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Die besten Podcatcher


iPhone & iPad Life - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 14.03.2019

Podcasts sind ein Phänomen und erfahren gerade ihre dritte Hype-Welle. Nicht zuletzt, weil sich immer mehr Medienhäuser mit Sendungen – mal zweitverwertet, mal eigens produziert – in der Podcast-Landschaft breit machen. Wir haben die besten Podcast-Player getestet.


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Bildquelle: iPhone & iPad Life, Ausgabe 2/2019

Podcatcher, so bezeichnet man gemeinhin Apps, mit denen man Podcasts abonnieren (also „einfangen“ vom englischen „to catch“), verwalten und abspielen kann. Apple positionierte sich schon vor Jahren als Fan dieses Mediums und unterhält mit dem eigenen Podcast- Verzeichnis die wohl größte Sammelstelle für abonnierbare Audioinhalte. Wer seinen ...

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... eigenen Podcast in das Verzeichnis aufgenommen wissen will, muss lediglich die Adresse zum zugehörigen RSS-Feed übermitteln – et voilà! Die Episoden selbst werden allerdings nicht bei Apple gespeichert. Apple fungiert eher als Such- und Vorschlagsmaschine. Letztlich wohl auch, um sich selbst nicht in hässlichen Copyright-Diskussionen wiederzufinden.

Es ist deshalb auch nicht verwunderlich, dass Apples eigene Podcast-Player-App Ihre erste Anlaufstelle sein sollte, wenn Sie sich gerade jetzt erstmals mit dem Thema Podcasts auseinandersetzen.

Falls sie schon länger dabei sind, und sich über die eine oder andere Unzulänglichkeit eben dieser App ärgern, dann sind Sie hier genau richtig. Denn mittlerweile gibt es zahlreiche namhafte Konkurrenten, die sich in Design und Funktionsumfang merklich unterscheiden. Nicht nur von Apples „Standard-App“, sondern glücklicher Weise auch voneinander.

Während sich einige als Alternative zur „Podcats“-App von Apple platzieren und ebenfalls auf Einsteiger abzielen, eigenen sich andere mit einer Vielzahl von Optionen und Einstellungsmöglichkeiten definitiv eher für Enthusiasten mit vielen abonnierten Podcasts.

In eigener Sache

Wenn Sie dem Team hinter der Mac Life bei Diskussionen rund um aktuelle Themen aus der Apple-Welt lauschen wollen, empfehlen wir unseren hauseigenen Podcast „Schleifenquadrat“. Direkt in iTunes oder mit jedem Player unter:

Podcasts

Apples eigene Podcast- App wird nicht mehr länger direkt mit iOS ausgeliefert, sondern muss separat aus dem App Store geladen werden. Dann aber gewährt sie unmittelbaren Zugriff auf Apples Podcast-Verzeichnis, in dem sich so ziemlich jeder Podcast der Welt befindet. Zuletzt hatte die App immer wieder mit ein paar kleineren Problemen, etwa bei der korrekten Darstellung von Kapitelsprungmarken zu kämpfen.

Für Neulinge im Podcast-Universum eignet sich die Podcast-App perfekt: sie lässt sich leicht bedienen und macht es Anwendern leicht, neue Inhalte zu finden und zu abonnieren. Der große Pluspunkt darüber hinaus ist die Synchronisation von Abos und Abspielstatus über praktisch alle Geräte vom iPhone über das iPad und den Mac bis zur Apple Watch und dem Apple TV.

Für wahre Enthusiasten indes ist der Funktionsumfang zu gering. Die Einstellungen zur Abspielgeschwindigkeit sind nicht gut genug und das automatische Pausieren nach einer bestimmten Zeit oder zum Ende einer Episode ist mehr als kompliziert.

Preis: kostenfrei
Web:

Overcast

Einer der Redaktionslieblinge unter den Podcast- Playern ist seit Jahren Overcast. Der Erfolg der App lässt sich relativ einfach erklären: Entwickler Marco Arment ist selbst Podcaster und leidenschaftlicher Podcast-Hörer und hat sich die App, die er selbst gerne hätte, maßgeschneidert. Und damit trifft er offenbar den Nerv vieler Podcast- Nerds. Neben diversen Einstellungen zu Playlisten glänzt Overcast mit ausgefeilten Siri Shortcuts, einer Synchronisation über mehrere Geräte (leider fehlen bislang Apps für Mac und Apple TV) und zwei selbst entwickelten Modulen, die das Hörerlebnis deutlich optimieren können. „Voice Boost“ verbessert nicht nur die Gesamtlautstärke des Podcasts, sondern betont zudem die Stimmen und versucht diese sogar anzugleichen. „Smart Speed“ hingegen lässt Sie die Abspielgeschwindigkeit nicht wie in anderen Apps auf einen fixen Wert festlegen, sondern auf einen Zielwert. Die Funktion versucht diesen dann unter anderem dadurch zu erreichen, dass Sprechpausen verkürzt werden, agiert also beinahe intelligent, bei dem Versuch, Ihnen Zeit zu sparen.

