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Die Fallen des lementar-Schutzes


Rente & Co - epaper ⋅ Ausgabe 6/2021 vom 13.10.2021

46 % der Immobilien-Besitzer in Deutschland sind nicht gegen Elementar-Schäden versichert.

1. Viele Dinge sind ausgeschlossen Die Liste der versicherten Risiken klingt lang. In den Versicherungsbedingungen sind aber viele Elementarschäden ausgeschlossen, z. B.

Schäden durch eine Sturmflut oder aufsteigendes Grundwasser nach einem Starkregen, das durch Bodenplatte oder Kellermauern ins Haus dringt.

2. Rückstau aus der Kanalisation Bei Starkregen entstehen an vielen Häusern Schäden nicht durch das Regenwasser, das von außen eindringt, sondern durch die Kanalisation über Toilette, Duschablauf und Spülbecken ins Haus drückt. Die Elementar-Schaden-Versicherung zahlt dann nur, wenn man an den Abflüssen Rückschlag-Klappen installiert hat.

Und: Die Abfluss-Leitungen auf dem Grundstück müssen intakt, also regelmäßig kontrolliert worden ...

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... sein.

3. Hoher Selbstbehalt Da die Schäden hoch sein können, gibt es auch eine hohe Selbstbeteiligung, meist 10 %. Wichtig ist deshalb die Frage (die sich auch in der Beitragshöhe spiegelt): Bei welcher Summe ist die Selbstbeteiligung gedeckelt?

4. ZÜRS-Zonen Versicherer stufen jede Immobilie in eine von vier Gefahrenklassen (ZÜRS-Zonen) ein. Diese geben das statistische Risiko wieder, wie häufig eine Überschwemmung das Gebäude treffen könnte. In der niedrigsten Klasse ist statistisch weniger als alle 200 Jahre ein Hochwasser zu erwarten, in Klasse 4 einmal in 10 Jahren. Daher sind die Preise so unterschiedlich. Mehr noch: Immobilien in Zone 4 erhalten meist kein Angebot – oder nur eines mit extrem hohen Beiträgen.

5. Schäden im Vorfeld mindern Die Versicherer bestimmen bereits im Vorhinein, was zu tun ist, um Schäden möglichst gering zu halten, z. B. Hausrat nicht auf dem Kellerfußboden zu lagern, sondern mindestens 12 Zentimeter darüber; die Waschmaschine auf ein Podest zu stellen, auftretende Risse im Mauerwerk stets abdichten zu lassen, Kellerwände von außen zu versiegeln bzw. Kellerfenster einzubauen, die Wasserdruck standhalten.

6. Schäden akut reduzieren Auch bei Unwetter bzw. Starkregen haben Hausbesitzer eine Schadenminderungspflicht. Jeder, der eine Elementar-Police abschließt, verpflichtet sich, dafür zu sorgen, dass Schäden gering bleiben. Niemand muss das eigene Leben in Gefahr bringen. Aber kaputte Fenster müssen während des Unwetters abgedeckt werden.

7. Gutachten bei Schäden Bei Schäden übernimmt eine Police die Kosten für Reparatur oder Sanierung (notfalls für Abriss und Neubau). Wie hoch die Übernahme ist, hängt wesentlich vom Gutachter ab, den die Versicherung beauftragt. Ein Gegen-Gutachten aber muss auf eigene Kosten in Auftrag gegeben werden.

8. Pflicht zur Dokumentation Bei Elementarschäden kommen oft Kaufbelege abhanden. Die Police leistet auch ohne Originalbelege. Aber die Schadensliste muss nachvollziehbar und glaubhaft sein. Deshalb Kaufbelege, aber auch Einrichtung fotografieren, Fotos in einer Daten-Cloud speichern.

Foto: privat; Illustration: Getty Images/FrankRamspott

Entscheidend sind Details

Ob eine Elementarschaden-Police tatsächlich zahlt, hängt von winzigen Details ab, wie diese Beispiele zeigen.

Durch Starkregen steht Wasser im Garten, ... ... drückt ein Kellerfenster ein, Wasser dringt ein und setzt den Keller unter Wasser:

+ Die Versicherung zahlt, denn Schäden durch Oberflächenwasser sind versichert.

... das Wasser dringt durch die Bodenplatte oder Mauern ins Haus ein:

- Die Versicherung zahlt nicht. Denn Schäden durch Grundwasser sind nicht mitversichert.

Nach starkem Schneefall ... ... liegt so viel Schnee auf dem Dach, dass es einbricht:

+ Versicherung zahlt, denn Schäden durch Schneedruck sind versichert.

... sammelt sich viel Schnee auf den umstehenden Bäumen. Von dort fällt der Schnee (oder Äste) aufs Dach und beschädigen es:

- Die Versicherung zahlt nicht, da es sich nicht um direkten Schneedruck handelt.

Durch eine Erdsenkung sackt das Haus teilweise ab, und es bilden sich Risse im Mauerwerk:

+ Versicherung zahlt, denn naturbedingte Schäden durch Erdsenkung sind versichert.

Durch Rammarbeiten auf der benachbarten Baustelle kommt es zu einer Senkung, die das Haus beschädigt:

- Versicherung zahlt nicht, denn Erdsenkungen durch menschlichen Einfluss sind nicht versichert.

Welche Police zahlt sonst?

Sturmschäden, Überspannungsschäden durch Blitz: Hausrat-Versicherung

Schäden am Auto durch Überschwemmung: Kfz-Teilkasko

Schäden an Photovoltaik: Nur eine separate Police übernimmt.

Reise-Rücktritt: Schaden an der Immobilie gilt als Grund für Rücktritt bzw. Abbruch.

9. Es wird schnell gekündigt Versicherer behalten sich das Recht vor, nach einem Schadensfall, auch einem kleineren, zu kündigen. Folge: Da gekündigte Policen auch für andere Versicherer einsehbar sind, gelingt es anschließend praktisch nicht mehr, eine neue Police zu finden. Deshalb genau überlegen, gerade in Risiko-Gebieten, ob kleine Schäden gemeldet werden.

10. Nur ein Gesamtpaket Elementarschäden können nur pauschal versichert werden. Das heißt, wer nicht an einem Fluss wohnt, muss trotzdem das Überschwemmungs-Risiko versichern, auch wenn man wahrscheinlich nie überflutet wird.

Aber ein separates Versichern einzelner Risiken, um Geld zu sparen, ist nicht möglich. Elementar-Versicherung heißt immer, alle Risiken – also Überschwemmung, Witterungsniederschlag, Rückstau, Erdbeben, Erdsenkung, Erdrutsch, Schneedruck, Lawinen und Vulkanausbruch – abzudecken – und zu bezahlen.

„Eine Elementarschaden-Police ist für jeden Hausbesitzer empfehlenswert – und zwar überall“

Elke Weidenbach, Verbraucherzentrale NRW