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Die 7 besten Tipps vom Darmexperten


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Neue Welt - epaper ⋅ Ausgabe 34/2022 vom 17.08.2022
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Bildquelle: Neue Welt, Ausgabe 34/2022

Unser Bauch: Magen und Darm sind echte Hochleistungs organe

Unermüdlich verdaut und zerlegt er nicht nur Nahrung in die für uns lebenswichtigen Nährstoffe. Dank intensiver Forschung wissen wir heute, wie eng unser Darm auch mit anderen Organen wie Gehirn und Lunge im Austausch steht. Das macht ihn zu einer Art zentraler Schaltstelle im Körper. Es lohnt sich also, diesem Organ besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Was er braucht, veranschaulicht der Chefarzt der Inneren Medizin, Gastroenterologe Dr. Christian Pox.

1. Wie merke ich, mit meinem Darm stimmt was nicht?

Wir sollten aufmerksam sein: Wenn bislang alles normal lief und auf einmal treten immer wieder Blähungen, Verstopfungen oder Durchfall ohne Auslöser auf, sind das Anzeichen, die abgeklärt gehören. Dazu können dann auch Stuhluntersuchungen auf krankheitserregende Keime wie ...

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... Salmonellen gehören. In dem Fall sind sie sinnvoll. Alarmsignale sind auch eine starke Gewichtsabnahme und Blut im Stuhl – damit sollte man unbedingt zum Arzt gehen.

2. Was ist eine „normale“ Verdauung?

Von einmal alle 3 Tage bis 3-mal am Tag ist alles möglich: Manche haben eben einen trägen Darm, andere einen flotten. Man muss nicht jeden Tag Stuhlgang haben. Wenn man aber drunter leidet, ist es was anderes. Bei Verstopfung darf man auch mal ein Abführmittel nehmen. Heute wissen wir, dass dadurch z.B. der Kaliumspiegel nicht gefährdet ist. Wichtig ist aber, sich dabei an die Dosierung zu halten, damit es kein Durchfall wird.

3. Wie wichtig sind Probiotika? 

Probiotika aus z. B. Joghurt und sauer Eingelegtem: Sie haben einen guten Einfluss auf unsere Darmflora bzw. das Mikrobiom. Bei gesunden Menschen reicht in der Regel eine ausgewogene Ernährung mit Milchprodukten, Gemüse und Vollkornprodukten aus, um die Flora im Gleichgewicht zu halten. Präparate sind nicht nötig. Sinnvoll sind sie nach einer Antibiotika-Therapie. Und auch beim Reizdarm kann man durch die gezielte Einnahme von Probiotika einen gewissen Nutzen erzielen. Hier am besten den Arzt fragen, welcher probiotische Stamm von Vorteil ist.

4. Was tut dem Darm besonders gut?

Ganz klar, Bewegung und etwa 2 Liter Flüssigkeit pro Tag: Was auch sehr wichtig ist: Man sollte auf seinen Darm hören. Das heißt, auf die Toilette gehen, wenn der Darm das will. Das Unterdrücken, nur weil es gerade nicht passt, ist nicht gesund. Es macht den Darm auf Dauer träge, er arbeitet immer langsamer. Auch begleitende Beschwerden wie Blähungen oder Hämorrhoiden nehmen dann zu.

5. Ist ein Darmflora-Test sinnvoll?

Stuhluntersuchungen: Die Tests, die im Internet angeboten werden, empfehle ich nicht. Das Problem ist, dass die Tests derzeit nicht standardisiert sind, daher können wir Ärzte aus den Ergebnissen nur wenig Rückschlüsse ziehen. Auch steht die Art und Anzahl der Mikroorganismen nicht unbedingt in einem Zusammenhang mit Krankheitssymptomen und sie unterliegen ständigen natürlichen Schwankungen.

6. Neues bei chronischen Darmerkrankungen?

In einigen Sachen bleibt es gleich: Wir geben Entzündungshemmer und Kortison. Die Medikamente werden aber vielfältiger. Mediziner verstehen immer mehr, wie diese Entzündungen entstehen, und können dadurch gezielter angreifen. Trotzdem gibt es nicht die eine Therapie für alle darmkranken Patienten. Es ist vielmehr eine Behandlung, die man ausprobieren muss. Denn: Nicht alles wirkt bei jedem.

7. Welchen Nutzen hat die Darmkrebsvorsorge?

Einen sehr großen: Das Besondere ist: Dadurch kann Krebs verhindert werden. Viele von uns entwickeln mit zunehmendem Alter Polypen. Das sind Schleimhautvorwölbungen im Dickdarm. Aus der Mehrzahl wird zwar nie etwas Krankhaftes, aus einem Teil der Polypen kann jedoch Darmkrebs entstehen. Wenn sie entdeckt werden – und das geht am zuverlässigsten über die Darmspiegelung –, trägt der Arzt sie im Rahmen der Untersuchung sofort ab (s. o.) und es kann daraus kein Krebs mehr entstehen. Darmkrebs ist bei Frauen die zweithäufigste Tumorart. Die Heilungschancen bei früher Therapie sind heute sehr gut.

TIPP

Ab 50 Jahren (Frauen ab 55) hat jeder Anspruch auf zwei Darmspiegelungen im Abstand von 10 Jahren: eine Vorsorgeleistung, die sich lohnt!

Tipps für den Alltag

Anregend: Viele Menschen werden nervös, wenn der Darm mal eine Zeit lang langsamer arbeitet. Abführmittel sind aber keine Lösung. Man kann sein Verdauungsorgan in einem gewissen Sinne erziehen. Trinken Sie morgens noch auf der Bettkante langsam ein Glas zimmerwarmes stilles Wasser. Das ist für den Körper ein Signal loszulassen. Mit dem Stuhlgang klappt es dann nach ein paar Tagen wie von selbst.

Bewegend: Körperliche Aktivität hilft der Verdauung. Vor allem Bewegung mit einer mittleren Intensität, wie Schwimmen oder Walking, denn sie kurbelt die Durchblutung und die Darmbewegung sanft an. Auch Gymnastikübungen helfen.

Entkrampfend: Bei leichten Stockungen kann man sich selbst massieren: Auf den Rücken legen, beide Hände aufeinander auf den Bauchnabel legen und im Uhrzeigersinn mit leichtem Druck Kreise malen. Das regt die Darmbewegung an und lindert Blähungen und Schmerzen.