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DIE BESTEN IMPORTAUTOS 2021


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Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 4/2022 vom 27.01.2022

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Bildquelle: Auto Bild, Ausgabe 4/2022

DIE ZAHLEN SPRECHEN eine deutliche Sprache. 2021 wurden bei uns 2,62 Millionen neue Autos zugelassen, noch mal 10,1 Prozent weniger als im schlechten Jahr 2020. Auch bei den internationalen Herstellern beträgt das Minus zehn Prozent.

Trotzdem zählen sie zu den Gewinnern, inzwischen entfallen 40 Prozent der Zulassungen auf die Importeure. Der Marktanteil stieg damit seit 2016 um über vier Prozent. Interessant: Bei den Autos mit alternativen Antrieben lag der Anteil der Importeure sogar bei 46,9 Prozent.

GEWINNER UND VERLIERER DER IMPORTEURE 2021*

TOP 5

Polestar 2631 Autos

153,2 %

Tesla 39 714 Autos

137,9 %

Suzuki 27 366 Autos

22,1 %

Maserati 716 Autos

13,1 %

Kia 65 839 Autos 2,4 %

* KBA-Zulassungszahlen 2021

FLOP 5

Dacia

40 338 Autos

-20,4 %

Nissan 26 254 Autos

-24,5 %

DS 2069 Autos

-25,4 %

Honda 7906 Autos

-32,4 %

Jaguar 4267 Autos

-39,0 %

Dabei fiel die Bilanz durchaus gemischt aus – mit rasanten ...

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... Zuwächsen vor allem für Polestar und Tesla und größeren Verlusten besonders für Honda und Jaguar, siehe Top und Flop 5.

Doch die Zulassungszahlen waren für uns in dieser Wertung nicht das ausschlaggebende Kriterium. Sondern die im harten Test bei AUTO BILD erreichte Punktzahl.

Und da dominieren zwei Marken: Skoda und Hyundai. Die Tschechen räumen in vier Klassen ab, die Koreaner in drei (inklusive Genesis), dazu kommt einmal Cupra. Für Statistiker: Die höchste Punktzahl erreichte der Skoda Superb Combi mit erstaunlichen 568 Punkten. Auf den folgenden Seiten finden sie ihn und unsere anderen Import-Stars 2021.

SKODA FABIA 1.0 TSI

Motor Dreizylinder, Turbo, vorn quer

Hubraum 999 cm 3

Leistung 70 kW (95 PS) bei 5000/min max.

Drehmoment 175 Nm bei 1600/min

Testverbrauch 5,7 l S/100 km

Preis ab 17 590 Euro

DER IST EINE KLASSE FÜR SICH

KLEINWAGEN heißt diese Klasse. Aber was der Skoda hier abliefert, sprengt praktisch den Rahmen, das ist schon sehr nah bei den Kompakten. Die vierte Auflage des Fabia streckt sich auf 4,11 Meter und bietet eine Menge Raum. Und sogar im Fond ist es gemütlich, selbst für Sitzriesen. Dazu kommt ein großer (380 Liter) variabler Kofferraum, auf Wunsch auch eine klappbare Beifahrersitzlehne.

Der Fabia ist geschmackvoll und unaufgeregt eingerichtet, lässt sich mühelos bedienen und ist solide verarbeitet. Und er bietet, so etwas ist selten heutzutage, eine gute Übersicht. Der 1,0-Liter-Dreizylinder klingt durchaus kernig, ist aber gut gedämmt, liefert recht flotte Fahrleistungen sowie einen nie drigen Verbrauch. Der Fabia fährt sich leichtfüßig und handlich, er federt erstaunlich souverän. Das Beste dabei: Die Preise bleiben absolut fair.

CUPRA UND SKODA LIEGEN GLEICHAUF

GLEICHSTAND BEI DEN KOM- PAKTEN. Cupra Leon Sportstourer (Foto oben) und Skoda Octavia RS liegen punktgleich auf Platz eins (beide 541 Punkte).

Für den Skoda gilt: Reichlich Power, reichlich Fahrspaß, und alles noch überaus vernünftig verpackt. Wie der Fabia oben strebt der Octavia mit seinem ganzen Auftritt in die nächsthöhere Klasse. Er bietet Platz wie in der Mittelklasse und einen mit 600 Litern riesigen Kofferraum. Der aufgeladene 2,0-Liter-TSI liefert 245 lebensfrohe PS und treibt den Skoda energisch voran. Eine exakte und präzise Lenkung sowie die serienmäßigen adaptiven Dämpfer mit ihrer weiten Spreizung vervollkommnen das Bild eines schnellen, souveränen Kompakten.

