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Die 55 gefährlichsten ZUCKERFALLEN


HÖRZU Wissen - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 16.05.2019

Welche Lebensmittel sind heimliche ZUCKERBOMBEN? Ein Experte erklärt, warum Süßes so schädlich ist


Artikelbild für den Artikel "Die 55 gefährlichsten ZUCKERFALLEN" aus der Ausgabe 3/2019 von HÖRZU Wissen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: HÖRZU Wissen, Ausgabe 3/2019

6,7
MILLIONEN Deutsche haben Diabetes, das ist eine Steigerung um 38 Prozent seit 1998


FRUCHTSMOOTHIES Die vermeintlich gesunden Mixgetränke stecken voller Fruchtzucker

SNACKS & SÜSSES

EIN SCHAUMKUSS enthält 5 Würfelzucker, ein Drittel der maximalen Tagesdosis


5 WÜRFEL*

FRUCHTGUMMI

ist eine Zuckerbombe: In einer halben Tüte stecken 25 Stück Würfelzucker (WZ). Weitere süße Fallen:

1 Schokoriegel: 3 WZ,
50 g Knuspermüsli: 4 WZ,
1 Tafel Milchschokolade: 19 WZ,
1 Stück Schwarzwälder Kirsch: 9 WZ,

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... 7 WZ, 14 WZ, 6 WZ, 14 WZ, 22 WZ, 9 WZ, 5 WZ

PROF. DR. MED. THOMAS HAAK Vorstandsmitglied der Deutschen Diabetes-Hilfe in Berlin


» Ich käme nie auf die Idee, mir einen SMOOTHIE zu kaufen.»


Experten schlagen Alarm: Jeden Tag gibt es in Deutschland 800 bis 1000 Neudiagnosen eines Diabetes. „Das sind Anzeichen für einen gefährlichen Gesundheits-Tsunami“, warnt Prof. Dr. Thomas Haak, Vorstandsmitglied der Deutschen Diabetel-uilfe in Berlin. Welche Rolle spielt der Zuckerkonsum dabei? Was richtet Zucker überhaupt im Körper an? Und wie viel Süßes täglich ist noch akzeptabel? Prof. Haak beantwortet in HÖRZU WISSEN die wichtigsten Fragen:

Wie viel ZUCKER ist gesund?

Prof. Haak: „Als Faustregel gilt, dass man pro Tag nicht mehr als 50 Gramm Zucker zu sich nehmen sollte, das entspricht etwa 15 bis 16 Stück Würfelzucker à 3,3 Gramm. Doch vor allem Kinder und auch die meisten Erwachsenen essen täglich 80 bis 90 Gramm. Die schlimmsten Zuckerbomben sind Süßwaren, Fruchtsäfte, Nektare und Li liter Limonade trinkt, nimmt bis zu 34 Gramm Zucker zu sich – zwei Drittel des Tagesbedarfs! Erschwerend kommt hinzu, dass es unglaublich viele versteckte Zuckerfallen gibt.“

Wie SCHADET Zucker unserem Körper?

„Ein Gramm Zucker hat zwar vier Kalorien, enthält aber weder Vitalstoffe noch Vitamine oder Spurenelemente. Insofern führt ein Zuckerkonsument seinem Körper lediglich unnötig Energie zu. Mit gefährlichen Konsequenzen, denn wer mehr Energie aufnimmt als verbraucht, sieht den Effekt rasch auf der Waage. Die Folgen: Übergewicht, Schädigungen des Herz-Kreislauf-Systems sowie Diabetes und andere bösartige Erkrankungen wie etwa Krebs.“

Welche ZUCKERFALLE wird am meisten unterschätzt?

