Lesezeit ca. 8 Min.
arrow_back

Die Fitness-Formel fürs GEHIRN


Logo von Hörzu Gesundheit
Hörzu Gesundheit - epaper ⋅ Ausgabe 4/2022 vom 11.11.2022

TITEL-STORY

Artikelbild für den Artikel "Die Fitness-Formel fürs GEHIRN" aus der Ausgabe 4/2022 von Hörzu Gesundheit. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Dr. Linda Thienpont

Leiterin Wissenschaft bei der Alzheimer Forschung Initiative e.V. mit Sitz inDüsseldorf.Die Humanbiologin schrieb ihre Doktorarbeit zum Thema

Da steht man an der Supermarktkasse, möchte mit Karte zahlen – und plötzlich fällt einem die Geheimzahl nicht mehr ein. Die Schlange hinter einem wird immer länger, die Kassiererin wirkt genervt. Doch so sehr man grübelt: die Zahlen, die richtige Reihenfolge – alles weg. Das ist nicht nur peinlich, viele machen sich nach so einem Malheur ernsthafte Sorgen: Sind das etwa schon die ersten Anzeichen für eine Demenz?

Unser Gehirn ist ein Hochleistungsapparat. Es lässt uns denken, fühlen, planen, lieben, uns erinnern und noch vieles mehr. Es kontrolliert auch unsere Sinne und andere Teile des Körpers wie Muskeln, Organe und Blutgefäße. Dass das Denkorgan im Laufe des Lebens an Leistungsfähigkeit verliert, ist völlig normal. Das ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 3,49€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Hörzu Gesundheit. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1050 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 4/2022 von Liebe Leserin, lieber Leser!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Liebe Leserin, lieber Leser!
Titelbild der Ausgabe 4/2022 von HORZU Gesundheit. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
HORZU Gesundheit
Titelbild der Ausgabe 4/2022 von Wie wir die Welt WAHRNEHM EN.... Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Wie wir die Welt WAHRNEHM EN...
Titelbild der Ausgabe 4/2022 von ... und uns die SINNE täuschen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
... und uns die SINNE täuschen
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
NACHRICHTEN
Vorheriger Artikel
NACHRICHTEN
Kampf um das Gedächtnis
Nächster Artikel
Kampf um das Gedächtnis
Mehr Lesetipps

... Gedächtnis und die Konzentrationsfähigkeit lassen nach, die Verarbeitung neuer Informationen dauert länger. Allerdings: Wenn der Leistungsabfall drastische Ausmaße annimmt, kann auch eine Erkrankung dahinterstecken. Zum Glück können wir einiges tun, um das Gehirn so lange wie möglich fit zu halten und es sogar vor degenerativen Erkrankungen zu schützen.

Auch im Kopf beweglich bleiben

Das Gehirn ist ein dynamisches Organ, das nicht nur unser Verhalten beeinflusst, sondern auch von unserem Lebensstil in großem Ausmaß beeinflusst wird. Einige Faktoren tragen dazu bei, dass das Gehirn lange Zeit leistungsfähig bleibt. Sogar einer Demenz lässt sich so im Idealfall vorbeugen. Tritt im fortgeschrittenen Alter dennoch eine Gehirnerkrankung wie Alzheimer auf, ist eine frühe Diagnose umso wichtiger. So können verschiedene Therapien helfen, das Fortschreiten der Krankheit zumindest hinauszuzögern.

„Eine kognitive Reserve ist der beste Schutz vor einem Abbau von Nervenzellen im fortgeschrittenen Alter.“

Dr. Linda Thienpont

Bewegung ist ein bedeutender Faktor, nicht nur um Muskeln und Herz-Kreislauf-System zu fordern und zu fördern, sondern auch das Gehirn. Studien zeigen, dass bei körperlicher Aktivität die Ausschüttung des Wachstumsfaktors BDNF angeregt wird. Dadurch werden die Nervenverknüpfungen untereinander gestärkt und das Wachstum neuer Neuronen unterstützt. Das Gehirn schrumpft also im Alter weniger, wenn wir in Bewegung bleiben. Wer körperlich nicht mehr in der Lage sein sollte, Sport zu treiben: „Auch regelmäßige Spaziergänge können eine gute vorbeugende Maßnahme sein“, sagt Linda Thienpont, Leiterin Wissenschaft bei der Alzheimer Forschung Initiative (AFI) in Düsseldorf. Der Verein fördert unabhängige Alzheimer-Forschung und klärt über die Krankheit auf.

