Lesezeit ca. 40 Min.
arrow_back

DIE BESTEN DER BESTEN


Logo von FIDELITY
FIDELITY - epaper ⋅ Ausgabe 3/2022 vom 14.04.2022

DIE AUSGEZEICHNETEN PERSÖNLICHKEITEN, FIRMEN UND PRODUKTE 2020 – 2022

Artikelbild für den Artikel "DIE BESTEN DER BESTEN" aus der Ausgabe 3/2022 von FIDELITY. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: FIDELITY, Ausgabe 3/2022

Herrschaftszeiten, schon wieder sind zwei Jahre vergangen – zwei turbulente zudem, an die wir uns noch lange erinnern werden. Obwohl es sich mitunter wie ein Marathonlauf anfühlte – es gab jede Menge Verzögerungen, Lieferengpässe und ähnliche Unbill –, konnten wir erneut hunderte Testgeräte in unseren Hörräumen begrüßen und Ihnen dann in FIDELITY oder auf unserer Homepage www. fidelity-online.de vorstellen. Da wir uns beim Bestellen der Testkomponenten bereits auf Highlights konzentrieren, ist es gar nicht einfach, für unsere AWARDS eine Auswahl zu treffen. Außerdem sprechen wir bei HiFi über eine Leidenschaft, die sich nie vollständig objektivieren lässt. Vor allem Konzepte wie hochgezüchtete Röhrenverstärker, Hornlautsprecher oder offene Schallwände – um nur einige Beispiele zu nennen – polarisieren bisweilen. Auch abseits ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 6,99€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von FIDELITY. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1050 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 3/2022 von FIDELITY – MAGISCHE MOMENTE. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
FIDELITY – MAGISCHE MOMENTE
Titelbild der Ausgabe 3/2022 von LIEBE LESER ,. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
LIEBE LESER ,
Titelbild der Ausgabe 3/2022 von NUR EINEN KLICK ENTFERNT. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
NUR EINEN KLICK ENTFERNT
Titelbild der Ausgabe 3/2022 von GEWINNSPIEL. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
GEWINNSPIEL
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
DIESER DOKTOR HAT DEN DRE RAUS
Vorheriger Artikel
DIESER DOKTOR HAT DEN DRE RAUS
HANS M. STRASSNER
Nächster Artikel
HANS M. STRASSNER
Mehr Lesetipps

... davon fallen Entscheidungen manchmal schwer, etwa wenn es darum geht, ein exzellentes Gerät zu prämieren und ein vergleichbares beiseitezuschieben. Verzeihen Sie uns daher, wenn es vor allem in stark frequentierten Rubriken zu unvermeidlichen Mehrfachnennungen kommt.

Was ist der FIDELITY AWARD?

Der FIDELITY AWARD versteht sich ohnehin nicht im Sinne eines Siegertreppchens. Wie bereits gesagt, konzentrieren wir uns bei der Auswahl der Testkandidaten auf Highlights, die zum Charakter unseres exklusiven Magazins passen. Mit unserem AWARD würdigen wir innerhalb dieser exklusiven Selektion Komponenten, die sich durch ihre Spielfreude, Ausgefeiltheit oder durch bestimmte Features und Eigenschaften zu den besten und interessantesten ihrer Rubrik zählen dürfen. Unsere jeweiligen Beweggründe für die Prämierung eines Kandidaten erfahren Sie auf den kommenden Seiten. Neu an Bord – auch dazu werden Sie gleich mehr lesen – ist der Sonderpreis „HiFi Legend“, den eine Komponente erhält (viele Leser werden uns hier sicher zustimmen), bei der wir einfach nicht anders konnten. Diesen Preis möchten wir übrigens nicht als feste Rubrik verstanden wissen: Hersteller und Kompo-nenten müssen sich schon gehörig anstrengen, um in diese Sonderrubrik zu gelangen – und das über einen ziemlich langen Zeitraum hinweg. Schließlich gehört einiges dazu, um zur echten „Legende“ zu werden. Bei der Auswahl unserer Preisträger bemerkten wir, dass sich die schon vor zwei Jahren erkennbaren Trends ungebrochen fortsetzen: Während aktive Lautsprecherkonzepte und vor allem die Integration DSP-gesteuerter Raumentzerrungen immer tieferes Fahrwasser erreichen, wird es allmählich Zeit, Abschiedsgedichte für den CD-und SACD-Spieler zu verfassen. Hatten wir solche Aussagen früher mit einem Augenzwinkern garniert, ist es nun Gewissheit, dass die Geräte aus der „Kaufklasse“ verschwinden. Dem kann man zwei gute Nachrichten entgegenstellen: Zum einen hält der analoge Boom ungebrochen an, Plattenspieler und Phonoentzerrer stehen mit beiden Beinen auf stabilem Untergrund. Außerdem gilt festzuhalten, dass HiFi ein immer exklusiveres Hobby wird. Noch nie konnte man so viel Geld in seine Anlage stecken wie heute. Von diesem Eindruck sollte man sich jedoch nicht beirren oder einschüchtern lassen, denn selten boten die günstigen Alternativen derart viel Leistung und Features wir heute.

Wer darf einen FIDELITY AWARD bekommen?

Die Rahmenbedingungen sind denkbar einfach: Für den FIDELITY AWARD 2022 waren grundsätzlich alle Geräte, Zubehörprodukte sowie Technologien qualifiziert, zu denen wir eine objektive Aussage machen können. Das trifft auf alle Produkte zu, die wir im Haus hatten, und schließt einen erlesenen Kreis von Komponenten mit ein, die wir bei Firmenbesuchen ausgiebig testen durften. Als zweite Bedingung musste es sich um Kandidaten handeln, deren Tests bereits veröffentlicht wurden (im Printmagazin oder online). Der gesteckte Zeitrahmen umfasst dabei die FIDELITY-Ausgaben № 50 bis № 61 sowie Online-Tests desselben Produktionszeitraums, also von März 2020 bis März 2022. Als dritte Bedingung mussten die gekürten Produkte aktuell sein: Zum Zeitpunkt der AWARD-Vergabe waren alle Preisträger im Handel erhältlich. Hierbei ist zu beachten, dass die HIGH-END-Messe im Mai den Produktzyklus vieler Hersteller bestimmt. Es kann daher zwischenzeitig zu Generationswechseln gekommen sein, die wir bei der Kür noch nicht absehen konnten. Und nun wünschen wir Ihnen viel Spaß mit den FIDELITY AWARDS 2022!

Die vollständige Liste der FIDELITY-AWARD-2022-Preisträger finden Sie auf unserer Internetseite: www.fidelity-online.de

Transrotor TRA 9

Die Herren Räke wissen wirklich, wie man aus der Not eine Tugend macht: Als der bewährte Hauslieferant SME durchscheinen ließ, er wolle künftig nur noch Tonarme für seine eigenen Laufwerke herstellen, beschloss man bei Transrotor kurzerhand, einen eigenen zu entwerfen – und lieferte gleich beim ersten Anlauf ein feinmechanisches Meisterstück ab. An allen Ecken und Enden der gesamten Konstruktion findet sich der Transrotor-typische Perfektionismus wieder: So vertraut man bei der Herstellung des zweiteiligen Tonarmrohres aus zwei unterschiedlichen Aluminiumlegierungen auf den Hightech-Maschinenpark eines Automobilzulieferers, während mit einem speziellen Siegellack befestigte Muttern auch das letzte Restchen Lagerspiel tilgen. Das Ergebnis der Entwicklungsarbeit ist ein Tonarm, der technisch wie haptisch ein absolut ebenbürtiger Spielpartner für die Laufwerke und Tonabnehmer aus Bergisch Gladbach ist und nebenher die Fertigungstiefe des Herstellers nochmals erhöht.

Streifzug durch 100 Jahre HiFi – 1

DIE FRÜ HZEIT

Welche Alben prägten ihre Jahrzehnte? Welche Musik, welche Aufnahmetechnik ist auch nach den Maßstäben der 2020er Jahre ansprechend, vielleicht sogar herausragend? Ein subjektiver Streifzug durch 100 Jahre HiFi.

Vor der breiten Einführung der LP in den 1950er Jahren war der Begriff „Album“ unbekannt. Auf normalgroße

Schellackscheiben passte pro Plattenseite maximal ein Lied, eine Arie, die Hälfte eines sinfonischen Satzes. Gesamtaufnahmen von Opern oder Sinfonien gab es dennoch, aber sie verteilten sich auf unzählig viele bruchgefährdete Schallplatten und waren deshalb ein exklusives Vergnügen für Gutbetuchte. Wer sich dafür interessiert, möge selbst auf die Suche gehen.

Thorens TD 124 DD

Analog, Vinyl und Retro-Charme erfreuen sich ungebrochener Beliebtheit. Kaum ein anderer Hersteller kann diese Begriffe so überzeugend vereinen wie Thorens. Der TD 124 basiert unverkennbar auf jenem legendären Original, das von 1957 bis 1967 produziert wurde und bis heute eine treue Fangemeinde um sich schart. Doch der neue „Doppel-D“ ist mehr als eine bloße Kopie: Ausgestattet mit einem resonanzoptimierten Aluminiumdruckguss-Chassis, dessen Hohlräume mit Flüssiggummi ausgefüllt werden, einem geschirmten Netzteil und technischen Finessen wie dem Rubinlager der Antiskating-Vorrichtung, ist der Dreher auf der Höhe der Zeit. Der wohl größte Bruch liegt in der Abkehr vom Reibradantrieb. Anders als sein Urahn wird der DD von einem ultrapräzisen, extrem kräftigen Direktantrieb auf Drehzahl gebracht, was ihm ungekannte Laufruhe beschert. Zur Abrundung des Pakets entwickelte Ortofon ein passendes SPU, das sich unkompliziert an jedem MC-Entzerrer betreiben lässt. Schöner und klangvoller kann man sich vollendenten Vinyl-Charme momentan nicht in die Kette holen.