Die sportliche Seat- Tochter Cupra ist ja inzwi-schen eine eigenstän- dige Marke. Und der Leon pflegt tatsächlich einen flotten Auftritt, zumal als Kombi Sportstourer. Die Kehrseite der zackigen Form: Das Gepäckabteil ist mit 380 bis 1301 Litern jetzt wirklich nicht besonders groß. Doch für die Passagiere bietet der Leon sehr viel Platz und stramme Sitze, ist klar und ansehnlich eingerichtet.

Als Plug-in-Hybrid mit 1,4-Liter-TSI und insgesamt 245 PS kommt er rein elektrisch 35 Kilometer weit, der Testverbrauch lag bei 7,4 Litern. Der Cupra ist, typisch, straff abgestimmt, fährt sich locker und agil und federt ziemlich energisch. Genau so mögen es die Fans.

CUPRA LEON SPORTSTOURER VZ 1.4 e-HYBRID

Motor Vierzyl., Turbo, plus E-Motor

Hubraum 1395 cm 3

Systemleistung 180 kW (245 PS)

max. Drehmoment 400 Nm

Testverbrauch 7,4 l S/100 km (bei leerer Batterie)

Preis ab 40 800 Euro

SKODA OCTAVIA RS 2.0 TSI DSG

Motor Vierzylinder, Turbo, vorn quer

Hubraum 1984 cm 3

Leistung 18 0 kW (245 PS) bei 5250/min

max. Drehmoment 370 Nm bei 1600/min

Testverbrauch 7,9 l S/100 km

Preis ab 41 230 Euro

SKODA KAMIQ 1.0 TSI DSG

Motor Dreizylinder, Turbo, vorn quer

Hubraum 999 cm 3

Leistung 81 kW (110 PS) bei 5500/min

max. Drehmoment 200 Nm bei 2000/min

Testverbrauch 6,7 l S/100 km

Preis ab 23 220 Euro

RICHTIG ERWACHSEN, DER KLEINE

EIN KLEINES WUNDER, der Kumpel Kamiq. Auf einer vergleichsweise überschaubaren Grundfläche bietet Skodas kleinster SUV ein enorm erwachsenes Platzangebot. Und das gilt nicht nur in der ersten Reihe (das können ja viele), sondern auch im Fond und im Kofferraum. Darüber hinaus überzeugt das tschechische SÜVchen beim Fahren fast ohne Abstriche. Der Federungskomfort erreicht für so einen Knirps bemerkenswerte Reife, gleich zeitig neigt der Kamiq nicht zu nervösen Aufbaubewegungen. Die Lenkung arbeitet ohne größer e n Widerstand und über den gesamten Bereich angenehm direkt. Entspanntes Reisen beherrscht der Skoda genauso gut wie das Kurvenräubern. Der 110 PS starke Dreizylinder reicht völlig aus, der optionale Doppel­ kuppler rundet den guten Eindruck gekonnt ab. Kritik? Die Bedienung ist nicht durchgehend optimal.

DESIGN MUTIG, TECHNIK MODERN

STARKER EINSTAND für den neuen Tucson. Das gilt nicht nur für die mutige Optik, sondern fürs ganze Auto. Ordentliches Platz angebot und vor allem ein harmonischer Antrieb machen den kompakten Koreaner zum Familienfreund. Der 1,6-Liter-Diesel mit 136 PS reicht für den Alltag locker aus, belässt es dank Segelmodus und 48-Volt-Bordnetz bei 7,5 Liter Testverbrauch. Nicht rekordverdächtig, aber angemessen. Das Doppelkupplungsgetriebe harmoniert gut mit dem Selbstzünder, es leistet sich keine nennenswerten Schwächen.

Innen geht es modern zu, aber nicht abschreckend. Das Infotainment reagiert jetzt auf kapazitive Knöpfe, und beim Spurwechsel zeigen Kameras Fahrzeuge im toten Winkel zusätzlich im Kombiinstrument.

Weniger schön: Schon ab 100 km/h machen sich Windgeräusche an den vorderen Türen bemerkbar, die Automatiksteuerung über Druckknöpfe ist leicht verzögert.

