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DIE ARGONAUTEN: DAS NON PLUS ULTRA ALLER TAUCHSAFARIS


TAUCHEN ehemals unterwasser - epaper ⋅ Ausgabe 9/2019 vom 13.08.2019

Cocos Island gilt als Traumziel für Taucher. Jeder, der das Element Wasser mit seiner Leidenschaft verbindet, hat schon von der berühmten Insel gehört. Für viele ist es ein Lebenstraum, dort einmal tauchen zu können. Die großen Hammerhai-Schulen und Begegnungen mit Walhaien kann man im Pazifik auch an anderen Orten erleben – in Kombination mit einem U-Boot, das mehrere Hundert Meter tief tauchen kann und einmalige Einblicke in die Tiefsee erlaubt, aber nicht.


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Bildquelle: TAUCHEN ehemals unterwasser, Ausgabe 9/2019

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... abtauchen. Das 180 Grad-Panorama-Fenster des U-Bootes verspricht Momente, die man nie wieder vergisst.


Costa Rica führt seit Jahren sämtliche Rankings über die glücklichsten Länder der Welt an. Wenn man »Pura Vida« hört, denkt man an Wasserfälle, wilde Natur, unberührten Regenwald. An Kokospalmen, an endlose weiße Sandstrände und einen nie enden scheinenden Sommer. Nur fünf Millionen Einwohner zählt das artenreichste Land in Mittelamerika. 27 Prozent der Fläche stehen mittlerweile unter Naturschutz, damit die Mangroven- und Feuchtgebiete, die tropischen Regenwälder und die Vulkanlandschaft in ihrer Einzigartigkeit und Vielfalt erhalten bleiben. Costa Rica ist weit bekannter als die Nachbarländer Panama und Nicaragua und gilt im Vergleich mit Venezuela oder Bolivien als weit weniger gefährlich. Costa Rica wird als Land des Glücks beschrieben. Aber es ist mehr als das. Ein mystischer Zauber, eine rätselhafte Magie, zieht über den Pazifik. Ausgangspunkt des Geheimnisvollen ist Cocos Island. 580 Kilometer von Puntarenas entfernt liegt die unbewohnte Insel inmitten des Pazifiks, ein Flecken Land voller Sagen und Mythen. 36 Stunden dauert die Überfahrt von Puntarenas, von Panama sogar 44. Nur wenige seetüchtige Kreuzfahrtschiffe haben eine Genehmigung für die Überfahrt. »Aber es lohnt sich, wir würden es jederzeit wieder machen«, schwärmt Taucherin Christine aus München. Sie und ihr Mann Matthias erfüllten sich im vergangenen Jahr den Traum von Cocos Island. Wenn sie über die magische Insel reden, strahlen ihre Augen. Eine Einzigartigkeit, die sich in Worten nicht ausdrücken lasse, ergänzt Matthias.


Nach mehr als 500 erfolglosen Expeditionen ist die Schatzsuche inzwischen verboten.


Willkommen auf der Schatzinsel

Fast unglaublich sind auch die Mythen, die sich um Cocos Island ranken und jeden Reisenden faszinieren. Automatisch muss man an Robinson Crusoe denken, wenn das satte Grün der dicht bewachsenen Insel inmitten des tiefblauen Ozeans am Horizont auftaucht. Nicht umsonst wird Cocos Island auch die Schatzinsel genannt. Es heißt, dass Robert Louis Stevenson sich bei seinem gleichnamigen Buch die 24 Quadratkilometer große Insel zum Vorbild nahm. Auch Steven Spielberg reizte die besondere Beschaffenheit. Er drehte 1993 Jurassic Park an diesem Ort, so hält sich das Gerücht.