Ebenfalls wichtig für einen wachen Verstand: eine gesunde, ausgewogene Ernährung. Schließlich verbraucht das Gehirn mehr Energie als jedes andere Organ im Körper. „Wir empfehlen die mediterrane Ernährung“, so Linda Thienpont. Also eine Ernährungsweise, die vor allem auf viel Obst und Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkorn-Getreideprodukten basiert, um das Gehirn so mit ausreichend Vitaminen und Mineralien zu versorgen. Als unverzichtbar gelten zudem Omega-3-Fettsäuren aus zum Beispiel Walnüssen, Leinöl und fettem Seefisch. Auch Flüssigkeit muss dem Gehirn in ausreichender Menge zugeführt werden, immerhin besteht es zu 73 Prozent aus Wasser.

Warnsignale bei Demenz

Bei folgenden Symptomen sollte man zum Arzt gehen. Je eher die Diagnose steht, desto besser ist die Behandlungschance

? SPRACHPROBLEME

Im Gespräch verlieren Demenzkranke immer wieder den Faden. Oft fallen ihnen auch einfache Wörter nicht ein, die sie dann durch unpassende Füllwörter ersetzen.

? ORIENTIERUNGSPROBLEME

In der Fremde fällt es Alzheimerkranken schwer, sich Orientierungspunkte zu merken. Viele haben sogar Probleme, in der eigenen Straße nach Hause zu finden. Oft wissen sie nicht, welcher Wochentag gerade ist.

? VERÄNDERTE PERSÖNLICHKEIT

Viele Betroffene sind häufig leicht reizbar, streitsüchtig oder misstrauisch. Stimmungsschwankungen treten dann besonders oft auf, wenn der Betroffene ahnt, dass er erkrankt ist.

? EINGESCHRÄNKT URTEILSFÄHIG

Fällt eine Person dadurch auf, dass sie selbst im Winter leichte Sommerkleidung trägt oder im Bademantel im Supermarkt herumläuft? Dann könnte eine Alzheimer-Demenz dafür verantwortlich sein.

? VERGESSLICHKEIT

Namen, Geburtstage oder Termine entfallen Betroffenen immer häufiger. Ihre Schlüssel legen sie an ungewöhnliche Orte. Auffällig auch: Oft stellen Demenzkranke im Gespräch immer wieder die gleichen Fragen.

„Auch Spaziergänge können eine gute vorbeugende Maßnahme sein.“

Dr. Linda Thienpont

Damit die Steuerzentrale im Kopf ihre Aufgaben optimal erledigen kann, ist sie auch auf erholsame Nachtruhe angewiesen. Denn im Schlaf werden die am Tag gesammelten Informationen verarbeitet und neue Gedächtnisinhalte gespeichert. Experten empfehlen sieben bis acht Stunden Schlaf pro Nacht.

Pures Training: Spaß am Leben

Wer eine positive Grundhaltung zum Leben besitzt, unterstützt ebenfalls seine geistige Fitness. Vor allem Lachen tut gut, da es Glückshormone freisetzt – die Botenstoffe sorgen im Gehirn dafür, dass wir uns dabei auch tatsächlich wohlfühlen. Das schützt gegen Stress, Depressionen und Angstzustände. Außerdem wichtig: eine abwechslungsreiche soziale Umgebung. Bei Gesprächen etwa arbeitet das Gehirn auf Hochtouren. Denn es bedarf komplexer Hirnaktivität und enormer kognitiver Geschicklichkeit, damit wir die Worte und Taten anderer Menschen verstehen, ihre Emotionen lesen, unsere eigenen Gedanken filtern und angemessene Antworten formulieren können. „Vorhandene soziale Kontakte zu pf legen, besonders aber neue Menschen kennenzulernen, das fördert die Synapsenbildung im Gehirn“, verrät Linda Thienpont. „Gerade der Kontakt mit jungen Menschen tut gut und hält vital.“ Einsamkeit und Isolation hemmen hingegen das geistige Leistungsvermögen.

Die Sinne neuen Reizen auszusetzen, sich auf unbekanntes Terrain zu wagen – das ist immer sinnvoll: etwa eine fremde Sprache, ein Instrument zu lernen oder der Besuch einer Ausstellung, eines Museums, Konzerts oder Theaters, Begegnungen mit fremden Menschen. „Alle Arten von unerwarteten Erfahrungen fördern den Aufbau einer sogenannten kognitiven Reserve“, so die Alzheimer-Expertin. Von einer kognitiven Reserve spricht man, wenn es besonders viele Synapsenverbindungen zwischen den Nervenzellen gibt. „Das ist der ideale Schutz vor einem möglichen Nervenzellabbau im Alter“, so Linda Thienpont. Denn ein stark vernetztes Gehirn ist enorm flexibel: Selbst wenn Neuronen nach und nach verschwinden, können viele Gehirnprozesse noch lange ohne spürbare Einbußen arbeiten. So dient die kognitive Reserve quasi als Versicherung gegen einen geistigen Verfall in späteren Lebensjahren.