HYUNDAI TUCSON 1.6 CRDi 48V 4WD

Motor Vierzylinder, Turbo, vorn quer

Hubraum 1598 cm 3

Leistung 100 kW (136 PS) bei 4000/min

max. Drehmoment 320 Nm bei 2000/min

Testverbrauch 7,5 l D/100 km

Preis ab 40 850 Euro

GENESIS GV80 3.0 D AWD

Motor Reihensechszyl., Turbo,vorn längs

Hubraum 2996 cm 3

Leistung 204 kW (278 PS) bei 3800/min

max. Drehmoment 588 Nm bei 1500/min

Testverbrauch 9,4 l D/100 km

Preis ab 63 400 Euro

DIE GROSSE SUV-GALA FÜR GENIESSER

GENESIS KOMMT SPÄT, aber gewaltig. Allein der optische Auftritt des 4,95 Meter langen GV80 beweist Klasse – die das Auto auch hält. Voll ausgestattet und fein verarbeitet lässt der Edelableger aus dem Hause Hyundai wenig Wünsche offen. Vorn sitzen wir auf vielfach ver­ stellba­ ren Sitzen fürstlich, hinten ordentlich, der Kofferraum schafft bis zu 2152 Liter Gepäck, das 675 Kilogramm wiegen darf. Selbst die zweite Reihe genießt Heizung und Belüftung der Polster, für die Füße wird es aber etwas eng.

Absolut auf Komfort geeicht präsentiert sich das fluffige Fahrwerk des GV80. Auch der Motor mag’s lieber auf die sanfte Tour, fördert eher Entspannung als Eile. Hellwach und humorlos dagegen die Bremse. Obwohl fast 2,3 Tonnen schwer, reichen bei warmer Anlage 33,1 Meter aus 100 km/h.

HIER PASSEN FORMAT UND FUNKTION

SKODA SUPERB COMBI 1.5 TSI DSG

Motor Vierzylinder, Turbo, vorn quer

Hubraum 1498 cm 3

Leistung 110 kW (150 PS) bei 5000/min

max. Drehmoment 250 Nm bei 1500/min

Testverbrauch 7,0 l S/100 km

Preis ab 38 550 Euro

WAS FÜR EIN GERÄT. Obwohl der Superb Combi auf dem kompakten Golf-Baukasten MQB beruht, macht er sich mal eben 4,86 Meter lang. Absolut kein Selbstzweck, sondern Grundlage für ein üppiges Platzangebot auch hinten und bis zu 1950 Liter Gepäckraum. Angesichts solcher Dimensionen reichen die 150 PS des kleinen Benziners, um gemütlich mitzuschwimmen. Und dazu passt dann auch das sanfte, aber vor allem im Eco-Modus leicht verschlafene Siebengang- DSG .

Ebenfalls auf der gelassenen Seite bewegt sich das Fahrwerk. Selbst grobe Unebenheiten gleicht es souverän aus. Wer es direkter und dynamischer liebt, stellt einfach das weit gespreizte DCC-Fahrwerk auf Sport.

Gut ablesbar und mit verschiedenen Darstellungsmodi gesegnet präsentiert sich das volldigitale Cockpit, die insgesamt solide Verarbeitung lässt uns weder jubeln noch jaulen.

HYUNDAI IONIQ 5 4WD (72,6 kWh)

Motor Zwei E-Motoren, je einer vorn und hinten

Batterie 72,6 kWh

Leistung 225 kW (305 PS)

max. Drehmoment 605 Nm bei

Reichweite 300 km (im Test)

Testverbrauch 24,0 kWh/100 km

Preis ab 48 900 Euro

EIN STARKES STÜCK ELEK TROTECHNIK

HOCHSPANNUNG BEI HYUN- DAI . Mit dem Ioniq 5 setzen die Koreaner bei den Stromern Zeichen. Unter der attraktiven Hülle steckt nicht nur ein gutes Raumkonzept, das in der zweiten Reihe noch ordentlich Luft lässt, sondern auch moderne E-Technik. Allrad und 305 PS lassen den Ioniq 5 leichtfüßig und mit Nachdruck durch den Verkehr summen, dank maximal 220 kW Ladeleistung dauert das Befüllen des 72,6-kWh-Akkus (nutzbar) keine Ewigkeit, 80 Prozent Ladestand lassen sich unter idealen Bedingungen in 18 Minuten erreichen.

In Fahrt hinterlässt der Hyundai einen guten Eindruck, die optionalen 20-Zoll Räder lassen ihn aber etwas spröde abrollen. Dagegen ist es eine sehr geschmeidige Geste, dass Hyundai auf seinen Elektro-Crossover acht Jahre Garantie gibt.

FAZIT

GERALD CZAJKA, DIRK BRANKE

Viel Corona, wenig Chips – darunter leiden natürlich auch die Importeure. Was sie aber nicht davon abgehalten hat, im vergangenen Jahr wieder jede Menge richtig starke Autos zu uns zu schicken. Vor allem Skoda und Hyundai überzeugen mit ebenso coolen wie cleveren Typen.