Schon viel früher wurden Menschen auf das Besondere der Insel aufmerksam, auf ihre malerischen Buchten, eingebettet in tropischen Regenwald, die Fülle von Süßwasser, die stetig frische Pazifik-Brise. Im 17. und 18. Jahrhundert war Cocos Island Rückzugsort und Anlaufstelle für Piraten. »Die Insel ist nach den Kokosnüssen benannt, mit denen sie im Überfluss bedeckt ist. In der Mitte erhebt sich ist ein steiler Hügel, an allen Seiten von einer Hochebene umgeben, die abrupt zum Meer abfällt. Diese Ebene sowie stellenweise auch die Täler, die zur Küste führen, sind dicht bedeckt mit Kokospalmen bewachsen, die in der reichen und fruchtbaren Erde sehr gut gedeihen.« Die Worte stammen aus dem Logbuch von Pirat Lionel Wafer aus dem Jahr 1685. Er soll einer von vielen gewesen sein, denen Cocos Island als sicherer Ort für Beute gedient hatte. Ob tatsächlich Schätze vergraben wurden, ist bis heute unklar. In den vergangenen 200 Jahren fanden mehr als 500 Expeditionen statt, in denen nach diesen berüchtigten Schätzen gesucht wurde. Die Erfolglosigkeit wirkt nicht abschreckend, ganz im Gegenteil. Dass bisher noch kein Gold, kein Schmuck, Edelsteine oder Statuen gefunden worden sind, hält den Mythos Schatzinsel trotzdem am Leben. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Sage nach während der südamerikanischen Unabhängigkeitskriege der spanische Schatz mit der berühmten goldenen Madonna von Pirat William Thompson dort versteckt. Ob die ganzen Sagen und Mythen der Wirklichkeit entsprechen, wird wohl nie geklärt werden können, da die Schatzsuche auf Cocos Island schon seit langem verboten ist – zum Glück.

Die wahren Schätz liegen nämlich unter der Wasseroberfläche um Cocos Island. Als »Berg der Haie« und »Ort der Superlative« wird die Insel beschrieben; sie gilt in diesem Sinne – wie die Galapagos-Inseln und Malpelo bei Kolumbien – als einzigartig. Alles ähnlich, dennoch anders: Während über Wasser endemische Vogelarten ihre Kreise ziehen, während die Strände den Suppenschildkröten als Brutplätze dienen und der dichte Regenwald ein Durchqueren unmöglich macht, spielt sich unter Wasser ein ganz anderes Szenario ab: Hammerhai-Schulen mit bis zu 1000 Individuen wurden hier schon beobachtet, Weißspitzen-Riffhaie, Seidenhaie und Tigerhaie sieht man fast auf jeder Tour. »So viele Haie haben wir noch nie auf einem Fleck gesehen«, sagt Christine und zeigt stolz die Fotos vom letzten Tauchgang. Der Fokus von Cocos Island ist auf Großfische gerichtet, weniger auf Korallenriffe. Nicht selten kommen Taucher in den Genuss, Mantarochen und Delphine zu beobachten sowie gewaltige Muränen und Zackenbarsche. Sogar Orcas werden manchmal gesichtet.

Insgesamt umfasst die Küstenlinie der Insel 24 Kilometer und ist von bis zu 200 Meter hohen Klippen geprägt. Nur wenige Buchten bieten Möglichkeiten zum Anladen. Die größten Buchten setzen sich talförmig ins Inselinnere fort. An vielen Stellen führen hohe Wasserfälle ihre Süßwasserfracht ins Meer. Bereits seit 1978 ist das Gebiet ein Nationalpark, der seit 1997 auch auf der Welterbe-Liste der UNESCO steht. Entsprechend streng sind die Aufenthalts- und Zugangsregelungen für den Archipel mit den vorgelagerten Felsen.


