Lesezeit ca. 5 Min.
arrow_back

Die blodeste Diät meines Lebens


Logo von myself
myself - epaper ⋅ Ausgabe 7/2022 vom 08.06.2022

Obstverbot Dukan-Diät

Artikelbild für den Artikel "Die blodeste Diät meines Lebens" aus der Ausgabe 7/2022 von myself. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
Verbote wecken Begehren. Ganz besonders beim Thema Essen.

Angeblich hat Jennifer Lopez mit der Dukan-Diät abgenommen, Kate Middleton auch. Und fünf Millionen Französinnen. Muss ja was dran sein, habe ich gedacht und mir das Buch gekauft. Abnehmen in vier Phasen, wenig Fett, viel Eiweiß. Obst und Gemüse sind in den ersten Wochen verboten. Blöd nur, dass gerade Sommer war und ich nichts lieber gegessen hätte als Obst. Stattdessen briet ich Fleisch.

Das schmeckte ab Tag vier eklig und konnte auch nicht durch eine streng verbotene Frühlingszwiebel aufgepeppt werden. Nach zwei Monaten hatte ich zwar acht Kilo abgenommen, aber keine Lust mehr, mich auch nur einen Tag länger an die Liste mit den 100 erlaubten Lebensmitteln zu halten. Ich wollte in der Sonne sitzen und Wassermelone essen. Habe ich dann auch.

Melanie, 42, Krankenschwester

So ein Mief Kohlsuppe

Diese Diät löste eine Beziehungskrise aus – und machte mich zur meistgehassten Person ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 3,49€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von myself. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1050 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 7/2022 von Willkommen!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Willkommen!
Titelbild der Ausgabe 7/2022 von Horoskop. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Horoskop
Titelbild der Ausgabe 7/2022 von myself digital. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
myself digital
Titelbild der Ausgabe 7/2022 von Unsere Lieblinge. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Unsere Lieblinge
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
Farbfreude
Vorheriger Artikel
Farbfreude
Ganz schnell schön
Nächster Artikel
Ganz schnell schön
Mehr Lesetipps

... im Büro. Weil das Gemisch aus Kohl, Paprika, Lauch und Co. erbärmlich stank. Als ich es im Großraumbüro löffelte, kam eine Kollegin mit gerümpfter Nase herein. „Stimmt was mit dem Abfluss in der Küche nicht?“ Ihr entsetzter Blick fiel auf meine Suppe. Von da an hatte sie Schreibtischverbot. Auch mein Freund f lehte mich an, mit dem Quatsch aufzuhören. Der Kohlmuff setzte sich in der ganzen Wohnung fest.

Ich blieb eisern, er kam abends demonstrativ spät nach Hause. An Tag drei musste ich meine Joggingrunde mit der Nachbarin absagen. Die Blähungen, die die Suppe verursachte, waren zu peinlich … Nach einer Woche hielt ich die soziale Isolation nicht mehr aus. Ich lud meinen Freund zum Versöhnungseis ein und trug stolz meine Jeans aus Abi-Zeiten. Die passte drei Tage lang – dann waren die vier Kilo wieder drauf.

Maria, 34, Social-Media-Managerin

Trink-Exzess Nichts essen

Ich bin 1,72 Meter groß und wog mehr als 100 Kilo – da entscheidet man sich schon mal für die radikalste aller Diäten, die Nulldiät: Ich habe nur noch Wasser getrunken. Am Anfang fühlte ich mich super. Aber nach sechs Tagen hatte ich Magenkrämpfe, schlechte Laune und starke Kopfschmerzen. Ich konnte mich nicht mehr konzentrieren und ließ Verabredungen sausen, ich wollte nicht, dass jemand mitkriegt, dass ich nichts mehr esse. Wenn sich Mahlzeiten nicht vermeiden ließen, behauptete ich, ich hätte schon gegessen. Drei Wochen hielt ich durch, meine Mundwinkel waren eingerissen, die Nägel brüchig.

Plötzlich habe ich kapiert, wie ungesund das alles ist, und wieder gegessen.

Die verlorenen zwölf Kilo waren schnell wieder drauf. Wirklich abgenommen habe ich erst, nachdem ich meine Ernährung umgestellt habe und langsamer und bedächtiger esse und keinen raffinierten Zucker verwende.

Jenny, 32, Studentin

Wie Pappe Pulver

20 Kilo! Freunde haben so stolz von ihren Abnehm-Erfolgen berichtet wie eine Männerrunde vom Junggesellenabschied. Kein Hungergefühl, einfaches Handling, und schmecken würde das Pulver auch.

Also habe ich mir eine Dose davon gekauft, vorschriftsmäßig sieben Esslöffel davon mit Wasser angerührt, getrunken – und den Glauben an meine Freunde verloren. Es schmeckte wie Pappmaché! Bei dieser Kur bekommt man aber drei Tage nichts anderes. Neunmal Pappmaché macht null Genuss, null Abwechslung und null Sinn. Die drei Kilo weniger habe ich danach mit intermittierendem Fasten leichter und gesünder verdreifacht (fünf Tage isst man normal und so viel man möchte, an zwei Tagen bleibt man unter 500 Kalorien). Allerdings fehlt mir dazu auf Dauer die Disziplin – inzwischen habe ich die neun Kilo wieder drauf.

