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DIE EISERNE KÖNIGIN


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Frau im Spiegel Royal - epaper ⋅ Ausgabe 4/2022 vom 02.03.2022

TITEL ROYAL

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Bildquelle: Frau im Spiegel Royal, Ausgabe 4/2022

Überlebensgroß: Die Rekord-Königin lässt sich im Sommer feiern ? in London (hier am Piccadilly) ist das derzeit nicht zu übersehen

ENGLAND

Viel bleibt dem Prinzen nicht: der Titel „Duke of York “ und sein im aktiven Dienst erzielter Rang im Militär. Der Status „Königliche Hoheit“ ist ebenso futsch wie unzählige Ehrentitel und Patronagen. Und die einzige offizielle Gästeliste, auf der er im Jubiläumsjahr noch auftauchen wird, ist die eines Gedenkgottesdienstes für seinen Vater Prinz Philip (1921-2021). Wenn im Sommer das Platin-Jubiläum gefeiert wird, ist er nicht dabei. Künftig, so heißt es, sei Andrew ein Privatmann. Eine verständliche Regelung, die rund 80 Prozent der Landsleute billigen. Ein hartes Los für den bekannt bornierten Andrew, der sich jahrzehntelang hofieren, einladen und beschenken ließ und es – selbst in besseren Kreisen – oft an Feingefühl im Umgang mit Damen mangeln ließ. Ende für Andrew – und eine Entscheidung für die Krone: Charles muss nicht mehr den Bann sprechen, wenn er einmal regiert. Das ...

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... hat die Mutter bereits erledigt. Zwar teuer, aber endgültig.

ANDREW IST NUR NOCH PRIVATMANN

Andererseits ist die Queen durchaus bereit, zu belohnen. Bereits seit Jahren führt Charles den Teil ihrer Geschäfte, den sie altersbedingt gerne abgegeben hat. Der Sohn arbeitet recht pannenfrei und absolut lautlos. Keiner hat den Eindruck, die Königin sei quasi entmachtet. Und Camilla hat – obwohl geschmäht und beschimpft – ihren Weg ins Königshaus lautlos und uneitel eingeschlagen, jeden öffentlichen Wettstreit mit Vorgängerin Diana elegant umgangen. Wenn die Queen und Camilla heute miteinander auf einem Termin sind, wirken sie eher wie Freundinnen. Typisch britisch, mit Leckerchen für Hunde und Pferde in der Handoder Manteltasche und der Liebe für die schöne Countryside ihrer Heimat.

PLATINUM JUBILEE

So bleibt nur noch Enkel Störenfried nebst Gattin in den USA. Prinz Harry, 37, hat zum Jahresende seine Memoiren angekündigt – oder besser angedroht. Offensichtlich als Abrechnung mit seiner Familie, besonders Camilla soll dabei nicht gut wegkommen. Die Warnschüsse aus London hat zumindest seine Frau Meghan, 40, verstanden, die sich öffentlich in Sachen Königshaus verdächtig ruhig gibt. Zumal nach dem Talkshow-Interview bei Oprah Winfrey erst der Palast Fakten lieferte, die Harrys Aussagen (im Fall von Zahlungen, die er von Prinz Charles deutlich länger bekam als er behauptete) widerlegten. Wenig später dementierte die Queen öffentlich, der Name von Harrys Tochter, Lilibet, sei vorher mit ihr abgesprochen worden. Das dürfte Harry teuer zu stehen kommen, denn offenbar scheint ihm die Großmutter nur noch Frogmore Cottage in den Schlossanlagen von Windsor in einer Art Nießbrauch zu vererben. Das könnte eine Schutzgeste sein, damit Harry bei einer Rückkehr nach Großbritannien zumindest ein Dach unter royaler Kontrolle über dem Kopf hätte. Ob sonst noch etwas für ihn übrig bleibt, vor allem wenn er jetzt noch einmal (und das vor allem, um Geld dafür zu kassieren) seine Familie attackiert? Eher nicht. Das scheint Meghan kapiert zu haben, die zumindest über einen gewissen Geschäftssinn verfügt – der enthemmte Prinz aber nicht.

