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Die fünfte Macht


Der Spiegel - epaper ⋅ Ausgabe 47/2019 vom 15.11.2019

Enthüllungen Im Zentrum der Impeachment-Ermittlungen gegen Donald Trump steht ein Informant der CIA. Der Fall unterstreicht die Bedeutung von Whistleblowern, die aus dem Inneren von Behörden und Unternehmen berichten. Über den Aufstieg einer Figur der Zeitgeschichte.


Zu den Vorteilen eines Familienclans gehört, dass man als Boss die Scheißjobs nach unten delegieren kann. Im Clan von Donald Trump landen solche Aufgaben häufig bei Donald Junior, seinem ältesten Sohn. Anfang November twitterte daher Donald Junior einen Link zu einem Artikel der rechten Krawallplattform Breitbart. Es ging um den Mann, der ...

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... Ende August mit seinen Enthüllungen ein mögliches Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten ins Rollen gebracht hatte: den Whistleblower. Trump hält den Mann für einen Spion, den er am liebsten wegsperren würde.

Der Whistleblower ist Ukraineexperte und arbeitete bei der CIA, als er Ende Juli über Kollegen von einem Telefonat zwischen Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten hörte. Es war der Urknall der Ukraineaffäre.

7 Seitenlang war der Brief, den ein CIA-Mitarbeiter an den USKongress schickte und damit die Impeachment-Ermittlungen auslöste.

Comey hatte nach seinem Rauswurf interne Memos seiner Gespräche mit Trump über Dritte an die Presse weitergegeben, sein Motiv dafür war dasselbe wie mutmaßlich das der beiden Informanten im möglichen Impeachment-Verfahren: Sie alle wollen einen Präsidenten stürzen, den sie für unfähig und korrupt halten.

Das Amtsenthebungsverfahren gegen Trump zeigt einmal mehr, wie wichtig in diesen politisch aufgewühlten Zeiten Leute aus dem Innern von Regierungen oder Behörden geworden sind, die auf illegales oder unethisches Verhalten hinweisen. Als Figuren der Aufklärung sind Whistle -blower kaum wegzudenken, dazu zählen auch Angestellte von Unternehmen, die auf Missstände aufmerksam machen. Die Informanten sind zu unwahrscheinlichen Helden der Gegenwart geworden.

Unwahrscheinlich deshalb, weil es häufig die Unauffälligen sind, die Alarm schlagen, die Nerds, die Außenseiter. Viele Whistleblower sind gewöhnliche Männer und Frauen, die in Unternehmen, Vereinen und Ämtern sitzen und dort Missstände anprangern, die andere übersehen oder übersehen wollen. Bis heute gibt es auf Deutsch keine Übersetzung, die das Phänomen zureichend beschreibt: Hinweisgeber wäre eine neutrale, wenn auch sperrige Variante.

Die gängige Definition eines Whistleblowers ist die des Insiders, der in seiner Firma oder Organisation auf illegales, unethisches oder unangemessenes Verhalten stößt und dies über interne oder öffentliche Kanäle meldet. Keiner von außen also, sondern einer von innen, der in eine Pfeife bläst wie ein Schiedsrichter bei einem Foul. Dass er von innen kommt, gehört zum Dilemma des Whistleblowers. Am Anfang steht der Verrat an der eigenen Umgebung.

Edward Snowden, einst Mitarbeiter von CIA und Vertragsfirmen der Lauschbehörde NSA, zählt ebenso zu den Stars dieser Spezies wie Chelsea Manning, früher Bradley Manning, der als Soldat bei der US Army im Irak von einem Massaker an Zivilisten hörte. Manning leitete Dokumente aus dem Inneren der US-Armee und des Außenministeriums an Julian Assange weiter, den Gründer von Wiki -Leaks – von dort gelangten sie unter anderem zum SPIEGEL.

Assange ist nach der gängigen Defini tion zwar kein Whistleblower, er stellte aber seine Enthüllungsplattform zur Verfügung und unterstützte Snowden logistisch.

