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Die Aktivität der Sonne


Sterne und Weltraum - epaper ⋅ Ausgabe 10/2021 vom 10.09.2021

BEOBACHTUNGEN

Nach einer langen Periode, in der sich die Sonne häufig fleckenlos zeigte, durften sich regelmäßige Beobachter über eine Trendwende freuen: Im Lauf des Jahres 2020 zeigten sich 40 Fleckengruppen, 18 mehr als im Vorjahr.

Allgemein werden Fleckengruppen gemäß einem Schema klassifiziert, das der Schweizer Astronom Max Waldmeier (1912 – 2000) einführte: Abhängig von ihrer Größe und Komplexität werden die Gruppen den Klassen A bis I zugeordnet. Eine Gruppe kann während ihrer Entwicklung alle Klassen durchlaufen, von der kleinsten Ausdehnung (Typ A) bis hin zu den größten Gruppen der Typen E, F oder G.

E- und F-Gruppen waren nur im letzten Quartal des Jahres 2020 zu sehen; jedoch zeigte sich Ende November auf der Südhalbkugel der Sonne eine großflächige Gruppe vom Typ C. Sie nahm ein Promille der sichtbaren Hemisphäre ein, wobei der westliche Hauptfleck nahezu die gesamte Fleckenfläche ...

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Bildquelle: Sterne und Weltraum, Ausgabe 10/2021

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... repräsentierte und deshalb besonders markant war. Die Zahl der flecken losen Tage nahm von 274 im Jahr 2019 auf 192 im Jahr 2020 ab.

Wer im Jahr 2020 Polarlichter genießen wollte, musste in den hohen Norden reisen. In Finnland konnte Alfred Leitgeb am 16. März 2020 um 19:25 Uhr UT diese eindrucksvoll leuchtende Draperie fotografieren, die sogar den brillanten Abendstern Venus und den offenen Sternhaufen der Plejaden verblassen ließ.

Von Oktober bis Dezember 2020 stieg die Flare-Aktivität deutlich an. Trotzdem konnten noch 233 Tage ohne Röntgenflares verzeichnet werden, was einer Abnahme von 48 Tagen gegenüber 2020 entspricht. Während des gesamten Jahres trat kein Röntgenflare der strahlungsintensivsten Klasse X auf; dafür wurden aber erstmals seit dem 20. Oktober 2017 zwei Flare-Ereignisse der benachbarten Klasse M registriert.

Der erste Flare wurde am 29. Mai 2020 ab 07:13 Uhr UT beobachtet und erreichte elf Minuten später einen maximalen Strahlungsfluss von 1,1 10 –5 Watt pro Quadratmeter. Um 07:28 Uhr UT war der Fluss auf die Hälfte des Maximalwerts gesunken. Im H-Alpha-Licht des leuchtenden Wasserstoffs konnte der Flare nicht beobachtet werden, da sich die Quelle für uns unsichtbar hinter dem Nordostrand der Sonnenscheibe befand.

Der zweite Flare war intensiver und begann am 29. November 2020 um 12:34 Uhr UT. Der Strahlungsfluss erreichte um 13:11 Uhr UT sein Maximum von 4,4 10 –5 Watt pro Quadratmeter und sank bis 13:41 Uhr UT auf die Hälfte dieses Werts. Auch dieser Flare war im H-Alpha-Licht wegen seines Ursprungs hinter dem Südostrand der Sonne von der Erde aus nicht sichtbar.

Der Röntgenflare mit der längsten Dauer konnte am 7. April 2020 ab 01:46 Uhr UT gemessen werden. Um 01:59 Uhr UT wurde der Maximalfluss von 4,5 10 –7 Watt pro Quadratmeter erreicht, was der Strahlungsklasse B entspricht. Erst um 00:26 Uhr UT des Folgetags sank der Strahlungsfluss auf seinen halben Maximalwert. Der Ursprungsort lag in einem flecken losen Aktivitätsgebiet im Nordwesten der Sonne. Im H-Alpha-Licht des Wasserstoffs wurde das Ereignis als schwach leuchtender »Subflare« klassifiziert, also mit einer Fläche von höchstens 0,2 Promille der sichtbaren Hemisphäre.

Alle hier genannten Röntgenflares wurden von den NASA-Satelliten GOES 13 und 15 im Wellenlängenbereich von 0,1 bis 0,8 Nanometern registriert.

Polarlichter und koronale Löcher

In der Folge eines Flares setzt die Sonne oft große Mengen an energiereichen elektrisch geladenen Teilchen frei, die bis in die Nähe der Erde gelangen können. Hier verursachen sie Störungen des Magnetfelds und können Polarlichter auslösen (siehe »Hinter grünen Schleiern«). Helle, in großen Teilen Mitteleuropas sichtbare Polarlichter blieben im Jahr 2020 wegen der allgemein niedrigen Sonnenaktivität aus – das vierte Jahr in Folge. Lediglich foto grafisch nachweisbare Polarlichter traten in Norddeutschland auf.

Langfristige Entwicklung der Aktivität

Die Fachgruppe Sonne der Vereinigung der Sternfreunde e. V. (VdS) unterhält das SONNE-Netz, einen Zusammenschluss von Beobachtern, die ihre Daten regelmäßig zur Auswertung zur Verfügung stellen. Die Analyse ergab als Zeitpunkt des Fleckenminimums und Beginn des neuen, 25. Zyklus den November 2019; das internationale Datenarchiv SILSO (Sunspot Index and Long-term Solar Observations, www.sidc.be/silso) des Königlich Belgischen Observatoriums in Brüssel gibt als Zeitpunkt des Minimums den Dezember 2019 an.

Der neue Zyklus ist noch nicht genauer vorhersagbar; er dürfte jedoch, was die Aktivität angeht, dem vorherigen ähneln. Andere Prognosen sprechen für einen Anstieg, der zu einem Maximum in vier bis fünf Jahren führt und dessen Höhe das vorherige, schwach ausgeprägte Maximum deutlich übertreffen wird (siehe SuW 9/2021, S. 57). Weitere Informationen über das Geschehen auf der Sonne erhalten Sie in der monatlichen SuW-Rubrik »Sonne aktuell« sowie im regelmäßig erscheinenden Mitteilungsblatt SONNE unter www. vds-sonne.de. Die Website bietet auch einführende Informationen mit praktischen Anleitungen für eigene Beobachtungen.

Eine Übersicht über die Sonnenaktivität im Jahr 2020 sowie Tabellen der monatlichen Sonnenfleckenrelativzahlen finden Sie unter: www.sterneund-weltraum.de/artikel/1912372

MICHAEL DELFS beobachtet die Sonne regelmäßig seit 1982. Er ist in der Fachgruppe Sonne der deutschlandweiten Vereinigung der Sternfreunde e. V. (VdS) ehrenamtlich als Ansprechpartner tätig, vor allem für das Thema Sonnenfackeln.