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Die besten Ziele und Stellplätze im Erzgebirge


Auto Bild reisemobil - epaper ⋅ Ausgabe 2/2022 vom 13.01.2022

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Bildquelle: Auto Bild reisemobil, Ausgabe 2/2022

In Glashütte (Ziele 4+5) dreht sich alles um Uhren. Die Stadt ist Standort von neun Manufakturen und welt berühmt für ihre edlen Chronometer

SACHSEN VON OBEN — UND VON GANZ UNTEN

WANDERN IM SOMMER, Ski fahren im Winter: Das Erzgebirge zählt zu den beliebtesten Ganzjahres-Reisezielen Deutschlands. Im bisherigen Tourismus-Rekordjahr 2019 zählten die Sachsen 3,2 Millionen Gästeübernachtungen. Der Mix aus Bergen und Bergwerken, Kultur und Kulinarik kommt bei Urlaubern sehr gut an. Selbst regelmäßige Erzgebirge-Urlauber entdecken auf jeder Tour Neues. Zum Beispiel Restaurants unter Tage, betreutes Schnitzen, Autos bauende Hühnerzüchter oder die mit 4000 Paar weltgrößte Strumpfsammlung. Eine Winterreise an die tschechische Grenze.

1. FREIBERG

Schlemmen im Bergwerk

In die Grube zu fahren, kann auch ein sehr schönes Erlebnis sein. Den besten Beweis dafür liefert das einstige Freiberger Silberbergwerk, das heute für Gäste geöffnet ist. Neben klassischen Touren können Besucher nach Anmeldung auch außerhalb der üblichen Öffnungszeiten des ...

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... Bergwerks in 100 Meter Tiefe eine Mahlzeit einnehmen, wahlweise im beheizten Wilhelmstolln auf der 1. Sohle oder im kleinen, heimeligen Ziegenstall. Beide „Unter-Tage-Restaurants“ sind zu mieten und per Grubenbahn erreichbar. Ein Caterer bringt das bestellte Essen nach unten. Von der Stulle im Stollen bis zum opulenten Festessen im Fels ist alles möglich. Aus Sicherheitsgründen natürlich nur unter bergmännischer Aufsicht, damit tief im Berg nichts in die Hose geht. Apropos: Unten gibt es auch Toiletten.

2. FREIBERG

Terra Mineralia

Das Renaissancegewölbe von Schloss Freudenstein beherbergt die größte, schönste und bunteste Mineralaliensammlung Deutschlands. Hier zeigt die TU Bergakademie Freiberg mehr als 3500 farbenprächtige Minerale und Edelsteine aus aller Welt. Und darüber hinaus: Meteoriten aus den Tiefen des Weltalls. Die „Außerirdischen“ sehen nicht allzu spektakulär aus, hatten aber definitiv die weiteste Anreise zur Terra Mineralia nach Freiberg. Die Präsentation der Exponate ist toll gelöst. Das Gewölbe ist abgedunkelt, sodass die farbenprächtigen Steine in den beleuchteten Vitrinen noch mehr Strahlkraft entfalten und die volle Aufmerksamkeit der Besucher haben.

Schloss Freudenstein, Schlossplatz 4, 09599 Freiberg, Tel. 0 37 31-39 46 54, www.terra-mineralia.de, Öffnungszeiten: Mo.–Fr. 10-17, Sa. u. So. bis 18 Uhr, Preise: 10 Euro (Erw.), 4 Euro (Jugendliche), 22 Euro (Familien)

3. FREIBERG

Eierschecke und Bauerhase

Die Sachsen verstehen sich nicht nur auf deftiges Essen wie Fratzen (Kartoffelpuffer) oder Bratwurst, Sauerkraut und Linsen, sondern auch auf Süßes. Zum Beispiel auf die Eierschecke, einen Hefeteig, der sehr großzügig mit Äpfeln, Mohn, Quark sowie reichlich Zucker und Sahne veredelt wird. Als Bindemittel für die Zutaten dienen Mehl und Eier. Fertig ist die süße Sünde, die einst ein Freiberger Bäcker ersonnen haben soll. Die Eierschecke steht natürlich auch auf der Karte des Freiberger Cafés Hartmann. Wem die Spezialität zu mächtig ist, kann auf den Bauerhasen ausweichen, ein in Hasenform gebrachter Hefeteig mit Rosinen und Mandeln. Ideal für den Winter. Echte Genießer tunken das „Nagergebäck“ vor dem tödlichen Biss in den Kaffee. Die Sachsen verstehen zu leben.