Auch in Deutschland gibt es Whistle -blower. Einer der frühen Fälle war der Beamte Werner Pätsch, angestellt beim Bundesamt für Verfassungsschutz, der 1963 die Öffentlichkeit über die fragwürdige Überwachung von deutschen Staatsbürgern informierte. In jüngerer Zeit haben europäische Whistleblower Informationen über Steuerhinterzieher in Luxemburg oder in der Schweiz geliefert, so kam es zu den sogenannten Luxleaks oder zur Enttarnung von Steuerbetrügern bei der Genfer Filiale der Bank HSBC. Whistleblower haben beim Mautbetreiber Toll Collect überhöhte Rechnungen enthüllt. Und Whistleblowerinnen haben im Zuge des #MeToo-Skandals dafür gesorgt, dass der Filmmogul Harvey Weinstein wegen sexueller Belästigung und Vergewaltigung angeklagt wurde.

Die Geschichte der Vereinigten Staaten seit den Sechzigerjahren kennt viele prominente Fälle. Daniel Ellsberg, ein Militäranalyst der Rand Corporation, eines Thinktanks, gab 1971 die sogenannten Pentagon Papers an die Presse und machte so die Aussichtslosigkeit des Vietnamkriegs und die Lügen der Regierenden öffentlich: Die Papiere zeigten, dass die USA bereits Kriegsvorbereitungen getroffen hatten, als der damalige Präsident Lyndon B. Johnson noch behauptete, nicht in Vietnam intervenieren zu wollen.

Mark Felt, einst Nummer zwei des FBI, spielte der »Washington Post« Informationen über die Watergate-Affäre zu, in der es um den Machtmissbrauch des damaligen US-Präsidenten Richard Nixon ging.

Ellsberg wurde wegen Landesverrats angeklagt, der Prozess platzte aber, weil die Regierung Nixon illegal beschafftes Material gegen Ellsberg vorgelegt hatte. Bei Felt enthüllte der Anwalt der Familie erst 2005 dessen Rolle als ominöse Quelle »Deep Throat«, die dazu beitrug, Richard Nixon zu Fall zu bringen.

Es ist kein Wunder, dass seit 2001 deutlich mehr Fälle von Whistleblowing bekannt wurden. Die Anschläge von 9/11 veränderten alles: die seelische Statik der Vereinigten Staaten genauso wie das Gefühl der Unangreifbarkeit einer Nation. Der Sicherheitsapparat wurde ausgebaut, seine Aufgaben wurden in weiten Teilen privatisiert. Immer fragwürdigere Methoden fanden Einsatz gegen die Bedrohung durch den Terror. Das Land der Freiheit schien bereit, seine Freiheit erheblich einzuschränken.

Es war, so hat es der Harvard-Rechtsprofessor Yochai Benkler gesagt, als wäre Amerika von einer rätselhaften Autoim -munerkrankung erfasst worden, bei der das Abwehrsystem eines Körpers überreagiert auf eine feindliche Bedrohung und vor lauter Panik dabei den eigenen Körper angreift und zerstört. Die Whistleblower Manning oder Snowden hätten dem Land nach diesem Bild eine Schocktherapie verpasst, um diese mysteriöse Erkrankung zu bekämpfen.

Auch die technologische Revolution hat Whistleblowing begünstigt: Daniel Ellsberg musste noch nächtelang die mehr als 7000 Seiten der »Pentagon Papers« kopieren. In einer digitalen Welt aber, in der alles gespeichert wird, ist es viel einfacher, an Material zu kommen und gigantische Datensätze weiterzugeben. Der Begriff Leaking machte seither eine ähnliche Karriere wie Whistleblowing.

Die Fälle von Manning, Snowden und anderen zeigen, dass Einzelne dazu beitragen können, staatliches Handeln zu kontrollieren und transparenter zu machen. Einerseits.

Andererseits hat das Whistleblowing Staaten dazu gebracht, immer härter gegen Datenlecks und Geheimnisverräter vorzugehen. Ausgerechnet unter der liberalen Lichtgestalt Barack Obama, einem Bürgerrechtsanwalt mit dem Fachgebiet Verfassungsrecht, der Whistleblower vor seiner Wahl noch als wichtige Korrektive gepriesen hatte, reagierte der Staat unerbittlich, wann immer sicherheitsrelevante Dokumente geleakt wurden.