Preis: kostenfrei (+ In-App-Käufe)
Web: overcast.fm

Instacast Core

Ein großer Platz in unseren Herzen gebührt Instacast. Ein Podcast- Player von Martin Hering aus Deutschland. Instacast war schon früh am Start und sein Entwickler hatte stets gute Kontakte in die sehr progressive deutsche Podcast- Szene. Kein Wunder also, dass Instacast viele Features zuerst anbot. Kapitelmarken zum Beispiel. Oder eine Spenden-Option für Podcaster. Hörer konnten Episoden „favorisieren“ und solche Lieblingsfolgen wurden direkt an Flattr übermittelt. Flattr ist ein Dienst, bei dem man einen Betrag hinterlegen kann, der dann am Ende eines Monats unter allen „ge-flattrten“ Inhalten aufgeteilt wird. Diese Funktion unterband Apple allerdings schon nach kurzer Zeit. Ein Sync-Service mit angegliedertem Bezahlmodell folgten. Wirtschaftlich betrachtet war Instacast leider nie erfolgreich genug. So beendete Hering das Projekt, bevor er es 2016 erneut und ohne Serverfunktionalitäten in den App Store brachte. Seit dem 22. November 2018 ist Instacast komplett kostenfrei und Open Source. Hering hofft, dass sich andere dem Podcast-Player annehmen.

Preis: kostenfrei
Web: martinhering.me

Castro

Ein weiterer Favorit der Redaktion ist der englischsprachige Podcast- Player Castro, der schon in der kostenfreien Version Spaß macht. Er beherrscht alle grundlegenden Funktionen und fällt durch intuitive Wischgesten und eine durchdachte Benutzeroberfläche auf. Das Konzept mit Warteschlange und Inbox verhindert, dass Sie auch bei unzähligen Podcast-Abos von einer Flut neuer Episoden erschlagen werden. Zudem werden Episoden in der Inbox zwar gelistet, aber nicht geladen – das spart Speicherplatz.

Seit Version 3 sind neue Premium- Funktionen an Bord, die sich durch ein Plus-Abo (9 Euro im Jahr) freischalten lassen. So können Power-User Sprechpausen herausschneiden, Sprache verbessern und Podcasts zum Hören mit nur einem Ohrhörer auf Mono reduzieren lassen. Auch Kapitelmarken werden unterstützt und Einstellungen können pro Podcast festgelegt werden – zum Beispiel die Geschwindigkeit der Wiedergabe oder eine Startzeit zum Überspringen von Intros. Auch eigene Audioinhalte lassen sich dank „Sideloads“ mit Hilfe der iCloud in die App übertragen.

Preis: kostenfrei (+ In-App-Käufe)
Web: supertop.co/castro/

Pocket Casts

Eins unserer Lieblingsfeatures der an Funktionen wahrlich nicht armen App, ist das Definieren eines Abspielstartzeitpunkts. Wann das sinnvoll sein kann? Bei jedem Podcast, der ein immer gleiches, Ihnen aber viel zu langes Intro hat. Der ansonsten großartige englischsprachige Podcast „TED Radio Hour“ beispielsweise hat ein immer etwa 50 Sekunden langes Intro, auf das man getrost verzichten kann. In Pocket Casts kann man dies hinterlegen und fortan beginnt die App das Abspielen von Episoden dieses Podcasts erst ab Sekunde 50.

Pocket Casts ist die App für Fortgeschrittene, die nicht zu viel Zeit mit Konfigurationsaufwand verschwenden wollen. Die Oberfläche ist simpel gestaltet, was alles andere als ein Malus ist. Schließlich soll eine Podcast- App Mittel zum Zweck sein, ein Werkzeug.

Zwingend erwähnt werden muss, dass Pocket Casts nicht nur auf dem iPhone und iPad verfügbar ist. Neben einem Webplayer gibt es eine Mac- App, die 14 Tage lang kostenfrei ausprobiert werden kann und danach einmalig rund 10 Euro kostet.

Preis: 4,50 Euro
Web:

Downcast

Ähnlich wie Pocket Casts glänzt Downcast mit einer Vielzahl an Funktionen. Diese App eignet sich aber etwas besser für wahre Podcast-Enthusiasten, da sie deutlich granularere Einstellungen ermöglicht, um das Podcast-Hörerlebnis maximal zu personalisieren.

Besonders begeistern kann Downcast mit seinen Aufräum-Features. Sie können die App so konfigurieren, dass alle, alle ungespielten, die neuesten, die neuesten ungespielten, die letzten zwei, die letzten zwei ungespielten … Sie merken schon: es gibt kaum Grenzen. An die 20 solcher Optionen bietet die App. Was sie auch bietet und was unseres Erachtens ein Alleinstellungsmerkmal ist, ist das Umbenennen von Podcasts. Das ist zum Beispiel bei langen oder irritierenden Titeln sinnvoll. So könnten Sie beispielsweise „Schleifenquadrat“ in „Mac Life Podcast“ umbenennen.

