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DIE BESTEN ZIELE UND STELLPLATZE AM BODENSEE


Auto Bild reisemobil - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 12.04.2019

Was Napoleon, eine Horde Berberaffen und ein Fischer namens Fritz mit dem Schwäbischen Meer zu tun haben – und warum die Region ideal für den Frühstart in den Womo-Frühling ist


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Der Lindauer Hafen am Mangturm ist der Startpunkt für sehr spezielle Oldtimertouren (Ziel 15): Mit Ausflugsschiffen aus den 30er- Jahren geht es hinaus auf den See


FOTO: PICTURE ALLIANCE/DPA

Prima Klima, Föhn und Alpenblick

Das typische Aprilwetter am Bodensee? Strahlender Sonnenschein, milder Föhn aus Süd, um die 20 Grad. Nirgendwo sonst in Deutschland ist der Frühling schneller als am Schwäbischen Meer – die perfekte Region für ...

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... eine erste Reisemobilausfahrt mit T-Shirt-Garantie. Mit weit mehr als 20 Millionen Gästeübernachtungen allein am deutschen Ufer zählt der Bodensee zu den beliebtesten Urlaubsregionen des Landes. Das liegt nicht nur am ganzjährig milden Klima, sondern auch an den unendlichen Freizeitmöglichkeiten. Wo sonst gibt es Popcorn liebende Affen, Schiffstouren im Oldtimer oder Köstlichkeiten wie Felchen, Dinnele und Elvados? Wir zeigen Ihnen die schönsten Ziele für eine Womo-Reise rund um den Bodensee.

Paradies: 35 Gärtner halten Schwabens „Garten Eden“ (Ziel 2) in Schuss. Auf fünf Einwohner der Insel Mainau kommt somit je eine Fachkraft für Sträucher, Bäume und Blumen – deutscher Rekord!


1. KONSTANZ Spitalkellerei

Das Weingut am Bodensee gibt es seit schlappen 800 Jahren, genau genommen seit 1225, der Blütezeit des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation. Den Namen Spitalkellerei verdiente sich das Weingut, weil es den Rebsaft an bedürftige Kranke ausschenkte, um sie zu kräftigen und ihre Genesung zu fördern. Erfreulicherweise profitieren heute auch Gesunde von den traditionsreichen Weinen der ältesten noch existierenden Spitalkellerei. Zum Beispiel im historischen Rebhäuschen Haltnau mit Seeblick, das Ostern nach längerer Renovierung wiedereröffnet. Oder während einer Weinprobe in der Vinothek der Kellerei. Zur Auswahl stehen mehr als ein Dutzend Brände, Sektsorten und Weine, darunter Müller-Thurgau, Chardonnay und Grauburgunder. Geheimer Star der Kellerei ist der von der Sonne verwöhnte Spätburgunder. Weintrinker tun übrigens nebenbei ein gutes Werk: Die Spitalstiftung unterhält ein Krankenhaus und mehrere Altenheime, die unter anderem aus der Pacht für das Weingut finanziert werden.
► Brückengasse, 78462 Konstanz, Tel. 0 75 31-12 87 60, www.spitalkellerei-konstanz.de; Weinstube: Uferpromenade 107, 88709 Meersburg, Tel. 0 75 32-97 32
► Öffnungszeiten: Mo.–Fr. 9–12 und 14–18 Uhr, Sa. 9–13 Uhr

2. MAINAU Blumeninsel

Der absolute Bodenseeklassiker ist etwa so groß wie 45 Fußballfelder, zählt jährlich 1,6 Millionen Besucher und verströmt zwischen März und Oktober intensiven Blütenduft. Daher Mainaus Beiname „Blumeninsel“. Im Frühling geht es mit etwa einer Million Tulpen, Narzissen und anderen Frühblühern los, die das kleine Eiland bei Konstanz aus dem ohnehin nur kurzen Bodenseewinterschlaf wecken. Es folgt die Rhododendronblüte, weiter geht’s etwa mit Rosen, Rittersporn und Dahlien. Die Nachhut bilden Herbstkrokus, Eisenhut – und jede Menge bunte Blät- ter. Was gerade blüht, lässt sich im Internet im Mainauer Blütenkalender rausfinden. Zu den Höhepunkten auf der Insel zählen die Freiluftkonzerte. An den wenigen Schlechtwettertagen empfiehlt sich neben dem Schlossrundgang eine Runde durchs Schmetterlingshaus, hier sind viele Bewohner noch bunter als die Blumen vor der Tür. Oft auch größer: Einige Arten bringen es auf bis zu 30 Zentimeter Flügelspannweite.
► Insel Mainau 1, 78465 Insel Mainau, Tel. 0 75 31-30 30, www.mainau.de
► Öffnungszeiten: ganzjährig von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang

► Preise Sommer: 21,50 Euro (Erw.), 12,50 Euro (Schüler/Studenten), 43,50 Euro (Familien); Aufpreis für Schlosstour und Schmetterlingshaus

3. ÜBERLINGEN Backhäusle

Die badische Antwort auf Pizza und Flammkuchen nennt sich Dinnele: knusprige Brotfladen, mit Sauerrahm bestrichen und belegt mit allem, was der Vorratsschrank an Resten so hergibt: Zwiebeln, Speck, Käse, Gemüse. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Die Dinnele-Tradition geht zurück auf eine Zeit, in der noch nicht jeder Haushalt mit einem Backofen ausgerüstet war und sich die Dorfbewohner alle zwei, drei Wochen zum Brotbacken im örtlichen Backhaus trafen. Heute übernehmen kulinarische Institutionen wie das traditionsreiche Bodensee- Backhäusle in Überlingen das Backen. Die Backhäusle-Dinnele aus dem Holzofen sind mittlerweile überregional gefragt. Das gilt auch für die Seelen: gut gesalzene und mit etwas Kümmel bestreute, knusprige Brotteigstangen, die geschmacklich sehr gut mit einem Schoppen Bodenseewein harmonieren. Mittlerweile gibt es die Seelen in vielen Varianten, zum Beispiel mit Mohn, Käse oder Sesam – eine extrem leckere Bodenseespezialität, Suchtfaktor zehn!