In den USA ist eine Grundlage dafür der sogenannte Espionage Act aus dem Jahr 1917, mit dem noch während des Ersten Weltkriegs die Spionage für feindliche Mächte als Landesverrat unter Strafe gestellt wurde. Das Gesetz ist nur selten an gewendet worden. Es war beispielsweise die Grundlage, auf der Daniel Ellsberg angeklagt wurde.

13 Fälle wurden in diesen 102 Jahren verfolgt, das ist nicht viel. Das Interessante daran: 8 der 13 Fälle fielen in die beiden Amtszeiten Obamas. Manning und Snowden wurden genauso als Spione verfolgt wie John Kiriakou oder Thomas Drake, der Jahre vor Snowden öffentlich vor der Sammelwut der NSA warnte.

Nie wurde dabei jemand mit der Begründung angeklagt, seine Informationen seien falsch. Stattdessen ging es darum, ob das Enthüllen meist geheimer Dokumente die nationale Sicherheit gefährde und als Landesverrat zu bewerten sei. Dahinter stand natürlich die Sorge des Sicher -heitsapparates und der Regierung, dass Snowden und Manning Nachahmer finden könnten. Es war eine Politik der Abschreckung. Wenn nun Donald Trump den CIA-Whistleblower als »Verräter« beschimpft, liegt der Gedanke nicht fern, dass er sich damit in die Tradition seines Vorgängers Obama einreiht.

Ob Trump die Geschichte von Esek Hopkins kennt, dem allerersten Oberkommandierenden der amerikanischen Marine? Hopkins war zugleich der erste Amtsträger in der Geschichte Amerikas, der sein Amt verlor, weil seine Untergebenen sagten: Jetzt ist mal gut.

Es war das Jahr 1776, die amerikanischen Kronkolonien befanden sich im Krieg mit dem britischen Imperium. Commodore Esek Hopkins befehligte vier Schiffe auf Seiten der Rebellen, die für die Unabhängigkeit kämpften. Offensichtlich war er ein übler Bursche, dessen Reichtum und Ansehen darauf fußte, dass er Sklaven aus Afrika über den Atlantik gesegelt hatte und als Freibeuter über andere Schiffe hergefallen war. Außerdem weigerte er sich, Befehle zu befolgen, ein Folterer, ein Staatsdiener, der seinen privaten Vorteil über seinen Dienst als Admiral stellte.

Er sei untauglich für sein Amt, schrieb eine Gruppe seiner Offiziere an den Kongress. Hopkins wurde entlassen, zwei Jahre nach der Unabhängigkeitserklärung verabschiedete diese junge Nation ihr erstes Whistleblower-Gesetz. 241 Jahre ist das her. Es gab damals weder das Wort Whistleblowing noch einen Präsidenten der Vereinigten Staaten. George Washington wurde erst elf Jahre später in das neue Amt gewählt. Aber die Idee, dass Freiheit geschützt werden muss vor denen, die sie bedrohen, die gab es schon.

Die Geschichte des untauglichen Offiziers erzählt die Politikprofessorin Allison Stanger in ihrem Buch »Whistleblowers. Honesty in America from Washington to Trump«. Es ist Anfang Oktober in den USA erschienen, sie hat sieben Jahre lang dafür recherchiert. Dass nun ein Whistleblower Machenschaften Trumps enthüllt und damit eine Impeachment-Ermittlung ausgelöst hat, kommt in ihrem Buch nicht mehr vor. Dennoch lässt sich Stangers Geschichte der Whistleblower lesen wie eine Erklärung der aktuellen Vorgänge. Stanger beschäftigt sich mit dem Paradoxon, dass die Idee des Whistleblowings zwar zum Gründungsmythos Amerikas zählt, damals praktiziert und juristisch fixiert wurde, weil die Mächtigen kontrolliert werden müssen – aber dass Whistleblower selbst nur wenig Schutz genießen, vor allem wenn sie aus den Kreisen der Geheimdienste stammen.

