

30. PLATZ: MANDY

Als die Freundin von Red Miller von einer fanatischen Sekte bei lebendigem Leib verbrannt wird, gibt’s für Red kein Halten mehr.

Sein blutiger Rachefeldzug endet erst, wenn er den Führer der Gemeinschaft zur Strecke gebracht hat…

„Mandy“ ist ein Film wie ein drogengeschwängerter Ausflug in die Untiefen von Fanatismus und White Trash. Zwei Stunden lang wütet sich ein (endlich mal wieder) famoser Nicolas Cage durch ein ultragewalttätiges Szenario, das irgendwo zwischen „Sacrament“ und „Ash vs. Evil Dead“ liegt. In Verbindung mit dem Elektro-Score und den psychedelischen Bildern ein echter Höllentrip.