FOTOS: PICTURE ALLIANCE/DPA, SPITALKELLEREI KONSTANZ

5Unteruhldingen


► Zahnstraße 17, 88662 Überlingen, Tel. 01 71-5 26 42 02, www.bodensee-backhaeusle.de

4. UHLDINGEN Auto- und Traktormuseum

Größer, besser, spannender: Vor zwei Jahren hat das Traktormuseum die mobilen Schätze des Automuseums Fritz B. Busch aus dem oberschwäbischen Wolfegg übernommen und ist seitdem um rund 150 Fahrzeuge reicher. Die Oldtimerflotte dokumentiert den automobilen Fortschritt der vergangenen 100 Jahre. Highlights unter den hinzugekommenen Fahrzeugen sind neben vielen anderen ein Porsche 356A und das Daimler-Benz B 220 Cabrio. Die Klassiker sehen allerdings recht klein aus neben all den „Legenden des Ackers“, die das Museum außerdem zu bieten hat. Darunter sind besondere Traktoren wie der historische Ackerschlepper Lanz Bulldog oder ein alter Avery. Besucher können die Veteranen während eines Vorführwochenendes im August in Aktion erleben. Die Oldie-Flotte macht zwar einen Höllenlärm, aber mindestens doppelt so viel Spaß. Ein tolles Museum für die ganze Familie, das sogar noch ein Extra für Camper bietet: Eine kleine Ausstellung zeigt, wie die Deutschen in den 50ern das Campen entdeckt haben. Beliebte Urlaubsziele damals wie heute: Nordsee, Sauerland, Italien – und der Bodensee. So viel hat sich in den vergangenen 70 Campingjahren also nicht verändert. Das Reiseequipment allerdings schon. Campen im Lloyd Alexander Kombi ist irgendwie aus der Mode.
► Gebhardsweiler 1, 88690 Uhldingen- Mühlhofen, Tel. 0 75 56-92 83 60, https://autoundtraktor.museum
► Öffnungszeiten: tägl. 9.30–17.30 Uhr, in der Nebensaison kürzer
► Preise: 11 Euro (Erw.), 5 Euro (Kinder 6–15 Jahre), 22 Euro (Familien)

5. UNTERUHLDINGEN Steinzeitparcours

Wettrennen im Steinzeitwagen, Werkeln mit der Steinzeitbohrmaschine: Das Pfahlbauten-Museum vermittelt Besuchern ein echtes Gefühl dafür, wie beschwerlich und gefährlich das Leben vor 5000 Jahren gewesen ist. Möglich macht das ein speziell für Kinder geeigneter Mitmach-Parcours in dem archäologischen Freilichtmuseum. Dort ist der Nachwuchs mittendrin in der Steinzeit und erlebt die früheste Epoche der Menschheitsgeschichte mit ihren Techniken und Tücken quasi am eigenen Leib. Am Bodensee lebten unsere Vorfahren in Pfahlbauten. Rekonstruktionen dieser Urbehausungen sind im Museum zu sehen. Die Originalfundstellen der prähistorischen Hütten rund um die Alpen zählen seit 2011 zum Weltkulturerbe der Unesco. Von den jahrtausendealten Hütten sind in Unteruhldingen noch die Pfahlreste sichtbar, die aus dem Grund des Bodensees ragen. Im Multimedia-Archaeorama des Museums können Besucher einen virtuellen Blick auf die bizarr aus dem Schlamm ragenden Holzstümpfe werfen. Die düstere Unterwasserszenerie hat etwas Mystisches. Ein Blick in graue Vorzeit, der haften bleibt.
► Strandpromenade 6, 88690 Uhldingen- Mühlhofen, Tel. 0 75 56- 928900, www.pfahlbauten.de
► Öffnungszeiten: März–Oktober 9–18.30 Uhr (Mo. und Fr. geschlossen), übrige Zeit kürzer
► Preise: 10 Euro (Erw.), 6 Euro (Kinder 5–15 Jahre)

6. REUTEMÜHLE Haustierhof

Tiere streicheln, bis die Hände wund sind – das ist das Motto des kleinen Boden- see-Zoos in Reutemühle. Wichtigste Investition für Besucher: Futtersäckchen (1,50 Euro), um Pferde, Hausschweine, Ziegen, Esel oder Nager wie Meerschweinchen und Streifenhörnchen anzulocken und zu verwöhnen. Zu den kuriosesten Futterabnehmern zählen Stinktiere, Hübschgesicht-Wallabys und Nasenbären, die allerdings ebenso wenig zu streicheln sind wie Pfau, Mandschurei- Kranich, Nandu und diverses anderes Federvieh. Dafür ist zumindest der Nasenbär auf andere Art unterhaltsam: Er macht komische Geräusche. Die Kleinbären verständigen sich mittels Fieplauten und können sogar bellen, allerdings nur im Falsett und deshalb nicht gerade Furcht einflößend. Insgesamt leben rund 180 Tierarten in Reutemühle, Betreiberfamilie Schuler nennt ihren Zoo deshalb auch gern „tierreichster Bauernhof Deutschlands“. Im Guinness- Buch der Rekorde steht er auch: Er gilt als artenreichster Hort bedrohter Nutztiere, eine Art Arche Noah für fast verschwundene Spezies. Sehr abwechslungs- und lehrreiches Ausflugsziel für Familien mitten im Grünen.
► Reuteweg 71, 88662 Überlingen- Bambergen, Tel. 0 75 51-97 07 85, www.haustierhof-reutemuehle.de
► Öffnungszeiten: April–Oktober täglich 10–20 Uhr
► Preise: 9 Euro (Erw.), 4,50 Euro (Kinder ab 3 Jahren), Parken gratis