Was rief Michael Hayden, ehemaliger Chef von CIA und NSA, dem Whistle -blower Edward Snowden hinterher, der in Moskau Asyl gefunden hatte? »Edward Snowden wird in Moskau sterben. Er wird niemals zurückkehren in seine Heimat.«

In Lissabon konnte man vorige Woche einen Eindruck davon bekommen, wie einflussreich die Whistleblower-Bewegung geworden ist. Dort trafen sich 70000 Programmierer, Start-up-Gründer, Techfans und Investoren zum Web Summit, der größten und wohl wichtigsten Digitalkonferenz weltweit. Bislang wehte durch die Veranstaltung Optimismus. Wer den Gipfel in den vergangenen Jahren verfolgte, gewann den Eindruck, dass sich die Probleme der Menschheit mit wenig mehr als Technik und etwas Programmiergeschick lösen ließen.

Doch dieses Jahr war es anders, die Stimmung war nachdenklicher, fast pessimistisch. Der Auftaktredner am Eröffnungsabend war Edward Snowden, per Videolink zugeschaltet aus seinem Moskauer Exil, sein Kopf auf der Leinwand groß wie ein Garagentor. Snowden redete über den Ausbau der Geheimdienste nach 9/11, über digitale Spionage und sein eigenes schlechtes Gewissen. »Sie fingen an, jeden zu überwachen, überall, immer «, sagte er.

Fast sechseinhalb Jahre ist es her, dass der ehemalige Spion mit seinen Enthüllungen die Weltöffentlichkeit über die Macht der NSA ins Bild setzte. Er ist der bekannteste, einflussreichste Whistleblower unserer Zeit, und noch immer taugt er zum Stargast. Vor wenigen Wochen erschienen seine Memoiren »Permanent Record«. Das Buch steht in den Bestsellerlisten. Es ist die Autobiografie eines jungen Mannes, der alles riskierte, um der staatlichen Überwachung entgegenzutreten, Freundin, Familie, Geld, ein bequemes Leben auf Hawaii, wo er zuletzt in einem geheimen NSA-Objekt arbeitete.

Snowden schildert seine Jugend als glücklich. Er zähle zu der letzten Generation, die als Kinder lediglich analoge Spuren hinterlassen haben, Fotoalben aus Papier statt Instagram. Es geht ihm um das Grundrecht des Vergessens, was inzwischen kaum noch vorstellbar scheint, wie eine Idee längst vergangener Tage. Der junge Ed taucht bald in die Computerwelt ein. Sie wird sein Leben, er braucht keinen Universitätsabschluss, weil er so viel Talent beim Programmieren hat, dass ihn erst die CIA und dann eine NSA-Vertragsfirma mit Kusshand anstellen.

Seine Biografie ist die eines Puristen, der am Verfassungstag im Büro tatsächlich die amerikanische Verfassung liest und erkennt: Was wir hier tun, die massenhafte Überwachung von US-Bürgern ist illegitim, es verstößt gegen die Grundsätze der Vereinigten Staaten. Es habe keinen Erweckungsmoment gegeben, sagt Snowden, der Erkenntnisprozess zog sich über Jahre. Irgendwann wurde ihm klar, dass er handeln musste, er ging systematisch vor wie ein Juwelendieb, der sich zum geheimsten Safe der Welt vorarbeitet.

In Lissabon lautet seine Botschaft an die Fortschrittsgläubigen im Saal: Das Internet ist in Gefahr, von Geheimdiensten und Konzernen unterwandert und kontrolliert zu werden, von den Institutionen des »Überwachungskapitalismus«, wie er Face -book und andere Firmen gern nennt. Es sei verdammt schwer, so Snowden sinngemäß, sich der Überwachung zu entziehen. Am besten, man schütze sich selbst und hoffe nicht auf andere.

Snowden war bei Weitem nicht der erste Whistleblower, der über Missstände in US-Geheimdiensten berichtete. Auch beim geheimsten aller US-Nachrichtendienste, der NSA, hat Whistleblowing Tradition. Da waren Männer wie William Binney, ein Mathematiker und einst Technischer Direktor weit oben in der Hierarchie, der 2001 gemeinsam mit seinem Kollegen Kirk Wiebe den Dienst verließ. Binney und Wiebe wollten die wahllose Ausweitung der Überwachung nicht hinnehmen. Sie legten Beschwerde beim Generalinspekteur ein, unter anderem wegen massiver Geldverschwendung. Im Sommer 2007 stand das FBI bei ihnen vor der Tür.

