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Die E-Pläne der Autobauer: DIE E-PLÄNE DER AUTOBAUER


electricar - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 04.03.2020

Die Hersteller und die Mobilität von morgen: Das planen VW, BMW und Co. für die Zukunft


Artikelbild für den Artikel "Die E-Pläne der Autobauer: DIE E-PLÄNE DER AUTOBAUER" aus der Ausgabe 1/2020 von electricar. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: electricar, Ausgabe 1/2020

2019 gilt rückwirkend betrachtet als wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur elektromobilen Zukunft. Neben Branchenführer Tesla haben andere Hersteller nachgezogen, teils mit den ersten Modellen, teils mit verstärkter Ausrichtung der eigenen E-Marke.

Im Jahr 2019 brachte es Europa auf 352.167 zugelassene E-Autos sowie 193.365 Plug-In-Hybride. Für 2020 und in den Folgejahren sollen diese Zahlen weiter steigen. Welche Rolle die einzelnen Hersteller dabei spielen und was diese für die Mobilität von Morgen planen, ...

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... betrachten wir nachfolgend. Zunächst jedoch ein allgemeiner Blick auf den derzeitigen Markt.

Matthias Schmidt, Automobil-Analyst, gab in seinem persönlichen Jahresrückblick zu verstehen, dass 2019 in den westeuropäischen Geschichtsbüchern für Elektroautos als “das Jahr des Tesla” eingehen wird. Das Unternehmen, unter der Leitung von Elon Musk, trug maßgeblich zum Anstieg der reinen Elektroauto-Zulassungen in Europa im vergangenen Jahr bei. Ersichtlich wird dies, wenn man den europäischen Markt betrachtet und die Model 3 Zulassungen aus dem Marktwachstum außen vor lässt. Denn um knapp 79 Prozent ist Europas E-Automarkt dann „nur“” um 31 Prozent gewachsen.

2020 könnte die Vorherrschaft von Tesla schrumpfen, drängen doch nun auch die etablierten Automobilhersteller mit Macht auf die Straße. Der Automobil-Analyst geht davon aus, dass Tesla 2020 durch den VW Konzern an der Spitze der zugelassenen E-Autos in Europa abgelöst wird, vor allem weil VW mit Nachdruck und mehreren Marken auf den Markt drängt.

Dies führt dazu, dass sich der Markt im Jahr 2020 im Vergleich zu 2019 mehr als verdoppeln wird, vor allem um die wichtigsten CO2-Ziele zu erreichen. Diese gelten als Haupttreiber der E-Mobilität. Denn bis 2030 sollen die CO2-Emissionen von Neuwagen um 37,5 Prozent gegenüber 2021 sinken. Seit 2020 gilt ein Grenzwert von 95g CO2/ km für alle neu zugelassenen Pkw. Eine Forderung, die zu einem explosionsartigen Wachstum am Elektromobilitätsmarkt führen wird.

Die Einhaltung dieser Grenzwerte wird dazu führen, dass Hersteller neue Modelle vorantreiben und die Produktionsleistung erhöhen. Gerade von politischer Seite wird der E-Auto-Absatz gepusht. Die Regierungen sollen sowohl Privat- als auch Firmenwagen durch zahlreiche Förderprogramme unterstützen. In Ländern, in denen Automobilhersteller selbst fertigen wird entsprechende Unterstützung gewährt, um Geldbußen zu vermeiden und schlussendlich Arbeitsplätze zu schützen. Bestes Beispiel ist hierfür die vereinbarte Erhöhung des Umweltbonus für E-Autos in Deutschland.

Nachfolgend nun der Blick auf die einzelnen Hersteller, auf deren Ausgangslage sowie die Pläne für kommende Jahre – bezogen auf Stückzahlen, Investitionen, Modelle, Fahrzeugvarianten und weitere Pläne.