Børresen Acoustics Z5 Cryo Edition

„Du willst 100 Prozent erreichen? Dann kümmere dich selbst um jedes Detail!“, könnte man die Devise von Børresen Acoustics zusammenfassen. Wo sich die meisten Hersteller bei Bauteilen von der (wenn auch hochwertigen) Stange bedienen, setzten die Dänen nahezu vollständig auf Eigenentwicklungen. Und das in aller Konsequenz: Da sich beispielsweise die dämpfenden Füße der Z5 in der geforderten Präzision nicht mit Laubsäge und Schleifpapier basteln lassen, entwickelte der Hersteller einen Maschinenpark, der es ermöglicht, die Bauteile kompromisslos zu fertigen. Gleiches gilt für die einzigartigen Treiber, die wie alle Metallteile des Lautsprechers einer mehrtägigen Kältebehandlung bei −196 Grad unterzogen werden. Der Vorgang soll die Materialien entspannen und ihre Resonanzeigenschaften verbessern. Diese Liebe zum Detail kann man hören: Die Z5 Cryo Edition verschwindet als wahrnehmbare Schallquelle und reproduziert genau das, was während der Aufnahme eingefangen wurde – völlig verzerrungsfrei, dynamisch und mit einer Präsenz, die nicht von dieser Erde stammt!

Lehmannaudio Decade Jubilee

Zum Dreißigsten schenkte sich der Kölner HiFi-Spezialist Lehmannaudio die herausragende „Jubilee“-Variante seines bewährten Phonoentzerrers Decade. Man sollte sich nicht davon täuschen lassen, dass sich beide Geräte – Vorbild und Jubilar – zum Verwechseln ähnlich sehen. Norbert Lehmann hinterfragte jeden Winkel des Platinenlayouts, überprüfte die Bauteile auf Alternativen und bettete seinen Vorverstärker auf 3S-Gerätefüße. Das Ergebnis ist im Prinzip ein vollkommen neu entwickelter Entzerrer, dessen klangliche Ausgefeiltheit und Bühnenabbildung das Original merklich hinter sich lassen. Konzept, Features und Möglichkeiten sind derweil identisch geblieben: Wie gewohnt kommt der Decade Jubilee in zwei Gehäusen, die Verstärkerschaltungen und Stromaufbereitung voneinander isolieren. Er bedient MC-sowie MM-Abtaster und kann über mehrere Schalterreihen am Gehäuseboden feinfühlig an den Pickup angepasst werden. Kurzum: Lehmannaudios neuer Edel-Entzerrer ist ein herausragender Alleskönner.

FinkTeam Kim

Mit dem kompakten Kim (Trekkies wissen: Fähnrich Kim ist ein Herr) ist FinkTeam ein Lautsprecher gelungen, der seine Zuhörer vom ersten Augenblick an fesselt, anmacht und begeistert. Neben unerhörter Musikalität dürfte das vor allem darauf gründen, dass der Kompakte so gar nicht „kompakt“ tönen mag. Kim besitzt ein zugespitztes Zweiwege-Konzept in einem herausragend verarbeiteten Gehäuse, das einen fest verankerten Ständer mitbringt. Der ist bewusst schlicht gehalten, damit er dem Klang keine wahrnehmbaren Reflexionen hinzufügt. Ein großer Air-Motion-Transformer (110 mm) sorgt für Transparenz und Durchsicht bis in Sphären von 25 Kilohertz, während der superbe Achtzoll-Treiber präsente Mitten und ein Fundament bis hinunter zu beeindruckenden 35 Hertz hinzufügt. Über einen Subwoofer muss man da selbst in mittelgroßen Räumen nicht nachdenken. Zwei Schalter am Terminal erlauben die Abstimmung des Hochtons und passen die Bassdämpfung an den Verstärker an, was der … Verzeihung, dem Kim extreme Flexibilität verleiht.

VALVET E3

VALVET betreibt in seiner Stereo-Endstufe E3 je einen Leistungstransistor pro Kanal in der sonst eher in Triodenkreisen gängigen Single-Ended-Class-A-Schaltung. Dementsprechend wuchert der Verstärker nicht mit Parameterpfunden – 12 Watt an 8 Ohm müssen reichen –, lässt dafür aber die Musik vor einem rabenschwarzen Hintergrund entstehen und sich beispiellos fließend ausbreiten. Die dynamischen Fähigkeiten sind dabei verblüffend, egal ob flüsterleise oder nachbarschaftsgefährdend laut.

Dynaudio Evoke 30

Wie seit Jahrzehnten gewohnt baut Dynaudio wieder einen unauffällig designten Standlautsprecher aus MDF mit Membranen aus MSP (Magnesiumsilikat-Polymer) im Tiefmittelton und einer 28-Millimeter-Seidenkalotte. Und ebenfalls wie gewohnt lässt das klangliche Ergebnis die Technik vergessen und stellt Musik unaufgeregt, natürlich und bar jeden künstlichen Spektakels in den Raum – in einer Gesamtqualität, die in der Preisklasse schwer zu erreichen, geschweige denn zu toppen ist.

Streifzug durch 100 Jahre HiFi – 2

1902

DIE AUSNAH M E

Alessandro Moreschi – The Last Castrato (Opal): Aufgenommen 1902 und 1904. Eine Stimme wie aus einer anderen Daseinssphäre. Mit moderner Digitaltechnik so elegant restauriert, dass es keiner großen Fantasie bedarf, um das Besondere des Augenblicks nachvollziehen zu können. Natürlich fehlt angesichts der wahrhaftig archaischen Aufnahmetechnik in allen Frequenzbereichen etwas – aber Moreschis Gesangskunst, wiewohl nicht mehr auf jugendlicher Höhe, überstrahlt solche Defizite. Ein tiefer Blick in eine versunkene Epoche.

Aqua LinQ

Aquas Konzept lässt sich schwer (be)greifen, wenn man den erstaunlichen LinQ nicht von innen gesehen hat. Es handelt sich um eine Netzwerk-Bridge, um einen Streamer, der keinen eigenen D/A-Wandler besitzt. Was im ersten Moment nach einer Einschränkung klingt, bietet zwei entscheidende Vorteile: Zum einen werden die integrierten Hochbit-Medienspieler nicht durch überflüssige Baugruppen beeinflusst, zum anderen lassen sich beide Komponenten – Streamer und DAC – unabhängig aufrüsten, sollten neue Bandbreiten, Tonformate oder Streamingdienste auf der Bildfläche erscheinen. Der Grund, weshalb wir die Bridge mit dem FIDELITY AWARD würdigen, liegt jedoch an einer ganz anderen Stelle. Die Italiener bezeichnen ihren Renderer als „long living“. Das wirkt im ersten Moment wie ein typischer Werbeslogan, da man digitale Komponenten mit vielem, jedoch sicher nicht mit Langlebigkeit verbindet. Doch beim LinQ wurden alle Weichen für eine enorme Lebensspanne gestellt. Als Basis der klangvollen Bridge dient ein Baugruppenträger, sämtliche Funktionen und Fertigkeiten sind als wechselbare Module aufgesockelt. Das bedeutet Arbeitsteilung und Diskretion in Vollendung: Eine Netzaufbereitung sorgt für sauberen Strom, während sich das Mainboard und ein ebenfalls modularer 64-Bit-ARM-Prozessor um den verlustfreien Transport der Rohdaten kümmern. Das „Rendern“ (so nennt man das Umwandeln von Tonformaten ins S/PDIF-Format) managen eine UPnP/DLNA-Platine sowie ein separates Roon-Board, dessen Architektur der Hersteller „NAA“ (No-Compromise Audio) nennt. Es stecken also mehrere hochspezialisierte Streaming-Bridges im Gehäuse. Damit jede dieser Einheiten möglichst saubere Netzwerkdaten erhält, wurde außerdem ein Switch integriert, der alle LAN-Daten neu taktet und die interne Datenverarbeitung hermetisch vom Heimnetzwerk abriegelt. Für zukünftige Erweiterungen sind noch Steckplätze frei, an einem „Squeezebox“-Modul arbeiten die Italiener bereits. Damit zählt Aquas LinQ momentan fraglos zu den intelligentesten Netzwerkspielern am Markt.

Audiovector R6 Arreté

Was auf den ersten Blick wie eine wohnzimmerfreundlich schmale, konventionell aufgebaute Standbox wirkt, birgt einige bemerkenswerte Überraschungen. Einige Beispiele: Der Bass obliegt nicht den beiden sichtbaren Konustreibern, sondern einem nach unten abstrahlenden, isobarischen Tieftönerpaar, ein nach hinten strahlender Dreizoll-Treiber macht den Lautsprecher zum Quasi-Dipol, und ein Erdungskabel leitet Verzerrungen der Tiefmitteltöner über das Stromnetz ab. Der Klang ist von bedingungsloser Ehrlichkeit ohne jede Effekthascherei.

HiFi Rose RS250

Der Netzwerkplayer HiFi Rose RS250 ist ein ohrenschmeichelnder Alleskönner, der mit seinen Klangqualitäten, vor allem aber mit einem hervorragenden Bedienkonzept begeistert. Über das großformatige Touchdisplay lassen sich vom Streaming über den Konsum von Youtube-Videos bis hin zur CD-Wiedergabe über das optionale Laufwerk alle Funktionen vorbildlich intuitiv steuern. Der interne DAC und ein wohlklingender Kopfhörerausgang machen den RS250 zu einer echten Komplettlösung.

