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Die besten Ziele und Stellplätze in Altmark und Wendland


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Auto Bild reisemobil - epaper ⋅ Ausgabe 3/2022 vom 13.01.2022

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Mystisch: Die Sonne kämpft sich durch die morgendlichen Nebelschleier über der Elbe bei Hitzacker (Ziel 18). Die Flussauen stehen unter Naturschutz

STERNE, STÖRCHE, STILLE — UND DIE ELBE

ALTMARK UND WENDLAND zählen zu den am dünnsten besiedelten Regionen Deutschlands – perfekt für einen erholsamen Campingurlaub. Durch den einst von der innerdeutschen Grenze zerschnittenen Elbraum schlängelt sich heute das Grüne Band, das gesamtdeutsche Naturschutzprojekt. Hier gibt es viel Ruhe, stockdunkle Sternennächte, brütende Adebare, spannende Kulturprojekte und einen seltsamen See, der immer größer wird. Aber auch Menschen liebende Esel, menschenscheue Wölfe und den „Blauen Würger“ von Wustrow. Ein abwechslungsreicher Ausflug an die frühere Grenze.

ALTMARK

1. WAHRENBERG

Storchenkolonie

Das nördlichste Elbdorf Sachsen-Anhalts ist weit über 1000 Jahre alt und wohl schon ebenso lang bevorzugtes Brutrevier von Weißstörchen. Knapp zwei Dutzend Storchenhorste gibt es hier, im Frühjahr ist nichts als das unentwegte Schnabelklappern der Adebare zu hören. Doch ...

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... warum lieben die Störche das verschlafene Elbdorf? Wie für uns Menschen zählen auch für die rotbeinigen Großvögel bei der Immobiliensuche vor allem drei Dinge: Lage, Lage, Lage. Da passt Wahrenberg perfekt. Im Westen wird es von Wäldern und Wiesen umsäumt, auf der anderen Seite fließt die Elbe durch die weitläufigen Auen. Hier finden die Schreitvögel reichlich Nahrung für die Aufzucht ihrer Jungen. Störche leben übrigens nicht monogam, sondern sind sich nur während der Brutsaison treu. Anschließend heißt es dann für beide Partner: neues Jahr, neues Glück.

2. ARENDSEE

Schippern auf der „Queen“

Der Arendsee zählt mit 51 Metern zu den tiefsten Gewässern Norddeutschlands. Durch Einbrüche des Untergrunds wächst er stetig weiter. Zuletzt sackte der Seeboden anno 1685 ab und vergrößerte die Wasserfläche auf fünf Quadratkilometer. Grund für den labilen Boden ist ein Salzstock, der immer weiter ausgewaschen wird. Badeurlauber und Wassersportler muss das aber nicht schrecken, ebenso wenig alle, die mit dem Schaufelraddampfer „Queen“ bei Kaffee und Kuchen (Gedeck ab 6 Euro) über den Arendsee schippern. Tipp: Sehr reizvoll ist eine Seeumrundung zu Fuß. Die Strecke ist rund zehn Kilometer lang. Bei gemütlichem Tempo und mit Fotopausen dauert die Tour durchs Grüne rund vier Stunden. Buchung: Tourist-Info, Töbelmannstraße 1, 39619 Arendsee, Tel. 03 93 84–2 71 64, www.luftkurort-arendsee.de, „Aktiv“ anklicken, Preise: 13 Euro (Erw.), 6,50 Euro (Kinder 3-13 J.), 35 Euro (Familien)

3. SALZWEDEL

Baumkuchen-Manufaktur

Die alte Hansestadt Salzwedel ist die unbestrittene „Metropole“ der nördlichen Altmark – obwohl sie nur 23 000 Einwohner hat. Salzwedel wird von den Flüsschen Jeetze und Dumme sowie vielen Kanälen durchzogen, über die sich ungezählte Brücken schwingen. Daneben ist die Stadt für ihre Baumkuchenmanufakturen berühmt. Aktuell gibt es hier ein Dutzend Bäcker, die Baumkuchen nach verschiedenen, gut 200 Jahre alten Rezepten in Handarbeit herstellen. Grundzutaten der am Spieß über offener Buchenholzflamme gebackenen Spezialität sind Mehl, Butter, Eier, Vanille und nicht zu wenig Zucker. Die Masse wird je nach Geschmack mit Rum, Marzipan, Honig oder Nüssen verfeinert und mit Schokolade überzogen. Der Baumkuchen geht in die ganze Welt, unter anderem nach Japan, Australien und Kanada. Sogar Königin Silvia von Schweden lässt ihn sich angeblich regelmäßig einfliegen. Natürlich gibt es die Köstlichkeit in Salzwedel an so ziemlich jeder Ecke. Tipp: das Schaubacken im kleinen Baumkuchenlädchen, Burgstraße 6 (Mo.–Fr. 11-15 Uhr, www.baumkuchen-salzwedel.de). Auskünfte zu Baumkuchenbäckern: Tourist-Info, Neuperverstraße 29, 29410 Salzwedel, Tel. 0 39 01-42 24 38, www.salzwedel.de