Audi - Vorsprung durch E-Mobilität

Audis Erstlingsstromer, der Audi e-tron quattro, ist mittlerweile in zwei Motorisierungen auf dem Markt, wobei Audi auch noch gut anderthalb Jahre nach Markteinführung mit dem Hochfahren der Produktion zu kämpfen hat. Im Gesamtjahr 2019 konnte das Unternehmen 18.028 Einheiten in ganz Europa absetzen. Für 2020 sind deutlich mehr geplant. Neben dem e-tron will Audi 2020 die Flotte um weitere vollelektrische Modelle ergänzen. Bis 2025 bringt der Konzern aus Ingolstadt 30 E-Autos auf die Straße, davon zwei Drittel mit rein elektrischem Antrieb. Im Jahr 2025 möchte er rund 800.000 Elektroautos und Plug-in-Hybride verkaufen.

SUV-LIMOUSINE

Mit dem kürzlich vorgestellten Q4 e-tron zeigt Audi auf, wozu die MEB-Plattform für kompakte bis mittelgroße E-Autos genutzt werden kann.

E-TRON GT

Der Audi Sport e-tron GT bringt die Attribute Fahrgefühl, Eleganz, Geschwindigkeit und CO2- Neutralität in Einklang.

BLAU-WEISS

Der BMW Vision M NEXT gibt einen Ausblick auf die elektrifizierte Zukunft der Marke BMW M.

Audi will zum Anbieter von ganzheitlich CO2-neutraler Premium-Mobilität werden – mit dem Ziel, dabei im Wettbewerb mit den anderen Herstellern eine Führungsrolle zu übernehmen. Bereits bis 2025 soll sich der CO2-Fußabdruck der Fahrzeug-Flotte über den gesamten Lebenszyklus hinweg um 30 Prozent gegenüber 2015 verringern. Eine detaillierte Zeitleiste wann welches Modell folgt gibt es aktuell bisher nicht. Einen Ausblick auf die Modelle schon.

Bei der Fertigung zukünftiger E-Modelle setzt Audi auf hohe Flexibilität und wertvolle Synergien im Konzern: Die Plattform PPE (Premium Plattform Electric) für die großen Elektroautos beispielsweise wurde gemeinsam mit Porsche entwickelt. Ziel ist es, die PPE-Modelle an bestehenden Standorten zu fertigen. Auch für die kleineren Modelle auf Basis des MEB-Baukastens (Modularer Elektrifizierungs-Baukasten) setzt Audi auf Synergieeffekte: Das Serienmodell des Audi Q4 e-tron concept, ein E-SUV im A-Segment, wird im Volkswagen-Werk Zwickau vom Band fahren – zusammen mit Modellen der Marken VW und Seat.

Daneben baut der bekannte Automobilhersteller auch noch eigene Audi-Modelle wie beispielsweise den Audi e-tron Sportback auf, welcher bereits 2020 auf die Straße kommen soll. Zudem laufen bereits die Vorbereitungen für das Serienmodell des Audi e-tron GT concept, das ab Ende 2020 in Böllinger Höfe bei Neckarsulm gemeinsam mit dem Audi R8 vom Band fährt.

Beim Neckarsulmer Unternehmen blickt man aber auch über die eigenen Modelle hinaus. So bündelt Audis Ladekarte mehr als 72.000 Ladepunkte von 220 Anbietern und ermöglicht damit grenzenlose und sorgenfreie Elektromobilität. Des Weiteren will das Unternehmen bis Mitte 2022 jeden zehnten Parkplatz mit einer Lademöglichkeit für Elektroautos ausstatten, die meisten davon öffentlich zugänglich.

Audi soll zudem künftig im VW-Konzern eine entscheidende Rolle als Kompetenzzentrum der Brennstoffzelle spielen. Wobei es sicher hierbei eher um den Aufbau erster Testfahrzeuge sowie Forschung in Richtung Wasserstoff-Antrieb geht (siehe Bericht „H2ürdenlauf“ auf Seite 94).

BMW - E-Mobilitätspionier vergangener Tage

Als erstes rein elektrisches Serienmodell hat BMW im November 2013 den kompakten BMW i3 auf den Markt gebracht, dass im September 2017 neu aufgelegt wurde und ein Jahr später ein weiteres Upgrade erhielt. Damit war der bayrische Automobilhersteller lange Zeit Vorreiter in Sachen E-Mobilität in Deutschland. Doch nun geht man es gemächlicher an.