Vimberg Tonda D

Nennen Sie uns verrückt, einen Lautsprecher für über 30 000 Euro als „Best Buy“ zu prämieren … Die Erklärung für unsere Entscheidung findet sich in der Abstammung der Tonda D: Bei Vimberg handelt es sich um den Ableger der HiFi-Manufaktur Tidal Audio. Und im Vergleich zu den herausragend exklusiven Systemen der Kölner erscheint die beinahe 100 Kilogramm wiegende Standbox erschwinglich. Da Jörn Janczak jedoch ein unverbesserlicher Perfektionist ist, vererbte er viele seiner Konzepte, Technologien und Herangehensweisen an die Vimberg-Familie. Neben exquisit gestalteten und in Handarbeit gefertigten Gehäusen gilt das vor allem für die kompromisslosen Treiber von Accuton, zu denen beim D-Modell auch ein Diamanthochtöner zählt. Klanglich zählt die Tonda zu den ehrlichsten und präzisesten Schallwandlern, die wir in den vergangenen Jahren hören durften. Sie markiert den Einstieg in die absolute Top-Liga: Eine Superbox zum fairen Preis, die – leider müssen wir unsere Testmuster zurückgeben – eine bis heute spürbare Lücke in unserem Hörraum hinterließ.

Mark Levinson No. 5101

All denjenigen, die eine SACD-Sammlung ihr Eigen nennen, liefert Mark Levinson einen Grund zum Jubeln: Die No. 5101 ist nach einigen Jahren der Abstinenz wieder eine HiRes-Quelle, die auch physische Medien verarbeitet. Der wie bei Mark Levinson üblich tresorgleich verarbeitete Bolide setzt beim Laufwerksmechanismus auf eine im eigenen Hause entwickelte Slot-in-Lösung, die besonders robust und immun gegen Vibrationen und Temperaturunterschiede sein soll. Um einen ESS Sabre-DAC herum haben die Entwickler eine beeindruckende vollsymmetrische Achtkanal-Architektur aufgebaut: Pro Kanal arbeiten jeweils vier parallele DAC-Kanäle einer ebenfalls vollsymmetrischen, diskret aufgebauten Ausgangsstufe zu. Gespeist wird das alles von einer aufwendigen Stromversorgung, die ein hocheffizientes Schaltnetzteil für das Laufwerk mit einem linearen Netzteil für DAC und Ausgangsstufe kombiniert. Das Ergebnis sind nicht nur extrem niedrige Verzerrungen und himmelhoher Dynamikumfang, sondern auch eine überlegene Raumabbildung und Detailauflösung. Bei aller Neutralität und tonalen Richtigkeit wirkt die No. 5101 dabei nie analytisch, sondern glänzt im Gegenteil mit ausnehmender Musikalität. No. 5101 ist jedoch mehr als nur ein Player für ein zwar klanglich hervorragendes Format, das sich allerdings auf breiter Front nie durchsetzen konnte: Das Vorhandensein eines DACs, der neben DSD eben auch PCM bis hin zu einer Auflösung von 384 Kilohertz verarbeiten kann, hat man mit der Zugabe einer Streamingfunktionalität intelligent genutzt. Mittels der Harman-eigenen App „MusicLife“ hat der Nutzer Zugriff auf alle gängigen Streamingdienste wie Qobuz oder Tidal. Ein koaxialer und optischer Digitaleingang machen den Player im Grunde zu einer universell einsetzbaren Quelle, die den gesamten digitalen Musikbestand auf höchstem Niveau verarbeiten kann – inklusive Musik von der heute oft vernachlässigten SACD.

Keces Sphono

“Jack of all trades and master of none”? Diesen Vorwurf muss sich der Keces Sphono absolut nicht gefallen lassen. Die Ausstattung ist in der Tat beachtlich – das in ein eigenes Gehäuse ausgelagerte Netzteil ist dabei nur das augenfälligste Merkmal. Der Preamp bietet gleich vier Eingänge: zwei für MM und zwei für MC mit jeweils separat einstellbaren Werten für Eingangsimpedanz und Kapazität, womit er sich bestens für Betreiber mehrerer Plattenspieler beziehungsweise Tonarme eignet. Zudem lässt sich per Kippschalter an der Front zwischen RIAA-und IEC-Entzerrung umschalten. Ein weiterer erlaubt unabhängig von der gewählten Kurve das Zuschalten eines Subsonic-Filters. Und der Ausstattungsreichtum geht eben keineswegs auf Kosten der Performance. Der Sphono glänzt mit einem mustergültigen Rauschabstand, was sich in einer enorm klaren, differenzierten und durchhörbaren Darbietung äußert, die den Sphono preisklassenbezogen bequem im Reigen der Besten platziert.

ELAC Miracord 50

Inmitten der betont luxuriösen Welt des Plattenspielerbaus hat ELAC mit dem Miracord 50 einen erfrischen günstigen Dreher mit einem ordentlichen integrierten Phono-Pre auf die Silikonfüße gestellt. Der Plug’n’Player bietet genug klangliches Potenzial, um durch Upgrades an allen Ecken und Enden – vom System über die Phonovorstufe bis hin zu den Füßen – mit dem Hörer zu wachsen. Dabei vermittelt der Miracord 50 bereits ab Werk den Charme der Vinylwiedergabe und wird so zur perfekten Einstiegsdroge für den audiophilen Nachwuchs.

Lyric Audio PS 10

Im hessischen Schlüchtern entsteht in Handarbeit der Phonovorverstärker Lyric PS 10. Das Single-Ended-Class-A-Schaltungskonzept sowie ein penibles Röhrenmatching sorgen für tadellose Messwerte. Der Phono-Pre gibt sich vorbildlich neutral und begeistert mit einer herausragenden Musikalität. Mit dieser Klangcharakteristik und den getrennten MM-und MC-Eingängen harmoniert der PS 10 bestens mit jedem Tonabnehmer und jedem Musikgenre.

MUTEC REF10 SE120

Jitter (respektive Phasenrauschen) ist der meistberüchtigte Störenfried in der digitalen Audiowiedergabe. Insofern macht die auf den ersten Blick extreme Maßnahme, die Taktung der Audiodatenströme einem externen Taktgenerator zu überantworten, durchaus Sinn. Und unter diesen Taktgebern sind nur wenige so extrem rauscharm wie MUTECs REF10 SE120. Die Master-Clock verleiht digitalen Systemen eine holografische Bühnenabbildung und sorgt für vollständige Abwesenheit jeglicher digitalen Härte.

Ansuz Acoustics Mainz8 A2

Der dänische Stromverteiler gehört zu jener Sorte Zubehör, von dem man besser die Finger lassen sollte, wenn man nicht gewillt ist, die Konsequenzen zu tragen. Oder anders gesagt: Hat man einmal gehört, wie diese Netzleiste die Abbildung in Tiefe und Breite erweitert, wie sie den Bass schwärzt und die Detailzeichnung verbessert, wird man nicht mehr darauf verzichten wollen. Ansuz Acoustics erzielt diese faszinierende Wirkung durch einen handverlesenen Materialmix und eine Konstruktion, die Resonanzen von vornherein den Garaus macht. Außerdem stellt der Verteiler einen extrem festen Massebezug innerhalb der Anlage her. Insgesamt lassen sich acht Komponenten anschließen, die in absteigender Hierarchie vom Vorverstärker über die Quellen bis zu den Endstufen angeordnet werden. Auf diese Weise kann man jeder guten Anlage garantiert den letzten Schliff verpassen!

Q Acoustics Q Active 200

Mit der Q Active erweiterten die Briten ihr Portfolio um einen smarten Lautsprecher, der in so ziemlich jeder Hinsicht außergewöhnlich ist: Die 200 ist eine Vollaktive, die schnurlos über einen externen Hub angesteuert wird. Neben einem analogen Eingang (wahlweise Line oder Phono-MM) und zwei digitalen Anschlüssen (optisch/HDMI) bietet die Breakout-Box auch Bluetooth sowie einen vollwertigen Roon-kompatiblen Streamer, der viele Webdienste unterstützt. Abgesehen von je einem Stromkabel sind die beiden Q Active vollkommen autark – man kann sie auf ihren eleganten optionalen Dreibein-Stativen also überall im Wohnraum platzieren. Klanglich ist die Funkverbindung keine Einschränkung. Im Hörtest erwies sich die smarte Britin als musikalisch, transparent und kraftvoll. Kurz gesagt: Während sich die anderen noch streiten, wie die Zukunft von HiFi aussehen könnte, ist Q Acoustics schon angekommen.

Finite Elemente Pagode Edition MK II

Wer den Stand des technisch Machbaren bei einem HiFi-Rack bestaunen möchte, sei an das Finite Elemente Pagode Edition MK II verwiesen. Die Entwickler haben alle Register gezogen, um jedweden Ansatz von unkontrollierten Resonanzen effektiv zu unterbinden. Die unterste Ebene nimmt über vier T-Profile aus Aluminium wahlweise eine bis drei weitere Ebenen auf, die über Spikes von der Grundkonstruktion entkoppelt sind. Die Böden ruhen ihrerseits auf Keramikkugelbolzen, die in Metallschalen am Tragrahmen der Stellflächen Aufnahme finden. Als ob das noch nicht genug Aufwand wäre, werden die Rahmen im Inneren von vier speziellen Resonatoren unterschiedlicher Frequenz unterstützt, die für jede Ebene eigens abgestimmt sind und somit auch die letzten klangschädigenden Resonanzreste tilgen. Das Pagode Edition MK II ist ein Statement, das die Königsdisziplin bei Racksystemen in absoluter Meisterschaft demonstriert: Es nimmt sich vollkommen aus dem Geschehen heraus und lässt die Elektronik abgekapselt von jeglichen mechanischen Einflüssen ihrer eigentlichen Arbeit nachgehen.