Snowden studierte die Geschichte seiner Vorgänger. Er sah, wie sie mit der Strategie scheiterten, über interne Wege die Arbeit des Geheimdienstes zu verändern. Auch deshalb wandte er sich nicht an den Generalinspekteur, sondern an die Jour-nalistin Laura Poitras, die einen kurzen Film über Binney gedreht hatte.

Es gebe keinen einzigen Whistleblower aus der Welt der Geheimdienste, sagte Snowden dem SPIEGEL vor drei Jahren, dessen Enthüllungen nicht zu drastischen Strafen geführt hätten. Er fordert »eisenharte, einklagbare Schutzmaßnahmen« für Beamte und Mitarbeiter von Sicherheitsbehörden. Für Leute, die bereit sind, sich gegen eine Behörde aufzulehnen, die gegen das Gesetz verstößt, gebe es noch immer keinen Anreiz, das zu tun. »Das muss sich ändern.« Snowden ist zum Vorbild für eine ganze Generation von Nerds und Technikkritikern geworden, was ihn aus Sicht von Regierungen, Geheimdiensten und Mächtigen in aller Welt gefährlich macht. Wenn man Systemadministratoren fürchten muss, die auf ihr Gewissen hören, was ist dann noch sicher?

Es gebe keinen »typischen« Whistle -blower, sagt der US-Autor Tom Mueller in seiner Abhandlung über die Spezies, für die er mehr als 200 von ihnen interviewt hat. Wenn es eine gemeinsame Charaktereigenschaft gebe, dann Furchtlosigkeit und die Unabhängigkeit des Geistes. »Whistle -blower begreifen, dass Menschen in Gruppen Dinge tun, die einzelne Menschen nie wagen würden.« Hinzu komme eine gesunde Skepsis gegenüber großen Organisationen. Längst ist die Figur des Whistleblowers zu einem Mythos geworden, verewigt in Filmen aus Hollywood, die von tragischen Helden erzählen – bereit, für ein hohes Gut alles zu riskieren. Von schwierigen Menschen, Querulanten, Fanatikern, die sich auflehnen gegen dunkle Mächte. Neuartige Helden in zunehmend posthero -ischen Zeiten, einsame Kämpfer für eine bessere Welt.

Es gibt viele solcher Filme. Sydney Lumets Film »Serpico« aus dem Jahr 1973 erzählt die wahre Geschichte eines jungen New Yorker Polizisten, der miterlebt, wie Kollegen Verdächtige misshandeln und sich bestechen lassen. Der seine Geschichte einer Zeitung erzählt und selbst in der Stunde des Sieges ein Verlierer ist und den Polizeidienst quittiert. Michael Manns »The Insider« von 1999 handelt von einem Chemiker der Tabakindustrie, der einem Fernsehmagazin von den suchtfördernden Zusatzstoffen berichtet, die den Zigaretten beigemischt sind. Ein einsamer Aufklärer, der im Stich gelassen wird, vom FBI und von seiner Ehefrau, die ihn mit den beiden Töchtern verlässt. Oder Oliver Stones Film »Snowden«, der vor drei Jahren in die Kinos kam und seiner Hauptfigur ein Denkmal setzt.

Nächste Woche kommt der Spielfilm »Official Secrets« in die deutschen Kinos, der die Geschichte einer britischen Whistle blowerin erzählt, Katharine Gun, die 2003 im Alleingang versuchte, den Irakkrieg zu verhindern. Gun beschloss damals, eine E-Mail des US-Geheimdienstes an die Presse weiterzugeben. Die belegte, wie die Regierung von George W. Bush damals versuchte, das Abstimmungsverhalten von Uno-Mitgliedern zu manipulieren, um eine Resolution für einen Einmarsch in den Irak durchzuboxen. Es ist eine fast wahnwitzig mutige Geschichte. Gespielt wird Gun von Keira Knightley. Es ist die Erzählung einer Frau, die zur Zeugin einer staatlich sanktionierten Manipulation wird, ihrem Gewissen folgt und dafür einen hohen Preis zahlt. Die britische Regierung klagte sie wegen des Verdachts der Spionage an und ließ sie dann lange zappeln. Zwar wurde sie nie verurteilt. Aber bis heute gilt Gun beim Geheimdienst, im Beamtenapparat und in Teilen des Landes als Frau, die die nationale Sicherheit gefährdete.