Konditorei und Café Hartmann, Petersstraße 1A, 09599 Freiberg, Tel. 0 37 31-2 28 07, www.cafe-hartmann.de

4. GLASHÜTTE

Uhrenmuseum

Das Erzgebirge kennt im Ausland fast niemand. Kommt aber das Gespräch auf Glashütte, ändert sich das schlagartig. Denn die Kleinstadt im östlichen Erzgebirge ist weltbekannt für ihre Uhrenmanufakturen. Aktuell sind es neun. Der erste Glashütter mit Uhrentick war Ferdinand Adolph Lange. Der Uhrmachermeister bildete Generationen von Uhrmachern aus und machte Glashütte zu einem Zentrum der europäischen Uhrenindustrie und anderer feinmechanischer Erzeugnisse. In der Dauerausstellung zeichnet das Deutsche Uhrenmuseum den Aufstieg der Stadt und die Entwicklung des mechanischen Uhrenbaus liebevoll und teils an interaktiven Stationen nach. Zu sehen sind mehr als 500 historische Exponate, darunter wahre Wunderwerke der Uhrmacherkunst: Glashütter Taschen-, Pendelund Armbanduhren aus verschiedenen Epochen, Marine-Chrono meter, Raritäten und uraltes Uhrmacherwerkzeug. Die lange Uhrentradition der Stadt ist übrigens sehr lebendig: Im Museumsgebäude werden die Glashütter Uhrmacher von morgen ausgebildet. Schillerstraße 3a, 01768 Glashütte, Tel. 03 50 53-4 61 21 02, www.uhren museum-glashuette.com, Öffnungszeiten:

Mi.–So. 10-17 Uhr, Preise: 7 Euro (Erw.), 4,50 Euro (ermäßigt), ab 12 Euro (Familien), Kinder bis 6 J. frei

5. GLASHÜTTE

Nomos Manufaktur

Anfang 1990, wenige Monate nach dem Fall der Mauer, meldete der Düsseldorfer Roland Schwertner die Uhrenmarke Nomos an. Sitz der Uhrenmanufaktur sollte aber nicht das Rheinland, sondern das traditionsreiche Glashütte sein. Praktisch vom Start weg wurde Nomos zur Erfolgsgeschichte. Mittlerweile unterhält das Unternehmen drei Standorte in der sächsischen Kleinstadt. Wie die schlicht-eleganten Uhren von den Modellen Tangente und Ludwig bis zu neueren Linien wie Metro oder Minimatik gefertigt werden, erfahren Besucher während einer zweieinhalbstündigen Manufakturführung. Sie schauen den Uhrmachern direkt über die Schulter, kein Arbeitsschritt ist inszeniert. In allen Nomos-Uhren steckt noch sehr viel filigrane Handarbeit. Die Fachleute erklären, was zu tun ist, bis eine Uhr fertig für den Einsatz am Handgelenk ist. Dabei wird klar, warum kaum eine neue Nomos unter 1000 Euro zu haben ist. Ferdinand-Adolph-Lange-Platz 2, 01768 Glashütte, Tel. 03 50 53-40 49 60, www.nomos-glashuette.com, kostenlose Führungen werktags nach Anmeldung

6. ALTENBERG

Lithium-Bergwerk

Zu den beliebtesten touristischen Zielen in Altenberg zählt das Besucherbergwerk „Vereinigt Zwitterfeld zu Zinnwald“. Es ist Teil des Unesco-Welterbes „Montanregion Erzgebirge/Krusnohori“. Der zweistündige Rundgang unter Tage führt tief unter der Staatsgrenze bis nach Tschechien. Über Jahrhunderte holten Bergmänner hier erst Zinn, später auch Wolfram aus der Erde. Von den hochriskanten unterirdischen Sprengungen zeugen noch heute riesige Hohlräume im Berg sowie ein düsterer Untertagesee. Doch mit der Altenberger Bergwerksromantik wird es wohl bald vorbei sein: Denn unter der Stadt schlum mert Lithium für rund 20 Millionen E-Auto-Batterien, auf tschechischer Seite vermuten Experten noch einmal mindestens die doppelte Menge. Es ist das größte bekannte Lithium-Vorkommen in Europa. Schon bald dürfte also wieder „Berggeschrey“ rund um Altenberg zu hören sein. Die Deutsche Lithium plant eine 150-Millionen-Euro-Investition zur Neuerschließung des Bergs, um von 2025 an den wertvollen Lithiumglimmer abbauen zu können. Das Leichtmetall lagert 400 bis 700 Meter unter der Erde, tief unter dem Besucherbergwerk.

Goetheweg 8, 01773 Altenberg, Tel. 03 50 56-3 13 44, Öffnungszeiten: Mi.–Sa., viermal täglich Führungen unter Tage, Preise: 9 Euro (Erw.), 6 Euro (ermäßigt), 24 Euro (Familien)

7. ALTENBERG

Loipenparadies

Unter der Erde ein Gewirr aus stillgelegten, teils jahrhundertealten Bergbaustollen, oben ein engmaschiges Loipennetz für Langläufer: Im Winter verwandelt sich die alte Bergbau- und Wanderregion rund um Altenberg in ein Wintersportparadies. In der Region sind mehr als 70 Kilometer Strecke für Langläufer gespurt oder für Skater präpariert. Zu den schönsten Loipen zählt die mittelschwere Rundstrecke am Kahleberg. Sie ist knapp zehn Kilometer lang, bietet mehrere Einkehrmöglichkeiten und führt neben dichtem Wald auch durch offene Hochmoorwiesen. Wer früh am Morgen die Skier anschnallt, am besten an einem gewöhnlichen Wochentag, hat die Strecke fast für sich allein und sollte sich die Zeit nehmen, einen Abstecher auf den Kahleberg zu machen. Von dort aus ist nicht nur Altenberg sehr gut zu sehen, sondern auch Dresden und die Tafelberge in Tschechien. Ein Wintertraum. Tourist-Info, Am Bahnhof 1, 01773 Altenberg, Tel. 03 50 56-2 39 93, www.altenberg.de