Nubert nuConnect ampX

Man sollte sich nicht von der Größe oder dem Preis einer Komponente täuschen lassen. Nuberts winziger Vollverstärker zählt zu den größten Überraschungen der vergangenen Jahre. Der ampX ist mit seiner wohldosierten Kombination aus digitalen (inkl. HDMI) und analogen Zugängen (inkl. MM/MC-Phono) für alle Aufgaben gerüstet. Seine Digitalverstärkertechnologie lässt ihn zudem überraschend kräftig und dynamisch arbeiten – er dürfte mit den meisten Lautsprechern spielerisch zurechtkommen. Der eigentliche Clou steckt in seinem Elektronenhirn: Dank eines leistungsfähigen DSPs bietet der Verstärker eine via Smartphone einmessbare Raumentzerrung, komplexe Equalizer, Loudness sowie weitere Finessen, die sich in Presets speichern und auf Tastendruck abrufen lassen. Gesteuert wird alles via Fernbedienung, Smart Device oder via HDMI-ARC vom Fernseher aus. Und mit Nuberts nuConnect-Technologie kann er neben „verdrahteten“ Lautsprechern auch schnurlose Aktivboxen von Nubert im ganzen Haus ansteuern. Eine eierlegende Wollmilchsau? Wir würden das mit heftigem Kopfnicken bejahen!

Audio Physic Cardeas

Das Entwicklerteam um Manfred Diestertich tüftelt unermüdlich an immer neuen, ungewöhnlichen Lösungen, um ihre ohnehin schon hervorragenden Lautsprecher noch ein Quäntchen besser zu machen. Der jüngste Streich, die Entwicklung des Mitteltöners HHCM SL, der ohne Zentrierspinne auskommt, führte zur Entwicklung des aktuellen Flaggschiffs Cardeas. Das neue Chassis krönt eine Reihe von Innovationen, die ihren Weg in das Design gefunden haben. Nur einige Beispiele sind der Einsatz eines speziellen Keramikschaums zur Kontrolle von Luftströmen und zur Versteifung des Gehäuses, oder das mehrschichtige Gehäuse, dessen Außenlage mittels eines dauerelastischen Klebstoffs mit dem Korpus verbunden sind. Was diesen Lautsprecher besonders macht, ist allerdings, dass der Hörer all diese technischen Finessen bereits bei den ersten Takten der Musik vergisst – die Cardeas musiziert bedingungslos neutral, mit einem sauberen, abgrundtiefen Bass und vor allem einer Bühnenabbildung, die die Lautsprecher ebenso wie den Hörraum vollkommen auszublenden scheint.

Audio Note Cobra

„Zum Niederknien stimmig“ lautet ein Zitat aus dem Test des Cobra, das den Verstärker äußerst treffend charakterisiert. Aber nicht nur das macht den großen und doch noch gut handhabbaren Röhren-Vollverstärker so besonders. Audio Note wendet sich mit seinem Familienzuwachs an ein neues, jüngeres Publikum, das umfassende analoge und digitale Features in gewohnter AN-Qualität sucht, zugleich aber durchaus preisbewusst denkt: Für einen derart vielseitigen Amp der Briten fällt der Cobra erstaunlich günstig aus. Unter seinen sechs Eingängen finden sich neben drei Line-Zugängen auch USB sowie zwei S/PDIF-Eingänge (optisch/elektrisch). Sein DAC wurde wie die verbauten NOS-Vintage-Röhren ausschließlich nach Klangkriterien gewählt: Der Verstärker nimmt zwar Hochbit entgegen, skaliert die Signale jedoch für seinen Philips-Wandler herunter, der mit einer maximalen Auflösung von 16 Bit und 48 Kilohertz arbeitet. Und glauben Sie uns: Die Frage, ob das eine Einschränkung ist oder nicht, hat man schon nach wenigen Tönen vergessen …

Lieferumfang.

Lyngdorf TDAI-3400 Ein Blick ins Innere des Lyngdorf TDAI-3400 lässt den Betrachter nicht unbedingt einen Verstärker vermuten – er verstärkt vollständig in digitaler Schaltarbeit. Doch der TDAI-3400 kann noch wesentlich mehr: Neben einer reichen Vielfalt an Ein-und Ausgängen und problemlos bedienbarer Streaming-Funktionalität bietet er mit RoomPerfect eine Raumkorrektur, die in problembehafteten Räumen Wunder wirken kann. In seiner Grundfunktion als Verstärker liefert er ein tadellos artefaktfreies Klangbild mit beeindruckender Bühnenabbildung ab.

Thrax Ares

Thrax geht bei seinem Streaming-Vollverstärker Ares nicht den einfachen Weg in Gestalt platzsparender Class-D-Module, sondern setzt auf eine raumgreifende Class-A-Schaltung mit satten 200 Watt pro Kanal. Dennoch bleibt Platz für eine hervorragende R2R-DAC-Sektion mit erstklassigem Streamingmodul sowie einen klanglich kompetenten MM/MC-Phonoentzerrer. Romantische Augenwischerei ist dem 30-Kilo-Boliden übrigens fremd: Er klingt absolut neutral und zugleich involvierend.

Streifzug durch 100 Jahre HiFi – 3

KIND OF BLUE

1950er

Miles Davis, Kind Of Blue (CBS): Kennt man. Denkt man wenigstens. Kennt man nicht! Inzwischen gibt es erweiterte Versionen des Jazz-Dauerbrenners. Mit „alternate takes“, die spa nnende Einsichten in die Kreativwerkstatt des introvertierten Trompeters Davis ermöglichen. Der (Stereo-)Klang ist nicht nur gemessen an den Maßstäben des Jahres 1959 superb. Passend zu einem Solitär . Denn so konsequent w urde vor und nach diesem Album nie meh r der „modale“ Ansatz im Jazz verfolgt. Außerzeitlich, außerweltlich.

Canor PH 2.10

Der slowakische Hersteller Canor mag in seiner jetzigen Form zwar erst seit 2020 in Deutschland vertreten sein, blickt aber auf eine mehr als 25-jährige Geschichte zurück und hat einen sehr guten Ruf bei westlichen Herstellern, die bei ihm Komponenten für ihre eigenen Produkte fertigen lassen. Dieses Know-how insbesondere bei Röhrenschaltungen findet sich in geballter Form in der Phonovorstufe PH 2.10, die für die Verstärkung auf je ein Paar 12AX7 und 12AT7 vertraut: Die Röhren werden mithilfe des hauseigenen „Aladdin“-Messsystems sorgsam gematcht, spezielle Metallhülsen mit dämpfenden Federn unterdrücken Mikrofonie, und auf den Platinen wird in einem ebenfalls proprietären Verfahren Material um die Leiterbahnen herum weggefräst, um Blindverluste zu minimieren. Das gesamte Design ist auf höchste Rauscharmut und konsequente Vermeidung jeglicher Verluste ausgelegt. Im Klang äußert sich dies in selbstverständlichem Auflösungsvermögen ohne jegliche Härte – selbst dichte Klangteppiche werden sauber aufgefächert, ohne ihre Geschlossenheit zu verlieren.

Roksan Attessa Integrated

Roksans Attessa Integrated bietet sich als Herz einer kompletten Attessa-Anlage an, der Vollverstärker macht aber auch im Alleingang eine blendende Figur. Das gilt sowohl für das schlicht-elegante Design, das sich nahtlos in von Smart Devices dominierte Hörumgebungen einfügt, als auch für die klangliche Performance, die eine gelungene Balance zwischen highfidelen Tugenden und einer insgesamt gnädigen Grundabstimmung trifft. Sein hohes Maß an Flexibilität erlaubt den Einsatz in praktisch jeder Umgebung: Neben zwei analogen bietet er vier Digitaleingänge, Phono-MM sowie einen Pre-Out, der wahlweise auch einen Subwoofer ansteuert. Hinzu kommt ein Bluetooth-Modul, das nicht nur ein absolut problemloses Zuspielen von Musik vom Smartphone erlaubt, sondern bei Bedarf die Fernsteuerung über die „MaestroUnite“-App sowie Softwareupdates ermöglicht. Die symmetrische Vorstufensektion aus der Caspian-Serie und die üppige Stromversorgung machen den Attessa Integrated zu einer absolut ernstzunehmenden Komponente, die wie nebenher auch die Lifestyle-Beschallung beherrscht.

WestminsterLab Rei

Es wäre durchaus verzeihlich, die beiden je acht Kilogramm schweren Monoblöcke im Halbformat für Class-D-Endstufen zu halten. In Verbindung mit den kompakten Maßen scheint die Leistung von 100 Watt an 8 Ohm diesen Eindruck zu bestätigen. Allerdings handelt es sich bei den WestminsterLab Rei tatsächlich um waschechte Class-A-Verstärker. Ein intelligenter Umgang mit der Vorspannung bedingt eine Stromaufnahme von lediglich 60 bis 80 Watt im Ruhezustand, die Kühlkörper, denen Finite-Elemente-Analysen ihre genaue Form verliehen haben, werden auch während der Hörsessions nur handwarm. Im Zentrum der Designphilosophie hinter den innovativen Monoblöcken steht jedoch keine vertrackte Schaltungsakrobatik, sondern ein Ansatz der konsequenten Reduktion auf das Wesentliche. Der Class-A-Betrieb in Verbindung mit einem absoluten Minimum an Komponenten sorgt für niedrigste Verzerrungen und ein Klangbild, das von vollkommener tonaler Unverfälschtheit und enorm plastischer Bühnenabbildung geprägt ist, ohne je den Blick für das große Ganze zu verlieren.