4. GROSS GRABENSTEDT

Geschleiftes Dorf

Einst war Groß Grabenstedt im Altmarkkreis Salzwedel ein hübsches Rundlingsdorf wie Cheinitz oder Eversdorf (siehe Ziel 7). Zum Dorf gehörten sechs großbäuerliche Vierseithöfe, eine alte Feldsteinkirche, Feuerwehrhaus, Schule, Gaststätte, Mühle und ein paar Arbeiterwohngebäude. Kurz: Groß Grabenstedt hatte alles, was ein Dorf braucht. Doch nach dem Krieg gab es ein Problem: Der Ort lag direkt an der innerdeutschen Grenze in der Sperrzone. Von 1950 an mussten die rund 100 Einwohner immer mehr Einschränkungen und Befestigungsanlagen wie Stacheldraht, Hundelauftrasse, Signalzaun und Todesstreifen vor der Haustür hinnehmen, die meisten wurden zwangsweise umgesiedelt. Doch erst 1986, nur drei Jahre vor der Wende, verließ der letzte Groß Grabenstedter seine Heimat. Im Anschluss machten Grenztruppen die noch verbliebenen Häuser „platt“. Vom Dorf sind heute nur noch ein paar Bodenplatten von Gebäuden zu sehen. Das Grüne Band entlang der innerdeutschen Grenze hat fast alle Dorfreste verschlungen. So ist Groß Grabenstedt zum lebendigen, grün überwucherten Denkmal geworden. Die Naturschutzorganisation BUND bietet gelegentlich Touren ins geschleifte Dorf an.

BUND Sachsen-Anhalt, Chüdenstraße 4, 29410 Salzwedel, Tel. 0 39 01-3 93 97 58 www.bund-sachsen-anhalt.com

5. DAHRENDORF

Grenzturm

Rainer Axmann hat dem DDR-Grenzturm von Dahrendorf ein zweites, diesmal friedliches Leben geschenkt. Vor 15 Jahren kaufte der Niedersachse den Beobachtungsturm. Seitdem restauriert er den maroden Betonzahn wenige Schritte nordöstlich von Dahrendorf. Axmanns langfristiges Ziel ist es, den Urzustand des Turms wiederherzustellen. Schon heute können Touristen hier den kilometerweiten Ausblick über die Grenzregion genießen. Einst schätzten die Turmwächter nicht die Aussicht, sondern das freie Schussfeld. Wie sich die Zeiten ändern. Manchmal zum Guten. 29413 Dahrendorf/Dähre, Infos: Gemeinde Dähre, https://gemeinde-daehre.de, Anmeldung zum Grenzrundgang inkl. Turmbesichtigung bei Amanda Hasenfusz unter Tel. 01 76-73 81 66 30

6. DIESDORF

Horchposten

Im Kalten Krieg gehörte die altmärkische Grenzregion den DDR-Grenztruppen und natürlich den befreundeten russischen Streitkräften. Die nutzten die Nähe zum Land des Klassenfeindes im Westen, um entlang der Grenze Abhöranlagen zu errichten. Eine entstand 1967 auf dem Schwabenberg in Nachbarschaft zum niedersächsischen Wittingen. Bis zu 500 Rotarmisten taten hier Dienst. Einfache Soldaten hausten ganzjährig in Zelten, nur für Offiziere gab es feste, beheizbare Unterkünfte. Heute ist der Horchposten verfallen, nach der Wende zog die Rote Armee alle technischen Abhöreinrichtungen nach Wladiwostok ab. Der Abhörturm, im Volksmund Café Moskau genannt, wurde 1998 gesprengt, weil er einzustürzen drohte. Übrig blieben gespenstische Ruinen im Wald. Ein kaum bekannter „Lost Place“ und Relikt des Kalten Kriegs, wie geschaffen für außergewöhnliche Fotoaufnahmen. Anhöranlage 29413 Diesdorf/Bergmoor

7. CHEINITZ, WINKELSTEDT, EVERSDORF

Altmärkische Runddörfer

Die typischen Rundsiedlungen gehören zur Altmark wie Störche oder Baumkuchen. Cheinitz, Winkelstedt und Eversdorf sind die besten Beispiele für die steinernen Wagenburgen, Rundlinge genannt, die die altmärkische Kulturlandschaft prägen. Alle Häuser sind im Kreis um einen Dorfplatz ausgerichtet. Am besten ist das in Cheinitz zu sehen. Hier gruppieren sich die uralten Höfe um einen Platz mit Löschteich. In Winkelstedt wird der zentrale der Platz von hohen Bäumen beschattet, Eversdorf bevorzugt die eher kahle Dorfplatzvariante. Tipp für Storchenfreunde: Nicht weit von Eversdorf entfernt, im Eingangsbereich der Dorfkirche von Tylsen, läuft an den Brutwochenenden Storchen-TV: Auf einem Bildschirm wird live übertragen, was sich hoch oben im Storchenhorst auf dem Kirchturm gerade so tut (www.heimatundkulturvereintylsen.de). Meistens laufen opulente Froschmahlzeiten und Schnabelklappern. 39624 Cheinitz, 39624 Winkelstedt (beide Kalbe/Milde), 29410 Eversdorf (Salzwedel)