8. ZINNWALD-GEORGENFELD

Grenzland-Wintertour

Hier stört wirklich niemand! Wer den Winter im Erzgebirge ganz für sich allein haben will, macht sich am besten zu Fuß auf den Weg von Zinnwald nach Altenberg. Oder umgekehrt. Die Pfade in der Grenzregion zu Tschechien sind alles andere als überlaufen. Die meisten Spuren im Schnee stammen nicht von Wanderstiefeln, sondern von den Pfoten und Hufen von Wildtieren. Wer leise ist, bekommt die Bewohner der weißen Winterwälder vielleicht auch mal zu Gesicht. Tourenvorschläge gibt es in der Tourist-Info. Hier beginnt auch eine gut zehn Kilometer lange Rundwanderung nach Zinnwald.

Tourist-Info, Am Bahnhof 1, 01773 Altenberg, Tel. 03 50 56-2 39 93, www.altenberg.de

9. SAYDA

Altsächsischer Gasthof

Die Küche im Erzgebirge passt perfekt zum Winter. Sie ist deftig – und köstlich. Davon können sich Urlauber zum Beispiel in Sayda überzeugen. Der Altsächsische Gasthof Kleines Vorwerk serviert Typisches aus der Region. Sehr zu empfehlen sind Wildgerichte. Auf den Teller kommen quasi die Gasthofnachbarn, denn das Team serviert Produkte aus der Umgebung. Die Basis der Speisekarte bilden eigene Erzeugnisse vom Hochlandrind sowie Schafe und Mangalitza-Wollschweine. Tipp: Vom Gasthof aus starten winterliche Rundfahrten in der Schlittenkutsche durch die Umgebung. Wolldecken sind inklusive. Danach bietet sich ein Knüppelkuchen am Lagerfeuer oder ein Rotwein am Kamin an. Alternativ können Schlittenfahrer auch eine richtige Mahlzeit im Gasthof oder der Vorwerk-Genusshütte einnehmen, dem mit nur vier Plätzen kleinsten Restaurant Sachsens.

Mühlholzweg 12, 09619 Sayda, Tel. 03 73 65-9 99 10, www.kleines-vorwerk.de

10. SEIFFEN

Schlittenhunderennen

Einmal im Jahr fühlt sich das Erzgebirge ein wenig an wie Alaska. Dafür sorgt der Lausitzer Sportverein reinrassiger Schlittenhunde. Wenn genügend Schnee in Seiffen liegt, organisieren die Vereinsmitglieder ein Schlittenhunderennen. Auf der wahlweise sechs oder zwölf Kilometer langen Strecke auf der Schwartenbergloipe hecheln dann keine Langläufer, sondern durchtrainierte Huskys und andere nordische Hunderassen um die Wette. Die vierbeinigen Sportler starten in mehreren Rennklassen. Nachmittags dürfen sich auch Kinder von den Hunden durch den Schnee ziehen lassen. Praktischerweise liegen Start und Ziel des Rundkurses sehr nah beieinander. Gut für die Zuschauer. Sie haben kurze Wege und können sich alle Rennen ansehen, ohne selbst viel rennen zu müssen. Auch der nächste Verpflegungsstand ist nicht weit. Für Kalorienzufuhr sorgt das Team des Waldgasthofs Bad Einsiedel.

Schwartenbergloipe, Badstr. 1, 09548 Seiffen, www.erzgebirge-explorer.de, „Seiffen“ im Suchfeld eingeben, Termin: 22. und 23. Januar 2022 (Ersatztermin: 26./27. Februar)

11. SEIFFEN

Schauwerkstatt

Seit Jahrhunderten ist das Erzgebirge bekannt für seine kunstvoll gefertigten Holzfiguren, Pyramiden oder Spanbäume. In der Seiffener Schauwerkstatt gibt es eine riesige Auswahl an handgeschnitzten, gedrechselten, gefrästen, gebohrten und geschliffenen Volkskunstwerken. Hier können Besucher dabei zusehen, wie Kunsthandwerker aus einem groben Holzklotz eine Kugelräucherfigur herausarbeiten. Das sieht gar nicht so schwierig aus, ist es aber leider doch. Das stellt sich spätestens dann heraus, wenn sich Besucher selbst als Holzkünstler versuchen. Zum Glück haben die Profis aber Bastelsets vorbereitet, mit denen sich auch Kinder ihren eigenen Nussknacker, eine Pyramide oder den Erzgebirgsklassiker, den Schwibbogen, zusammensetzen, bemalen und mit nach Hause nehmen können.