Cyrus Pre-XR

Cyrus bleibt seiner bekannten und beliebten Formensprache treu und packt in das sympathische Halbformat – im Inneren baulich sauber getrennt – so ziemlich alles, was das HiFi-Frontend braucht: Die ebenso musikalische wie durchhörbare Vorstufe beinhaltet einen DAC, einen in Class-A/B-Technik ausgeführten Kopfhöreranschluss sowie einen MM-Phonoausgang. Bemerkenswert ist, dass die Qualität der Zusatzkomponenten auf einem so hohen Niveau liegt, dass so schnell nicht der Wunsch nach Upgrades aufkommen wird.

Audio Consequent Nexus Power Referenz

Mit dem Nexus Power Referenz hat Audio Consequent ein noch erschwingliches Netzkabel entwickelt, das erstklassige Materialauswahl mit einer ausgeklügelten Konstruktion verbindet. Die Designphilosophie ist dem absolut verlustfreien Durchreichen des Stroms sowie der Eliminierung von HF-Störsignalen und Mikrofonieeffekten verpflichtet. Es empfiehlt sich besonders für bereits sehr gut zusammengestellte Anlagen, die damit auf einen nochmals höheren Level gehoben werden.

Streifzug durch 100 Jahre HiFi – 4

1960er

ARABESQU E

Henry Mancini, Arabesque (RCA Victor): Der Filmmusik-Meister darf in dieser Sammlung von Lieblingsplatten nicht fehlen. Arabesque war 1966 die zweite Zusammenarbeit Mancinis mit dem Krimiregisseur Stanley Donen, steht stets im Schatten von Charade, Pink Panther oder Peter Gunn, ist aber der ungleich jazzigere und auch experimentellere Soundtrack inklusive vertontem Drogenrausch. Eine Platte, die den bekannteren Mancinis klanglich locker das Wasser reichen kann.

JERN 15

Als Eigentümer eines Zulieferers der Autoindustrie hatte JERN-Gründer Sören Dissing eine Gießerei quasi „zur Hand“ und dachte sich, man könnte das doch für die Herstellung von Lautsprechergehäusen nutzen. Was zunächst kurios klingt, hat in Theorie und Umsetzung tatsächlich Hand und Fuß: Die spezielle Gusseisenlegierung aus dem Motorenbau ist auf Vibrationsarmut hin entwickelt worden, die charmante Gehäuseform mit einer inneren Wabenstruktur unterbindet effektiv jegliche Resonanzen. Der Korpus ist damit akustisch absolut tot, wie es sich für einen kompetenten Lautsprecher gehört. Bei der Chassisbestückung indes geht Dissing keinen Sonderweg, sondern setzt auf Bewährtes von Wavecor und SEAS. Als geschlossene Lautsprecher trumpfen die knuffigen Klang-Blobs vor allem in kleinen Räumen bei wandnaher Aufstellung auf und liefern absolut erwachsenen High-End-Sound mit bester Definition, ausgedehnter Tiefenstaffelung und holografischer Bühnenabbildung.

Die Gusseisen-Böxchen wiegen stattliche acht Kilo pro Stück. Clever ist der Gummiring, der das Metallgehäuse von der Standfläche abkoppelt und eine einfache, präzise Ausrichtung ermöglicht.

Innuos Statement

Innuos verschreibt sich voll und ganz der Mission, bei HiFi-Enthusiasten die vielfach noch vorhandenen Berührungsängste gegenüber nichtphysischen Medien abzubauen. Exzellenter Klang ist dabei nicht genug, die Bedienung soll so einfach und intuitiv sein wie zu den „guten alten“ analogen Zeiten. Dieser Maxime entsprechend wird seit mehr als einem Jahrzehnt unermüdlich am eigenen Betriebssystem InnuOS gefeilt, das sämtliche Funktionen kompetent verwaltet und dabei dem Nutzer Arbeit abnimmt, wo immer möglich und sinnvoll. Füttert man beispielsweise dem Laufwerk eine CD zu, wird sie sofort automatisch gerippt und verlustfrei gespeichert, wobei das Rechenhirn auch ebenso selbstständig wie treffsicher die dazugehörigen Metadaten aus dem Netz fischt und mit ablegt. Die größte Stärke des Statement liegt aber in der Klangqualität, die er gestreamten Inhalten verleiht. Er gibt sich als zukunftssicherer Musikserver, der altgediente HiFi-Hasen im Jetzt abholt und sorgenfrei in die Zukunft der Musikwiedergabe transportiert.

Höffner H10 Mit der H10 ist Höffner ein wahres Fest für die Sinne gelungen. Verarbeitung, Design und Klang der kraftvollen Aktiven (2 x 250 Watt) gehen keine Kompromisse ein. Zugleich ist die Standbox extrem vielseitig und flexibel. Mit ihrer ausgefeilten DSP-basierten Raumentzerrung lässt sie sich auf Wunsch ans Hörzimmer sowie auf den Geschmack des Hörers abstimmen. Doch auch ohne solche Eingriffe weiß der Lautsprecher zu überzeugen: Mit ihrer überragenden Abbildungspräzision schafft die H10 „Klangkörper von dreidimensionaler, holografischer Gestalt, schillernd in allen farbigen Details“, wie wir im Test attestieren konnten – nicht die Lautsprecher stehen im Raum, sondern die Musik. Ein genussvoller Schallwander, der Zeit und Raum vergessen lässt. Die Höffner H10 gibt’s übrigens in verschiedenen Ausführungen. Neben unserem ventilierten Zweiwege-Testmuster gibt es sie mit noch stärkerer Performance als vollaktives Dreiwege-Konzept in geschlossenem Gehäuse – die H10 plus. Wer die H10 plus dann noch passiv anschließen möchte, wählt den teilaktiven Hybriden – alles bei identischen Abmessungen.

Solidsteel S5-3

Dass sich ein reicher Erfahrungsschatz bezahlt macht, beweist Solidsteel eindrucksvoll mit dem S5-3. Die durchdachte Konstruktion mit per Spikes an die Trägerebenen gekoppelten Top-Shelves sowie sinnvolle Materialauswahl verleihen dem Rack eine Performance, die sich nur für wesentlich mehr Geld überbieten lässt. Erfreulich ist jedoch vor allem auch seine Flexibilität: Ändert sich etwas am HiFi-Setup, ermöglichen im Custom Shop erhältliche Teile ohne großen Aufwand auch im Nachhinein eine Anpassung von Ebenenzahl und -höhe.

ULTRASONE Volcano

Der acht Kilo schwere Kopfhörerverstärker Volcano von ULTRASONE ist ein fulminantes Statement, ein puristisches, in meisterlicher Handarbeit ausgeführtes Röhrengerät mit massivem Ringkerntrafo und Bauteilen, die strengsten Militärstandards genügen. Er liefert ein enorm luftiges Klangbild, feinste Detailauflösung und exzellente Mikrodynamik – klassische Röhrentugenden, die der Amp dem Hörer unverhohlen mit einer Prise geradzahliger Oberwellen besonders schmackhaft macht.

Streifzug durch 100 Jahre HiFi – 5

1970er

A NIGHT AT THE OPERA/ A DAY AT THE RACES

Queen, A Night At The Opera/A Day At The Races (EMI): Bohemian Rhapsody hat Schuld, dass bei diesen thematisch eng verknüpften Alben der britischen Bombast-Rocker meist nur der Opernabend im Vordergrund steht. Dabei ist das „schwarze Album“, der Tag bei den Rennen oder den Rassen (wunderbare Doppeldeutigkeit, die nur auf Englisch funktioniert) in vielerlei Hinsicht spannender, umwälzender – und kann dank japanischer Remastering-Könner auch klanglich eine Bombe sein.

Pure Emotion 1.0

Was auf den ersten Blick wie ein – optisch faszinierendes – Provisorium wirken mag, ist tatsächlich ein Design, das über Jahre hinweg unter konsequenter Umgehung ausgetretener Pfade in der Lautsprecherentwicklung erdacht, verfeinert und perfektioniert wurde. Oberflächlich betrachtet machen die schallstrahlenden Kunstobjekte vor allem mit martialischen Pegeln auf sich aufmerksam – 108 Dezibel Wirkungsgrad und Basspräsenz bis hinunter zu 18 Hertz sind Ansagen, bei denen kaum ein anderer HiFi-Lautsprecher mithalten kann. Diese klangliche Urgewalt und die unfassbare Schnelligkeit, mit der die Pure Emotion 1.0 agiert, dienen letztlich jedoch als Headroom für die geschliffene und feinfühlige Reproduktion authentischer Musik – die naturgemäß mitunter explosive Dynamikausbrüche enthält, denen ein idealer Lautsprecher spielend gewachsen sein muss. Da kein normaler Hörraum die hier gebotene Leistungsfähigkeit klaglos wegsteckt, wird das Zusammenspiel mit der Hörumgebung grundsätzlich per DSP gebändigt.

sonoro ORCHESTRA

„sonoros Einstieg in die Welt der klassischen Passiven hätte kaum besser gelingen können: Die ORCHESTRA zählt zu den schwungvollsten und detailliertesten Boxen ihrer Klasse“, lautete das Fazit (und in diesem Fall auch die Einleitung) unseres Tests der wundervollen Kompaktlautsprecher. Ergänzend zu ihrem neuen Stereo-Receiver wollten die Neusser einen passenden Lautsprecher anbieten können und machten sich an die Entwicklung ihrer ersten Boxen, die für geradezu lächerliche 1000 Euro angeboten werden. Als Gegenwert erhält man einen überaus robusten Musikanten, dessen transparente AMT-Tweeter hervorragend auf die ergänzende Papiermembran abgestimmt sind. Obwohl sie Sphären bis 28 Kilohertz reproduzieren, klingen die ORCHESTRA herrlich samtig und klangvoll – es sind Lautsprecher, die Musik analytisch wiedergeben können, gleichzeitig aber stundenlangen Hörgenuss erlauben. Wir würden sagen: ein ganz und gar außergewöhnliches Erstlingswerk.

sonoro MAESTRO

Der MAESTRO bildet einen mehr als verzeihbaren Bruch im Portfolio der Neusser All-in-one-Spezialisten sonoro. Bislang fertigte man ausschließlich Tischradios.

