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Die beste Ernährung gegen Krebs


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HÖRZU - epaper ⋅ Ausgabe 44/2022 vom 28.10.2022

GESUNDHEIT

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Bildquelle: HÖRZU, Ausgabe 44/2022

PLUS 3 GESUNDE REZEPTE FÜR DEN ALLTAG

Kaum eine Krankheit löst solche Ängste aus wie Krebs. Selbst wenn Ärzte heute vielen Patienten helfen können, ist das Leiden längst nicht besiegt. Jährlich erkranken weltweit rund 20 Millionen Menschen an einem Tumor, in Deutschland sind es etwa 500.000. Über den Zeitraum des ganzen Lebens betrachtet, trifft es also jeden Zweiten.

Die gute Nachricht: Wir alle können dazu beitragen, diese Zahlen zu senken. Denn: „Etwa die Hälfte aller Krebserkrankungen entsteht heute durch schlechte Ernährung in Kombination mit einem ungesunden Lebensstil“, berichten die Ernährungs-Docs aus der gleichnamigen NDR-Serie in ihrem neuen Ratgeber „Unsere Anti-Krebs-Strategie“ (siehe Buchtipp auf Seite 10). Für Dr. Jörn Klasen, Dr. Matthias Riedl und Dr. Silja Schäfer steht fest: „Bereits eine normale ausgewogene Ernährung reduziert das Risiko deutlich.“

In den letzten Jahren ...

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... haben Wissenschaftler in Sachen Vorbeugung, Diagnose, Therapien und Nachsorge zahlreiche Erkenntnisse gewonnen, was die Heilungschancen wesentlich verbessert hat. „Das Sterberisiko ist in den letzten Jahren bei fast allen Krebsarten gesunken“, berichten die TV-Ärzte. „Fünf Jahre nach der Diagnose leben etwa zwei Drittel der Betroffenen noch.“ Zum Vergleich: Vor 30 Jahren überlebte nur die Hälfte der Patienten diesen Zeitraum.

Bei der Entstehung der Krankheit spielen, neben dem Schicksal, natürlich auch genetische Faktoren eine Rolle. Obwohl Krebs an sich nicht vererbbar ist, haben Menschen, in deren Familie er häufig vorkommt, ein höheres Risiko. Eine entscheidendere Rolle spielt jedoch der Lebensstil, vor allem Tabakkonsum, falsche Ernährungsweise, Bewegungsmangel, Übergewicht, hoher Alkoholkonsum oder fehlender Sonnenschutz. „So gehen Studien, unter anderem von der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC), davon aus, dass zu viel Körpergewicht das Risiko für mindestens 13 Krebsarten erhöht“, erklären die Ernährungs-Docs. Ein Team von Wissenschaftlern um Hermann Brenner vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) hat ermittelt, dass sich 37 Prozent aller Krebsfälle durch eine gesundheitsbewusste Lebenshaltung vermeiden ließen.

Achten Sie bew usst auf Ihren Speiseplan

Ein wesentlicher Faktor ist dabei die Ernährung. Doch eines nehmen Dr. Jörn Klasen, Dr. Matthias Riedl und Dr. Silja Schäfer gleich vorweg: „Es gibt keine sichere Anti-Krebs-Diät, die man nur einhalten muss, um gegen gefährliche Tumoren gefeit zu sein. Trotzdem kann jeder für sich eine ganze Menge tun!“

Was ein Mensch jeden Tag zu sich nimmt, addiert sich auf Tausende Substanzen. Dazu zählen Fette, Eiweiß, Kohlenhydrate, Vitamine, Mineralstoffe und auch sekundäre Pf lanzenstoffe. Einige haben krebshemmende Wirkung, andere sind eher ungünstig für die Gesundheit. Insgesamt kommt es jedoch auf das Ernährungsmuster eines Menschen an und nicht auf einzelne Lebensmittel. „Beim Speiseplan sollte man auf eine ausgewogene, vorwiegend pflanzliche Kost setzen, um es potenziellen Krebszellen möglichst schwer zu machen“, so die TV-Ärzte. Auf diese Art kann man auch am besten dem schädlichen Übergewicht zu Leibe rücken und so sein Risiko weiter minimieren.

Zu den großen Stars einer Anti-Krebs-Ernährung zählen sekundäre Pflanzenstoffe, die in Obst und Gemüse stecken. Mehr als 100.000 dieser Substanzen sind bis dato bekannt. Zu ihnen zählen Farb-, Bitter- und Aromastoffe. Sie schützen Pflanzen vor Fraßfeinden, Parasitenbefall und UV-Strahlung. Im menschlichen Körper stärken sekundäre Pflanzenstoffe das Immunsystem, fangen zellschädigende aggressive Sauerstoffverbindungen (freie Radikale) ab oder bekämpfen sogar Krebszellen. So senken etwa Carotinoide das Risiko, an Lungen- und Brustkrebs zu erkranken. Phytoöstrogene, die als Isof lavone zum Beispiel in Sojabohnen stecken, schützen möglicherweise vor Tumoren der Lunge und auch vor Brust- und Prostatakrebs. Und Glucosinolate, Aromastoffe aus Kohl, Rucola und Kresse, können dem Körper helfen, über Schalter an den Genen gegen Krebszellen vorzugehen.