Bahnhofstr. 12, 09548 Seiffen, Tel. 03 73 62-77 40, www.schauwerkstatt.de

12. MARIENBERG

Silberstadt

Das Erzgebirge ist seit dem Mittelalter quasi voll untertunnelt. Unter dem Mittelgebirge verlaufen ungezählte Stollen, die Generationen von Bergleuten in die Erde getrieben haben, um metallische Rohstoffe wie Zinn, Silber, Blei, Eisen, Kobalt, Nickel oder Wolfram zutage zu fördern. Hier gab es fast alles. Die Geschichte des Bergbaus in der Region geht etwa bis ins 12. Jahrhundert zurück und prägte ganze Wirtschaftszweige. Seit 2016 ist die sächsisch-böhmische Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří Unesco-Welterbe. Mittendrin liegt Marienberg, eine 500 Jahre alte Bergstadt. Ihre Existenz verdankt sie Silberfunden im 16. Jahrhundert. Das Besondere: Marienberg wurde auf dem Reißbrett entworfen und galt in der Renaissance als Idealbild einer Stadt. Sie ist ein kleines Gesamtkunstwerk, von einer Stadtmauer umschlossen und ein noch heute lebendiges Stück deutscher Bergbaugeschichte. Markt 1, 09496 Marienberg, Tel. 0 37 35- 60 20, www.marienberg.de und www.montanregion-erzgebirge.de

13. EHRENFRIEDERSDORF

Greifensteine

Kennen Sie die glorreichen Sieben des Erzgebirges? Gemeint sind die sieben Granitfelsen, die zwischen Ehrenfriedersdorf und Geyer völlig unvermittelt bis zu 13 Meter aus dem Boden ragen. Einer ist bizarrer geformt als der andere. Eine winterliche Wanderung lohnt sich besonders, denn in Schnee oder dicken Nebel gehüllt wirken die verwitterten Riesen noch mystischer und romantischer als zu anderen Jahreszeiten. Einer der monumentalen Blöcke lässt sich gefahrlos über eine Treppe besteigen, bei klarer Sicht wartet oben eine herrliche Aussicht bis zum Erzgebirgskamm. Über die schönsten Winterwanderstrecken informiert die Tourist-Auskunft. Ein Tipp ist der Wanderweg entlang des Röhrgrabens, der Wasser zum Bergwerk Ehrenfriedersdorf leitet. Heute ist die alte Zinnmine ein Besucherbergwerk. Wer mag, kann seinen Erzgebirge- Urlaub angesichts der extremen Bergwerksdichte komplett unter Tage verbringen …

Tourist-Information Greifensteine, Greifensteinstraße 44, 09427 Ehrenfriedersdorf, Tel. 03 73 46-68 70, www.greifensteine.de

14. ANNABERG-BUCHHOLZ

Zum Neinerlaa

Der Ratskeller „Zum Neinerlaa“ ist eine sehr gute Adresse, wenn es darum geht, dem Magen das Knurren auszutreiben. Hier gibt es alles, was das Erzgebirge kulinarisch ausmacht, allem voran Erdapfelgerichte wie Pellkartoffeln mit Quark und Leinöl, Fleisch, Bratwurst, Sauerkraut … Authentisch und traditionell, wie auch die rustikal-gemütliche Einrichtung und die Tracht der Servicekräfte. Der Name des Restaurants geht auf die alte erzgebirgische Tradition „Neunerlei“ zurück. Gemeint ist ein Weihnachtsessen, das aus neun verschiedenen, meist sehr gehaltvollen Komponenten besteht. So etwas wie kalorienreiche Erzgebirgs-Tapas (s. kleines Foto rechts oben). Das Servicepersonal kann das viel besser erklären.

Markt 1, 09456 Annaberg-Buchholz, Tel. 0 37 33-67 94 09, www.zum-neinerlaa.de, Öffnungszeiten: Mo.–Sa. 11.30-21 Uhr

15. OBERWIESENTHAL

Ski alpin am Fichtelberg

An den Flanken von Sachsens höchstem Gipfel, dem Fichtelberg (1214 Meter), schlängeln sich zehn klassifizierte Pisten ins Tal hinunter. Zusammen bringen es die Abfahrten auf rund 16 Kilometer Länge. Gleich nebenan, in Tschechien, kommen noch einmal zwölf Pistenkilometer im Skigebiet Klinovec hinzu. Das Wintersportgebiet ist bestens erschlossen. Eine Schwebebahn sowie ein Netz aus Schleppund Sesselliften bringt die Alpinisten an den Start. In der Grenzregion pendelt ein kostenloser Shuttlebus zwischen Tschechien und Sachsen. Rund um den Fichtelberg sind zudem zahlreiche Loipen gespurt. Bei den Top-Wintersportbedingungen ist es kein Wunder, dass die Region etliche Olympiasieger im Langlauf und der nordischen Kombination hervorgebracht hat. Wer lieber sitzend wintersportet, dem sei die knapp zwei Kilometer lange Touristen-Rodelbahn empfohlen. Der Startpunkt liegt in 1200 Meter Höhe, danach geht’s manchmal etwas ruppig und steil, aber doch sehr sicher bergab. 250 Meter weiter unten heißt es dann für die Rodler: vom Fahrtwind zerzauste Frisur richten und Gesäßmuskulatur für die nächste wilde Talfahrt lockern. Skigebiet Fichtelberg, Vierenstraße 10, 09484 Oberwiesenthal, Tel. 03 73 48- 1 27 70, www.fichtelberg-ski.de, Preise Tageskarte: 35 Euro (Erw.), 25 Euro (Kinder), diverse Kombi-Tickets für den grenzüberschreitenden Skispaß

16. OBERWIESENTHAL

Gäste-Biathlon

Langläufer lieben es, einsam auf der Loipe durch Wälder und über verschneite Wiesen zu gleiten. Doch ab und zu kann ein wenig Abwechslung sicher nicht schaden. In der Oberwiesenthaler Skiarena drehen nicht nur Langlauf- und Biathlon-Profis ihre Runden, um sich auf den Weltcup vorzubereiten. Beim Gäste-Biathlon können auch Freizeitsportler auf die Jagd nach ihren persönlichen Bestzeiten gehen und ihre Treffsicherheit am Schießstand testen. Unter Hobby- Biathleten ist die Fehlschussquote allerdings recht hoch, denn mit Puls 170 schießt es sich nicht allzu gut. Kleiner Trost: Die fälligen Strafrunden bringen eine Extra-Portion Kondition. Wer am Schießstand schwächelt, muss es halt in den Beinen haben. Da geht es Freizeitsportlern nicht anders als den Profis.