Mit MAESTRO kam nun die erste Komponente in den Handel, in der die vielseitigen Fähigkeiten des deutschen Unternehmens mit Lautsprecherausgängen kombiniert wurden. Zu diesen Fähigkeiten zählt ein quellseitiger Rundumschlag: Radio (FM/DAB+), CD, D/A-Wandler, Streaming (inkl. Spotify, Tidal, Qobuz und Co.) sowie ein MM-Phono-Anschluss. Mit 2x 170 Watt an vier Ohm ist der kompakte und hervorragend verarbeitete HiFi-Receiver schließlich auch noch leistungsfähig genug, um mit praktisch jedem Lautsprecher zusammenzuspielen vorzugsweise natürlich mit ihren ORCHESTRA-Geschwistern, die Sie ebenfalls in unseren Awards finden können. Garniert ist sonoros „Volltreffer“ mit einer durchdachten Benutzerführung, die selbst eingefleischte Digitalmuffel überzeugen sollte.

Marantz MODEL 30 + SACD 30n

Die Bannerträger einer kompletten stilistischen Neuausrichtung beim Marantz-Gehäusedesign geben sich in der Gestaltung ebenso charakterstark wie geradlinig und warten mit tadelloser Verarbeitung auf. Sie bilden ein dynamisches Duo, das zu einem noch bezahlbaren Kurs eine ebenso feinsinnig-filigrane wie musikalisch runde Wiedergabe sowohl physischer als auch nichtphysischer digitaler Medien meistert, wobei sie auf Technologie vertrauen, die von den Marantz-Topmodellen der 10er-Serie abgeleitet wurde. Der Class-D-Vollverstärker MODEL 30 kann seine 8-Ohm-Leistung von 100 Watt auf 200 Watt bei 4 Ohm verdoppeln und ist damit in der Lage, auch anspruchsvolle Lautsprecher mühelos zu treiben, während der SACD 30n die MMM(Marantz Musical Mastering)-Technologie nutzt, die PCM-Datenströme vor der Wandlung zu analogen Line-Signalen zu DSD-Bitstreams konvertiert, woraus sich eine detaillierte Wiedergabe ohne digitale Ecken und Kanten ergibt. Eine Master-Clock, die alle Signale neu taktet, reduziert dabei Jitter auf ein absolutes Minimum.

Esoteric K-03XD

Der kleinste SACD-Player der japanischen Edelschmiede bringt bereits satte 28 Kilogramm auf die Waage, von denen allein 13,5 Kilo auf das mächtige, eigens entwickelte VRDS-Atlas-Laufwerk entfallen. In einer Zeit, in der Streaming das physische Medium zu verdrängen scheint, liefert Esoteric damit ein beeindruckendes Statement ab: Man glaubt hier offenkundig an die Zukunft der Silberscheibe ebenso wie daran, dass der Wandlung der Daten deren absolut fehlerfreies Auslesen vom physischen Träger vorangehen muss. Die massive Konstruktion sorgt bedingungslos für Ruhe und schützt die Taktsicherheit effektiv vor äußeren Einflüssen wie Trittschall oder kleineren Erdbeben. Ebenso großer Aufwand wurde jedoch auch bei der anschließenden Wandlung getrieben: Die DAC-Sektion dekodiert neben PCM und DSD auch MQA und basiert anders als beim Vorgänger nicht auf einem IC, sondern auf einem Field Programmable Gate Array, ist also diskret aufgebaut. Dadurch erreicht der K-03XD eine extrem offene, dreidimensionale Wiedergabe.

Streifzug durch 100 Jahre HiFi – 6

1980er

INVISIBLE TOUCH

Genesis, Invisible Touch (Virgin): Meine zweite CD überhaupt. Von der auf den Artrock der frühen Genesis-Jahre fixierten Kritik wurde das Album gnadenlos verrissen, von den Fans geliebt: Phil Collins, Mike Rutherford und Tony Banks spielten mit Genres und mit der großen Politik – inklusive Spitting- Image-Persiflage-Video zu „Land Of Confusion“. Seit der SACD-Edition von vor ein paar Jahren wissen wir, wie überwältigend die intelligente Elektronik-Orgie tatsächlich klingt.

Gryphon Essence Preamplifier & Essence Mono

„Diese Anlage offenbart nicht nur, was aufgenommen wurde, sondern auch, warum.“ Dieses spontane Zitat unseres begeisterten Testers bringt in wenigen Worten auf den Punkt, was Gryphons einzigartige Essence-Anlage auszeichnet: Die Kombination aus Essence Preamplifier, der sich optional um einen Hochbit-DAC sowie eine Phonoplatine erweitern lässt, und den riesigen Essence Monos, die jeweils 45 Kilogramm auf die Waage bringen, gewährt dem Zuhörer tiefste Einblicke in die Musik, versetzt ihn an Ort und Zeitpunkt der Produktion und produziert Gänsehautmomente in Serie. Das Geheimnis des außergewöhnlichen Trios liegt einerseits im kompromisslos diskreten Aufbau der Vorstufe sowie in der konsequenten Ausreizung des Class-A-Verstärkungskonzepts, das unvergleichlichen Fluss und Geschmeidigkeit in die Wiedergabe bringt. Dank enormer Masse und riesigen Trafos sind die Endverstärker mit ihren 110 Watt an vier Ohm (gemessen am Konzept) alles andere als schwachbrüstig. Wer diese Kombination einmal gehört hat, wird sie so schnell nicht mehr vergessen!

Mehr als reine Zierde: Die Lichtleisten der Endverstärker illustrieren den automatisch geregelten Ruhestrom der Class-A-Schaltung. Der wird für optimale Effizienz in drei Stufen an die aktuell geforderte Ausgangsleistung angepasst. Sollte sie stören, lassen sich die LED-Leisten natürlich auch deaktivieren.

Clearaudio Reference Jubilee

Zum verspäteten 40-Jährigen (der Hersteller machte bereits 2018 vier Jahrzehnte rund) schenkt Clearaudio sich und seinen Kunden mit dem Reference Jubilee ein rundum gelungenes Komplettpaket, das nicht nur wegen der markanten Bumerangform als besonders innovativer Vertreter seiner Zunft gelten darf. Der ausgeklügelte Tangentialtonarm TT3 mit perfekt dazu passendem Tonabnehmer Jubilee MC ist dabei nur das augenfälligste Technik-Schmankerl: Den Antrieb besorgt ein über insgesamt 18 Gummiringe vom Chassis entkoppelter Motor, der den POM-Teller samt 8,5 Kilo schwerem Edelstahl-Subteller in nur drei Sekunden auf Solldrehzahl bringt. Diese wiederum wird von einer rein analogen Motorsteuerung überwacht, die sich selbst ständig gegen eine von einem 12-Bit-DAC generierte Referenzspannung abgleicht. Das sorgsam kombinierte Gesamtsystem glänzt denn auch mit einer überaus ausgewogenen Klangpräsentation, die hohe Präzision bei Ortbarkeit und Differenzierung mit einem natürlichen Fluss verbindet.

MSB The Premier DAC

Unter den zwei edlen aus dem Vollen gefrästen Gehäusen – eines für den Wandler an sich, eines für das Netzteil – verbirgt sich ein R2R-DAC, der in seinem Aufbau wie auch im resultierenden Klangbild ein absolutes Präzisionsgerät ist. Klangfarbentreue, Detailauflösung, Musikalität und Bühnenabbildung sind über jeden Zweifel erhaben. Der MSB The Premier besticht aber nicht nur durch Klangqualität, sondern auch durch Nutzerfreundlichkeit: Mit wenigen Handgriffen sind Zusatzmodule eingebaut, die den reinen DAC wahlweise zu einem Renderer oder USB-Wandler ausbauen.

Keith Monks Prodigy Blue Deluxe

Keith Monks, der nunmehr vom Sohn des Gründers geführte Hersteller der berühmten RCM-Plattenwaschmaschinen, hat mit der Prodigy Blue Deluxe eine kleinere und einfachere Maschine entwickelt, die jedoch ebenso mit Punktabsaugung arbeitet und so auch wellige Platten porentief rein bekommt. Die kompakten Abmaße, nachhaltige Materialwahl und das stylische Design machen die Prodigy Blue Deluxe zu einer absolut zukunftsfähigen Lösung für die Pflege der alten Vinylschätze.

Streifzug durch 100 Jahre HiFi – 7

1990er

REQUIEM

Wolfgang Amadeus Mozart – Requiem, Wiener Philharmoniker, Wiener Staatsopernchor, Sir Georg Solti (Decca): Ein Nachmittag im herbstlichen Wien. Aus dem Stephansdom dringt Chormusik. Al s der Besucher sich lei se hineinschleicht, landet er mitten in einer Probe des Stardirigenten Georg Solti, der zum Mozart-Jahr 1991 das Mozart-Requiem in Premiumversion dirigiert. Die CD dazu erscheint Anfang 1992 und schafft es, die Akustik der Wiener Hauptkirche überaus authentisch abzubilden. Nicht unbedingt die Regel bei Klassikaufnahmen jener Jahre.