Dabei hat das Unternehmen bereits im September 2017 Stellung bezogen und zu verstehen gegeben, dass alle Werke der BMW Group auf Elektromobilität vorbereitet werden. So soll das Unternehmen zukünftig in der Lage sein, jedes Modell mit jedem beliebigen Antrieb auszustatten. Pläne die zwei Jahre später konkretisiert wurden. Die Rede ist davon, dass bereits 2023 und damit zwei Jahre früher als zunächst geplant, 25 elektrifizierte Modelle im Angebot zu finden sein sollen.

Auch BMW M läutet seine „Ära der Elektrifizierung“ ein und ein erstes Konzeptfahrzeug der BMW Performance-Sparte wurde ebenfalls bereits vollelektrisch vorgestellt: der BMW Vision M NEXT.

STARKE ALLIANZ

Bildquelle: PSA-FCA


PSA-Chef Carlos Tavares und Mike Manley von Fiat-Chrysler verkünden die Megafusion zum viertgrößten Autohersteller der Welt.

Mittelfristig setzt BMW beim Ausbau des eigenen Angebots stark auf Plug-In-Hybride. Dabei verfügen alle Plug-in-Hybrid-Modelle über eine neue Batteriezellen-Technologie und zum Teil auch größere Akkus zur Steigerung ihrer elektrischen Reichweite und werden künftig sukzessive serienmäßig mit einem akustischen Fußgängerschutz ausgestattet.

Des Weiteren bereitet der Automobilhersteller aus Bayern den Start der nächsten Generation rein elektrisch angetriebener Modelle vor. Nach dem BMW iX3, der bereits 2020 in den Handel kommt, soll bereits ein Jahr später der BMW i4 und der BMW iNEXT folgen. Bereits 2019 konnte BMW Tochter MINI den MINI Cooper SE auf die Straße bringen - ein E-Auto, das auf der Verbrenner-Plattform aufbaut.


Mittelfristig setzt BMW beim Ausbau des eigenen Angebots stark auf Plug-In-Hybride.


Außerdem sei für Anfang des neuen Jahrzehnts eine Pilotproduktion von Brennstoffzellenantrieben für die großen SUV-Modelle X6 und X7 geplant. Dabei greift BMW auf das Know-how des Entwicklungspartners Toyota zurück, der mit dem Mirai bereits seit 2014 ein serienmäßiges Wasserstoffauto im Programm hat. Momentan allerdings seien Brennstoffzellen allein aus Kostensicht noch kaum sinnvoll. Derzeit koste ein Brennstoffzellenantriebsstrang etwa das Zehnfache eines reinen Batterie-Systems. BMW plant, diese Kosten bis 2025 mit der dritten Generation seines skalierbaren Brennstoffzellensystems auszugleichen.

Zur Einschätzung des Absatzvolumens sei gesagt, dass BMWs Entwicklungschef Klaus Fröhlich noch im Januar 2020 zu verstehen gab, dass BMW davon ausgeht, dass elektrifizierte Fahrzeuge bis 2030 etwa 20 bis 30 Prozent des weltweiten Absatzes ausmachen werden. Jedoch mit einer sehr unterschiedlichen globalen Verteilung. Aus seiner Sicht werden Chinas große Ostküstenstädte bald rein elektrisch werden, während Westchina in den nächsten 15 bis 20 Jahren wegen mangelnder Infrastruktur auf Verbrenner angewiesen sein wird. In Europa seien Plug-in-Hybride die richtige Lösung. Die USA zeigt sich gespalten und tendiere eher zum Verbrenner. Länder und Regionen wie Russland, der Nahe Osten und Afrika kommen aktuell ohne Ladeinfrastruktur daher. Auf Elektroautos wird man in diesen Regionen wohl noch länger warten müssen, so die Einschätzung vonseiten BMW.

Groupe PSA - Wir sind viele!