7Salem


9Meersburg


7. SALEM Affenberg

Die Betreiber des Affenbergs in Salem haben den Begriff Vollpension völlig neu definiert: Die 200 Berberaffen in dem weitläufigen Waldstück bekom- men unglaubliche zehn Mahlzeiten pro Tag! Meist serviert das Personal Früchte, und zwar im 40-Minuten-Takt. Streit ums Essen gibt es trotzdem, zur Freude der Besucher. Die sind dafür zuständig, den kleinen Affenhunger zwischendurch mit speziell zubereitetem Popcorn zu stillen. Für die Berberaffen muss sich jeder Tag wie ein langer Kinobesuch anfühlen: Popcorn essen, während seltsame Besucher durchs Bild laufen. Die Tiere können sich auf dem gesamten rund 20 Hektar großen Gelände frei bewegen. Eine Art Planet der Affen mitten in Südbaden. Nur viel friedlicher. Denn die Affen wissen: Wer Popcorn will, muss freundlich sein.
► Mendlishauser Hof, 88682 Salem, Tel. 0 75 53-3 81, www.affenberg-salem.de
► Öffnungszeiten: Mitte März–Ende Oktober täglich 9–18 Uhr
► Preise: 9 Euro (Erw.), 6 Euro (Kinder 6–15 Jahre)

12Friedrichshafen


8. PFULLENDORF Seepark Linzgau

Wasserski und Wakeboard gehören auch auf dem Bodensee längst zu den etablierten Sportarten. Zum Beispiel im Seepark Linzgau am Rand von Pfullendorf. Vorteil gegenüber Nord- und Ostsee: Im Sommer ist der See angenehm warm. Zwischen Juni und September liegt die Temperatur immer über 20, in der Spitze auch schon mal bei 25 Grad. Das wissen die Taucher im Seepark zu schätzen, besonders aber die Schwimmer im Strandbad des Parks. Wer lieber an Land bleiben möchte – immerhin ist der See bis zu 251 furchteinflößende Meter tief – hat im Seepark Gelegenheit, eine Runde auf einer der schönsten und fantasievollsten Minigolfanlagen Europas zu spielen. Zu den Besonderheiten der 18 verschlungenen Kunstrasenbahnen zählen neben überraschenden Soundeffekten auch diverse technische Spielereien: Wo sonst auf der Welt fährt der Golfball ein Stück des Wegs zum Loch mit der Seilbahn? Gespielt wird übrigens mit echten Golfschlägern und Profi-Bällen. Extra-Tipp für Familien: der angeschlossene Erlebnispark Jägerhof. Hier kann der Nachwuchs auf Ponys durch den Park traben, erst einmal das Reiten erlernen oder Gold waschen. Eines der beliebtesten und abwechslungsreichsten Familienausflugsziele am Bodensee.
► Am Litzelbacherweg, 88630 Pfullendorf, Tel. Tourist-Info 0 75 52-25 11 31, www.pfullendorf.de/seepark
► Öffnungszeiten: tägl. 9 Uhr–Sonnenuntergang
► Preise: Eintritt in den Park frei, Preise für die Nutzung der einzelnen Freizeitangebote: siehe Internet

9. MEERSBURG Staatsweingut

Klar, die Bischöfe wieder: Bei der Herstellung von Wein und Bier war die Kirche immer ganz weit vorn. So auch in Meersburg. Anno 1210 gründeten hier die Konstanzer Fürstbischöfe ein Weingut, das noch heute existiert. Und nicht nur das. Die Domäne zählt dank bester Lagen zu den wichtigsten in Deutschland. Zum Entsetzen der weinseligen Bischöfe fiel ihr schönes Weingut Anfang des 19. Jahrhunderts an das Großherzogtum Baden. Dumm gelaufen, aber die Kirchenfürsten hatten immerhin 700 Jahre ihren Spaß. Weinlagen und Weine lassen sich ausgezeichnet während geführter Touren durch das Staatsweingut erkunden. Sie sind nicht als Reben-Slalom durch die Weinberge angelegt, sondern führen auch zu den schönsten Plätzen in der Meersburger Altstadt. Dazu gibt es den ein oder anderen Wein to go und viele Geschichten rund um die lange Tradition der Weinbaudomäne. Tipp für alle, die sich ganz auf das Verkosten von Wein konzentrieren wollen: Es gibt auch spaziergangfreie Weinproben. Noch mehr flüssiges Meersburg schenkt der örtliche Winzerverein im Wein- und Kulturzentrum (Konenstr. 19) aus. Der Kellereiverkauf der 40 Vereins-Weinbauern läuft von April bis Oktober.
► Seminarstraße 5, 88709 Meersburg, Tel. 0 75 32-44 67 44, www.staatsweingut-meersburg.de
► zweistündige Führungen mit drei Weinen nach Anmeldung: 25 Euro

10. BERMATINGEN Bio-Milchziegenhof

Die Familie Moser hat sich der Milchziegenhaltung nach Demeter-Standards verschrieben und vertreibt Bio-Milchprodukte von Ziege und Kuh auf Märkten in der Umgebung und in der Hofkäserei. Die Kuhmilch kaufen die Mosers bei einer nahe gelegenen Molkerei und verarbeiten sie ebenso wie die Ziegenmilch zu Käse, teilweise unter Zugabe von Bio-Kräutern. Das Moser’sche Hornvieh grast derweil friedlich meckernd auf den Wiesen rund um den Hof am südlichen Ortsrand von Ahausen. Neben frischer Ziegenmilch – sie schmeckt sehr mild und zum Glück nicht wirklich nach Ziege – sind besonders der Frischkäse, der Naturjoghurt und eine echte Spezialität zu empfehlen: Ahauser Moserella. Er schmeckt mild, ist hauchzart, weich und saftig – Mosers kulinarische Antwort auf italienischen Mozzarella.
► Ittendorfer Str. 16, 88697 Bermatingen- Ahausen, Tel. 0 75 44-64 68, www.hofkaeserei-moser.de
► Öffnungszeiten: Mo.–Mi. sowie Fr. 9–13 Uhr, Sa. 10–12 Uhr