Levar Resonance Magnetic Absorber

Die ideale Art der Abkoppelung wäre im Grunde, eine Komponente knapp über der Standfläche frei schweben zu lassen. Diesem Ideal kommen die Levar Resonance Magnetic Absorber, deren Funktionsprinzip auf Magnetkraft beruht, erstaunlich nahe. Sie können Kräfte sowohl in Druck-als auch in Zugrichtung aufnehmen, was diese speziellen Dämpfungselemente als Einheit hoch belastbar und stabil macht. Dank unterschiedlicher Gewichtsklassen und optionaler Höhenverstellung können sämtliche Komponenten oder Lautsprecher bis zu einem Gewicht von 160 Kilogramm optimal ausbalanciert werden. Für noch höhere Tragkraft lassen sich problemlos weitere Absorber addieren.

Phasemation PP-200

Schon äußerlich gibt sich das Einstiegsmodell PP-200 klar als Phasemation-Familienmitglied zu erkennen. Der Aufbau zeigt deutlich den Erfahrungsschatz des Herstellers: Hauptgehäuse und Montageplatte bestehen zur Unterdrückung von Resonanzen aus zwei unterschiedlichen Aluminiumlegierungen, auf einem Träger aus Bor ist eine Nadel mit aufwendigem Line-Contact-Schliff angebracht. Der Phasemation PP-200 ist ein Ausbund an Lebendigkeit und bringt dabei Klangfarben voll und natürlich zur Geltung.

SPEC RPA-MG1000

„Verstärker sind Musikinstrumente“, sagt SPEC-Mastermind Tsutomu Banno, und sie müssen nach vergleichbaren Vorgaben gefertigt werden. Seine Endverstärker stecken – genau wie die externen Netzteile – in Holzrahmen aus japanischem Ahorn sowie Schwarzfichte, die ihrerseits auf Füßen aus Hickory und Walnuss ruhen. Sehen kann man den in zahllosen Hörversuchen erarbeiteten Materialmix nicht, da er unter mehreren Schichten leuchtend orangenem Instrumentenlack verborgen ist. Auch das Innenleben ist außergewöhnlich: Die 2x 300 Watt Verstärkerleistung entspringen handverlesenen PWM-Schaltkreisen, die mit ihrer „Pure Direct“-Technologie so gar nicht nach Class D klingen wollen. Zudem ist der Verstärkungsgrad der Kraftwerke regelbar. Ausgestattet mit dem optionalen Regler und dem passiven (Fünffach-)Input-Selector stehen die MG1000 einem Vollverstärker in nichts nach.

Bowers & Wilkins 802 D4

Die Bowers & Wilkins 802 D4 ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie stetige Weiterentwicklung im Detail ein ohnehin schon überzeugendes Designkonzept immer näher an das Ideal technischer Perfektion rücken kann. Dabei begnügen sich die britischen Entwickler keineswegs damit, nur eine Handvoll Kleinigkeiten zu optimieren: Hoch-und Mitteltöner sitzen in neuen Gehäusen mit komplett neu entwickelten Aufhängungen, die Abdeckplatte des Hauptkorpus besteht nun aus Aluminium, und bei den Tieftönern wurden sowohl die Membranen als auch die Magnetsysteme überarbeitet, um nur einige Beispiele zu nennen. Auffälligste Neuerung ist die biomimetische Aufhängung des Mitteltöners, die die herkömmliche Zentrierspinne ersetzt. Als Hörer muss man sich um all die technischen Details allerdings nicht weiter kümmern – für ein High-End-Gerät ist die 802 D4 ein erstaunlich problemloser, grundmusikalischer Schallwandler mit ordentlich Schub in den unteren Registern.

Classé Audio Delta Stereo

Mit der Endstufe Delta Stereo besinnt sich Classé nach Exkursen in die Schaltverstärkertechnik auf alte Tugenden zurück: Der 47-Kilo-Bolide vertraut auf eine klassische High-Bias-Class-A/B-Schaltung, die die ersten 12,5 der maximal 500 Watt in reinem Class-A-Betrieb generiert. Das Innenleben ist von einem bestens organisierten Aufbau mit kürzestmöglichen Signalwegen und einem cleveren aktiven Kühlsystem geprägt, bei dem ein flüsterleiser Lüfter die 300 Watt Abwärme über einen innenliegenden Aluminium-Luftschacht ableitet. Lohn des akribischen Schaltungsdesigns sind herausragende Messwerte, die sich in einem enorm fein auflösenden, bedingungslos der musikalischen Neutralität verpflichteten Klangbild mit verblüffender Kontrolle im Bass äußern. Die Endstufe verlangt nach Spielpartnern der absoluten Oberliga und kann dann als unbestechliches Herzstück einer kompromisslosen High-End-Kette fungieren, die mit Sicherheit beweist, dass analoge Verstärkertechnik noch lange nicht zum alten Eisen gehört.

SoundSpace Systems Robin

Michael Plessmann hat mit seinen drei „Singvögeln“ eine Serie von durch und durch außergewöhnlichen Schallwandlern ins Leben gerufen. Dass die Robin die kleinste Standbox des Trios ist, muss an dieser Stelle nicht weiter interessieren, denn auch ihre Basiswerte sind beeindruckend. Ausgestattet mit einem AMT-Hochtöner und einem feinen Bändchen am Gehäuserücken, das als regelbarer Ambience-Tweeter arbeitet, sowie einem Mitteltontreiber und zwei großen Bassmembranen, die von einem eigenen 500-Watt-Verstärker angetrieben werden, kennt der Lautsprecher keine Belastungsgrenze. Das beweist nicht nur der Wirkungsgrad von 96 Dezibel, sondern auch der Umstand, dass die Basswiedergabe deutlich unter 30 Hertz erreicht. Damit ist Plessmanns Singvögelchen eine veritable Naturgewalt. Und zwar eine, von der man sich gern verwöhnen lässt: Die offene Bauweise sorgt für einen schnellen, direkten und zugleich präzisen Bass, der beinahe spielerisch mit den Tugenden der verbauten AMTs mithalten kann. Unser Fazit: Ein Kraftprotz mit Gespür für feinste Nuancen und Untertöne.

Audio Note IO Gold

Vergoldete Bauteile oder Zierelemente bringen stets einen Hauch von Luxus und Klasse in ein Gerät. Ob Audio Note das bewusst im Sinn hatte, als der IO Gold seine namensgebende Veredlung erhielt oder ob es aus klanglichen Gründen eben genau so sein musste, können wir nicht sagen. Sicher ist jedoch, dass nie ein anderer Pickup das Material würdiger getragen hat. Sie dürfen vom Aussehen des IO direkt auf seinen Klang schließen: samtig, erhaben und unumstößlich präzise. Freilich bietet er all jene Finessen, die Audio-Note-Kompositionen so außergewöhnlich machen. Der MC-Abtaster besteht aus einem erlesenen, in Hörtests ermitteltem Materialmix, der neben Gold und Metall auch verschiedene Hölzer vereint. Seine Diamantnadel sitzt auf einem Träger aus Titan, das Gewicht des Pickups ist mit 20 Gramm fordernd. Und wenn man sich auf die logische Konsequenz einlässt und ihn mit dem Übertrager AN-S4 kombiniert, ist Genuss auf allen Ebenen garantiert.

Chord Electronics Ultima Pre 2

Schon das Design der Chord-Komponenten liefert leise Hinweise darauf, dass Firmengründer John Franks vormals Flugzeuge (mit)entwickelte. Seit jeher dominiert Aluminium die Optik seiner Geräte. Abgesehen von einer Verarbeitung, die spielerisch den einen oder anderen Absturz überleben könnte, übertrug er eine weitere Technologie in seine audiophile High-End-Tätigkeit: Im Gegensatz zu den meisten anderen Herstellern basieren alle Chord-Geräte auf ultraschnellen HF-Netzteilen. Und diese Geschwindigkeit kann man hören – Auflösung, Transparenz und eine geradezu eiserne Impulstreue zeichnen die Vorstufe Pre 2 aus. Ganz anders als man es vom Schöpfer so vieler herausragender D/A-Wandler (Dave, Hugo etc.) erwarten würde, ist der Vorverstärker vollständig analog aufgebaut. Von Purismus kann trotzdem keine Rede sein: Mit acht Eingängen, Durchschleifpunkten und verschiedenen Ausgängen ist der Pre 2 nicht nur ein herausragender Klangmeister, sondern auch eine vielseitige Schaltzentrale.

Fischer & Fischer Klein

Man könnte die Klein augenzwinkernd als Demonstration betrachten, mit der die Vorzüge guter Konstruktion und korrekter Materialauswahl illustriert werden sollen. Diese Boxen sind so winzig, dass Fischer & Fischer die Frequenzweiche in separate Gehäuse auslagern musste. Andererseits gibt es berechtigten Anlass zu der Vermutung, dass die Klein gerade deshalb so schwungvoll und musikalisch klingt, weil sie so diskret aufgebaut ist. Die ultramassiven Schiefergehäuse sind im besten Sinne „unerschütterlich“, und das müssen sie auch sein, da ihre Langhub-Treiber bis 60 Hertz hinunterreichen. Doch was im ersten Moment nicht sonderlich spektakulär erscheint, begreift man erst, wenn man gesehen hat, wie kompakt sie tatsächlich ist: Die Klein outet sich als Lautsprecherkonzentrat, das im Nahfeldeinsatz überzeugt und kleine Räume mit musikalischem Elan erfüllt, gepaart mit einem Subwoofer aber auch in mittelgroßen Umgebungen vorzüglich funktioniert.