PADI zählt Cocos Island nicht umsonst zu den zehn besten Tauchgebieten der Welt. Vor der Insel zu tauchen, ist allerdings eine Herausforderung. Nicht nur die Überfahrt ist nervenaufreibend und anstrengend, auch die Tauchgänge haben es in sich und eignen sich in keinem Fall für Anfänger. Die Strömungen sind oft heftig und die Wellen hoch. Es gibt fast nur Freiwasserabstiege und Blauwasserdrifts. Der hohe Planktongehalt im Wasser schränkt die zum Großteil gute Sicht teilweise stark ein, und das inseleigene Mikroklima kann zu heftigen, unerwarteten Regengüssen führen. Seit 2012 gibt es den »Cocos Island Emergency Plan«, damit bei Unfällen auch fernab der Zivilisation ärztliche Versorgung und schnelle Hilfe jederzeit garantiert sind. All das schreckt nicht ab, im Gegenteil: Als »Tauchertraum« beschreibt Matthias die mystische Insel. Er und seine Frau haben sich für eine Reise in der Regenzeit entschieden, was unüblich ist. Dies ist jedoch die beste Zeit für Haibeobachtungen, zwischen Mai und Oktober, wenn die Wassertemperatur 25 Grad und die Sichtweiten bis zu 30 Metern betragen.

Cocos zählt – ähnlich wie die Galapagos-Inseln, Malpelo und Socorro – zu den Hotspots im Ostpazifik, an denen der Artenreichtum besonders hoch ist. Als Oase in der Meereswüste und mehr als 500 Kilometer vom Festland entfernt, finden sich dort riesige Schwärme von Großfischen jeder Art zusammen. Besonders bemerkenswert ist die Population von Bogenstirn-Hammerhaien (Sphyrnalewini ), die sich von Putzerfischen reinigen lassen.


Auf Cocos Island ist auch die Diversität der Tauchplätze ein großer Pluspunkt. An der nördlichen Spitze der Insel ist »Dirty Rock« zum legendären Tauchplatz avanciert. Ein Felsen, ein paar Hundert Meter vor Cocos Island, ragt dort scheinbar unbedeutend aus dem Wasser. Das Besondere ist die gut besuchte Putzerstation. Schwärme von Stachelmakrelen und Bonitos sind an dieser Stelle Stammgäste; gelegentlich treffen Galapagos-Haie ein. Wenn die Strömung richtig steht und die Hammerhaie nahe ans Riff kommen, ist die Stimmung unter den Tauchern nicht mehr zu toppen: »Mir ist erstmal der Atem weggeblieben, als ich diese Wand aus Haien vor mir gesehen habe«, erinnert sich Matthias begeistert an den Tauchgang. Sechs bis über 30 Meter tief kann am Dirty Rock getaucht werden.

Der zweite, nicht minder berühmte Tauchplatz ist »Alycone«, weiter südlich. Starke Strömungen sind hier zur richtigen Tageszeit gang und gäbe, weswegen man beim Abtauchen kräftig in die Flossen treten muss, um den Strömungsschatten auf 30 Metern zu erreichen. Im Gegensatz zum Dirty Rock gibt es dort kein Riff, in dem man zwischendurch Halt finden kann. Ein schnelles und sicheres Abtauchen an der Ankerleine ist Pflicht. Einmal geschafft und mit den Fingern eingehakt, kann man riesige Schulen Bogenstirn-Hammerhaie beobachten, die an der Riffkante vorbeiziehen. Auf keinen Fall sollte man dabei auf die Tiere zu- oder in die Schule schwimmen; das würde die Tiere sofort verjagen. Je ruhiger sich die Taucher verhalten, desto näher kommen die Tiere. Der Einsatz von Rebreather ist von Vorteil. Thunfische, tausende Makrelen, Schwärme von Sardinen, Zackenbarsche, Mantas, Wal- und Silberspitzhaie fühlen sich auf Cocos Island ebenfalls zu Hause und lassen sich von neugierigen Tauchern nicht so einfach vertreiben. »Es ist genauso wie im Film«, schwärmt Christine. »Das war der schönste Tauchgang, den wir jemals hatten«, fügt Matthias hinzu. Obwohl die Reise sehr teuer, weil aufwändig und einmalig ist, möchten sie wiederkommen.