8. SIEBEN LINDEN

Ökodorf

Nachhaltigkeit, weitgehende Selbstversorgung und ein ökologischer, zukunftsfähiger Lebensstil: Das sind die Ziele, die die Ökodörfler aus Sieben Linden in Poppau anstreben. Aktuell leben hier 100 Erwachsene und 40 Kinder. Das offene Projekt läuft seit 1997 sehr erfolgreich, die Bewohnerinnen und Bewohner bereichern die Region mit kulturellen und sozialen Initiativen und einem breit gefächerten Seminarangebot sowie Vorträgen. Dabei geht es unter anderem um Themen wie Ernährung, praktische Ökologie wie nachhaltiges Bauen, Kommunikation oder Selbsterfahrung. Wer das Ökodorf kennenlernen möchte, kann neben den Seminaren dafür die Mitarbeitswochen, Sonntagscafés, das Sommercamp oder Freiwilligendienste nutzen. Auch Tagesbesuche sind nach Anmeldung möglich. Ein lohnenswerter Ausflug in eine sehr interessante, ideenreiche und nachhaltige Welt. Ökodorf Sieben Linden, 38489 Beetzendorf, OT Poppau, Tel. 03 90 00-5 12 35, www.siebenlinden.org

9. GLADIGAU

Four Side Ranch

Den texanisch klingenden Namen verdankt das Anwesen der für die Altmark typisch quadratischen Anordnung der Gebäude, auf deutsch Vierseithof genannt. Über das Gelände schleichen Katzen auf der Suche nach unvorsichtigen Nagern sowie Buddy und Duke, die gutmütigen, aber wachsamen Hofhunde. Die Stars der Four Side Ranch sind aber die Ranchpferde, auf denen Urlauber gemütliche Trailritte in die Umgebung

unternehmen können. Wer geübt ist, kann beim Ausritt natürlich Wildwest-Tempo gehen, weniger Erfahrenen sei vorab die ein oder andere Reitstunde auf der Ranch empfohlen. Tipps geben ein Trainer mit C-Lizenz sowie eine Reitlehrerin der Kölner Pferdeakademie. Ein schöner alter Pferdehof in grüner Lage.

Dorfstraße 35, 39606 Osterburg (Gladigau), Tel. 03 93 92-91 77 29, www.four-side-ranch.de, Preisbeispiel Einzelreitunterricht: 28 Euro (45 Min.)

10. OSTERBURG

Schlosspark Krumke

Inmitten der wilden altmärkischen Natur liegt ein topgepflegter Gartentraum: der Schlosspark Krumke in Osterburg. Eines der Highlights ist eine 400 Jahre alte Buchsbaumhecke, eine der ältesten des Kontinents. Im Frühjahr ist ein Parkbesuch aber schon wegen des blühenden Lerchensporns und der üppigen Rhododendren Pflicht. Neugotisches Schloss und Park gehen zurück auf die Familie von Kahlden. Im 19. Jahrhundert ließ sie die Außenanlagen im Stil eines englischen Landschaftsparks mit geschwungenen Wegen und großem Teich anlegen. Die Bäume, darunter sehr seltene wie Blutbuche, Sumpfzypresse und Stechpalme, sind inzwischen zu Riesen herangewachsen. Ein Park mit Charakter. Kleiner Wermutstropfen: Das Schloss ist in Privatbesitz und nicht zu besichtigen.

Parkstraße, 39606 Osterburg, Infos bei der Tourist-Auskunft, Großer Markt 10,39606 Hansestadt Osterburg, Tel. 0 39 37-89 50 12, www.osterburg.de, ganzjährig frei zugänglich

11. STENDAL

Hansestadt von oben

Die Hansestadt Stendal zählt zu den absoluten Highlights in der Altmark. Schon wegen des Marktplatzes mit historischem Rathaus, dem Roland von 1525 – beziehungsweise seiner Kopie aus dem Jahr 1974 – und der Marienkirche. Aber auch wegen des backsteinernen Uengelinger Tors und weiteren Sehenswürdigkeiten wie Dom, Westwall oder Tangermünder Tor. Wem das Pflastertreten durch Stendals hübsche Altstadtgassen zu mühselig ist, kann sich alles auch aus der Luft ansehen. Von Stendal-Borstel aus starten halbstündige Rundflüge über die Stadt bis nach Tangermünde und Tangerhütte mit grandiosem Blick über die Elbauen. Veranstalter: Flugschule GCS, 38820 Halberstadt, Tel. 01 76-54 09 05 48, www.rundflug-stendal.de, Abflug vom Flugplatz Borstel, Osterburger Str. 250, 39576 Stendal, Tel. 0 39 31-71 32 79, Rundflug ab 75 Euro