11. HAGNAU Bodensee-Felchen

Fischers Fritze fischt frische Fische. Dieser norddeutsche Zungenbrecher passt auch sehr gut an den Bodensee. Denn er ist der Arbeitsplatz von Fischer Fritz Meichle. Mit seinem Sohn Martin fährt er jeden Tag von Hagnau aufs schwäbische Meer hinaus, um Saibling, Zander, Lachsforelle und Aal, vor allem aber die begehrten Silber-, Blau- und Sandfelchen zu fangen. Den fangfrischen Fisch verarbeiten Vater und Sohn sofort eigenhändig weiter. Die Meichles schuppen, filetieren und räuchern ihren Fang selbst und verkaufen ihn an Restaurants oder im eigenen Fischgeschäft an die Privatkundschaft. Und das schon sehr lange: Martin Meichle repräsentiert die 13. Generation der Fischer-Dynastie vom Bodensee. Die erfahrenen Fischermänner geben auch gern Tipps für die Felchen-Zubereitung. Ausgezeichnet schmeckt der milde Lachsfisch klassisch zubereitet, zum Beispiel nach Müllerin Art. Die Berufsfischer lassen die Felchen aber auch gern wieder schwimmen: in Weißweinsoße, verfeinert mit Pfifferlingen. Meichles haben unzählige Rezepte aus vielen Jahrhunderten Familiengeschichte auf Lager, die sich meist auch einfach in der Womo-Küche umsetzen lassen. Dazu ein Glas Chardonnay aus dem Staatsweingut Meersburg (Ziel 9) und ein Blick auf den See bei Sonnenuntergang – besser kann ein Urlaubstag am Bodensee nicht ausklingen.
► Fischerei Meichle, Rosenweg 12, 88709 Hagnau, Tel. 0 75 32-63 69, www.fischerei-hagnau.de

15Lindau


FOTOS: STADTWERKE KONSTANZ GMBH (2), ZEPPELIN MUSEUM (2), PICTURE ALLIANCE/DPA, BREGENZER FESTSPIELE/ ANJA KÖHLER

12. FRIEDRICHSHAFEN Zeppelin-Museum

Was die Technikgeschichte der Luftschifffahrt angeht, ist Friedrichshafen Weltspitze. Das Museum zeigt die mit Abstand umfangreichste und bedeutendste Sammlung zum Zeppelin-Prinzip „Leichter als Luft“ und stellt Besuchern die großen Protagonisten der Flugtechnik vor, darunter natürlich Zeppelin-Namesgeber Ferdinand Graf von Zeppelin, aber auch viele weitere Tüftler und Enthusiasten der Luftschifffahrt. Zur Sammlung gehören mehr als 6000 Objekte wie Zeppelin-Modelle, Luftschiff-Relikte, Instrumente, Maschinen oder Sitzmöbel, in denen Passagiere während der gemächlichen Himmelfahrt Platz nahmen. Absolutes Highlight ist ein rund 40 Meter langer Nachbau eines Teilstücks der legendären Hindenburg, des größten je gebauten Luftschiffs der Welt. All das Museumswissen über Luftschiffe lässt sich noch um eine praktische Erfahrung ergänzen: In Friedrichshafen starten Zeppeline zu 30- bis 90-minütigen Seerundflügen (www.zeppelin-nt.de, Preise ab 205 Euro, je nach Saison). Tipp für Urlauber, die lieber nicht in die Luft gehen möchten: ein ganz bodenständiger Frühlingsspaziergang über Friedrichshafens Seepromenade. Sie ist die vielleicht schönste des ganzen Bodensees.
► Seestraße 22, 88045 Friedrichshafen, Tel. 0 75 41-3 80 10, www.zeppelin-museum.de
► Öffnungszeiten: Mai–Oktober 9–17 Uhr, übrige Zeit täglich ab 10 Uhr
► Preise: 11 Euro (Erw.), 7 Euro (ermäßigt), 6 Euro (Kinder von 6-16 J.), 25 Euro (Familien)

13. RAVENSBURG Spiele-Museum

Kennen Sie Otto Maier? Vermutlich nicht. Doch die von ihm 1884 gegründete Spiele-Schmiede Ravensburger kennt buchstäblich jedes Kind. Zu den Brettspiel-Klassikern zählen „Deutschlandreise“, „Scotland Yard“ und das erste Ravensburger Brettspiel, „Reise um die Erde“. Wie ein Spiel von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt entsteht, dokumentiert das Museum Schritt für Schritt anhand des Ravensburger-Bestsellers „Das verrückte Labyrinth“. Tipp für Kinder: eine Rallye durch das ganze Museum. Dabei stellt der sprechende Stift „Tiptoi“ aus dem audiodigitalen Lernsystem von Ravensburger an jeder Rallye-Station eine Quizfrage. Hinzu kommt die quälend große Auswahl an Spielen und Puzzles: Ravensburger hält rund 1300 Spielmöglichkeiten für Kinder und Erwachsene bereit. Kurzweiliges Mitmachmuseum für Familien.
► Marktstraße 26, 88212 Ravensburg, Tel. 07 51-86 13 77, www.museum-ravensburger.de
► Öffnungszeiten: April–September 10–18 Uhr, übrige Zeit täglich kürzer, montags bis auf wenige Ausnahmen geschlossen
► Preise: 9,50 Euro (Erw.), 7,50 Euro (Kinder von 3-14 J.), 30 Euro (Familien)

17Bregenz (A)