Die Groupe PSA – Abkürzung für Peugeot Société Anonyme – ist ein französischer Automobilhersteller, zu dem die Marken Citroën, DS, Opel, Peugeot und Vauxhall gehören. Der Konzern gilt als zweitgrößter Automobilhersteller Europas, gemessen nach den Absatzzahlen.

Die Pläne des Konzerns zeigen stark elektrifizierte Einflüsse. Opel soll unter PSA zur E-Mobilitätsmarke ausgebaut werden, wobei auch die anderen Marken des Unternehmens einer elektrifizierten Zukunft entgegensehen.

Die PSA-Tochter DS wird ab 2025 jedes neue Modell ausschließlich mit elektrifiziertem Antrieben anbieten, also entweder mit reinem Elektro- oder mit Hybridantrieb.

Ebenfalls elektrifizieren Peugeot und Citroën durchweg ihre Modelle. Wobei man bewusst auf einen Mix aus reinen Elektroautos sowie Plug-In-Hybriden setzt. Hinsichtlich der ausgewählten Modelle setzt man bei reinen E-Autos eher auf Kleinwagen und Modelle der unteren Mittelklasse. SUVs und größere Fahrzeugsegmente lässt PSA fortan teilelektrifiziert auf die Straße. Ebenfalls spielt die Elektrifizierung der Nutzfahrzeugsparte eine entscheidende Rolle, immer mit dem hehren Ziel, die CO2-Emissionsziele einzuhalten.

Die Elektrifizierung im Konzern könnte künftig noch schneller voranschreiten. Denn jüngste Gespräche zwischen PSA und Fiat Chrysler zielen darauf ab, einen der weltweit führenden Automobilkonzerne zu schaffen. Man sei sich sicher, dass die Kombination der Unternehmen die jeweiligen Markenstärken der von Groupe PSA und Fiat Chrysler übergreifend vereinen könnte. Des Weiteren wäre man durch den Zusammenschluss in allen wichtigen Segmenten wie Luxus, Premium, Mainstream-Pkw, SUV und Trucks & Light vertreten. Gerade der kommer- zielle Bereich könnte zudem gemeinsam stärker gemacht werden. Auch in puncto E-Mobilität machen die beiden Konzerne zusammen einen großen Schritt nach vorne.

Hyundai/KIA - Vereinte Elektro-Power aus Südkorea

Der südkoreanische Autohersteller Hyundai, mit seinen Marken Hyundai und KIA, will laut eigenen Angaben bis zum Jahr 2025 rund 47 Milliarden Euro in die Entwicklung elektrischer und autonomer Fahrzeuge stecken. Die Investition in diese Zukunftstechnologien verbindet das Unternehmen mit dem ehrgeizigen Ziel, im Jahr 2025 einen Jahresabsatz von 670.000 Elektrofahrzeugen - 560.000 Batterie-Elektroautos und 110.000 Wasserstoffautos - zu erreichen und so unter die Top 3 der weltweit führenden Hersteller von Batterie- und Brennstoffzellenautos aufzusteigen.

Hyundai plant bis zum Jahr 2022 13 neue Fahrzeuge mit alternativem Antrieb einzuführen, darunter sechs Limousinen und sieben SUVs. Zu den kommenden Höhepunkten gehört im Jahr 2020 das aktualisierte Trio des Ioniq, der als reines Elektroauto sowie Hybridauto mit und ohne Stecker erhältlich ist.

UMDENKEN

Mit dem Hyundai Ioniq brachte das Unternehmen den erste PKW in drei verschiedenen E-Antriebs-Technologien (Elektro, Hybrid mit und ohne Stecker) auf den Markt.

GIGANTISCHE INVESTITIONEN

Im Dezember 2019 gab Hyundai bekannt, dass das Unternehmen mehr als 47 Mrd. Euro in Zukunftstechnologien investieren wird.

Darüber hinaus soll im kommenden Jahr auch der neue Sonata, der in Deutschland seit 2010 nicht mehr angeboten wird, aber in den USA einige Jahre lang der meistverkaufte Hyundai war, als Hybridauto erhältlich sein. Die verbleibenden neun umweltorientierten Fahrzeuge, zu denen Hyundai noch keine weiteren Angaben liefert, sollen in den nächsten drei Jahren vorgestellt werden.