12. TANGERMÜNDE

Elbe-Radtour

Das toll restaurierte Tangermünde ist ein ausgezeichneter Startpunkt für eine Elbe-Radtour gen Norden. Los geht’s auf der Westseite der Elbe über eine schnurgerade Obstbaumallee bis Arneburg. Hier ist eine erste Rast im Burgcafé direkt vor der atemberaubenden Aussichtsplattform hoch über dem Elbtal Pflicht. Sie schwebt 30 Meter über dem Fluss am Arneburger Hang und ist der wohl schönste Elbe-Aussichtspunkt in ganz Sachsen-Anhalt. Unterhalb der Plattform können Radler mit der Gierseilfähre auf die Ostseite der Elbe übersetzen und dort durch das Unesco-Biosphärenreservat auf dem Deich weiter bis nach Havelberg fahren. Die Havelberger Altstadtinsel ist traumhaft schön und bietet etliche gute Einkehrmöglichkeiten, darunter das Bilderbuch-Café (www.dasbilderbuchcafe.de) mit der Mutter aller Eiskarten. Mit einer Stärkung lassen sich die rund 35 Kilometer zurück nach Tangermünde locker auf einer Backe absitzen. Zum Glück ist der Elberadweg völlig frei von Steigungen. Für Nicht-E-Biker kann allerdings der Wind zum hartnäckigen Gegner werden ...

Tour-Infos: Tourismus-Büro, Markt 2, 39590

Tangermünde, Tel. 03 93 22-2 23 93, www.tourismustangermuende.de

13. TANGERHÜTTE

Tee-Bauernhof

Gegen die meisten kleineren körperlichen Beschwerden ist sicher irgendwo auf dem Hollerbuschhof von Nicole Nikolaus ein Kraut gewachsen. Die Kräuterexpertin veranstaltet regelmäßig Kräuterführungen und gibt Tipps, was wogegen hilft. Was auf dem Hof wächst, ist zu 100 Prozent bio, Chemie kommt der gebürtigen Berlinerin, die in den 90ern mit ihrem späteren Mann aufs Land zog, nicht auf Beete und Felder. Ihre Bio-Kräuter vermarktet sie direkt ab Hof, darunter auch sehr aromatische Kräutertee-Mischungen, natürlich aus eigenem Anbau. Mit wie viel Liebe die Bäuerin ihre Arbeit macht, sehen Hofbesucher schon beim ersten Blick in den Kräutergärten: Die Pflanzen sehen kerngesund und nach Handarbeit aus. Wer genau hinsieht, erspäht irgendwo zwischen Lavendelstauden und Pfefferminzstängeln einen weißen Sommerhut. Darunter steckt Nicole Nikolaus, die gerade auf allen vieren ihre Pflanzen pflegt. Mehr Zuwendung geht nicht.

Hollerbuschhof, Lange Straße 14, 39517 Lüderitz, Tel. 03 93 61-5 11 35, www.hollerbuschhof.de, Produkte auch unter www.kraeutergeister.de

14. COLBITZ-LETZLINGER HEIDE

Lindenurwald

In unseren Breiten gehören Linden zu den Bäumen mit der längsten Lebenserwartung. Sie können mehr als 1000 Jahre alt werden. Vergleichsweise jugendliche Linden stehen in der Colbitz-Letzlinger Heide, rund vier Kilometer nordwestlich von Colbitz. Im Schnitt sind sie etwa 200 Jahre alt, aber doch schon recht stämmig. Der Lindenwald erstreckt sich über 220 Hektar, damit ist er der größte zusammenhängende Lindenwald Europas. Er steht unter Naturschutz, ein Achtel der Fläche sogar unter totalem Schutz. Hier wächst er, der Lindenurwald. Dass die Linden hier so gut gedeihen, liegt am Boden, einem Mix aus Ton, Kies und Sand. Saisonhöhepunkt im Lindenwald ist die Blütezeit zwischen Juni und August. Doch vom Wanderrundweg aus ist auch der Frühjahrsausschlag der Bäume ein stilles, sattgrünes Spektakel. Tipp: langsam gehen, gaaanz tief durchatmen und den Frühling inhalieren. www.colbitzerheide.de, weitere Infos:

Gemeinde Colbitz, Teichstraße 1, 39326 Colbitz, Tel. 03 92 07-8 52 90, www.gemeinde-colbitz.de

15. KUNRAU

Sterne gucken

Die Altmark ist recht dünn besiedelt, hier leben nur gut 40 Menschen pro Quadratkilometer. Zum Vergleich: Der Bundesdurchschnitt liegt bei 233. Folglich hat die Altmark sehr viel Natur zu bieten – und nachts wird es außergewöhnlich dunkel. Es gibt kaum „Lichtverschmutzung“, optimale Bedingungen für Sternegucker. Das gilt zum Beispiel für das kleine Kunrau, einen Ortsteil von Klötze am Rande des Ohre-Drömling. Kurz: Kunrau liegt in der Mitte von nichts, genauer: von gar nichts. Manche Jugendliche mag das nerven, denn die nächste echte Großstadt, Braunschweig in Niedersachsen, liegt 50 Kilometer südwestlich. Doch zum Ausgleich für die Abgeschiedenheit ist der Sternenhimmel über Kunrau in klaren, mondlosen Frühlingsnäch-ten atemberaubend schön. Unter der gigantischen Milchstraße wirkt selbst das größte Wohnmobil winzig klein und unbedeutend.