Sie bereue trotzdem nichts, sagt sie. Gun sitzt in Berlin, wo sie am Dienstag den Film vorstellte, eine leise, fast schüchterne Frau. »Wir müssen Whistleblowing neu definieren«, meint sie, »und die Art, wie die Gesellschaft mit Whistleblowern umgeht.« Die Verfolgung von Informanten mit Spionagegesetzen sei nicht mehr zeitgemäß. Es müsse Wege geben, in die Alarmpfeife zu pusten, ohne dass Strafen drohten.

Sie habe sich nie schuldig gefühlt, sagt Gun dann noch. »Ich habe gegen die Buchstaben des Gesetzes verstoßen, aber ich hatte dafür einen legitimen Grund.« Brittany Kaiser verkörpert einen ganz anderen Typus Whistleblower als Katharine Gun, mit einem sprühenden Tem -perament, vielen Ideen und Geschichten, eine atemlose Frau von 32 Jahren mit Strohhut, einer knallroten Karojacke und einer Plastiktüte mit Exemplaren ihres druckfrischen Buchs. Kaiser war wie viele Whistleblower Gast beim Web Summit in Lissabon, gab Interviews, schüttelte Hände und genoss ihre Auftritte sichtlich.

Dreieinhalb Jahre lang arbeitete sie bei der britischen Firma Cambridge Analytica, einer Agentur, die unter anderem für das Team von Donald Trump im US-Wahlkampf 2016 aktiv war. Kaiser war die Direktorin für Geschäftsentwicklung. Es gehörte zu ihren Aufgaben, Neukunden zu gewinnen. Erst nach der US-Wahl geriet die Firma in die Schlagzeilen, weil herauskam, dass sie sich teils hochpersönliche Daten von mehr als 80 Millionen Facebook-Nutzern besorgt hatte – um sie für ihre softwaregestützte Wählermanipulation zu nutzen.

Kaiser war für die Agentur im Vorfeld des Brexit-Referendums mit einer der Leave-Kampagnen in Kontakt. Sie lernte Steve Bannon kennen, Trumps einstigen Chefideologen und führenden Kopf in dessen Präsidentschaftswahlkampf. Sie saß mit Trumps Sprecherin Kellyanne Conway auf Podien und war Gast auf Trumps Wahlparty, wo sie mit dem konservativen Trump-Unterstützer Robert Mercer feierte und mit dessen Tochter Rebekah, der Milliardärsfamilie hinter Cambridge Analytica.

Warum machte sie das alles so lange mit? Unter anderem aus Geldsorgen, schreibt sie in ihrem Buch, sie habe ihre Familie unterstützen müssen. Tatsächlich stieg sie erst aus, als ihre Firma schon tief in den negativen Schlagzeilen steckte und es mit Christopher Wylie einen ersten prominenten Aussteiger gab. Wylie, ein Kanadier mit Vorliebe für bunte Frisuren, hatte bereits 2018 einen Datenskandal bei der Firma enthüllt.

Vorher habe Kaiser mit ihrem Chef Alexander Nix über ihre Bezahlung gestritten. Letztlich hätten die negativen Presseberichte über ihre Firma sie dazu veranlasst, auszubrechen und sich selbst an die Medien zu wenden, erzählt sie. Kaiser hat zuerst mit dem britischen »Guardian« gesprochen, später packte sie bei der Netflix-Dokumentation »The Great Hack« aus. Ihre Kernvorwürfe lauten: Trumps Wahlkampfteam habe mit negativen Face -book-Anzeigen versucht, potenzielle Wähler von Hillary Clinton davon abzubringen, zur Wahl zu gehen. »Voter suppression « heißt diese Taktik. Inzwischen hat Kaiser eine Organisation mitgegründet, die den Schutz privater Daten vorantreiben will, etwa durch Kampagnen an Schulen.

