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DIE DEUTSCHE SCHLAGADER


Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 35/2021 vom 02.09.2021

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Bildquelle: Auto Bild, Ausgabe 35/2021

Kreuz bei Duisburg: Nur 1,8 Prozent aller Straßen in Deutschland sind Autobahnen

SEINE FRAU SEI NICHT IM- MER begeistert gewesen, sagt Karl Johaentges. Wenn er mit ihr in den vergangenen zehn Jahren auf Reisen ging, dann nie ohne Zwischenstopps. Denn Johaentges ist Fotograf, und zwar ein ziemlich akribischer.

Eine Dekade lang porträtierte er die deutsche Autobahn. Mal aus der Luft im Leichtflugzeug, mal stapfte er über Grünstreifen entlang der Fahrbahn, um das richtige Motiv zu finden. Warum macht man so etwas? „Ich bin im Leben viel gereist“, sagt Johaentges.

„China, Schottland, Neuseeland. Und überall wurde ich auf die ‚German Autobahn‘ angesprochen.“

Die Autobahn – nächstes Jahr wird sie 90. Das erste Stück eröffnete nicht Hitler, wie viele glauben, sondern Kölns Oberbürgermeister Konrad Adenauer im August ...

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... 1932. Auf der Strecke zwischen Köln und Bonn waren 120 km/h erlaubt. Das Neue: die 20 Kilometer Asphalt waren schnurgerade, kreuzungsfrei und vierspurig.

Berühmter ist allerdings der pompös inszenierte Spatenstich von Adolf Hitler 1933 bei Frankfurt am Main. Die Nazis griffen auf Pläne zurück, die bereits während der Weimarer Zeit entstanden waren (und die Adenauer-Autobahn hatte Hitler zuvor noch rasch zur Landstraße degradiert, um selbst die Lorbeeren zu ernten).

6900 Kilometer „Reichsautobahn“ sollten entstehen, am Ende waren es nur rund 3800. Der Krieg stoppte die ehrgeizigen Ausbaupläne. Mancherorts stehen heute noch Brückenpfeiler in der Landschaft, die nie zum Einsatz gekommen sind.

1958 wurde Adenauers Landstraße wieder ganz offiziell zur Autobahn – und mit der Massenmotorisierung das Straßennetz engmaschiger.

Die Autobahn war stets Spiegelbild ihrer Zeit. Als man beispielsweise während des Kalten Krieges einen schnellen Vormarsch der Ostblockarmeen über die westdeutschen Autobahnen befürchtete, wurden in neuen Brückenkonstruktionen geheime Sprengkammern vorgesehen. Zusätzlich waren an Auffahrten und Autobahnkreuzen als Gullyschacht getarnte Sprengfallen installiert, die im Ernstfall schnell hätten scharf geschaltet werden können. Außerdem gab es mehr als 30 Notlandeplätze für Militärjets auf der Autobahn.

Das heute bekannte Nummernsystem wurde 1974 eingeführt. „Strecken in Nord-Süd- Richtung bekamen ungerade, die Ost-West-Verbindungen gerade Nummern. Einstellige Autobahnen führen durch die ganze Republik (bis auf die A 1 mit einer kleinen Lücke in der Eifel), zweistellige verbinden Ballungs- gebiete, dreistellige sind kurze Zubringerstrecken“, schreibt Johaentges in seinem Buch.

Heute sind die Autobahnen so etwas wie die Hauptschlagadern des deutschen Verkehrs. „Von den 755 Milliarden Fahrzeugkilometern, die 2019 in Deutschland gemessen wurden, kommen die Autobahnen allein auf 253 Milliarden oder ein Drittel“, sagt Karl Johaentges. „Und das, obwohl sie nur 1,8 Prozent unserer Straßen ausmachen.“

Wenn übrigens mal wieder das Thema Tempolimit auf den Tisch kommt – so oder so, die freie Fahrt für freie Bürger ist heute deutlich schneller als die unserer Vorfahren. Um 1700 legte eine Postkutsche im Schnitt gerade mal zwei Kilometer pro Stunde zurück, 1850 betrug ihr Reisetempo immerhin schon zehn Stundenkilometer.

Johaentges zieht nach zehn Jahren und 30 000 Kilometer Fotoreise ein positives Fazit: „Das deutsche Autobahnsystem ist ein faszinierendes Verkehrsbiotop mit vielen Gesichtern und zahlreichen Superlativen. Es bewältigt den dichtesten Verkehr Europas und ist bis heute das effektivste (und teuerste) Freeway-System der Welt.“ Seine Frau hat da vermutlich ihre eigene Meinung.

Bildband über die Autobahn

Das informative Buch „Die deutsche Autobahn“ ist soeben im Frederking & Thaler Verlag erschienen. Es hat 192 Seiten, ca. 210 Fotos und kostet 39,99 Euro