Hyundai pumpt bis 2025 rund 47 Milliarden Euro in die Entwicklung elektrischer und autonomer Fahrzeuge.


Hyundai entwickelt als einer von sehr wenigen Autoherstellern weltweit alle Arten von Elektrofahrzeugen, von Hybrid- und Plug-In-Hybridautos bis hin zu reinen Elektro- und Brennstoffzellenautos. Bereits im Juni 2018 wurde bekannt, dass die Audi AG und die Hyundai Motor Group die Entwicklung der Brennstoffzellen-Technologie gemeinsam vorantreiben wollen.

Künftig will das Unternehmen sein Brennstoffzellen-Antriebssystem auch an Konkurrenten verkaufen. Durch diesen Schritt soll weltweit eine schnellere Akzeptanz der Brennstoffzellen-Technologie ermöglicht werden. Durch größere Investments im Jahr 2019, in branchenführenden Wasserstoff-Unternehmen soll es Hyundai möglich sein, die Wasserstoffinfrastruktur zu erweitern und die Effizienz der Herstellung von Brennstoffzellenfahrzeugen (FCEV) zu verbessern. All dies mit dem Ziel, Kosten zu senken und den Markt für Brennstoffzellenfahrzeuge zu öffnen.

Kia plant bis Ende 2025 eine Palette von elf rein batteriebetriebenen Elektroautos anzubieten. Das erste Elektroauto der neuen Palette soll im Jahr 2021 auf den Markt kommen. Mit seinen E-Auto-Modellen strebt Kia einen Anteil von mehr als sechs Prozent am globalen Markt für Elektroautos (ohne China) an. Da der globale E-Auto-Markt bis 2026 voraussichtlich deutlich an Stärke gewinnen wird, strebt Kia mit seinen Batterieautos einen jährlichen Absatz von 500.000 Fahrzeugen an, sie sollen 20 Prozent aller verkauften Fahrzeuge ausmachen. Zusätzlich soll eine Million weitere „umweltfreundliche Fahrzeuge“ abgesetzt werden, wie etwa Hybridund Wasserstoffautos.

Mercedes / smart - Luxus-E-Mobile aus Deutschland und E-Kleinwagen aus China

Seit Oktober 2018 steht die Aussage im Raum, dass man innerhalb der kommenden sieben Jahre mehr als 130 elektrifizierte Varianten diverser Fahrzeugmodelle auf den Markt bringen will. Das Flaggschiff soll die Elektro-Luxuslimousine EQS werden. Des Weiteren umfasst der Plan von Mercedes-Benz eine erweiterte Palette von Mild-Hybriden, Plug-in-Hybriden, batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen und wasserstoffbetriebenen Modellen.

Plug-in-Hybride gelten trotz einiger Nachteile als ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum emissionsfreien Fahren. Unter dem Label „EQ Power“ entwickelt Mercedes Benz seine Plugin-Hybride konsequent weiter. Daimler setze auf dem Weg zu einer CO2-freien Mobilität aber vor allem auf Elektroantriebe, bei Nutzfahrzeugen kommt noch die Brennstoffzelle hinzu.

Die Nachfrage nach dem EQC, dem ersten rein elektrischen Mercedes-Benz der neuen EQ-Generation, sei „sehr hoch“, die Produktion, erst 2019 gestartet, wird nun sukzessiv hochgefahren, bis Mitte 2020 die Kammlinie erreicht ist. Für 2020 hat Mercedes-Benz die Vorstellung der rein elektrischen A-Klasse angekündigt. Des Weiteren stehen Gerüchte über die Einführung des EQV, EQS, EQB und der ersten E-Autos von AMG – wie der AMG One – im Raum.