Aavik I-580

Für einen „Superior“-Verstärker wirkt Aaviks I-580 auf den ersten Blick erstaunlich bescheiden und kompakt. Das denkt man jedoch nur, bis man bemerkt, dass der bärenstarke Bolide andere Vollverstärker zum Frühstück vernascht. Die Dänen griffen zum Konzept ihrer bewährten Allrounder und filetierten die wichtigsten Bestandteile (Verstärker, DAC, Phonoentzerrer), um mit ihnen eine neue Familie diskreter, spezialisierter Einzelkomponenten zu schaffen – und das Oberhaupt heißt „I-580“. Frei von jeglichem Ballast kann der kräftige Class-D-Verstärker (2 x 300 Watt an acht bzw. 2x 600 Watt an vier Ohm) selbst den lahmsten Lautsprecher zur Klangblüte (an)treiben. Seine fünf analogen Eingänge lassen sich mithilfe weniger Bedienelemente und des verzückenden Dot-Matrix-Displays vorpegeln. Hinaus gelangen die Signale via Pre-Out oder über Single-Wire-Lautsprecherklemmen. Das wär’s dann auch schon mit der Ausstattung. Um die Klangmagie kümmern sich Aaviks Hauszutaten, zu denen neben handgewickelten Tesla-Spulen ein unmagnetisches, innen mit Kupfer geschirmtes Holzgehäuse zählt.

Air Tight ATM-1S

Man muss zweimal hinsehen, um etwas Ungewöhnliches an der Air-Tight-Endstufe ATM-1S zu entdecken: EL34-Röhren, nach Herstellerbekunden orthodoxe Topologie – natürlich ist alles handverdrahtet und mit exquisiten Bauteilen umgesetzt. Was die ATM-1S aber erst wirklich speziell macht: als Ergänzung zum rückseitigen Hochpegeleingang gibt es einen Zugang an der Front. Außerdem bietet die Endstufe zwei kanalgetrennte Potis, mit denen sie zum puristischen Vollverstärker wird. Klingen tut das Ganze übrigens keineswegs romantisierend, die ATM-1S ist eine ungemein aufgeräumt agierende Durchreicherin.

Bricasti Design M3

Der amerikanische Hersteller Bricasti Design ist in der Studiowelt bestens bekannt. Das Know-how der Professionals steckt auch im Weltklasse-DAC für Highender: Der M3 ist außen cool, innen offenbart er jedes kleinste Detail der Aufnahme und sortiert die akustische Bühne in den exakten Proportionen. Dazu ist der M3 überaus vielseitig: Mit ausgebauter Kopfhörerverstärkung und Netzwerkanbindung wird er zum Multitalent, die analoge Lautstärkeregelung macht einen Vorverstärker in vielen Setups sogar überflüssig.

Thiele TA01

Nicht Tangential-, nicht Drehtonarm – Industriedesigner Helmut Thiele schuf mit seinem TA01 ein völlig eigenes Tonarmkonzept, das die Vorteile beider Welten vereint. Gestalterisch ist dies so überzeugend gelungen und klanglich derart umwerfend, dass man bedauern könnte, dass wir dieses Konzept erst heute kennenlernen durften. Was zählt, ist aber vor allem: Jetzt ist es da – und es wird ganz sicher bleiben!

Weiss DSP502

Der Weiss DSP502 ist ein Roon-kompatibler Renderer und Audioprozessor, der Digitaldaten mit einer ganzen Phalanx von Prozessen veredelt (Upsampling, Reclocking, Raumentzerrung, Equalizer und vieles mehr) und an einen D/A-Wandler durchreicht. Diese Aufgabe erfüllt er in einer solchen Güte, dass High-End-Ketten merklich an Räumlichkeit, Textur und Druck gewinnen. Dank der integrierten Pegelkontrolle kann er mit seinen insgesamt fünf Eingängen sogar als digitale Vorstufe arbeiten.

Melco S100

Mit dem LAN-Switch Melco S100 lässt sich eine direkte Leitung für Musiksignale legen, die das heimische Netzwerk-Verkehrschaos elegant umschifft. Der auf absolute Rauscharmut ausgelegte Switch nutzt einen 1,5-Megabit-Paketpuffer, um die Datenmengen geordnet an die nachfolgenden Geräte weiterzugeben. Damit erleichtert er Streamern und Bridges ihre Arbeit und sorgt somit schon an der Quelle für den letzten Feinschliff am netzbasierten Klangerlebnis, das sich in erhöhter Konturschärfe oder einer gesteigerten räumlichen Auffächerung äußern kann.

Lyravox Karlos

Zu den zahlreichen Vorteilen von Aktivlautsprechern zählt, dass Endstufen und Chassis perfekt aufeinander abgestimmt sind, weil ihre Kombination Teil der Entwicklungsarbeit ist. Lyravox treibt den Gedanken mit der zeitlos schönen Karlos noch weiter und integriert auch die Vorstufe samt Hochbit-DAC in den stylischen Schallwandler. Eine professionelle Einmessung sorgt für ebenso perfekte Harmonie zwischen Lautsprecher und Raum und damit für eine garantierte Klangleistung in Bestform.

2000er

Streifzug durch 100 Jahre HiFi – 8

SINFONIE NR. 8

Gustav Mahler – Sinfonie Nr. 8, San Francisco Symphony Orchestra, Michael Tilson Thomas (SFS) Surroundsound ist 2004 nichts Neues mehr. Aber Michael Tilson Thomas spielt auf mehrkanaliger SACD den „ganzen Mahler“ ein. In einem Klangbild, das selbst in der Stereoversion die Intentionen des Komponisten deutlich macht. Dazu ist Thomas ein ungemein kluger, analytischer Mahler-Exeget, der es schafft, Bernsteins Schatten hinter sich zu lassen und eine Mahler-Deutung für spätere Generationen vorzulegen. Nicht nur die gigantische „Achte“ ist eine Empfehlung wert.

Linn LP12

Lässt sich eine Legende wie Linns LP12 in Kategorien wie „Premium“ oder „Superior“ einordnen? Grundsätzlich schon, doch erschien uns das für eine Komponente, die lückenlos seit 50 Jahren gefertigt wird und zu jedem Zeitpunkt zu den stärksten Wiedergabequellen zählte, viel zu schwach. Also wagten wir die Stichprobe und fragten im Kreis unserer Kollegen und Autoren, was sie von einer neuen Kategorie namens „HiFi Legend“ hielten. Die Antwort war nicht nur durchweg zustimmend, sondern fast immer folgte die Frage: „Ihr meint den LP12, stimmt’s?“ Damit war es beschlossen! Der Award gilt damit nicht nur unserem Testkandidaten, dem Linn Klimax LP12 inklusive Karousel, Radikal, Ekstatik und Co., sondern der gesamten LP12-Familie. Und er würdigt den ausdauernden Willen des Herstellers, sein herausragendes Laufwerk über ein halbes Jahrhundert weiterzuentwickeln, ohne dass der LP12 jemals aufgehört hat, der LP12 zu sein. Unseren herzlichen Glückwunsch für die hier erstmals vergebene Auszeichnung „HiFi Legend“!

Harbeth Super HL5 Plus XD

Die Harbeth Super HL5 Plus XD geht im Kern auf ein Design von 1977 zurück und ist damit weniger ein Rückgriff auf vergangene Zeiten als vielmehr ein lebendes Fossil – das allerdings durch konsequente Evolution absolut auf der Höhe der Zeit ist. Exklusive Materialien und der Einsatz computergestützter Entwicklung machen aus diesem Retro-Design einen Lautsprecher, der technisch und klanglich zeitlose Qualität bietet. Das gesteigerte Auflösungsvermögen der „Extended Definition“ (XD) hat der Chef-Entwickler und Inhaber von Harbeth durch intensive Optimierung der Frequenzweichen (eine seiner Kernkompetenzen) erreicht.

Streifzug durch 100 Jahre HiFi – 9

2010er

25 Adele, 25

(Beggar’s Group/Indigo): An Adele Laurie Blue Adkins kommt man nicht vorbei. Die Britin hasst man oder liebt man. Ihre dramatischen Balladen fressen sich unaufhaltsam in Gehörgänge und Gehirnwindungen, ihre Single Skyfall zum gleichnamigen James- Bond-Streifen ist ein packendes Beispiel, wie im Pop Miniaturdramen funktionieren. 25 von 2015 ist bis dato Adeles beste Arbeit und stellt diese Riesenstimme in den Mittelpunkt. Kitsch? Gewiss. Aber total genial.

Streifzug durch 100 Jahre HiFi –10

2020er

AMERICA

Daniel Hope, America (Deutsche Grammophon): Wenn diese Zeilen geschrieben werden, ist das Themenalbum des Geigers Daniel Hope noch pressfrisch. Eine ungemein elegante, swingende Meditation über das Wesen amerikanischer Musik. Zugleich Selbstbespiegelung eines Ausnahmesolisten. Aber das darf gerne auch mal sein. Mit dem Zürcher Kammerorchester hat Hope einen Weltklasse-Klangkörper, mit „Sidekicks“ wie der deutschen Soulsängerin Joy Denalane kongeniale Partner. Und der Klang? So prachtvoll wie die Golden Gate Bridge an einem sonnigen Sommermorgen.

Haben Sie eigene Lieblingsalben aus den verschiedenen Epochen der auf Tonträger gebannten Musikgeschichte? Lassen Sie es uns wissen! Wir freuen uns über jede Zusendung:

Hans.von.Draminski@ fidelity-magazin.de