Bildung und Herausforderungen

Auf bauen und aufrechterhalten lässt sich so eine kognitive Reserve durch den erwähnten gehirngesunden Lebensstil. Dieser mindert zugleich jene Risikofaktoren, die die Entwicklung einer Demenz begünstigen. Dazu gehört etwa eine geringe Bildung. „Meist ist dann nämlich keine ausreichende kognitive Reserve vorhanden“, klärt Thienpont auf. „Gemeint ist damit aber nicht nur Schulbildung. Auch anspruchsvolle Hobbys oder private Weiterbildung können hier einen Beitrag liefern, das Risiko zu senken.“ Übrigens: Wer die eigene geistige Leistungsfähigkeit überprüfen möchte, ab Seite 24 gibt es einen Test.

Eine unbehandelte Schwerhörigkeit erhöht ebenfalls das Demenzrisiko. Nicht nur weil sie zu Vereinsamung führen kann. Offenbar bewirkt Hörverlust auch ganz direkt negative Veränderungen im Gehirn. Rauchen, Depressionen, Gehirnverletzungen, Bluthochdruck, zu viel Alkohol, Übergewicht, Bewegungsarmut, Luftverschmutzung und Diabetes sind weitere kritische Risikofaktoren. „Wissenschaftler haben festgestellt, dass der Einfluss all dieser Faktoren für die Entstehung einer Demenz im Alter insgesamt rund 40

„Es gibt 40 bis 50 verschiedene Demenzformen. Sie alle haben eine andere biologische Ursache.“

Dr. Linda Thienpont

Netzwerke schaffen

Hilfe annehmen ist Selbstfürsorge:Einen Angehörigen mit Demenz zu pflegen, erfordert viel Engagement und Verzicht. Die eigenen Bedürfnisse dabei nicht aus den Augen zu verlieren, fällt vielen Pflegenden schwer. „Man sollte sich früh und gut auf die neuen Aufgaben vorbereiten“, rät Anja Kälin. Dazu gehört es, sich ein Netzwerk zu schaffen, auf das man zurückgreifen kann. Das können zum Beispiel Freunde oder Bekannte sein, die mit dem Erkrankten ab und zu spazieren gehen. Oder Selbsthilfegruppen, in denen man Tipps austauscht und auch Sorgen loswerden kann. Spezielle Coachings helfen, im neutralen Raum die Gedanken zu sortieren und individuelle Lösungen zu finden. MehrInfosunter

„Pflegende Angehörige sollten auf sich selbst blicken und sich fragen: Was macht die neue Rolle mit mir?“

Anja Kälin

Prozent ausmacht“, so Linda Thienpont. „Das ist ziemlich viel und macht daher Mut, denn: Bei all diesen Risikofaktoren hat man es bis zu einem gewissen Grad selbst in der Hand, sie in eine positivere Richtung zu lenken.“ Für die übrigen 60 Prozent sind dann die Gene, noch unbekannte Faktoren und der Hauptrisikofaktor „Alter“ verantwortlich. Darauf hat der Mensch leider keinen Einfluss.

Aktuell sind weltweit rund 60 Millionen von der Krankheit betroffen, 1,8 Millionen allein in Deutschland – mit stark ansteigender Tendenz, nicht zuletzt im Zuge höherer Lebenserwartung. Allerdings ist es schwierig, genaue Aussagen zu treffen über Ursachen und Art der Erkrankung. Denn es gibt nicht die eine Demenzform. „In Wirklichkeit sind es etwa 40 bis 50 verschiedene. Und sie alle haben eine unterschiedliche biologische Ursache, die man zu einem großen Teil noch gar nicht genau kennt“, so die Expertin. Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Form. Ungefähr 65 Prozent aller Demenz-Patienten sind davon betroffen. „Man sagt dann auch, dass Alzheimer die Ursache für die Demenz ist. Denn der Begriff Demenz beschreibt streng genommen lediglich die typischen Symptome wie Gedächtnisverlust oder Wortfindungsstörungen.