Aber auch abseits des PKW-Bereichs bewegt sich einiges. Im Bereich E-Transporter ist man mittlerweile auch in die Serie gestartet und lässt im Werk Düsseldorf den e-Sprinter vom Band fahren. In den USA setzt eine Daimler-Tochter auf vollelektrische Schulbusse, in Deutschland kommen E-Müllsammler zum Einsatz.

smart hat nach dem Modelljahr 2019 den Vertrieb der eigenen Fahrzeuge in den USA und Kanada eingestellt. Begründet wurde diese Entscheidung mit dem rückläufigen Kleinwagenmarkt in den USA und Kanada, unabhängig vom Antriebskonzept der Marke, welches seit 2017 in den dortigen Märkten rein elektrisch ist. Stattdessen wird man sich auf seine Wachstumsmärkte konzentrieren, welche man vor allem in China sieht.

smart wird Stück für Stück Abschied aus Hambach nehmen, um dort Platz für ein Elektrofahrzeug der Kompaktklasse von Mercedes-Benz zu machen. Bis zur Markteinführung der neuen Modelle ab 2022 wird Daimler die aktuelle Generation von smart Fahrzeugen weiterhin am Standort Hambach in Frankreich (smart EQ fortwo) und am Standort Novo Mesto in Slowenien (smart EQ forfour) produzieren.


Plug - In - Hybride gelten als Meilenstein auf dem Weg zum emissionsfreien Fahren.


Ab dem Jahr 2022 ist dann geplant, dass die e-smarts in einer neuen, speziell dafür errichteten Elektroautofabrik in China vom Band laufen werden. Im gleichen Jahr soll dann der globale Vertrieb von China aus starten. Mit der kommenden Generation wolle das Unternehmen sich vor allem im wachstumsstarken B-Segment erweitern. Das entspricht der Markenpositionierung von smart mit Fokus auf rein elektrische und vernetzte Fahrzeuge der Premiumklasse.

DAS BESTE ODER NICHTS

Bis 2022 soll das ganze Portfolio von Mercedes-Benz durch Elektroautos geprägt sein. Den Anfang machte 2019 der Mercedes EQC.

Porsche - Elektrifiziert durchstarten

Porsche sieht die eigene Zukunft ebenfalls elektrisch und hat mit seinen Erstlingsstromern, dem Porsche Taycan Turbo und dem Turbo S sowie der Einstiegsvariante Taycan 4S bewiesen, dass sich Porsche-Feeling und E-Mobilität nicht ausschließen müssen, sondern an sich eine gelungene Ergänzung darstellen. Doch der Taycan begründe nur den Startpunkt in eine neue Ära.

Der Porsche Mission E Cross Turismo kommt 2020 als zweites E-Auto des Unternehmens auf die Straße. Darauf folgt der Porsche Macan 2022, der als Elektro-SUV von Leipzig aus auf die Straße seinen Weg finden wird und das Verbrenner-Modell komplett ablösen könnte. Ebenfalls steht fest, dass der 911 als letztes Fahrzeug der Marke elektrifiziert wird. Zuvor könnte der 718 vollelektrisch auf die Straße kommen.

Ebenso wie Audi setzt Porsche auf Synergie-Effekte im VW-Konzern. Bestes Beispiel hierfür die vertiefte Zusammenarbeit mit der Konzernschwester aus Neckarsulm. Gemeinsam wollen die beiden Hersteller eine Premium-Plattform Elektro entwickeln, kurz PPE. Der PPE-Baukasten soll, quasi als Luxusvariante zum Elektrobaukasten MEB von Volkswagen, ab dem Jahr 2021 als Großserien-Architektur für exklusivere Fahrzeuge dienen. Der Macan dürfte 2022 das erste E-Auto auf dieser Plattform sein.

Für das Jahr 2025 hat man sich beim Stuttgarter Automobilunternehmen Porsche vorgenommen, die Hälfte des Umsatzes über den Verkauf elektrifizierter Fahrzeuge zu erwirtschaften. Bis 2022 sollen ab 2019 im Schnitt zwei Milliarden Euro pro Jahr eingespart werden. Der Großteil der angestrebten sechs Milliarden Euro Einsparung soll hierbei durch die Steigerung der Effizienz sowie durch eine Senkung der Materialkosten erbracht werden. Das eingesparte Geld wird in die E-Offensive von Porsche gesteckt.