14. WASSERBURG Surfschule

Deutschlands größter Binnensee erstreckt sich über eine Fläche von 536 Quadratkilometer und bietet locker genügend Platz für jede Art von Wassersport. Wie zum Beispiel Windsurfen. Für sehr anspruchsvollen Wind auf dem See sorgt regelmäßig der Föhn von den Alpen, aber auch an föhnfreien Tagen weht hier fast immer ein für Wassersportler brauchbares Lüftchen. Davon können sich Urlauber in der Surfschule Wasserburg überzeugen. Der Dienstleister hat neben Surfkursen auch Lehrgänge für Stand-up-Paddler und Wasserakrobatik wie Pilates und Yoga auf dem Brett im Programm. Wenn nicht gerade besagter Föhn über den See fegt, ist der Bodensee ein gutes und dank des moderaten Wellengangs gnädiges Wassersportrevier für Einsteiger. Wer schon etwas sicherer auf dem Brett steht, kann beim Surfen den Kopf hochnehmen und das grandiose Alpenpanorama genießen. Es macht den Bodensee zu einem der schönsten Windsurf- Reviere in Deutschland.
► Reutenerstr. 12, 88142 Wasserburg, Tel. 01 77-7 74 43 30, www.surfschule-wasserburg.de
► Öffnungszeiten: März–Oktober tägl. 9.30–20 Uhr
► Preise: zweistündiger Windsurf- Schnupperkurs ab 35 Euro

15. LINDAU Nostalgische Schiffstour

Urlaub am Bodensee ist herrlich. Doch niemand sollte die sonnenverwöhnte Region verlassen, ohne nicht wenigstens auch einmal auf dem See unterwegs gewesen zu sein. Für den gepflegten Trip auf dem Wasser bieten sich nostalgische Fahrten mit der Weißen Flotte der Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) an: den Motorschiffen Baden, (Baujahr 1935) Karlsruhe (1937) oder Schwaben (1937). Rundfahrten mit diesen Bodensee-Veteranen beginnen und enden beispielsweise in Lindau. Von hier geht es von Mai bis Oktober wahlweise durch die Rorschacher Bucht oder zur Drei-Länder-Panoramafahrt immer an der Küste entlang Richtung Österreich, Schweiz und wieder zurück. Unterwegs erzählt der Kapitän Bodensee- Geschichten, manche davon sind Bodensee- Seemannsgarn. Andere haben sich tatsächlich so oder zumindest so ähnlich zugetragen. Ein bisschen Übertreiben ist erlaubt. Tipp: Die BSB bieten über das Jahr diverse Eventfahrten an, zum Beispiel zum Feuerwerk während des Konstanzer Seenachtsfests im August oder zu den Bregenzer Festspielen. Genaue Termine: siehe Eventkalender im Internet.
► Hafen Lindau, Schützingerweg 2, 88131 Lindau, Tel. 0 83 82-27 58 40, www.bsb.de
► Preisbeispiel Drei-Länder-Panoramafahrt: 12,20 Euro (Erw.)

16. BODOLZ Edelbrennerei

Was liegt näher in einem Obstanbaugebiet wie der Bodenseeregion, als die Ernte zu Bränden zu verarbeiten? Rund um den See gibt es ungezählte Brennereien, darunter auch die von Edelbrandsommelier Robert Gierer. Er brennt in dritter Generation und hat das Familienhandwerk immer weiter perfektioniert. Rund 20 Brände und Liköre stellt der gelernte Obstbaumeister her. Seine Produkte werden in Spitzenrestaurants von Sylt bis Lindau und in der First- Class-Lounge der Lufthansa ausgeschenkt, auch Sternekoch Alfons Schuhbeck ist erklärter Gierer-Fan. Gierer wiederum ist Fan seines Elvados, einem aus Elstar-Äpfeln hergestellter Edelbrand mit sattem, aber dennoch weichem Fruchtaroma. Das mischt sich mit einer anderen, angenehm holzigen Note. Die verdankt der Elvados der Tatsache, dass er mehrere Jahre in französischen Limousin-Eichenfässern reifen durfte. Die spezielle Fassnote können auch weniger geübte Schnapsnasen erschnuppern. Kenner trinken den edlen Brand grundsätzlich erst nach einem intensiven Geruchstest, und auch dann nur in kleinen Schlückchen, die sie mehrmals über die Zunge rollen lassen. Mit der norddeutsch-rustikalen Degustationsmethode „Kopp in’ Nacken“ hat diese Art des Genießens nichts zu tun. Bei Gierers edlen Bränden geht es schließlich nicht um den schnellen Rausch, sondern um maximalen Genuss. Der steckt bei Gierer in jeder Flasche.
► Auf der Egg 2, 88131 Bodolz, Tel. 0 83 82-94 41 90, https://gierer.li
► Öffnungszeiten: Mo.–Fr. 9–12 und 14–18.30 Uhr, Sa. 9–15 Uhr