Carolin, 44, PR-Beraterin

Total ätzend Hollywood-Diät

„Weltbestseller Nr.1“ stand auf dem Buchcover. Dann der Name: „Hollywood Star-Diät“, „Dallas“-Beauty Linda Gray schwor darauf. Ich war 20 und leicht zu ködern. Google gab’s noch nicht, sonst hätte ich herausgefunden, dass das Diätbuch höchst umstritten war. Ich nahm alles für bare Münze: dass Obst dank seiner Enzyme Fettzellen killt, dass Hühnerhaut die Verdauung ankurbelt. Selbst dass Wein zur Kategorie „Obst“ zählte, machte mich nicht stutzig. Die erste Woche bestand aus Fruchttagen: Mal durfte ich nur Ananas essen, dann nur Papaya oder Mango. Ich gab schließlich auf, weil mein Mund von der Ananas verätzt war und ich mir die Zutaten nicht länger leisten konnte.

Hannah, 45, Journalistin

Zitterpartie Paleo

Wäre doch chic, dachte ich, wenn ich auf meinem Fitness-Blog eigenerweg. com über die Steinzeit-Diät schreiben würde. Eine neue Rubrik darüber, wie man eine gesündere Version seiner selbst wird, indem man Getreideund Milchprodukte weglässt und auf Zucker, Hülsenfrüchte und alle industriell verarbeiteten Nahrungsmittel verzichtet. Also stellte ich meine Ernährung um und aß wie die Menschen vor der neolithischen Revolution (als alle Jäger und Sammler waren) hauptsächlich Gemüse und biologisches Fleisch. Im Supermarkt stand ich nur noch vor dem Fleischregal.

Bald zitterte ich nicht mehr, weil es da so kalt war, sondern weil mir der Zucker fehlte. Ich fühlte mich schwach und krank, war ständig schlecht gelaunt und hatte keine Kraft mehr für Sport. Gesund fühlte sich das gar nicht an, nach zwei Wochen hielt ich es nicht mehr aus. Fazit: War wohl nichts, und das zuzugeben ist ja auch tapfer.

Ariana, 33, Ernährungs- und Fitnesscoach

Was für ein Gewürge! Master Cleanse

Zitronensaft, Cayennepfeffer, Ahornsirup, Wasser – das ist der Mix, den halb Hollywood als Detox-Kur trinkt.

Zehn Kilo in zehn Tagen soll man so verlieren, perfekt für eine Lastminute-Diät – ich hielt schließlich schon das Flugticket nach Tulum in der Hand. Die ersten Gläser schmeckten sogar, aber ich esse für mein Leben gern, deshalb fiel es mir schon am ersten Tag schwer, nur das Zitrusgesöff zu trinken. An Tag fünf war Schluss mit sauer und unlustig. Bis heute ruft jeder Spritzer Zitrone bei mir Würgereiz hervor. Die zweieinhalb Kilo hatte ich nach dem Urlaub mit Burritos wieder drauf. Nach gefühlten 40 Diäten war das meine letzte. Ich mache jetzt Sport – und kann seitdem schlemmen, ohne zuzunehmen.

Susanne, 38, Theaterpädagogin

Zum Heulen Allergie-Diät

Meine Ärztin sollte mir helfen, endlich dauerhaft abzunehmen – mit „Imupro“, einem Nahrungsmittelunverträglichkeitstest. Nach einer Blutabnahme überreichte sie mir eine Tabu-Liste mit 46 Lebensmitteln.

Die Allergene darin seien meine persönlichen Dickmacher. Darunter Milchprodukte, Getreide, Zucker, Eier – okay. Aber auch Paprika, Tomaten und Gurken. Hä? Die Umsetzung war so schwierig, dass ich Heulkrämpfe bekam. In sechs Wochen nahm ich kein einziges Gramm ab. Der Test hat mich übrigens 600 Euro gekostet.

Susanne, 48, Architektin

Ei, Ei, Ei Eiweißkur

Ich verzichte ohnehin meist auf Brot und Pasta, aber weil ich im Urlaub über die Stränge geschlagen hatte, wollte ich danach eine SOS-Diät einlegen. Meine Nachbarin erzählte mir von einer radikalen Kur: pro Tag zwölf Eier oder, noch besser, nur das Eiweiß davon essen. Das würde die Fettverbrennung anregen, ohne dass der Magen knurrt. Ich kann sehr diszipliniert sein, also kaufte ich eine Palette Eier auf dem Bio-Markt, kochte das erste Dutzend, verteilte das Eigelb an Kinder, Mann und Hund und machte mich über den Rest her. Lecker ist etwas anderes. Zwei Tage war unsere Wohnung stinkbombenmäßig kontaminiert, dann haben erst meine Lieben, schließlich meine Nase und dann mein Magen gestreikt.

Beate, 45, Anwältin