Mit ähnliche ausgefeilten Optionen lassen sich auch Podcast-Playlists erstellen. Etwa eine Wiedergabeliste mit Episoden aus einem festgelegten Set von Podcasts, die eine gewisse Länge nicht über- oder unterschreiten für die Pendelei zur Arbeit.

Preis: 3,50 Euro (+ In-App-Käufe)
Web: downcast.fm

Castbox

Nach dem ersten Start der App irritiert Castbox direkt mit Podcasts, die mich interessieren könnten. Podcasts nennt die App dabei „Kanäle“ und woher es die vermeintliche Kenntnis der Interessen des Nutzers ableitet, bleibt ein Geheimnis. Auch über ein paar Übersetzungsfehler (das Benutzerkonto wird beispielsweise als Brieftasche bezeichnet) muss man hinwegsehen können, um Spaß mit der App zu haben.

Dann aber besticht Castbox vor allem mit seinem simplen Aufbau. Es gibt eine Suchmaske, eine Seite mit Vorschlägen, eine, die die abonnierten Sendungen enthält und natürlich ein Einstellungen-Menü. Darüber lassen sich noch zwei weitere Wiedergabelisten finden: Favoriten und ein Verlauf mit den zuletzt abgespielten Episoden.

Tiefergehende Einstellungen vorzunehmen, damit möchte Castbox den Anwender lieber nicht belasten. Das schnellere Abspielen einzelner Folgen ist nicht intelligent und daher eigentlich nicht zu benutzen. In dieser Kategorie können aber eigentlich sowieso nur Overcast und Pocket Casts punkten.

Preis: kostenfrei (+ In-App-Käufe)
Web: castbox.fm

Podcat

„Suchst du noch oder hörst du schon“ ist der bei einer schwedischen Möbelhauskette entliehene und nur leicht abgewandelte Claim des österreichischen Podcatchers mit der Katze im App-Icon. Und kann Podcat mit gleich zwei netten Funktionen aufwarten, die wir bei keinem anderen Podcast- Player gefunden haben. Neben Apples Podcast-Verzeichnis kann man nämlich auch Fyyd, die Podcast-Suchmaschine, nach Sendungen befragen. Zusätzlich kann man Cloud-Speicher einbinden und so aus eigenen Sound-Dateien eine Art privaten Podcast machen. Ganz ohne dass man eine Website nebst RSS-Feed erstellen müsste. Dafür ist die Navigation durch die App und die Steuerung der Wiedergabe von Podcast-Episoden etwas zu umständlich. Zwar bietet die App eine Vielzahl der Funktionen, die man von einem guten Podcast-Player erwartet, wirklich intuitiv sind sie aber nicht immer zu erreichen.

Schön ist dafür, dass nahezu alle verfügbaren Metadaten verwendet werden. So können mit Podlove erstellte Podcasts nach Sprechern durchsucht werden.

Preis: 5,50 Euro (+ In-App-Käufe)
Web:

Auch hier gibt es Podcasts!

Audible

Die zu Amazon gehörende Plattform mit der wohl größten Auswahl kommerzieller Hörbücher, hat sich schon vor einigen Jahren dem Thema Podcasts geöffnet. Wobei „geöffnet“ nur sehr einseitig zutrifft. Man bietet jetzt auch eigene Podcasts an – allerdings nur für Hörer, die bereit sind, die ohnehin für Audible fälligen 10 Euro pro Monat zu zahlen. Die Audible-Podcasts funktionieren nur in der eigenen App. Beides ist nicht unfair, widerspricht aber doch dem ursprünglichen Podcast-Ansatz.

Spotify und Deezer

Anders gehen die Musik-Streamingdienste Spotify und Deezer an das Thema heran. Beide haben nicht etwa damit angefangen, eigenen Produktionen an den Start zu bringen, sondern bestehende Podcast zu integrieren. Zuerst natürlich nur ausgewählte. Mittlerweile kann aber zumindest bei Spotify jeder seinen eigenen Podcast einreichen und jeder wird akzeptiert – solange er nicht gegen geltendes Recht oder Spotify-eigene Richtlinien verstößt.

Beide haben über die Jahre aber auch ein eigenes Angebot aufgebaut. Während Spotify-Podcats weitestgehend ausschließlich in den Spotify-Anwendungen zu hören sind, zeigt Deezer sich offenherziger und bietet eine ganze Reihe eigener Produktionen zum freien Abonnement mit dem Podcatcher der Wahl an.

Was bleibt, ist die fundamentale Kritik, dass sich beide Apps nicht sonderlich gut zum Finden, Sammeln und Hören von Podcasts eignen. Podcasts sind eben (in der Regel) keine Musik und die beiden Formate lassen sich nicht gut in einer App vereinen.