17. BREGENZ (A) Shoppen bei Wolford

Die weltberühmten Bregenzer Festspiele auf der Seebühne zählen unbestritten zu den großen Sommer-Highlights am Bodensee. Tickets gibt es ab 30 Euro, Karten für die Lounge kosten einen mittleren dreistelligen Betrag. Doch auch abgesehen von den Festspielen ist die Landeshauptstadt des österreichischen Bundeslandes Vorarlberg immer für einen Abstecher gut. Zum Beispiel wegen der vielen Konzerte, Theateraufführungen und Tanzveranstaltungen im Bregenzer Frühling von März bis Anfang Juni. Ein Besuch der Kulturstadt und ihrer 30 000 Einwohner lohnt sich aber auch schon für eine Führung durch die verträumte Altstadt. Zu den deutlich schrägeren Programmpunkten in Bregenz zählt eine Shopping-Tour durchs Wolford-Outlet. Eher nichts für Männer, denn Wolford bietet aus- schließlich von Designern und Künstlern gestaltete Strumpfhosen und Bodys an: hochmodern, schrill, oft mit kleinstem anzunehmendem Textilverbrauch. Um nicht zu sagen: Manche Stücke sind ein Hauch von Nichts. Vielleicht nicht jederfraus Geschmack, doch ein Ausflug ins Wolford lohnt auch wegen der Gastronomie: Das in die Boutique integrierte Restaurant glänzt mit ausgezeichnetem Essen und einer szenetauglichen, sehr gut sortierten Bar, die auf alle Gästewünsche vorbereitet ist. Am Tresen lässt sich manch seltsamer Fummel ohne Probleme schöntrinken. Wer trotz all der WolfordWäsche gar nicht fündig wird, kann den Besuch immerhin als interessante Erfahrung verbuchen. Österreich einmal anders.
► Wolfordstraße 2, 6900 Bregenz (A), Tel. +4355 746 90 18 64, www.wolfordshop.at
► Öffnungszeiten: Mo.–Sa, 9–19 Uhr

20 Arenenberg (CH)


FOTOS: NAPOLEONMUSEUM THURGAU (2), PICTURE ALLIANCE/DPA (2)

19Dornbirn (A)


18. PFÄNDER (A) Alpenblick

Schon vom Bodensee aus ist der Blick auf die im Süden aufragenden Alpen atemberaubend. Doch auf dem Pfänder, dem 1062 Meter hohen Bregenzer Hausberg, ist der Blick noch spektakulärer: Unglaubliche 240 Alpengipfel lassen sich bei klarem Wetter von hier oben mit bloßem Auge ausmachen. Der berühmte VierländerBlick (Österreich, Deutschland, Schweiz, Liechtenstein) reicht vom Allgäu über die Lechtaler Alpen, den Bregenzerwald, Arlbergregion und Silvretta bis tief in die Schweizer Alpen. Auch die vergleichsweise zwergengroßen Schwarzwaldausläufer sind vom Pfänder aus gut zu erkennen. Hinauf geht es entweder zu Fuß oder ganz entspannt in sechs Minuten mit der Pfänderbahn ab Bregenz. Tipp: Der Sonnenuntergang über dem See. Speisen und Getränke gibt’s im Aussichtsrestaurant Berghaus Pfänder. Leider nur bis 18.30 Uhr. Gipfelstürmer können notfalls auf das länger geöffnete Alpengasthaus Pfänderdohle ausweichen – oder ihren Proviant selbst aus dem Tal mitbringen.
►6911 Lochau (A); Talstation Pfänderbahn: Steinbruchgasse 4, 6900 Bregenz (A), Tel. +4355 7442 16 00, www.pfaenderbahn.at
► Betriebszeiten: tägl. 8–19 Uhr, Abendfahrten bis 23 Uhr auf Anfrage
► Preis Bergund Talfahrt im Sommer: 13,20 Euro (Erw.), 6,60 Euro (Kinder von 615 J.), 26,40 Euro (Familien)

19. DORNBIRN (A) Rolls-Royce Museum

Was haben Queen Elizabeth II., RennfahrerLegende Stirling Moss und der 2005 verstorbene Modeschöpfer Rudolph Moshammer gemeinsam? Ihre Liebe zu den Klassikern von RollsRoyce.

Die Phantom-Modelle der britischen Luxusautomarke bilden einen Schwerpunkt im Rolls-Royce-Museum im österreichischen Dornbirn. Überhaupt konzentriert sich das Haus auf die goldenen Zeiten von Rolls-Royce bis zum 2. Weltkrieg, als jedes Auto noch ein unikates Schmuckstück war. Die Sammlung in einer ehemaligen Spinnerei umfasst rund 100 Fahrzeuge mit der weltberühmten Kühlerfigur „Spirit of Ecstasy“, hinzu kommen eine Vielzahl von Marken-Accessoires, Motoren, Literatur und Fotos. Unbedingt ansehen: die Restaurierungswerkstatt des Museums. Sie ist definitiv nicht einfach nur Schauwerkstatt, sondern ein Ort, an dem richtig gearbeitet wird. Hier pflegen und restaurieren Mechaniker die legendären Fahrzeuge. Passend zur Marke bietet das Museum auch einigen Luxus für den Gaumen: Auf Wunsch und gegen Aufpreis können sich Gäste mit einem nach Champagnermethode hergestellten Winzersekt auf den Rundgang durchs Museum einstimmen, alternativ oder als weiteres Extra gibt es White- Rolls-Royce-Wein mit etwas Gebäck. Auch eine klassisch-englische Teatime mit Kuchenbuffet geht immer. Wer auf derlei Schmankerl verzichtet, kann darüber nachdenken, das gesparte Geld stattdessen in eine Museumsführung zu investieren. Die Rundgänge sind auch für Kenner der Marke top: sehr informativ und lohnend.
► Gütle 10, A-6850 Dornbirn, Tel. +43-55 72-5 26 52, www.rolls-royce-museum.at
► Öffnungszeiten: Di.–So. 10–17 Uhr, im Hochsommer auch montags geöffnet
► Preise: 6 Euro (Erw.), 3 Euro (Kinder 6–14 J.)

