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DIE BALLER MÄNNCHEN


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Auto Bild sportscars - epaper ⋅ Ausgabe 11/2021 vom 14.10.2021

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Was früher eine Mercedes E-Klasse mit V8 war, sind heute die kleinen SUV mit Leistungen um 300 PS. Echte Underdogs

VW T-Roc R

Mini JCW Countryman

Hyundai Kona N

! Den drei kleinen SUV traut man so viel Power gar nicht zu. Für die linke Spur taugt ihre Rückspiegel-Optik daher kaum

ALS FAN SCHNELLER AUTOS wird man leicht skeptisch, wenn man einen Sportsitz erklimmen muss, statt in ihn hinabzugleiten. Entsprechend reserviert nähern wir uns aufgeladenen Bonsai-SUV wie dem neuen Hyundai Kona N. Mit druckvollem Zweiliter-Turbo und 280 PS hat er zwar genug Kraft, um auf der Autobahn mitzuziehen. Aber spätestens auf der Rennstrecke wird ihm doch sein hoher Schwerpunkt im Weg stehen, oder? Wir holen die etablierte Konkurrenz von Mini und VW dazu.

Auch der John Cooper Works Countryman wird von einem Zweiliter-Turbo befeuert, der es hier sogar auf satte 306 PS bringt. Dicht gefolgt vom VW T-Roc R, der mit gleichem Hubraum exakt 300 PS mobilisiert. Rein äußerlich braucht es schon ein paar ...

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... Kenntnisse, um die kleinen Wölfe im Schafspelz zu entlarven. Ein paar Schürzen hier, ein Heckspoiler da und fertig.

Mit seinem großen angedeuteten Diffusor am Heck leistet sich der Neuling Kona noch den extrovertiertesten Auftritt. Im Inneren unterscheidet er sich weniger von seinen zivilen Brüdern. Mit einer Länge von 4,22 Metern ist der Kona der Filius im Bunde. Gehen die Platzverhältnisse vorn noch in Ordnung, kann es im Fond schon mal etwas eng werden. Mit 361 bis 1143 Litern ist sein Kofferraum zudem auch der kleinste. Dafür ist alles ordentlich verarbeitet, die einfachen Kunststoffe mögen in dieser Leistungsklasse irritieren, in dieser Fahrzeugklasse sind sie normal.

Das sehen wir auch am T-Roc, der sich seit seinem Amtsantritt vor vier Jahren schon viel Kritik gefallen lassen musste. Gerade das scheppernde Hartplastik­ Armaturenbrett kennen wir so sonst eher aus Nutzfahrzeugen. Doch Verarbeitung und Bedienung stimmen, und irgendwo muss das Geld ja gespart werden. Dafür bietet er auf 4,24 Metern die cleverste Raumausnutzung. Gerade vorn verfügt er über die entscheidenden Zentimeter mehr als seine Mitbewerber. Schade nur, dass VW bei den Sitzen seine Hausaufgaben nicht gemacht hat. Keine variable Auflage, keine Neigungsverstellung. Zumindest stimmt der Seitenhalt im oberen Bereich.

Zwar nimmt der Mini seine Besatzung bei Bedarf in den Schraubstock, lässt aber obenrum zu viel Leine. Immerhin hat er sie bis dahin mit der im Vergleich hochwertigsten Verarbeitung und Material auswahl eingewickelt. Mit einer Länge von 4,30 Metern bietet er zudem den größten Kofferraum. Der Name darf nicht täuschen, mini ist hier längst nichts mehr.

Gewöhnen müssen wir uns dagegen erst mal an die etwas verspielte Bedienung. Zwar hilft der von der Konzernmutter BMW bekannte iDrive-Controller, die nüchternere Herangehensweise von VW und Hyundai gelingt dennoch deutlich intuitiver. Alles graue Theorie, am Ende zählt, was hinten rauskommt.

Im Fall des VW ist das vor allem unerwartet viel Sound. Mit der 3800 Euro teuren „R-Performance“-Abgasanlage von Akrapovič riskiert er für einen kleinen SUV eine ziemlich große Klappe. Doch die kann er sich auch leisten. Von null auf 100 bolzt der T-Roc in 4,9 Sekunden. Zum Vergleich: Der Porsche 993, der letzte luftgekühlte Elfer, hätte da nur als fetter Turbo mithalten können. Das Problem ist nur: Man sieht es ihm nicht an. Das mag ein Vorteil bei den Nachbarn sein, auf der Autobahn machen dagegen nicht mal die Sprinter Platz, schnelle Reiseschnitte wollen hart erkämpft sein. Immerhin liefert die Kombination aus Verstellfahrwerk, 19-Zöllern und Allradantrieb eine überzeugende Vorstellung. Immer souverän und nie überfordert spielt der VW mit seinen Muskeln. Dass sein DSG nur sieben Gänge gegenüber der Konkurrenz mit acht hat, überspielt er gekonnt. Im Komfort-Modus noch entspannt und etwas verschlafen, werden die Fahrstufen im Race-Modus geradezu reingepeitscht. Die aufmerksame Lenkung zeigt den Weg zum Grenzbereich, wo er dann gut be- herrschbar untersteuernd sein Limit findet. So bleibt er auch mit abgeschaltetem ESP lange gut kontrollierbar. Rabiat und fadingfrei: die Bremsen.