Ein ganz besonderes Boot

Das Schiff der Wahl ist die »Argo« der Undersea Hunter Group. Das 40 Meter Expeditionsschiff ist eines der am professionellsten ausgestatteten Tauchsafari-Schiffe im Pazifik. Die Mannschaft ist trainiert, das ganze Boot auf Funktion ausgelegt. Das trägt zur Sicherheit und zum Wohlfühlen der Gäste bei. Ein Luxusschiff, wie die großen Schiffe in Indonesien, kann man jedoch nicht erwarten; das ist auch nicht gewünscht. Große Produktionen wie die BBC oder National Geographic haben die Argo schon gebucht, genauso wie der berühmte Schauspieler Leonardo DiCaprio. Vor allem eines macht die Argo außergewöhnlich: das eigene U-Boot. Das »Deepsee Submersible« bietet einem Piloten sowie zwei Gästen Platz und kann bis 500 Meter tief tauchen. Die Tauchfahrten sind teuer; sie sind dafür ein exklusives und außergewöhnliches Erlebnis. Man taucht in Tiefen ab, in die kein Licht mehr vordringt und in eine Welt, die für Tau- cher unerreichbar ist. Schon seit sich Avi und Orly Klapfer 1990 in Costa Rica niederließen, verfolgte sie Idee, ihren Gästen auch einmal dieses Erlebnis bieten zu können. Es dauerte noch einige Jahre, bis die eigentlichen Forschungen und der Prozess zur Entwicklung des U-Bootes begannen. 2006, nach dreijähriger Entwicklung gemeinsam mit Ingenieuren aus Kalifornien und Professoren von etlichen Universitäten, konnte der erste Tauchgang durchgeführt werden. Seitdem geht die Deepsee Submersible mehrmals täglich auf Kurs.


Traum und Realität vermischen sich, wenn man im U-Boot in die Tiefsee taucht …


Wissenschaftler und Laien haben seitdem gleichermaßen die Möglichkeit zu dieser einzigartigen Erfahrung. »Totale Freiheit «, sagt Daniel Milmo aus Mexiko. Das gläserne Umfeld mache das Erlebnis surreal. Fast so, als würde man selbst tauchen, ohne nass zu werden. Dank der besonderen Beschaffenheit haben die Meerestiere keine Angst vor dem U-Boot und können aus nächster Nähe beobachtet werden. »Es fühlt sich an, als bewege man sich in einem anderen Universum und an einem Ort, an dem es kein Licht gibt«, so Milmo. Vorstellung und Realität würden verschwämmen.

Zwei Tauchplätze im Norden von Cocos Island steuert das U-Boot an: »The Wall« und »Everest«. Der erste Tauchgang dauert länger und ist sehr intensiv. In zweieinhalb Stunden geht es auf maximal 300 Meter Tiefe in die Finsternis. So tief unter der Meeresoberfläche gibt es kein Licht mehr. Die Fische, Korallen und Pflanzenarten, die hier wachsen, sind einzigartig. Eine Menge unentdeckter Wesen leben in dieser Tiefe. »Es war stockfinster, und plötzlich ist mitten im Scheinwerferlicht ein Mobula-Rochen erschienen. Ich hätte nicht erwartet, dass es in diesen Tiefen so viel Leben gibt«, sagt Milmo. Anders am »Everest«.

Weit weniger tief und weit weniger lang ist der Tauchgang dort, aber nicht weniger beeindruckend. In einer Stunde geht es nur auf 80 Meter Tiefe. Die Kraft der Sonne dringt in diese Tiefe noch vor, es gibt unzählige Korallen und Fische. Dank der 360°-Sicht können sie von allen Seiten beobachtet und studiert werden. Diesen Vorteil nutzt auch die Wissenschaft. Jeder Tauchgang wird ausführlich dokumentiert und gefilmt. Häufig wird das Verhalten der Spezies beobachtet, um es mit Hilfe des Materials später zu untersuchen. Die Zusammenarbeit mit costaricanischen Universitäten ist eng. Erst mit Hilfe des U-Bootes konnte herausgefunden werden, in welcher Tiefe sich welche Arten am wohlsten fühlen. Die Ergebnisse sind teilweise überraschend. Obwohl den Wissenschaftlern bewusst war, dass Thunfische es gerne etwas kühler mögen, waren sie verwundert, dass die Raubfische in bis zu 200 Meter Tiefe leben. Außerdem konnte die kontinuierliche Forschung herausfinden, dass in den vergangenen fünf Jahren die Wassertemperatur in 300 Meter Tiefe um mehr als ein Grad Celsius angestiegen ist. Ursache dafür ist die Erderwärmung.