Tesla - Der E-Mobilitätspionier mit Zukunftsvisionen

Ein Blick zurück offenbart: 2019 war definitiv „Das Jahr des Tesla“. Teslas Model 3, das im ersten Quartal des letzten Jahres in Europa eingeführt wurde, machte 86 Prozent – oder 93.943 Fahrzeuge – der gesamten europäischen Zulassungen von Tesla aus. Die beiden Premium-Modelle des Unternehmens, das Model X und Model S litten unter diesem Absatzplus des Model 3. Sie erfahren aber immer noch Aufmerksamkeit vonseiten des Unternehmens, sei es durch Software- oder Hardware-Upgrades.

In naher Zukunft steht nun die Produktion und Auslieferung des Tesla Model Y an. Für 2020 will Tesla „deutlich über 500.000 Fahrzeuge“ ausliefern. Das Unternehmen kann derzeit nach eigenen Angaben in Fremont 90.000 Model S/X und 400.000 Model 3/Y bauen und in Shanghai weitere 150.000 Model 3. Bis Ende des Jahres erwartet man eine Kapazität von 500.000 Einheiten für das Model 3/Y in Fremont und ist dabei, zusätzliche Kapazitäten für das Model 3 und das Model Y in Shanghai zu installieren.

Im November 2019 gab der amerikanische Automobilhersteller seinem Tesla Cybertruck die Ehre, welcher in kürzester Zeit über 250.000 Reservierungen einsammeln konnte. Doch dieser wird nicht alleine auf die Straße kommen. Ein vollelektrisches Quad habe man ebenfalls im Angebot. Bis dieses allerdings als Serienfahrzeug auf die Straße kommt, wird noch einige Zeit vergehen.

Volvo / Polestar - Doppeltes Lottchen aus Schweden

Volvo will seine Modellpalette elektrifizieren und künftig verstärkt Plug-in-Hybride anbieten. Ab 2019 wird jedes neue Volvo Modell mit Elektromotor am Markt angeboten werden. Passt durchaus dazu, dass das Unternehmen seine eigene Zukunft elektrisch sieht. So stark, dass man die CO2-Bilanz von Volvo Modellen bis 2025 um 40 Prozent senken will.

Im Jahr 2020 hat man sich auf die Fahne geschrieben, 20 Prozent des Gesamtumsatzes durch Plug-In-Hybride zu erwirtschaften. Des Weiteren wird das Unternehmen in den nächsten fünf Jahren jährlich ein vollelektrisches Auto vorstellen. Schon 2025 soll die Hälfte des weltweiten Fahrzeugabsatzes von Volvo auf Elektroautos entfallen, der Rest auf Hybridfahrzeuge. Der XC40 wird als erstes rein elektrisches Fahrzeug von Volvo auf den Markt gebracht. Der XC 90 als E-SUV soll folgen.

Mitte Oktober 2017 verlieh Volvo mit der rein elektrischen Ausrichtung des Tochterunternehmens Polestar der eigenen nachhaltigen Ausrichtung Nachdruck. Der Polestar 1 wurde als erstes Fahrzeug der Marke als Plug-In-Hybrid 2019 auf den Markt gebracht. Die darauf folgenden Modelle werden jedoch rein elektrisch unterwegs sein.

Der Polestar 2 kommt im Juni 2020 für 58.800 Euro nach Deutschland und soll sich ab dann als Konkurrenz zum Tesla Model 3 etablieren. Das Coupé-SUV Polestar 3 ist für 2022 geplant. Mit den Polestar Spaces bringt das Unternehmen neben den drei bereits bekannten Modellen einen neuen Ansatz in den Automobilhandel und bildet eine moderne Alternative zum klassischen Autohaus. Als Kunde kann man künftig in den Polestar Spaces mit der modernen, digitalen Performance-Marke Polestar interagieren. Diese werden fortan in großen Metropolregionen eröffnet.