„Süße Getränke. Wenn Sie sieben gehäufte Esslöffel Zucker in einen Liter Wasser rühren, schmeckt dieses Ge- misch wirklich übel. Aber wenn Sie noch einen Teelöffel Vitamin-C-Pulver aus der Apotheke dazugeben, schmeckt das Ergebnis plötzlich interessant – und dürfte sogar als ‚vitaminhaltiges Süßgetränk‘ verkauft werden. Und obwohl solche Drinks genauso gefährlich wie Fanta, Cola oder Schwip Schwap sind, wird ihre verheerende Wirkung von fast jedem unterschätzt.“

GRANATÄPFEL

enthalten 5 Stück Würfelzucker. Weitere Zuckerfallen aus dem Bereich Obst (pro 100 Gramm):
Birne: 4 WZ,Apfel: 3 WZ,Nektarine: 4 WZ,Maracuja: 4,5 WZ,Kiwi: 3 WZ,Mango: 4 WZ,Weintrauben: 4,5 WZ,Mirabellen: 4 WZ,Ananas: 4 WZ,Banane: 8 WZ,Litschi: 5 WZ,Trockenpflaumen: 13 WZ

OBST

EINE BANANE enthält 8 Würfelzucker. 2 Bananen decken den Tagesbedarf


8 WÜRFEL

Woran merke ich, dass ich ZUCKERSÜCHTIG bin?

„An ständigem und plötzlichem Heißhunger auf Süßes, etwa auf Schokolade oder Cola. Um die Zuckersucht erfolgreich zu überwinden, gelten die gleichen Regeln wie beim Rauchen: Zuerst muss man verstehen, warum Zucker so schädlich ist. Anschließend folgt der Entzug. Und nach zehn bis 14 Tagen ist das Verlangen dann plötzlich weg – genau wie bei allen anderen Süchten. Außerdem ist es extrem wichtig, heimliche Zuckerbomben zu enttarnen. Das geht nur durch Aufklärung. Das Hauptproblem in Deutschland ist, dass die meisten Menschen nicht wissen, welche Lebensmittel gesund und welche schädlich sind, denn das Thema Ernährung wird noch immer viel zu stiefmütterlich behandelt. Außerdem müsste Zucker meiner Meinung nach speziell gekennzeichnet werden, genau wie Zigaretten und Alkohol. Ich würde zuckerhaltige Produkte stärker besteuern. Dass in Deutschland viele Dinge nur über den Griff in den Geldbeutel verändert werden können, hat man bereits bei der Besteuerung der sogenannten Alkopops gemerkt. Nachdem die Preise für diese alkoholhaltigen Süßgetränke drastisch stiegen, sind sie fast ganz vom Markt verschwunden.“

Wie lässt sich der Zuckerkonsum von KINDERN einschränken?

„Meine Kinder haben nie Süßgetränke bekommen. Das hat einen großen Vorteil: Weil sie den Geschmack gar nicht kannten, gab’s beim Einkaufen auch nie Gequengel, weil sie eine Fanta oder Capri-Sonne wollten. Zudem empfehle ich dringend, niemals eine Hauptmahlzeit durch Süßes zu ersetzen. Süßigkeiten sind ausschließlich Genussmittel. Und was Zwischendurch-Snacks betrifft, rate ich zur 3+2-Regel: dreimal Gemüse als Snack – und zweimal Süßes in Form von Obst.“

25
WÜRFEL Zucker stecken in einer 100- Gramm-Tüte Gummibärchen


Ist FRUCHTZUCKER besser als herkömmlicher Zucker?

„Nein, Fruchtzucker ist keinen Deut gesünder als anderer Zucker. Sein einziger Vorteil ist, dass er sich gesünder anhört. Tatsächlich sind sogar die vermeintlich gesunden Smoothies ausgemachte Zuckerfallen, weil man nie genau weiß, was in ihnen steckt. Ein Beispiel: Wenn Sie einen Apfel und eine Orange essen, verzehren Sie dabei auch Ballaststoffe und werden dadurch rasch satt. Wenn Sie Äpfel und Orange auspressen und sie als Smoothie genießen, werden Sie erst durch die drei- bis vierfache Menge gesättigt – und haben obendrein bereits Ihre Tagesdosis Zucker mit nur einem Getränk zu sich genommen. Und weil ich die Zuckerspirale kenne, käme ich nie auf die Idee, mir einen Smoothie zu kaufen.“

AUFSTRICHE, DIPS & CO.