Jeder von uns kann gesunde Inhaltsstoffe ganz einfach für sich nutzen, indem er täglich ausreichend frische Pflanzenkost isst. „Mindestens 400 Gramm, noch besser 500 Gramm Gemüse sollten täglich auf den Tisch kommen“, empfehlen die Ernährungs-Docs. Zu den Sorten mit hoher Antikrebswirkung zählen Kohlarten wie Rosenkohl, Grünkohl, Brokkoli oder Weißkohl, Tomaten, Rote Bete, Spinat, Sojabohnen und Artischocken. „Aber auch in Kräutern und Gewürzen findet sich ein Füllhorn an sekundären Pf lanzenstoffen.“ Besonders reich daran sind die heimischen Kräuter Dill, Schnittlauch und Kresse. Unter den Gewürzen gehören Chili, Kümmel, Kurkuma, Ingwer und Zimt zu den Top-Lieferanten. Obst enthält ebenfalls sekundäre Pflanzenstoffe, allerdings viel weniger als Gemüse. Empfehlenswert sind Zitrusfrüchte und Beeren wie etwa Himbeeren, Heidel- oder Johannisbeeren. Obstsorten wie Ananas, Bananen, Süßkirschen oder Weintrauben sollte man nur in Maßen essen, denn sie sind stark zuckerhaltig. Obst und Gemüse enthalten auch eine Menge an Vitaminen. Hier sind es vor allem Folsäure, Provitamin A (Betacarotin), Vitamin A, C, E und D, die sich als sehr effektive Mitstreiter im Kampf gegen den Krebs bewährt haben.

BUCHTIPP

Dr. Jörn Klasen, Dr. Matthias Riedl, Dr. Silja Schäfer Die Ernährungs-Docs. Unsere Anti-Krebs-Strategie ZS Verlag 192 S., 24,99 €

Zu den Lebensmitteln, die medizinartige Wirkung haben, zählen auch Kaffee und Schokolade, die bisher eher als Krankmacher galten. Mit einem Kakaoanteil von mindestens 70 Prozent gehört dunkle Schokolade neben Heidelbeeren und Traubenkernmehl zu den wertvollsten Lieferanten des Pflanzeninhaltsstoffs Proanthocyanidin. Dieses Flavonoid neutralisiert Radikale und beugt Zellmutationen vor. Kakao ist zudem reich an antikrebswirksamen Polyphenolen.

Kaffeebohnen enthalten ein ganzes Sammelsurium an bioaktiven Substanzen, die oxidativen Stress mindern und Entzündungen hemmen. Untersuchungen zufolge schützen sie wahrscheinlich vor Leber- und Endometriumkrebs. Vielleicht bietet der Wachmacher auch Mund, Rachen, Kehlkopf und der Haut Schützenhilfe gegen Krebs. „Zudem gibt es Hinweise, dass durch Kaffeegenuss das Risiko für Brustund Prostatakrebs sinkt“, wissen die Ärzte.

Viele Krebsfälle gehen auf das Konto von hochverarbeiteten Produkten mit zu viel Industriefetten, Stärke, Zucker und Salz. Auch Fleisch und Wurstwaren gelten als Risiko für bestimmte Krebsarten. Zwar liefern Schwein und Rind wertvolle Nährstoffe wie Eisen sowie die Vitamine B1, B6 und B12. Allerdings wurde rotes Fleisch von der IARC (International Agency for Research on Cancer) als „wahrscheinlich krebserregend“ und verarbeitetes Fleisch als „sicher krebserregend“ eingestuft. „So steigt etwa das Darmkrebsrisiko schon bei einem täglichen Verzehr von 50 Gramm verarbeitetem Fleisch um 18 Prozent“, berichten die Spezialisten. Wurstwaren könnten laut einer Übersichtsarbeit der DGE auch das Brustkrebsrisiko erhöhen. Deshalb sollten pro Woche nicht mehr als 350 bis 500 Gramm rotes Fleisch auf den Teller kommen. Um den Körper mit ausreichend Eiweiß zu versorgen, können Gef lügel, Fisch sowie Eier und Milchprodukte auf dem Speiseplan stehen.

Fisch hat als Alternative zu Fleisch einen weiteren Vorteil: Er enthält wertvolle Omega-3-Fettsäuren, die Entzündungen eindämmen, unkontrollierte Zellteilung im Tumorgewebe hemmen und die Neubildung versorgender Gefäße dort bremsen. „Pf lanzenöle wie Raps- und Leinöl sind ebenfalls reich an Omega-3-Fetten“, fügen die Ernährungs-Docs hinzu.