Kunrau, 38486 Klötze

WENDLAND

16. SAMMATZ

Michaelshof

Erhalten durch Aufessen: Das ist das paradox klingende Motto des Arche-Hofs in Sammatz. Er wird nach ökologischen Landbau-Grundsätzen Rudolf Steiners (1861-1925) bewirtschaftet und ist Heimat etlicher seltener, widerstandsfähiger Nutztierrassen vom Schwarzwälder Kaltblutpferd über Thüringer Ziegen und Ostfriesische Milchschafe bis zum Angler Sattelschwein und Rotvieh. Zu letzterer Rinderrasse zählt auch Bulle Toni, gutmütiger Vielfach-Vater und unangefochtener Chef auf der Weide. Wer möchte, kann beim Melken der Ziegen helfen oder einen der sehr entspannten Esel reiten, die auf dem Hof als „Therapeuten“ arbeiten. Im Hofladen gibt es eine große Produktauswahl, darunter natürlich auch Wurst und Fleisch. Für die meisten tierischen Bewohner ist es dann doch irgendwann einmal vorbei mit dem idyllischen Landleben. Nur so lässt sich der Arche-Hof erhalten. Tipp: der Park des Michaelshofs, in dessen Mitte der himmelblau schimmernde Waldsee liegt, eine frühere Tongrube. Im Dorfe 11, 29490 Neu Darchau, Tel. 0 58 58-9 70 30, www.michaelshof-sammatz.de

17. GÖHRDE

Wolfswanderung

Der Staatsforst und Naturpark Göhrde ist das größte zusammenhängende Mischwaldgebiet Norddeutschlands. Hier sind nicht nur Wanderer unterwegs, sondern auch Wölfe. Menschen bekommen die scheuen Jäger aber meist nie zu Gesicht. Doch die Spuren der Raubtiere sind kaum zu übersehen. Zumindest nicht für alle, die auf dreistündige Wolfstour mit Kenny Kenner gehen. Der Wolfsberater erklärt, wie die Tiere leben, wie sie sich gegenüber Menschen verhalten – und wie sich Menschen verhalten sollten, wenn sich ihre Wege tatsächlich mal mit einem Wolf kreuzen. Der Experte gibt Hilfe im Spurenlesen, und mit etwas Glück bekommen Wolfstouristen auch die haarige, von Knochenstücken durchsetzte Losung des Raubtiers zu sehen. Und wer weiß: Vielleicht lässt sich Meister Isegrim ja irgendwann doch einmal persönlich auf einer Waldlichtung blicken ...

Biohotel Kenners LandLust, Dübbekold Nr. 1, 29473 Göhrde, Tel. 0 58 55-97 93 00, www.kenners-landlust.de, Termine siehe Internet, nur nach Anmeldung, Preis: Spende für den Wolfsschutz

18. HITZACKER

Frühstück auf der Elbe

Die stilvollste und entspannteste Art, in Hitzacker zu frühstücken, bietet sich mitten auf der Elbe. Das Sofafloß „Herzogin Dorothea“ des Museums Hitzacker macht’s möglich. Frühstücksgäste erwartet nicht nur ein reich gedeckter Tisch, sondern auch die namensgebende, sehr gemütliche blaue Sofagarnitur und ein Rundumblick in die Elbauen. Wenn das Tuckern des Dieselmotors in der Flussmitte verstummt, ist nur noch das leise Gurgeln der Elbe an den Planken des Katamarans zu hören – und vielleicht das Schlürfen des Kaffee trinkenden Sofanachbarn. Zu empfehlen sind auch die abendlichen Floßfahrten in den Sonnenuntergang. Ohne Verpflegung, dafür aber sehr romantisch, falls das Wetter passt. Tipp für Wanderer: In direkter Nachbarschaft zum hübschen Hitzacker verläuft der Elbhöhenspazierweg mit tollem Panoramablick über das Flusstal. Außerdem ansehen: die Fahrradvase (www.fahrradvase.de). Dort gibt es sehr kreative und schmuckvolle Souvenirs für den Lenker.

Floß-Buchung über Museum Hitzacker, Zollstraße 2, 29456 Hitzacker, Anmeldung unter Tel. 0 58 62-88 38, www.museum-hitzacker.de

19. LANGENDORF/DÖMITZ

Dömitzer Elbbrücke

Wer eine Radtour entlang der Elbe macht, kann angesichts der stillen, friedlichen Flusslandschaft schon einmal vergessen, dass die Elbe im Wendland bis 1989 Teil der fast unüberwindlichen deutsch-deutschen Grenze gewesen ist. Spätestens an der jäh im Nichts vor dem Hauptstrom endenden alten Eisenbahnbrücke bei Langendorf werden Krieg und Teilung wieder sichtbar. Weit ragt der Torso von Niedersachsen aus ins Elbtal, ohne jedoch Dömitz am anderen Ufer zu erreichen. Denn die Brücke wurde im Krieg schwer beschädigt, danach vergessen und war schließlich über Jahrzehnte dem Verfall preisgegeben. Viel hätte nicht gefehlt, und die Ruine wäre endgültig in sich zusammengefallen. Doch 2010 keimte endlich Hoffnung für die 1873 fertiggestellte, knapp 1000 Meter lange Strombrücke auf: Die Bahn verkaufte das Bauwerk an einen Unternehmer, der es in Zusammenarbeit mit dem „Freundeskreis Dömitzer Brücke“ schrittweise saniert. Eine Herkulesaufgabe. Doch erste Erfolge sind sichtbar. In einigen Jahren soll das mächtige Bauwerk wieder für Fußgänger nutzbar sein. Der backsteinerne Brückenkopf auf niedersächsischer Seite erstrahlt bereits im alten Glanz und eignet sich ausgezeichnet für eine Rast, ein Picknick oder als Aussichtspunkt. Ein sehr eindrucksvolles Relikt aus der Zeit der deutschen Teilung.