KETCHUP

Besonders Kinder lieben ihn. Doch 300 Milliliter enthalten unglaubliche 24 Stück Würfelzucker! Auch diese Produkte haben es in sich:

100 g Schokocreme: 17 WZ,
100 g fertige
Salatsoße: 4 WZ,
200 ml Asia-Chili-Soße: 13 WZ,
100 g Marmelade: 21 WZ,
100 g Schoko-Dessertsoße: 21 WZ,
100 g Speisequark mit
Fruchtzubereitung: 4 WZ,
100 g Honig: 27 WZ

27 WÜRFEL

HONIG 100 Gramm enthalten 27 Würfel-zucker – mehr als die empfohlene Tagesdosis


Was ist die gefährliche ZUCKERSPIRALE?

„Zucker weckt die Lust auf noch mehr Zucker. Smoothies, Süßgetränke und Snacks regen die Ausschüttung von Insulin an und machen so direkt Hunger auf die nächste Süßigkeit. Ein Beispiel: Wenn wir beim Italiener Pizza oder Pasta gegessen haben, steht uns das Insulin bis zum Halse und wir gieren nach Tiramisu oder einem anderen Dessert als Abschluss des Menüs.“

Wie täuscht uns die ZUCKERINDUSTRIE?

„Weil sie weiß, dass sich in der Bevölkerung allmählich ein Bewusstsein für die von Zucker ausgehende Gefahr verbreitet, erfindet die Industrie ständig neue Tarnbegriffe für Zucker. Zu diesen mittlerweile rund 70 Bezeichnungen zählen Gerstenmalzextrakt, Melasse, Buttersirup, Maltose, Dextrose oder Ethylmaltol. Die Lebensmittelproduzenten tun das aus einem praktischen Grund: Die Lebensmittelkennzeichnung schreibt vor, dass die am häufigs- ten in einem Produkt vorhandene Zutat als Erstes angegeben werden muss. Und das ist oftmals der Zuckeranteil. Um ihn nicht als Summe ausweisen zu müssen, verschleiert die Industrie die wahre Menge, indem sie drei bis vier verschiedene Zuckerarten kombiniert und sie unter ‚ferner liefen‘ auflistet. Deshalb plädiere ich seit Jahren für eine bessere Lebensmittelkennzeichnung in Form des sogenannten Ampelsystems und die Ausweisung von Lebensmitteln mit den Farben Grün (unbedenklich), Orange (bedenklich) und Rot (gesundheitsgefährdend).“

70 TARNBEGRIFFE
für Zucker wie Gerstenmalzextrakt, Maltose oder Dextrose sollen verschleiern, dass Produkte viel Zucker enthalten

GETRÄNKE

5 WÜRFEL

TRAUBENSAFT 100 Milliliter enthalten 5 Würfelzucker


SMOOTHIES

200 Milliliter enthalten mindestens 7 Stück Würfelzucker. Weitere Fallen:

1 Glas Kakao bzw.
Fruchtmilch: 6,5 WZ,
1 Glas Fruchtbuttermilch: 4,5 WZ,
0,33 l Cola: 12 WZ,
1 Glas Limo: 6,5 WZ,
1 Saftschorle: 3 WZ,
1 Glas Apfelsaft: 3 WZ,
1 Tasse Instant-Tee: 6 WZ,
1 Piccolo-Sekt:
4 WZ,
1 Dose Energydrink: 12 WZ,
0,33 l Fanta: 13 WZ,
100 ml Traubensaft: 5 WZ

FERTIGPRODUKTE

3 WÜRFEL

PIZZA Selbst in einer 335-Gramm-Packung Fertigpizza befinden sich 3 Würfelzucker


TOMATENSUPPE
aus der Dose enthält 4 Stück Würfelzucker pro Portion. Weitere Fertigprodukte und Konserven:
700-g-Glas Rotkohl: 25 WZ,
580-g-Dose Ananas: 30 WZ,
370-g-Glas Gewürzgurken: 4 WZ,
200-g-Becher Fleischsalat: 3 WZ,
200-g-Becher roter Heringssalat: 9 WZ,
400-g-Dose Ravioli: 4 WZ,
100 g Currywurst aus dem Kühlregal: 4 WZ,
335 g TK-Pizza: 3 WZ,
100-g-Dose Mais: 2 WZ


FOTOS: S. 36 – 37: HEINEMANN/PLAINPICTURE, FRENKIEL/GREEN KITCHEN STORIES; S. 38 – 39: SHUTTERSTOCK (3), PRIVAT; S. 40 – 41: SHUTTERSTOCK (3), KUNCHIT/ALAMY