Wenn das Gehirn schrumpft

Ein typisches Alzheimer-Merkmal ist zum Beispiel, dass das Hirngewebe um bis zu 20 Prozent schrumpfen kann. Ob für das Absterben der Zellen spezielle Eiweißablagerungen an den Nervenzellen, sogenannte Plaques, verantwortlich sind – die sogenannte Beta-Amyloid-Hypothese –, ist noch nicht geklärt. Mittlerweile hat die klinische Alzheimer-Diagnose eine Zuverlässigkeit von 80 Prozent erreicht – mit speziellen Untersuchungen wie der Darstellung der regionalen Hirndurchblutung oder mithilfe der Magnetresonanz-Tomo- grafie (MRT) lässt sich die Sicherheit der Diagnose weiter erhöhen. Deutliche Hinweise für eine mögliche Alzheimer-Demenz gibt es aber bereits in der Frühphase der Erkrankung. Das gelegentliche Vergessen der PIN-Nummer oder eines Passwortes gehört allerdings nicht dazu! Selbst wenn einem der Name des langjährigen Nachbarn plötzlich entfallen sein sollte, ist das noch kein Grund zur Panik. „Wenn einem später all dies wieder einfällt, ist eigentlich alles in Ordnung“, beruhigt Dr. Linda Thienpont. Viele kennen das: Im Gespräch finden wir nicht den passenden Begriff. Oder: Wir wissen nicht mehr, ob wir erst vor wenigen Minuten den Herd ausgeschaltet haben oder wohin wir den Schlüssel gelegt haben. Meist ist der Grund für solche Blackouts lediglich ein Mangel an Aufmerksamkeit. Wir haben einfach nicht genug darauf geachtet.

„Die Kombination von medikamentösen und nicht medikamentösen Therapien kann helfen, den Verlauf einer Alzheimer-Demenz hinauszuzögern.“

Dr. Linda Thienpont

Nicht mehr normal ist hingegen, wenn Dinge an ungewöhnlichen Orten abgelegt werden – Brille, Hausschlüssel oder Portemonnaie zum Beispiel plötzlich im Kühlschrank auftauchen. „Zu diesem Verhalten neigen viele Alzheimer-Betroffene. Sie haben einfach vergessen, wozu der Gegenstand eigentlich benutzt wird und wo er zu liegen hat“, sagt Linda Thienpont (siehe Kasten Seite 16).

Häufen sich solche Warnsignale, ist der Hausarzt erster Anlaufpunkt. Falls tatsächlich ein Verdacht besteht, wird der Betroffene wahlweise zum Neurologen oder zu einer Gedächtnissprechstunde überwiesen. Angehörigen und Freunden kommt hier eine wichtige Aufgabe zu, denn die Betroffenen selbst bemerken oft nur im Anfangsstadium der Krankheit, dass etwas mit ihnen nicht stimmt. „Häufig versuchen sie dann ziemlich geschickt, ihre Aussetzer zu vertuschen“, betont Linda Thienpont. Irgendwann sind es dann meist die Familienmitglieder, die erste Anzeichen bemerken und auf den Arztbesuch drängen.

Verbesserung der Lebensqualität

Hat der Arzt die Diagnose Alzheimer gestellt, besteht immerhin die Chance, das Krankheitsgeschehen zu verzögern. Eine Heilung ist jedoch noch nicht möglich. Wer den gehirngesunden Lebensstil beherzigt, kann auch jetzt noch Lebenszeit gewinnen, Jahre in guter Verfassung. Die Schulmedizin kann dazu medikamentöse Hilfe leisten, etwa mit sogenannten Antidementiva. In der Symptombehandlung spielen weiterhin nicht medikamentöse Therapien wie Ergo-, Musik- und Bewegungstherapie eine wichtige Rolle (siehe Therapie-Guide rechts) – auch um dem Patienten glückliche Momente zu verschaffen und seine Lebensqualität zu verbessern.

Dem Lebenspartner und anderen Angehörigen steht eine herausfordernde Zeit bevor. Viele kümmern sich aufopferungsvoll und sind bald selbst überfordert mit der Situation. „Wir raten daher pf legenden Angehörigen, sich Unterstützung zu suchen, etwa bei Selbsthilfegruppen oder bei Demenz-Stammtischen“, sagt Linda Thienpont. Sinnvoll kann es auch sein, die Pflege in der Familie aufzuteilen (siehe Seite 20). Nicht nur die zeitliche, auch die emotionale Belastung ist groß. Wenn allmählich die Persönlichkeit des geliebten Menschen schwindet, ist das ein Abschied auf Raten und für viele schwer zu ertragen. Notwendig sei es daher, bereits in dieser Phase Trauer zuzulassen. In der Gemeinschaft fällt dies deutlich leichter.

ALEXANDER WEIS

@ Das Gesundheitsportal zeigt Tipps, wie sich die mentaleFitnesssteigern lässt