Dömitzer Elbbrücke nahe der B 191, Touristinformation, Rathausplatz 1, 19303 Dömitz, Tel. 03 87 58-2 21 12, www.doemitz.de

20. DANNENBERG

Hinterhaus-Atelier

Die wendländische Kunstszene ist vielfältig und vor allem sehr klein teilig. In der Region haben sich zahlreiche Kreative niedergelassen, es gibt Dutzende kleine Werkstätten und Ateliers, teils versteckt in Scheunen oder alten Bauernhäusern. Eine dieser kreativen Brutstätten, das Hinterhaus, gehört der Künstlerin Katrin Magens. Sie arbeitet sehr viel mit Holzdrucken, eines ihrer Markenzeichen sind satte Farben. Ihr Faible für den kraftvollen Farbeinsatz hat sie von einer Studienreise nach Papua-Neuguinea mitgebracht. Ihre Arbeiten sind im Hinterhaus und auf Ausstellungen in der Region und darüber hinaus zu sehen. Zugleich nutzt die Künstlerin ihr Atelier auch als Galerie für andere Kreative. Das Haus ist jedes Jahr Teil der Kulturellen Landpartie (KLP, 26. Mai bis 6. Juni 2022), doch auch außerhalb dieser Zeit wegen der farbenprächtigen und im Wortsinn eindrucksvollen Drucke von Katrin Magens einen Besuch wert.

Werkstatt Galerie Dannenberg, Am Markt 16, 29451 Dannenberg, Tel. 0 58 61-24 45, www. hinter-haus.de, Besuch nach Vereinbarung

21. JAMELN

Heilkräuter-Seminar

Öko-Bauernhof, Heuherberge, Seminarzentrum: Das Wendland ist voll von „multifunktionalen“ Einrichtungen wie dem Hof Birkenbruch in Jameln. Urlauber sollten ihn schon wegen des Öko-Hofladens oder der Hoferkundungstouren nicht nur für Kinder ansteuern. Doch auch das Seminarangebot ist top, darunter die Heilkräuterausbildung an Wochenenden. Johanna Herzog führt die Kräuter-Novizen in die Geheimnisse der Pflanzenheilkunde ein und erklärt die wohltuenden Wirkungen von Brennnessel, Beinwell, Wacholder oder Baumrinden, kurz: von so ziemlich allem, was die Natur zu bieten hat. Sehr lehrreich, entschleunigend und heilsam, was das ein oder andere Zipperlein angeht.

Hof Birkenbruch, Breese im Bruche 6, 29479 Jameln, Tel. 0 58 64-98 69 33, www.hof-birkenbruch.de, Termine siehe Internet, Preis: 165 Euro

22. GORLEBEN

„Beluga“

Die „Beluga“ ist ein altes Hafenfeuerlöschboot aus Bremen, das heute im Zugangsbereich des ehemals geplanten Atommüllendlagers Gorleben auf dem Trockenen liegt. Kein anderes Feuerlöschboot auf der Welt hat wohl mehr erlebt als die „Beluga“. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kaufte das wendige Boot in den frühen 80ern und setzte es von 1984 an bei zahlreichen Umweltschutzaktionen ein, darunter auf dem damals stark verschmutzten Rhein und in der Nordsee, wo die Besatzung erfolgreich gegen die Versenkung der Ölbohrplattform Brent Spar des Shell-Konzerns kämpfte. Das knapp 24 Meter lange und nur gut fünf Meter breite Denkmal steht für Widerstand und natürlich nicht zufällig vor den Toren des verhinderten Endlagers Gorleben. Heute zählt die „Beluga“ zu den beliebtesten und geschichtsträchtigsten Fotomotiven im Wendland. Rottlebener Weg, 29475 Gorleben

23. GARTOW

Biberlehrpfad

Der Biber ist mit bis zu 1,30 Meter Körperlänge das größte Nagetier des Kontinents. Er bringt bis zu 40 Kilo auf die Waage und ist damit schwerer als ein Reh. Wer’s nicht glaubt, macht am besten einen kleinen Spaziergang um den Kleinen See in Gartow. Geduldige bekommen die scheuen Plattschwänze am Rand des Gewässers zu Gesicht, in jedem Fall sind die Spuren ihrer Baumfällarbeiten am Ufer unübersehbar. Biber sind in der Lage, einen Baum von 40 Zentimeter Durchmesser in nur einer Nacht zu fällen. Einziges Hilfsmittel: ihre vier Schneidezähne, zwei oben, zwei unten. Die bis zu 3,5 Zentimeter langen, durch Eiseneinlagerungen superharten Hauer wachsen ein Leben lang. Denn auch der härteste Zahnschmelz nutzt sich im Lauf der Zeit ab. Bäume mit dem Gebiss zu fällen, ist eben ein echter Knochen-beziehungsweise Zahnjob. Spaziergänger finden viele Infos zu den hochinteressanten Nagern auf verschiedenen Erklärtafeln entlang des 2,6 Kilometer langen Pfads. Zum Beispiel, warum „Meister Bockert“ über Jahrhunderte so gnadenlos gejagt wurde.