Krebs vermeiden heißt Übergewicht abbauen

Je größer das Übergewicht ist, desto höher das Krebsrisiko. „In Großbritannien gehen heute schon mehr Fälle von Darm-, Nieren-, Leber- und Eierstockkrebs auf übermäßiges Körpergewicht zurück als auf Rauchen“, wissen die Experten. Softdrinks und Fast Food begünstigen eine Gewichtszunahme ebenso wie viele hochverarbeitete Produkte, Weißmehl und Zucker. Eine Ernährungsumstellung kann helfen, überschüssige Pfunde loszuwerden – wenn man sich zusätzlich regelmäßig bewegt. Tipp der Ernährungs-Docs: „Oft helfen schon kleine Änderungen: etwa Vollkornbrot statt Weißbrot, mehr Gemüse und Hülsenfrüchte und dafür weniger Fleisch oder ungesüßten Tee oder Wasser anstatt Softdrinks zu konsumieren.“

Fazit: Was jeden Tag auf den Teller kommt, kann sehr viel bewirken, wenn es darum geht, das Krebsrisiko zu senken.

CLAUDIA BROCK

GESUNDER GENUSS 3 LECKERE REZEPTIDEEN

Erdbeer-Ziegenkäse-Bruschetta

Für 2 Personen Zubereitungszeit: ca. 40 Minuten

125 g Erdbeeren (eventuell auch tiefgekühlt) säubern,putzen und achteln. 1kleinenZweigRosmarinwaschen, trocken tupfen, dritteln, mit den Beeren vermengen. 1ELPinienkernein einer Pfanne ohne Fett rösten, abkühlen lassen. 2ScheibenDinkelvollkornbrot(à 50 g) jeweils halbieren und im Toaster rösten. Brote mit 100gZiegenfrischkäse(mind. 42 % Fett i. Tr.) bestreichen, mit Pfefferaus der Mühle würzen. Rosmarin entfernen. Die Erdbeeren auf den Broten verteilen, mit 2TLAcetobalsamicobeträufeln, mit den Pinienkernen bestreuen.

Nährwerte pro Portion: ca. 350 kcal, 14 g EW, 19 g F, 52 g KH, 10 g BST, 7,5 g MUFS

Lachs mit Kartoffeln und Paprikaquark

Für 2 Personen

Zubereitungszeit: ca. 40 Minuten

ZUTATEN

300 g kleine festkochende Kartoffeln

• Salz

• 100 g geröstete rote Paprikaschoten (aus dem Glas)

• 1 EL Olivenöl

• 2 TL Leinöl

• 250 g Speisequark (20 % Fett i. Tr.)

• 50 g gemischte Kräuter (z. B. Schnittlauch, Petersilie, Dill)

• Pfeffer aus der Mühle

• ½ TL gemahlener Kümmel

• 2 Lachsfilets (ohne Haut, à 160 g)

1 Die Kartoffeln gründlich waschen und mit Schale in Salzwasser 20–25 Minuten garen. Abgießen, ausdampfen lassen.

2 Die Paprika abtropfen lassen, mit 1 TL Olivenöl und dem Leinöl in einem hohen Rührbecher mit dem Stabmixer fein pürieren.

Den Quark unterrühren. Kräuter waschen und trocken schütteln, Schnittlauch in feine Röllchen schneiden, Petersilie und Dill von den Stielen zupfen und fein hacken. Zwei Drittel der Kräuter zum Paprikaquark geben, anschließend mit Salz, Pfeffer und Kümmel würzen.

3 Die Lachsfilets waschen und trocken tupfen, auf beiden Seiten mit Salz und Pfeffer würzen. Das restliche Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und den Lachs darin auf jeder Seite 3–4 Minuten braten. Den Lachs mit Kartoffeln und Paprikaquark anrichten, mit den restlichen Kräutern bestreuen. Nährwerte pro Portion: ca. 660 kcal, 52 g EW, 35 g F, 30 g KH, 4 gBST, 9,4 g MUFS

Mini-Mohn-Cheesecake mit Himbeeren

Für 4 Personen

Backofen auf 160 ˚C vorheizen.50gHafervollkornkeksein einem Gefrierbeutel mit der Teigrolle fein zerbröseln und (bis auf 1 EL) mit 20gweicherButterverkneten. In vier ofenfeste Gläser (à 150 ml) verteilen und andrücken. 200gDoppelrahmfrischkäse,1ELSchmand(24 % Fett) und 1Ei(Größe M) verrühren. 30gbraunenRohrzucker,1ELMohn,¼TLgemahleneVanilleund½ELDinkelvollkornmehlmischen, mit 100gtiefgekühltenHimbeerenunter die Frischkäsemasse rühren. In die Gläser füllen, diese in eine Auflaufform stellen und auf die mittlere Schiene in den Ofen schieben. Form zu zwei Dritteln mit kochendem Wasser füllen. Küchlein etwa 30 Minuten backen, abkühlen lassen, mit 50gHimbeerenund übrigen Bröseln garnieren.

Nährwerte pro Portion: ca. 360 kcal, 10 g EW, 27 g F, 18 g KH, 3 gBST, 1,9 g MUFS