Gästeinformation, Karlsbader Straße 3, 09484 Kurort Oberwiesenthal, Tel. 03 73 48-15 50 50, www.oberwiesenthal. de/biathlon-oberwiesenthal.cfm, Termine und Preise siehe Internet

17. OBERWIESENTHAL

Ski-Fasching

Ganz im Gegensatz zum Gäste-Biathlon geht es beim Oberwiesenthaler Ski-Fasching nicht um die schnellsten Zeiten, sondern um das fantasievollste Outfit. Am Faschingssonntag gehört der Kur- und Wintersportort ganz den kostümierten Narren. Das gilt auch für die Pisten, auf denen Skihasen, Yetis oder kugelrunde Alpinisten im wärmenden „Fat Suit“ herumalbern und die Sprungschanze für kleinere Stunts und Showeinlagen nutzen. Dazu gibt’s Musik, das schon traditionelle Skiballett und einen Skizirkus mit noch mehr Akrobatik auf Kufen. Der Karnevalssonntag ist wirklich kein normaler Pistentag, und auch in der Stadt ist alles anders. Dafür sorgen die Narren mit ihrem großen Festumzug, bei dem sie unentwegt „Ski Tamm!“ rufen. Was genau das bedeutet, wissen die wenigsten. Völlig egal. Das ist Karneval.

Gästeinformation, Karlsbader Straße 3, 09484 Kurort Oberwiesenthal, Tel. 03 73 48-15 50 50, https://skifasching-oberwiesenthal.de, Termin: 27. Februar 2022

18. JOHANNGEORGENSTADT

Kammloipe

Die waldreiche Region rund um das alte Bergstädtchen Johanngeorgenstadt gilt als besonders schneesicher und schönste Langlaufregion Sachsens. Die Loipen rund um die Stadt reichen locker für einen zweiwöchigen Winterurlaub, ohne dass Sportler zweimal den gleichen Weg nehmen müssten. Die allerschönste Tour verläuft auf dem Erzgebirgskamm entlang der tschechischen Grenze bis nach Schöneck im Vogtland. Das sind etwa 36 Kilometer. Ganz so weit muss natürlich niemand laufen, zumal die Sportler auch noch an den Rückweg denken müssen. Den meisten reicht es, bis ins Naturschutzgebiet des Kleinen und Großen Kranichsees zu gleiten und unterwegs die atemberaubende Aussicht vom Erzgebirgskamm zu genießen. Wer keinen Proviant mitnehmen mag, kann unterwegs in einem der Gasthäuser einkehren und die Akkus mit einem typisch erzgebirgischen Kartoffeloder Pilzgericht aufladen.

Touristinformation, Eibenstocker Str. 67, 08349 Johanngeorgenstadt, www.johanngeorgenstadt.de

19. SCHNEEBERG

Kreativwerkstatt

Wie wird ein Stück Holz zur Engelsfigur? Durch konzentriertes Schnitzen und Drechseln. Holzbildhauer Lars Neubert zeigt in seiner Schneeberger Kreativwerkstatt, wie der Profi Holz in die gewünschte Form bringt. Besucher sind eingeladen, ihm nachzueifern und ein eigenes kleines Kunstwerk zu erschaffen. Es muss ja nicht gleich eine Engelsfigur sein. Für den Anfang reicht vielleicht schon eine Schale, der man ruhig ansehen darf, dass sie von einer nicht ganz so geübten Hand gefertigt wurde. Wer beim Schnitzen an handwerkliche Grenzen stößt, kann alternativ auch ein vom Meister gefertigtes Kunstobjekt oder einen Gebrauchsgegenstand kaufen. Doch dank Neuberts Tipps kommt beim betreuten Schnitzen meist doch etwas Brauchbares oder künstlerisch Wertvolles heraus. Schönheit liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters.

Markt 16, 08289 Schneeberg, Tel. 0 37 72- 39 53 08, www.holzkunst-erleben.de, Preisbeispiele: 18 Euro pro Kursstunde (ohne Anmeldung), 120 Euro (Tageskurs Schnitzen oder Drechseln), Kinderkurse zum halben Preis

20. BAD SCHLEMA

Zum Füllort

Schlemmen in Schlema! Das geht ganz ausgezeichnet in der Gaststätte „Zum Füllort“ im Kulturhaus Aktivist. Besonderheit: Gäste sitzen hier in einem originalgetreu nachgebauten Bergwerksstollen. Wände und Decken sind komplett mit rustikalen Balken vertäfelt – eine Verneigung vor den 20 000 Bergmännern, die in den 1950er-Jahren in beziehungsweise unterhalb von Schlema in der Erde schufteten. Fotos und diverse Werkzeuge erinnern an die Bergbaugeschichte des Ortes. Das Essen im Füllort: so rustikal wie die Einrichtung. Hier gibt es hausgemachte Eisbeinsülze mit Remoulade und Bratkartoffeln (9,60 Euro), Hirschgulasch (14,90 Euro) oder Burger (12 Euro), übrigens auch eine vegetarische Version (8,60 Euro). Ehrliche, deftige Kost. Von den Portionen wird garantiert auch jeder Bergmann satt. Das ist gelebte Tradition.