Biosphärenreservatsverwaltung Niedersächsische Elbtalaue, Am Markt 1, 29456 Hitzacker Tel. 0 58 62-9 67 30, www. region-wendland.de/aktivität/biberpfad

24. TREBEL

Spaziergang mit Esel

Wer darf’s denn, bitte, sein? Bruno? Gretel? Oder Perle und Lady, die Zwergeselstuten? Bei Gerhard Has können sich Wanderer ihre störrische Begleitung selbst im Stall oder auf der Wiese aussuchen. Alle Esel haben so ihre Vorteile und kleinen Macken. Lady liebt Menschen und sucht sofort Kontakt. Die temperamentvolle Gretel ist nach überstandener Hufkrankheit bei Spaziergängen manchmal kaum zu bremsen. Und Eselwallach Bruno hat immer ein waches Auge auf seine Mädels. Was alle Esel gemeinsam haben: Sie sind sehr klug, freundlich und Menschen sehr zugewandt. Besonders denen, die sie ausgiebig kraulen. Da wird aus Zuneigung schell Liebe, und zwar beidseitig. Nach Terminvereinbarung können Einzelpersonen oder auch Gruppen wahlweise ein kurze Runde mit Eselbegleitung drehen oder zu einer längeren geführten Tour mit Tier starten, zum Beispiel durch die Nemitzer Heide südlich von Gorleben. Eine unerwartet entspannende und entschleunigende Erfahrung. Denn beim Spaziergang mit Esel zeigt sich, dass die grauen Tiere längst nicht so störrisch sind, wie man es ihnen oft nachsagt. Gerhard Has, 29494 Trebel, Tel. 0174- 9712956, www.eselbegegnungen.de, Preise: Futtergeld nach eigenem Ermessen

25. LEMGOW

Galerie Geheim

30 mal 3 – das ist die kurze Erfolgsformel der Galerie Geheim in dem kleinen Dorf Kriwitz. Hier stellen 30 wendländische Künstler jeweils drei ihrer Werke aus, und zwar quer durch alle Kunstrichtungen. Neben Landschaftsgemälden, Porträts, Skulpturen oder Reliefs sind auch Fotos, Comiczeichnungen oder Erotica sowie Klang-und Videoinstallationen zu sehen und zu hören. Eine sehr abwechslungsreiche und spannende Schau von Kreativen aus der Region. Kriwitz 20, 29485 Lemgow, Tel. 01 70-2 09 80 83, Ansprechpartner: Tjarro Brooks, www.region-wendland.de, „Kultur und Ausstellungen“ anklicken, Öffnungszeiten auf Anfrage

26. LÜCHOW

Stones-Museum

Ulrich Schröder und die Rolling Stones verbindet etwa seit Mitte der 1960er-Jahre eine sehr ungewöhnliche Liebesbeziehung: Ulli ist glühender Stones-Fan und sammelt seit mehr als 50 Jahren alles, was mit der 1962 gegründeten legendären Rockband zu tun hat: Fotos, Schallplatten, Gitarren und ungezählte Merchandising-Artikel. Vor zehn Jahren platzte das Haus des ehemaligen Bankangestellten schließlich aus allen Nähten. Kurzerhand verfrachtete Ulli seine Devotionaliensammlung in einen ehemaligen Supermarkt und baute ihn zum Museum für seine Helden um. Besucher erwarten viele kuriose Details: So hängen im Herren-WC Urinale in Form eines Kussmunds. That’s Rock ’n’ Roll. Interessant: Vor 25 Jahren ist Stones-Gitarrist Ron Wood auf den „crazy german collector“ aufmerksam geworden und lud ihn zu seinem 50. Geburtstag ein. Beide verstanden sich sofort prächtig, worauf Ron, ein talentierter Maler, Ulli per Handschlag zu seinem Galeristen machte. Seitdem organisiert der Lüchower Ausstellungen für den Rockstar, seinen Bankjob hat Schröder längst gekündigt. Ein tolles kleines Museum mit einem musikverrückten Chef, der ein grandioser Geschichtenerzähler und wandelndes Stones-Lexikon ist.

Dr.-Lindemann-Str. 14, 29439 Lüchow, Tel 0 58 41-5 90, www.stonesfanmuseum. com, Öffnungszeiten: von Ostern bis Ende Oktober jeweils Di.–So. 11-18 Uhr, Winterpause von November bis Anfang März, Preise: 3 Euro (Erw.), 1 Euro (Jugendliche bis 17 J.), freier Eintritt für Kinder bis 12 J.