20. SCHLOSS ARENENBERG (CH) Napoleon-Museum

Er war 1,68 Meter kurz, untersetzt und trug die Kappe quer auf dem Kopf: Klingt nicht nach jemandem, an den sich die Nachwelt länger erinnern müsste. Doch bei Napoleon I. (1769–1821) zählte weniger das Äußere, Frankreichs Kaiser hatte andere Qualitäten. Vor allem auf dem Schlachtfeld erwies sich der General als militärisches Genie, populär machten ihn vor allem seine Feldzüge in Italien und Ägypten. So populär, dass sogar die Schweizer dem Feldherrn ein eigenes Museum gewidmet haben, standesgemäß auf Schloss Arenenberg. Das hat seinen Grund. Hortense de Beauharnais, Stieftochter Bonapartes, erkor das direkt am See gelegene Schloss zu ihrem Exilsitz, nachdem Stiefpapa von seinen vielen europäischen Gegnern besiegt und zu Hause in Ungnade gefallen war. Hier wuchs auch ihr Sohn, Napoleon III., auf, der letzte Kaiser von Frankreich. Zur Museumssammlung zählen Möbel, Grafiken, Kleingegenstände und weltberühmte Gemälde aus dem Besitz von Hortense und von Kaiserin Joséphine, Napoleons erster Ehefrau. Sehr sehenswert sind neben dem Wohnbereich auch die historische und die Forschungsbibliothek sowie der Schlossgarten im englischen Stil. Er ist ein verkleinertes Abbild der legendären Parkanlagen von Schloss Malmaison, dem Wohnsitz von Napoleon und Joséphine westlich von Paris. Napoleonmuseum, Schloss Arenenberg und der Landschaftspark liefern den Beweis: Zeitreisen sind möglich.
► Schloss Arenenberg, CH-8268 Salenstein, Tel. +41-58-3 45 74 10, www.napoleonmuseum.tg.ch
► Öffnungszeiten: April–September täglich 10–17 Uhr, übrige Zeit montags geschlossen
► Preise: 15 CHF (Erw.), 5 CHF (Kinder 6–16 J.), 32 CHF (Familien); Bezahlung auch in Euro möglich, 1 Schweizer Franken = 0,88 Euro

21. KREUZLINGEN (CH) Schokolade Bernrain

Die Schokoladen-Klassiker der 1970er waren Vollmilch, Nuss und Zartbitter. Ein überschaubares Angebot. Ganz im Gegensatz zu heute. Die Schweizer Schokoladen-Manufaktur Bernrain verkauft mehrere Dutzend Sorten, wie zum Beispiel Chai-, Mint-Moringa- oder Earl- Grey-Schokolade. Und Zartbitter ist längst nicht mehr einfach nur Zartbitter. Es gibt die Sorte als vegane Variante mit Kokosnussmilch, mit kandierter Orangenschale, Granatapfel oder Chili und ganz nach Geschmack mit unterschiedlichem Kakaogehalt von etwa 50 bis zu 100 Prozent. Mittlerweile spielt auch das Herkunftsland der Kakaobohne bei der Kaufentscheidung eine Rolle. Denn Togo schmeckt anders als Brasilien oder Indien, behaupten Connaisseure. Der Schokoladenkauf anno 2019 ist kompliziert geworden. Im Schokoladen-Laden der Firma Bernrain haben Kunden zum Glück Gelegenheit, vor dem Kauf das ein oder andere Stück zu probieren und eine Präferenz für die Togo-Bohne oder die aus Brasilien herauszuschmecken. Auch für den konservativen Gaumen hat der Schweizer Schokolatier natürlich etwas im reichhaltigen Angebot: Bei Bernrain gibt es sie noch, die gemeine Milchschokolade mit milden 38 Prozent Kakaoanteil. Füh- rungen durch die Produktion sind leider nicht möglich. Grund dafür sind die strengen Schweizer Hygienerichtlinien für die Herstellung von Lebensmitteln. Schade, gleichzeitig aber auch beruhigend für Schokoladen-Liebhaber.
► Bündtstrasse 12, CH-8280 Kreuzlingen, Tel. +41-71-6 77 93 77, www.swisschocolate.ch
► Öffnungszeiten: Mo.–Fr. 9–12 und 13.30–17.30 Uhr

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22. GAIENHOFEN Otto-Dix-Haus

Das ehemalige Wohnhaus des Malers und Grafikers Otto Dix (1891–1969) und seiner Familie ist heute ein Museum. Dix, in den 1920ern einer der wichtigsten Repräsentanten der Neuen Sachlichkeit und Professor an der Dresdner Akademie, war 1933 einer der Ersten, der seine Professur wegen der Nazi- Herrschaft verlor. Darauf zog er sich in eine Seevilla nach Gaienhofen auf der Bodensee-Halbinsel Höri zurück. Hier, an seinem Zufluchtsort, malte Dix immer häufiger Bodenseelandschaften, die ihn faszinierten. Sehr interessant sind die Führungen mit Jan Dix, Sohn des Künstlers, durch sein Elternhaus. Die Tour führt durch das Familienwohnzimmer, in dem heute Kaffee und Kuchen serviert werden, in Dix’ Atelier, die Zimmer der Kinder Nelly, Ursus und Jan sowie in den Salon von Ehefrau Martha, in dem Zeichnungen des Künstlers zu sehen sind. Ein tiefer Einblick in Werk und Leben eines der bedeutendsten deutschen Maler des 20. Jahrhunderts.
► Otto-Dix-Weg 6, 78343 Gaienhofen- Hemmenhofen, Tel. 0 77 35-93 71 60, www.museum-haus-dix.de
► Öffnungszeiten: Mitte März–Ende Oktober jeweils Di.–So. 11–18 Uhr; Führungen nach Voranmeldung an jedem 2. und 4. Sonntag im Monat um 14 und 15.30 Uhr
► Preise: 6 Euro (Erw.), 4 Euro (ermäßigt), 2 Euro (Kinder 6–14 J.), 12 Euro (Familien); Führungen zusätzlich 2,50 bzw. 1,50 Euro (normal/ermäßigt)