Bergstraße 22, Kulturhaus Aktivist, 08301 Bad Schlema, Tel. 0 37 71-29 02 21, www.kulturhaus-aktivist.de, Öffnungszeiten: Mo., Di., Do. 11-20 Uhr, Fr. u. Sa. bis 22 Uhr, So. bis 15 Uhr

21. ZWICKAU

August-Horch-Museum

Die Autostadt Zwickau liegt nur einen Steinwurf vom Erzgebirge entfernt. Ein Abstecher lohnt sich, unter anderem wegen des 1988 eröffneten Horch-Museums. Es residiert in den Hallen des ersten Audiwerks, das genügend Platz für die rund 160 Fahrzeuge und diverse kleinere Exponate bietet. Den Auftakt der Dauerausstellung machen ein Audi und ein Horch, Baujahr 1911. Beide gehen zurück auf Autopionier August Horch (1868- 1951), der zunächst Betriebsleiter des Motorwagenbaus bei Carl Benz in Mannheim war. Später, auf einigen Umwegen und nach Zerwürfnissen mit Geschäftspartnern, gründete er Audi, lateinisch für seinen Nachnamen Horch. Auch aus seinem eigenen Unternehmen schied Horch im Streit aus, züchtete Hühner – und kehrte in den 1930ern in die neue Auto Union zurück. Das Zwickauer Museum zeichnet den kurvenreichen Lebensweg des streitbaren wie genialen Autopioniers mit der „Hardware“ seiner Zeit nach.

Audistraße 7, 08058 Zwickau, Tel. 03 75- 2 71 73 80, www.horch-museum.de, Öffnungszeiten: Di.–So. 9.30-17 Uhr, Eintritt: 11 Euro (Erw.), 9 Euro (ermäßigt), Kinder bis 6 J. frei

22. ZWICKAU

Johannisbad

Schwimmhalle, Saunabereich – fertig. Das ehrwürdige Johannisbad von 1869 verzichtet komplett auf all den Schnickschnack, mit dem moderne Spaßbäder um Gäste buhlen. Dennoch ist der Besuch des Bades ein großes Erlebnis. Wegen der Ruhe. Und der außergewöhnlichen Architektur, einem Mix aus Jugendstil und Neogotik. Die ganze Pracht wird in der dreistöckigen Schwimmhalle mit ihrem 200 Quadratmeter großen Mehrzweckbecken sichtbar. Schwimmer fühlen sich inmitten der mit Ornamenten verzierten Säulen, Fenster und Wände wie in einem Märchen aus tausendundeiner Nacht. Rechts und links des Beckens liegen abgetrennte Separees für die Badegäste, die sich mit schweren Vorhängen schließen lassen. Perfekt für ein Nickerchen nach dem Schwimmen oder nach dem Saunagang. Der Schwitzbereich mit drei Trockensaunen, römischem Dampfbad, Infrarotkabine, Schneekammer und einem Eiswürfel spuckenden Brunnen bietet allen Komfort. Gleich daneben liegt die im Originalzustand erhaltene Ruhehalle aus Kaisers Zeiten. Ein herrlicher Tempel der gehobenen Badekultur, wie geschaffen für einen kalten Wintertag in Sachsen.

Johannisstraße 16, 08056 Zwickau, Tel. 03 75-2 72 56 14, www.johannisbad.de, Öffnungszeiten: Mi.–So. bis 21 Uhr, Eintritt (für 2 Stunden): 5 Euro (normal), 3,50 Euro (ermäßigt), 12,50 Euro (Familien), Aufpreis Saunabereich: ab 4,50 Euro (normal), 3 Euro (ermäßigt)

23. LICHTENSTEIN

Miniwelt

Was haben der Taj Mahal, das Brüsseler Atomium, die Christusstatue „Cristo Redentor“ in Rio und der Eiffelturm gemeinsam? Sie alle stehen in der Miniwelt im Erzgebirgsvorland. Seit mehr als 20 Jahren ist hier die große weite Welt im Kleinen zu bestaunen. Die Miniwelt zeigt mehr als 100 architektonische Meisterwerke aller Kontinente in einem weitläufigen Landschaftspark, die Antarktis einmal ausgenommen. Die Bauten im Maßstab 1:25 sind doch um einiges größer, als der Name „Miniwelt“ vermuten lässt. Die berühmte Göltzschtalbrücke, 1895 gar nicht weit entfernt im Vogtland erbaut, bringt es in Lichtenstein beispielsweise auf 23 Meter. Im Original ist das Viadukt mit 98 Stützbögen 574 Meter lang. Nur lässt sich die echte Brücke schon wegen ihrer gigantischen Ausmaße längst nicht so gut studieren wie die geschrumpfte Kopie. Das gilt genauso für die Freiheitsstatue in New York oder die Oper in Sydney. Ein tolles Ausflugsziel, nicht nur für Familien. Der Faszination großer Bauwerke im Kleinen kann sich wohl niemand entziehen.