MINI JCW COUNTRYMAN

„Der Mini begeistert mit einem drehwilligen Motor mit viel Drehmoment. Die Lenkung ist zu nervös.“

Malte Büttner, Redakteur

HYUNDAI KONA N

„Auf der Rennstrecke fährt der Kona N seine Talente aus, schafft die beste Zeit.“

Malte Büttner, Redakteur

Etwas schlechter: der Mini, dessen Wandlerautomatik auf der Rennstrecke nicht ganz mithalten kann. Immerhin bietet auch er serienmäßig Allrad, kennt keine Traktionsprobleme. Wenn nichts mehr geht, schiebt er einfach über die Vorderräder raus. Wie auch bei den beiden anderen merkt man dann aber doch den höheren Schwerpunkt im Grenzbereich deutlich. Wer das aber ignoriert, kommt auf überraschend gute Rundenzeiten.

Wie soll der Kona N da mithalten? Schließlich muss er neben der geringsten Leistung auch noch als Einziger mit Vorderradantrieb auskommen. So viel vorab: Es gelingt ihm sogar verblüffend gut. Seine Traktionsprobleme aus dem Stand und die im Vergleich schlechtesten Beschleunigungswerte kaschiert er mit seinem direkten Ansprechverhalten. Wie schon der Technikbruder i30 N wirkt auch der Kona immer, als sei er auf Zug. Stets angespannt und zum Sprung bereit. Zwar kommt er beim Thema Bremsen und auch bei der etwas indirekteren Lenkung nicht ganz mit, auch variieren seine Dämpfer nur zwischen hart und sehr hart. Alles in allem aber macht ihn das in seinem Auftreten authentisch und sympathisch. Ein etwas ungehobelter Terrier, der einfach den Ball jagen will.

VW T-ROC R

In den einzelnen Kapiteln liegt der Kona selten vorn. Aber er leistet sich auch kaum echte Patzer. Er ist nur hier und da etwas weniger ausgefeilt als Mini und VW.

Dass seine Anhän ger ihm das verzeihen dürften, verdankt er seinem Preis: 38 200 Euro. Stolz für einen Kona, fair für Leistung und Ausstattung. Rund 15 000 Euro – entspricht einem neuen Polo – teurer ist der T-Roc R. In dieser Klasse sind das Welten.

Mit 52 200 Euro kaum günstiger ist der Mini, der auch mit seinem langen Wartungsintervall nichts mehr rausreißen kann.

Am Ende ist es ein knappes Ergebnis mit drei Kraftmeiern ohne echte Schwächen. Mit ihren gut getarnten Sportlerherzen zeigen uns alle drei, dass SUV und Fahrspaß keine Gegensätze sein müssen.

„Der T-Roc ist antrittsstark und souverän. Äußerlich bleibt er sehr dezent. Ein echter Underdog.“

Malte Büttner, Redakteur

Trotz weniger Leistung und nur zwei angetriebenen Rädern zeigt der Hyundai Kona auf dem Contidrom sein volles Talent. Das harte Fahrwerk und die maßgeschneiderten Pirelli-Reifen mit HN-Kennung verhelfen ihm auf dem Trockenhandlingkurs zur besten Rundenzeit mit über einer Sekunde Vorsprung auf den T-Roc, der sich dank seiner Antrittsstärke immerhin Sektor 2 sichert. Abgeschlagen: der Mini.

PLATZIERUNG

Punkte maximal 400

1. Hyundai Kona N Laut, giftig – und hart. Dazu komplette Ausstattung, längste Garante und günstigster Preis. 277 Punkte

2. VW T-Roc R Brutaler Antritt, beste Lenkung, viel Platz. Aber auch sehr billige Kunststoffe und: Teuerster im Trio. 276 Punkte

3. Mini JCW Countryman All4 Bäriger Motor, gute Verarbeitung, beste Bremsen und größte Reichweite. 272 Punkte

Fazit

Malte Büttner, Mirko Menke

„Kleine SUV mit reichlich Power - das klappt besser als befürchtet. Vor allem der neue Kona N überrascht mit tollem Motor, sportlichem Fahrwerk und sehr gutem Preis-Leistungs­ Verhältnis. Deutlich teurer: der T-Roc, an dem nur das billige Plastik nervt. Dem Mini bleibt trotz guter Qualität nur Rang drei.