Beobachtete Verhaltensänderungen der Tiere seien eine Folge. Man würde annehmen, dass Tiefseefische noch tiefer schwimmen würden, wenn sich das Wasser erwärmt. Genau das Gegenteil scheint der Fall. Anstatt noch tiefer zu schwimmen, um eine kältere Wassertemperatur zu erreichen, halten sich sämtliche Tiefseefische nach der Wassererwärmung in seichteren und flacheren Meeresabschnitten auf. Bis heute können sich die Wissenschaftler dieses Phänomen nicht erklären.

Nicht nur die Universitäten, auch die Pharmaindustrie interessiert sich für das Deepsee Submersible. Es wird vermutet, dass bestimmte Korallen der Tiefsee einzigartige Chemikalien enthalten, die bahnbre- chend für die Krebsheilungsforschung sein könnten. Bereits die Griechen sahen Korallen als Wunderheilmittel. Australische Forscher konnten kürzlich die Annahme bestätigen, als sie ein natürliches Herbizid zur optimalen Herstellung von Sonnenschutzmitteln ausfindig machten. Korallen produzieren dieses Mittel, während sie von der Ebbe freigespült am Strand liegen, um nicht von der Sonne verbrannt zu werden.

Die Schatzinsel Cocos Island scheint mehr zu sein, als ein Ort der Mythen und Sagen, mehr als der Drehort von Jurassic Park und Vorbild für sämtliche Abenteuerfilme. Cocos Island wird nicht leichthin als Ort der Superlative bezeichnet. Die unbewohnte Stille über Wasser macht das artenreichen Spektakel unter Wasser noch besonderer. Eingebettet im Regenwald an weißem Sandstrand und umgeben von der Weite des Pazifischen Ozeans haben Taucher dort die Chance eine Unterwasserwelt kennenzulernen, die es so sehr selten auf der Welt gibt. Vor allem die Vielfalt von Haiarten ist einmalig.

Cocos Island beherbergt ein Paradies. Dass nur wenigen Schiffen die Überfahrt erlaubt ist, lässt hoffen, dass sie noch lange den mystischen Charakter und ihre Einmaligkeit behält.

Die »Argo« gehört zur Undersea Hunter Group und ist eines der modernsten Expeditionsschiffe, die derzeit im östlichen Pazifik kreuzen. 16 bis 18 Passagiere finden hier genügend Platz und Luxus, um die teilweise ruppigen Überfahrten gut zu überstehen und das Tauchen zu genießen.


REISEINFO COCOS ISLAND / ARGO

Die Insel: Die Isla del Coco (englisch Cocos Island) gehört politisch zu Costa Rica und steht seit 1978 unter Naturschutz.

Anreise: Von allen Flughäfen Mitteleuropas nach San José, Costa Rica. Deutsche, Österreicher und Schweizer benötigen zur Einreise einen gültigen Reisepass (kein kostenpflichtiges Visum). Je nach Seegang und Ablegestelle dauert die Überfahrt nach Cocos etwa 35 Stunden.

Das Tauchen: Cocos ist ein Revier für geübte Taucher – 50 Tauchgänge Erfahrung sollten das Minimum sein, ein Nitrox-Brevet ist empfehlenswert. Getaucht wird dreimal täglich. Aufgrund der Entfernung zum Festland und somit zur nächsten Dekokammer gelten strenge Sicherheitsregeln: Tiefenlimit 40 Meter. Jeder Gast wird mit Boje und Sender ausgestattet.

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