Chemnitzer Straße 43, 09350 Lichtenstein, Tel. 03 72 04-7 22 55, www.miniwelt.de, geplanter Saisonstart: 1. April, Preise: 12 Euro (Erw.), 8 Euro (Kinder bis 15. J.), 35 Euro (Familien)

24. STOLLBERG

Phänomenia

Physikalische Phänomene oder mathematische Gesetze sind manchmal fast schon zu abstrakt, als dass man sie sofort verstehen könnte. Was genau ist zum Beispiel Magnetismus? Wie setzen sich Schwingungen in der Luft und im Wasser fort, und welche können wir als Töne hören? Die Stollberger Erlebniswelt mit ihren mehr als 300 Exponaten gibt Antworten auf viele spannende Fragen aus der Welt, die uns umgibt. Die interaktive Ausstellung greift alltägliche Phänomene auf und hinterfragt sie kindgerecht. Es geht um Sinnestäuschungen, die Schwerkraft oder die Gesetzmäßigkeiten in den unendlichen Weiten des Universums. Im Phänomenia werden auch Erwachsene viel Neues entdecken. Besonders spannend: Die Erlebniswelt setzt ihren Besuchern keine fertigen Lösungen vor, sondern fordert sie zum aktiven Mitmachen und Forschen auf. Dabei schließt Phänomenia viele kleine und größere Wissenslücken. Besser als jeder Physikunterricht. An der Stahlburg 6-7, 09366 Stollberg, Tel. 03 72 96-92 43 40, www.phaenomenia.de, Öffnungszeiten:

Mo.–Do. 8.30-15 Uhr, übrige Tage 11-18 Uhr, Preise: 9 Euro (Erw.), 7 Euro (Kinder von 4-16 J.), 28 Euro (Familien)

25. HOHENSTEIN-ERNSTTHAL

Karl-May-Haus

Der Schriftsteller Karl May (1842- 1912) ist sicher der berühmteste Erzgebirgler der Welt. Und der vielleicht fantasiereichste. Denn die Handlung seiner Abenteuerromane spielt in Ländern, die May größtenteils nie gesehen hat. Doch seine Leserschaft nahm ihm seine Schilderungen fremder Länder stets ab. May wurde in viele Sprachen übersetzt, die Gesamtauflage seiner Romane und Reiseschilderungen beläuft sich weltweit auf mehr als 200 Millionen. Sein Geburtshaus in Ernstthal ist heute ein Literaturmuseum. Im ersten Stock befindet sich der nachgebaute Arbeits- und Wohnbereich der Familie May, wie er zu Zeiten des kleinen Karl ausgesehen haben mag. Früh floh das fünfte von 14 Kindern in Gedanken aus der Enge des Weberhaushalts. Kein Wunder, denn Mays Kindheit war ungefähr so abenteuerlich wie das seiner späteren Romanhelden. Über seine ersten Lebensjahre schrieb er zum Beispiel: „Im zweiten Stock schliefen wir mit einer Kolonie von Mäusen und einigen größeren Nagetieren, die eigentlich im Taubenschlage wohnten und des Nachts kamen, uns zu besuchen.“ Heute ist das Haus frei von Nagern. Geblieben ist ein hochinteressantes, multimediales Museum, das an Leben und Werk eines der größten deutschen Schriftsteller erinnert.

Karl-May-Str. 54, 09337 Hohenstein-Ernstthal, Tel. 0 37 23-4 21 59, www.karl-mayhaus.de, Wiedereröffnung nach Renovierung voraussichtlich am 25. Februar 2022, Öffnungszeiten und Preise siehe Internet

26. CHEMNITZ

Kunstsammlungen am Theaterplatz

In Sachsens drittgrößter Stadt (240 000 Einwohner) ist eine der wichtigsten Sammlungen expressionistischer Kunst zu sehen, vor allem der 1905 in Dresden gegründeten Künstlergruppe „Brücke“ um die vier Architekturstudenten Ernst Ludwig Kirchner, Fritz Bleyl, Erich Heckel und den Chemnitzer Karl Schmidt-Rottluff. Das Museum am Theaterplatz zeigt eine ganze Reihe herausragender Arbeiten der Brücke-Gründer, aber auch große Malerkunst von Edvard Munch, Georg Baselitz oder Caspar David Friedrich. Neben einer bedeutenden Textil-, Tapeten- und Plakatesammlung gibt es in Chemnitz auch Kurioses zu sehen: eine weltweit einzigartige Strumpfkollektion aus der Zeit um das Jahr 1900. Insgesamt sind es etwa 4000 Strumpfpaare. Hintergrund: Chemnitz war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein bedeutender Standort der Textilindustrie.