NEUVORSTELLUNG

Egal ob Porsche Taycan oder der neue Cybertruck von Tesla: Beide Modelle haben bei ihrer Vorstellung für viel Medienecho gesorgt.

RISING STAR

Der VW ID.3 - Flagschiff der Elektrifizierung des VW Konzerns auf Basis der MEB-Plattform.

VW - Ein Konzern der für E- Mobilität steht

Auch das Wolfsburger Unternehmen lässt es sich nicht nehmen, eigene VW Elektroautos an den Start zu bringen. Man geht mittlerweile so weit, betreff end Elektrofahrzeuge die Aussage zu tätigen: „Der Wendepunkt ist nahe“. Bei der IAA 2017 legte sich der VW Konzern auf die „Roadmap E“, eine umfassende Elektrifizierungsoffensive fest. 2019 festig man diese und setzt die gesteckten Ziele noch höher an.

VWs Zukunft sieht man in China und E-Mobilität hat hohe Priorität bei VW. Wie hoch, dass sieht man an den VW-Auslieferungsplänen für China: 2020 bereits 300.000 E-Autos; ab 2025 eine Millionen Fahrzeuge pro Jahr. Wobei man diese Prognose bereits im Dezember 2019 um weitere zwei Jahre nach vorne geholt hat. Der VW Konzern plant bis 2028 rund 11,6 Millionen E-Autos in China zu produzieren. Mehr als die Hälfte des vom Konzern angestrebten Gesamtziels von 22 Millionen.

2019 ist man zunächst verstärkt mit E-Autos auf Verbrenner-Basis (e-Golf, e-up!) sowie die Konzern-Geschwister Seat Mii electric und Skoda Citigo e IV - auf den Markt gedrängt. Im Sommer 2020 soll mit dem VW ID.3 das erste reine Elektroauto folgen, welches auf dem Modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB) aufbauen wird - der Schlüssel für „Elektroautos für Alle“, wie VW selbst verkündete. Künftig sollen weitere Stromer auf Basis des MEB folgen. Die Serienversionen der jeweiligen bisher vorgestellten Showcars werden sukzessive entwickelt und zur Serienreife gebracht. So werden das SUV-Coupé ID. CROZZ, der multivariable Fullsize-Lounge-SUV ID. ROOMZZ und die Oberklasse-Limousine ID. VIZZION sowie das Serienderivat des ID. BUZZ – die elektrische Reinkarnation des legendären Bulli – in naher Zukunft in die jeweiligen Märkte eingeführt.

Der MEB-Baukasten für Elektroautos soll zudem über alle Marken des Konzerns hinweg genutzt werden, um Entwicklungs- und Produktionskosten stark zu reduzieren. Des Weiteren soll die MEB-Plattform fortan Wettbewerbern von VW zur Verfügung stehen, um branchenweit Kosten zu senken und Synergien zu nutzen. Mit Ford macht man künftig gemeinsame Sache. Auch dort soll unter anderem der MEB-Baukasten zum Einsatz kommen. Eine weitere E-Plattform sei ebenfalls geplant, diese soll als Basis für kleine E-Autos dienen und wird maßgeblich durch Konzerntochter Seat entwickelt.

ARTEGA, E.GO, MICROLINO UND SONO MOTORS - DIE ETWAS ANDEREN E-AUTOS

Neben den bekannten, etablierten Automobilherstellern drängen insbesondere in Deutschland vermehrt kleinere E-Auto Start-Ups auf den Markt oder legen zumindest den Grundstein dafür. Artega und Microlino haben sich mit einer modernen Elektro-Isetta einem Klassiker verschrieben. StreetScooter-Gründer Prof. Dr. Schuh will mit dem e.GO Life ein E-Auto mit “Go-Kart”-Feeling abliefern. Und Sono Motors aus München ist bereits zu Beginn 2020 der größte Crowdinvesting-Erfolg des Jahres. Über 53 Millionen Euro konnte man von der Community als Zuspruch für die eigene Elektroauto-Idee mit Solarelementen verzeichnen. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit, wann diese Modelle auf die Straße kommen. Interesse am Markt ist vorhanden.