UND WIEDER DROHT PRINZ HARRY

Dabei wäre die Chance günstig, vielleicht noch einen späten Familienfrieden zu verhandeln – die Queen will ein ruhiges und wohlbestelltes Haus hinterlassen. Was auch mit 96 Jahren keinen Kuschelkurs um jeden Preis bedeutet. Das hat schon der Lieblingssohn zu spüren bekommen. Andrew dürfte dennoch ein gesicherter Lebensabend bevorstehen. Denn die schlimmste Sünde hat er nie begangen: Seine Familie öffentlich zu denunzieren.

Andreas C. Englert

Stilles Jubiläum in Sandringham – gefeiert wird IM SOMMER

Kronprinzessin wurde sie bereits vor 85 JAHREN!

ENGLAND

Sie hat abgenommen, geht etwas gebückter und setzt erstmals in ihrem langen Leben einen Gehstock ein. Doch sie zeigt sich stets perfekt gekleidet und frisiert. Und, was bei einer Frau im Alter von fast 96 Jahren erstaunt: Sie plant die Zukunft. Die Buchläden und Shops sind derzeit voll mit Fotobänden und Retrospektiven. Doch Queen Elizabeth hat ihr 70-jähriges Thronjubiläum dazu genutzt, wichtige Weichen für die Zukunft der Monarchie und die Zukunft ihrer Familie zu stellen – kaum sentimental, dafür überaus rational.

SPÄTER TRIUMPH FÜR CAMILLA

Die größte Überraschung: Die Queen hat bestimmt, Schwiegertochter Camilla, 74, werde an der Seite von Charles als „Queen Camilla“ mitregieren und zur Krönung die Krone mit dem Koh-In- Noor, einem der wertvollsten Diamanten der Welt, tragen, die einst Queen Mum (1900- 2002) bei der Krönung getragen hatte. Als Charles 2005 Camilla in einer sehr schlichten Zeremonie in Windsor heiratete, war – offenbar um die Fangemeinde von Prinzessin Diana (1961-97) nicht zu verstimmen – angekündigt worden, dass Camilla in diesem Fall nur „Princess Consort“, also maximal mit dem Titel einer Prinzessin ausgestattet würde. Jetzt hat die Queen entschieden, und das bedeutet: Charles und Camilla selbst werden keine Diskussionen darüber führen müssen – schließlich hat die Queen das noch zu Lebzeiten bestimmt. Deren Popularitätswerte sind in Rekordhöhe, kein anderer Royal erreicht sie auch nur ansatzweise. Was sie, zumindest in diesen Fragen, entschieden hat, bleibt Gesetz. Auch wenn sie einmal nicht mehr lebt.

Die Queen räumt auf – einmal Ruhe kostet 14 MILLIONEN

Selbst den Scherbenhaufen von Sohn Andrew, 62, der lange als Mamas Liebling galt, hat sie – so gut es mit Andrew als Hauptdarsteller eben ging – bestmöglich aufräumen lassen. Die Vorwürfe von Virginia Giuffre, 41, sie sei noch minderjährig gewesen, als sie bei einer Party des US-Milliardärs Jeffrey Epstein (1953-2019) zum Sex mit dem Prinzen genötigt wurde, lasteten lange auf dem Königshaus. Verschleppt dadurch, dass Andrew erst alles ignorierte, dann auch noch ein TV-Interview gab und sämtliche Vorwürfe als haltlos darstellte. Tatsächlich scheint es wohl weder forensische Beweise noch verhängnisvolles Bildmaterial zu geben. Aber FBI und US-Richter ließen nicht locker. In letzter Minute, nur wenige Tage nach dem Queen-Jubiläum, wurde dann ein „Deal“ abgeschlossen, wohl mit einer Zahlung in Millionenhöhe. Die Summe ist geheim – Experten schätzen, dass Zahlungen an Giuffre und die juristischen Kosten insgesamt etwa 14 Millionen Euro ausmachen. Ein Betrag von rund 2,5 Millionen an eine Stiftung soll direkt von den privaten Konten der Königin beglichen worden sein. Woher der Rest des Geldes kommt? Möglicherweise ein vorgestreckter Erbteil von Andrew, den seine Mutter beglich, weil sie endlich das Verfahren vom Hof haben wollte. Kein Freispruch erster Klasse. Und es wird auch nie geklärt, ob der Prinz vielleicht nicht doch zu Unrecht beschuldigt wurde. Aber die Queen hat entschieden – für die Familie und gegen Andrews Eitelkeiten.