Theaterplatz 1, 09111 Chemnitz, Tel. 03 71-4 88 44 24, www.kunstsammlungenchemnitz.de, Öffnungszeiten: Di. sowie Do.–So. 11-18 Uhr, Mi. 14-21 Uhr, Preise: 8 Euro (Erw.), 5 Euro (ermäßigt)

27. CHEMNITZ

Felsendome Rabenstein

In Chemnitz wird das Geld verdient, das in Dresden verprasst wird. Diese vermeintliche Weisheit ist schon gut ein Jahrhundert alt und spielt darauf an, dass die Chemnitzer sehr zupackend und fleißig sind, wogegen den Landeshauptstädtern das Vorurteil anhaftet, lieber zu genießen als zu schuften. Das Besucherbergwerk Felsendome Rabenstein ist der steinerne Beweis, dass zumindest der Teil der Weisheit stimmt, der sich auf die Chemnitzer bezieht. Sie haben schon vor Hunderten Jahren hart gearbeitet, wenn es sein musste, auch unter der Erde. 600 Jahre und geschätzt 30 Millionen Arbeitsstunden waren nötig, um die vier Sohlen des Rabensteiner Bergwerks aus dem Fels zu meißeln und Kalk zu fördern. Die unteren beiden Sohlen sind mittlerweile geflutet, nur erfahrene Taucher können sich die vom Menschen geschaffene Unterwasserbergwelt im Rabensteiner Landschaftsschutzgebiet heute noch ansehen (Infos: Tauchschule Sachsenluft). Die beiden darüberliegenden Ebenen sind ganzjährig für Besucher geöffnet, ca. 40-minütige Führungen durch die rund 700 Meter lange „Unterwelt“ finden stündlich von 10 Uhr an statt. Der Trip unter Tage ist auch deshalb sehr interessant, weil sich hier im Lauf der Jahrhunderte wie in einer Tropfsteinhöhle kleine Stalagmiten (wachsen vom Boden nach oben) und Stalaktiten (hängen von der Decke) gebildet haben. Sehenswert sind außerdem die vielen kleinen, mit Wasser gefüllten Grotten und hallenartigen Hohlräume, in denen Fledermäuse leben.

Weg nach dem Kalkwerk 4, 09117 Chemnitz, Tel. 03 71-8 08 00 37, www.felsendome.de, Öffnungszeiten: tägl. 10-17 Uhr, Preise: ab 7 Euro (Erw.), ab 5 Euro (Kinder)

28. LICHTENWALDE

Galerie Angewandte Kunst Schneeberg

Das Erzgebirge ist weit mehr als Räuchermännchen, Nussknacker oder Schwibbogen. In Sachen Design setzt die Region inzwischen sehr moderne Akzente. Die Galerie für Angewandte Kunst Schneeberg der FH Zwickau im Schloss Lichtenwalde hat sich in den vergangenen Jahren zu einer spannenden Designschmiede entwickelt. Was Studierende hier erdenken und handwerklich umsetzen, ist nicht nur funktional und praktisch, sondern auch formschön. Dazu zählen einzigartige Möbel, Schmuck und außergewöhnliche Kleidung. In der Galerie des Schlosses sind die Prototypen der Kreativen zu sehen, hier gibt es regelmäßig auch Sonderausstellungen mit wechselnden Schwerpunkten. Aus Sachsen kamen schon immer geniale Ideen. Das ist noch heute so.

Schlossallee 1, 09557 Lichtenwalde, Tel. 03 72 06-89 44 04, www.fh-zwickau.de, Öffnungszeiten: siehe Internet

29. AUGUSTUSBURG

Schloss und Rokoko-Park

Vier quadratische Eckhäuser, verbunden durch lange Zwischengebäude, großzügiger Innenhof: Sachsens Kurfürst August (1526-1586) galt nicht nur als zugewandter Landesvater, sondern auch als begnadeter Bauherr. In nur vier Jahren Bauzeit setzte er sich mit Schloss Augustusburg ein steinernes Denkmal. Sein Hauptwerk trägt den Beinamen „Krone von Sachsen“ und zählt zu den schönsten Renaissanceschlössern des Kontinents. Für ein Jagd- und Lustschloss hat es geradezu gewaltige Ausmaße. Vater August wird es sehr gefallen haben, schließlich geht der Entwurf des Schlosses auf einem gut 500 Meter hohen Kegel über dem Zschopautal vermutlich auf ihn selbst zurück. Während einer Führung gelangen Besucher auch in Räume, die sonst nicht zugänglich sind, zum Beispiel in die Kinderstuben der jungen Fürsten. Ein Muss ist auch ein Winterspaziergang durch den Renaissancepark. Vorher ist aber mindestens eines von vier Museen im Schloss und seinen Wirtschaftsgebäuden dran. Zur Auswahl stehen Kutschen-, Motorrad-, Jagdtier- und Vogelkunde- sowie das Kerkermuseum mit Folterwerkzeugen aus mehreren Jahrhunderten. Vater August konnte offenbar auch mal richtig sauer werden, wenn jemand nicht spurte. Davon zeugen die heute zum Glück nur noch sprichwörtlich gebräuchlichen Daumenschrauben. Und anderes übles Werkzeug, das schon beim Aussprechen Schmerzen bereitet. Zum Beispiel die Fußquetsche.

Schloss 1, 09573 Augustusburg, Tel. 03 72 91-38 00, www.schloesserlandsachsen.de, Öffnungszeiten: tägl. 10-16 Uhr, Preise Motorrad- oder Schlossmuseum: 6 Euro (Erw.), 5 Euro (ermäßigt), 16 Euro (Familien)

Jens Lehmann