23. SINGEN MAC Museum Art & Cars

Oldtimer treffen auf Kunst: Dieses in Deutschland einzigartige Konzept verfolgt das MAC Museum in Singen. Die Idee, mobile Klassiker Kunstwerken gegenüberzustellen, kommt so gut an, dass das MAC in wenigen Wochen einen futuristisch anmutenden Neubau namens MAC 2 eröffnen und seine Ausstellungsfläche auf 4000 Quadratmeter vervierfachen wird. Damit ist endlich genügend Platz, um die gesamte Fahrzeugsammlung der Museumsstifter- Familie Meier zu zeigen. Gleichzeitig erweitert die Museumsleitung das Kunst-Portfolio um Fotografien, Lichtinstallationen und Videos. Zu den mobilen Highlights des MAC zählen ein Rolls-Royce Phantom I, ein Bugatti 251 und ein Mercedes-Silberpfeil-Monoposto W 154 II. Den Oldtimern stehen Skulpturen und Malerei gegenüber, darunter von Erich Heckel, Franz Bernhard und Otto Dix, der ganz in der Nähe lebte (siehe Ziel 22). Spannendes, hierzulande einzigartiges Museumskonzept mit hochkarätigen Auto- und Kunstschätzen.
► Parkstraße 1, 78224 Singen, Tel. 0 77 31-9 26 53 74, www.museumart-cars.com
► Öffnungszeiten: Mi.–Fr. 14–18 Uhr sowie Sa., So. und feiertags 11–18 Uhr
► Preise: 8 Euro (Erw.), 4 Euro (Jugendliche 6–15 J.), 18 Euro (Familien)

24. RADOLFZELL Seemaxx Outlet Center

Mehr als 40 Marken, 8500 überdachte Quadratmeter Verkaufsfläche, Preisnachlässe bis zu 70 Prozent: Nicht nur an Regentagen ist das Seemaxx eine gute Shopping-Adresse. Architektonisch hat der Verkaufstempel zwar wie eigentlich alle Outlet-Center viel Luft nach oben. Doch nirgendwo in der Bodenseeregion ist das Angebot an günstiger Markenkleidung und -schuhen so konzentriert wie hier. In Radolfzell sind Gant, Dockers, Cinque, Tommy Hilfiger, Levi’s, Marc O’Polo, Otto Kern, Wellensteyn sowie Sport- und Outdoor-Marken wie Puma, Jack Wolfskin und Nike unter einem Dach versammelt. Die Einkaufsrunde lässt sich mit einem Abstecher in die nahe und sehr hübsche Radolfzeller Altstadt erweitern. Alternativ ist immer eine Pause am Seeufer möglich. Die Bodenseewellen schwappen fast bis an die Seemaxx-Türen.
► Schützenstraße 50, 78315 Radolfzell, Tel. 0 77 32-94 09 99 30, www.seemaxx.de
► Öffnungszeiten: Mo.–Sa. 10–19 Uhr

25. ALLENSBACH Wild- und Freizeitpark

Jeder Stammgast im weitläufigen, naturnah gestalteten Wild- und Freizeitpark hat wohl seinen ganz persönlichen Lieblingsplatz. Für die einen ist es der große, duftende Rosengarten, für andere der Wald, in dem das scheue Schwarzwild lebt. Kinder zieht es eher zur Reitbahn oder ins Kleintierhaus. Alles Geschmacksache. Und eine Altersfrage. Obwohl der Park pro Jahr rund 120 000 Besucher anlockt, findet hier jeder ein ruhiges Plätzchen. Schließlich ist das Gelände rund 75 Hektar groß und umfasst mehrere Waldgebiete. Weniger ruhig geht es auf dem Abenteuerspielplatz, rund um das Riesenrad, im Klettercamp oder am Kettcar-Parcours zu. Trotz vieler Attraktionen für Kinder sind die Tiere die Stars. Neben in einem Freigehege herumstapfenden Braunbären zum Beispiel Sikahirsche, Wisente, Luchse und Greifvögel aus der Falknerei. Ein großer, wunderschöner Naturpark mit rund 300 Tierarten und vielen Spielmöglichkeiten für Kinder jeden Alters. Der Besuch lohnt sich. Beim virtuellen Besuch des Parks im Internet ist es jedoch ratsam, sich die Ohren zuzuhalten oder den Computer auf „lautlos“ zu stellen. Die automatisch eingespielte Musik ist zwar kurz, hat aber das Zeug zum nervigen Ohrwurm.
► Gemeinmärk 7, 78476 Allensbach, Tel. 0 75 33-93 16 19, www.wildundfreizeitpark.de
► Öffnungszeiten: ganzjährig täglich geöffnet, genaue Zeiten schwanken saisonal, siehe Internet
► Preise: 10 Euro (Erw.), 8 Euro (Kinder 3–14 J.)

26. REICHENAU Galerie Hochwart

Es gibt mindestens drei sehr gute Gründe für einen Spaziergang durch die Weinberge hoch zur Galerie Hochwart. 1. Der Fernblick auf dem Hügel 40 Meter über der Insel Reichenau ist fantastisch. 2. Dank des Freiluft-Cafés am Gebäude lässt sich die Aussicht mit einem Stück Erdbeerkuchen kombinieren. 3. In der Werkstatt können Besucher dabei zusehen, wie Kunst- und Gebrauchskeramik in Handarbeit entsteht – und sie natürlich auch kaufen. Schon allein das 1833 als Teehäuschen und Belvedere auf dem Hügel errichtete Gebäude ist sehenswert. Tipp: Hochwart gilt als Logenplatz, von dem aus das traditionelle Feuerwerk zum Konstanzer Seenachtsfest (10. August) perfekt zu sehen ist. Gleiches gilt für das Feuerwerk am Bundesfeiertag, dem Nationalfeiertag der Schweizerischen Eidgenossenschaft, jedes Jahr am 1. August.
► Hochwart, 78479 Reichenau, Tel. 0 75 34-75 10, www.reichenau-tourismus.de
► Öffnungszeiten: Di. und Mi. sowie Fr. und Sa. jeweils 14–18 Uhr, sonntags auf gut Glück

Alle Angaben ohne Gewähr. Bitte prüfen Sie vor Reiseantritt alle Angaben wie Öffnungszeiten und Preise.

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