27. WUSTROW

DDR-Konsumausstellung

Mit einer in der Jeetzel umhertreibenden Dose Wittol-Schuhkrem aus DDR-Produktion fing Mitte der 1980er alles an. Seit seinem zufälligen Dosenfund in westdeutschem Gewässer sammelt der Niedersachse Rolf Meyer so ziemlich alles, was die DDR konsummäßig hergibt: „Blauen Würger“ zum Beispiel, das Menübesteck Alekto aus VEB-Produktion, Spee­ Waschmittel, die Antibabypille Minisiston oder Spirituosen-Verschnitt, Marke Goldbrand. Insgesamt weit mehr als 1000 Exponate. Für manche Besucher gibt es in der Ausstellung ein Wiedersehen mit einst vertrauten Produkten. Für andere gewährt sie Einblicke in eine fast unbekannte Konsumwelt. Apropos unbekannt: Beim Blauen Würger handelt es sich um den sogenannten Kristall­ Wodka, einen Klassiker der DDR­ Warenwelt. Den Beinamen verdankt er seinem blauen Etikett und seiner leider doch recht häufig beobachteten ungünstigen Wirkung auf den oberen Verdauungstrakt.

Museum Wustrow, Lange Straße 9, 29462 Wustrow, Tel. 0 58 43-2 44, www.museum-wustrow.de, Öffnungszeiten: Mi.–So. 14-17 Uhr

28. SATEMIN

Rundling zum Gruseln

Im Wendland und in der Altmark gibt es noch viele uralte Siedlungen mit kreisförmig um einen Dorfplatz angeordneten Häusern (siehe Ziel 7).Eines dieser Rundlingsdörfer ist Satemin. Der Überlieferung nach hat sich hier einst ein hinterhältiger Mord ereignet. Er geht zurück auf eine Liebesbeziehung zwischen einem Bauernsohn und einer bettelarmen Magd. Der reiche Vater des Heiratswilligen untersagte die Hochzeit zu seinen Lebzeiten und besiegelte damit sein Schicksal. Die mit der Wirkung von Kräutern bestens vertraute verhinderte Schwiegertochter mixte dem störrischen Alten einen tödlichen Bier-Cocktail. Mit seinen letzten Worten verfluchte das „Bauernopfer“ seinen missratenen Sohn, der kurz darauf seine geliebte Giftmischerin ehelichte. Doch das Glück währte nicht lang. Noch am Tag der Hochzeit folgte das Mörderpaar dem Vergifteten ins Jenseits. Was genau geschah, weiß jeder im Ort ... 29439 Satemin, Ortsteil der Stadt Lüchow

29. CLENZE

Clenzer Schweiz

Fränkische Schweiz, Sächsische Schweiz, Holsteinische Schweiz: Der Beiname Schweiz für einen besonders lieblichen Landstrich ist in Deutschland sehr geläufig. Selbst dann, wenn es dort nur ein paar sanfte Hügel gibt. Das gilt auch für die Clenzer Schweiz in der südöstlichen Biosphärenregion Niedersächsische Elbtalaue. Die letzte Eiszeit hat hier eine abwechslungsreiche, hügelige Wald-und Wiesenlandschaft geformt und monströs große Findlinge zurückgelassen. Da passt es sehr gut,dass inmitten des beliebten Wandergebiets mit seinen Rundlingsdörfern auch ein Findlingspark liegt, in dem die schweren Brocken dicht an dicht auf der Wiese ruhen. Kaum zu glauben, dass die skandinavischen Kolosse vor 250 000 Jahren auf und in eiszeitlichem Gletschereis ins Wendland gereist sind. Rad-und Wanderkarten sowie Infos zur Clenzer Schweiz und zum Findlingspark gibt’s bei der Gästeinformation in Lüchow.

Gästeinformation im Wendland, Amtshof 2a, 29439 Lüchow, Tel. 0 58 41-9 74 73 86, www.region-wendland.de, „Clenzer Schweiz“ anklicken

30. SCHNEGA-MOLDEN

Märchengarten

Duftende Frühlingsblumen, blühende Staudenkissen, Hunderte Rosen, dazu ein kleiner Teich mit quakenden Fröschen: Petra Kallens üppiger Garten ist nicht nur ein stilles Refugium für Gehetzte, sondern auch die perfekte Kulisse für die Märchenerzählerin. In dieser verträumten Gartenidylle berichtet die Wendländerin bei Abendveranstaltungen von bösen Stiefmüttern, verzauberten Prinzen oder einem an der Wand hängenden Spieglein, das weiß, wer die Schönste im ganzen Land ist. Petra Kallen erzählt ihre Märchen völlig frei und kunstvoll, in wechselnden Kostümen. Oft wird sie dabei von Harfe, Flöte oder einem Piano begleitet. Ein Erlebnis für Kinder und Erwachsene. Wer sich passend dazu einkleiden möchte, sollte sich in der Kostümwerkstatt Gandiva umsehen. Hier schneidert die Textildesignerin Birgit Enkirch festlich-historische, absolut authentische Damengarderoben nach Maß, unter anderem im Tudor-oder Empirestil. Hochwertig und außergewöhnlich. Petra Kallen, Molden 6, 29465 Schnega, Tel. 0 58 42-2 38, www.maerchen-rosenrot.de, Termine siehe Internet, Preis: 15 Euro;

Gandiva, Schulstraße 3, 29465 Schnega, Tel. 0 58 42-20 53 03, www.gandiva.eu

Jens Lehmann

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