Der Unterschied zwischen ihr und Whistleblowern wie Snowden oder Thomas Drake ist, dass sie nicht wegen des Verrats von Staatsgeheimnissen angeklagt wird, sondern mit der öffentlichen Bloßstellung ihrer früheren Firma nur gegen den Arbeitsvertrag verstoßen hat. Ihr Leben hat sich eher verbessert, seit sie an die Öffentlichkeit ging, was man von vielen anderen nicht behaupten kann.

Die staatliche Reaktion auf Whistle -blowing, vor allem in den Vereinigten Staaten, scheint nur Extreme zu kennen. Für Informanten, die dem Staat dabei helfen, Steuerhinterzieher zu fassen, gibt es erhebliche finanzielle Anreize. Die bislang höchste Belohnung bekam der ehemalige US-Banker Bradley Birkenfeld, der 104 Millionen Dollar dafür einstrich, dass er umfassend über seine ehemaligen Chefs bei der Schweizer Bank UBS aussagte, es ging um groß angelegten Steuerbetrug.

Whistleblower, die systematische Missstände offenlegen, werden dagegen oft hart bestraft. Chelsea Manning wurde 2013 von einem US-Militärgericht zu 35 Jahren Haft unter anderem wegen Spionage und Diebstahl verurteilt. Kurz vor Ende seiner Amtszeit verkürzte Obama zwar den Rest der Strafe auf vier Monate. Allerdings sitzt Manning inzwischen in Beugehaft, weil sie sich weigert, gegen Julian Assange auszusagen.

Und noch ein Fall illustriert, wie unbarmherzig Staaten jene verfolgen, die Geheimnisse offenbaren. Die Frau mit dem echten Namen Reality Winner wuchs nahe der mexikanischen Grenze auf, machte eine Übersetzerausbildung und arbeitete sechs Jahre lang bei der US-Luftwaffe, bevor sie für die NSA als Linguistin anheuerte, für die Sprachen Paschtu, Dari und Farsi. Allerdings hatte sie mit ihrem Oberbefehlshaber Probleme, jedenfalls nannte sie Donald Trump auf Twitter einen »orangenen Faschisten«. Winner hasste Trump, sie fühlte sich nicht mehr an die Geheimhaltungspflicht gebunden, zu der sie sich beim Eintritt in die NSA verpflichtet hatte.

Am selben Tag im Mai 2017, als jener Präsident den damaligen FBI-Chef James Comey entließ, druckte Winner an ihrem Arbeitsplatz einen streng geheimen NSA-Bericht über russische Einflussversuche auf die US-Wahlen aus. Als sie ihr Büro verließ, nahm sie ihn mit, versteckt in ihrer Strumpfhose. Dann schickte sie das Dokument an das Nachrichtenportal »The Intercept «. Fünf Seiten, nicht mehr.

Als die Geschichte dort wenige Wochen später erschien, befand sich Reality Winner bereits in Polizeigewahrsam. FBI-Beamte hatten ihr Haus im Bundesstaat Georgia gestürmt. Nur sechs Mitarbeiter hatten das Dokument ausgedruckt, zudem enthielt der veröffentlichte Scan des Originaldokuments Markierungen, die auf einen bestimmten Drucker deuteten. Sogar die Uhrzeit des Drucks war ablesbar. Offenbar hatten die US-Journalisten das Dokument vorab Quellen mit Kontakten zu US-Geheimdiensten vorgelegt, um seine Echtheit zu verifizieren.

Vor Gericht bekannte sich Winner schuldig und gestand die »unautorisierte Weitergabe « des als geheim eingestuften Berichts. Im vorigen August verurteilte ein Bundesgericht sie zu 63 Monaten Haft – wegen der Weitergabe eines einzigen Dokuments, das dazu noch das Fehlverhalten der russischen Regierung offenbarte, nicht das der eigenen.

Alle bisherigen Strafen, Anklagen und Kampagnen gegen Whistleblower haben allerdings nicht dazu geführt, dass es weniger von ihnen gibt oder dass Menschen davon abgehalten wurden, ihre Stimme zu erheben. Das Gegenteil ist der Fall, wie die Whistleblower in der Ukraineaffäre belegen. Ehemalige Regierungsangestellte wie John Tye, der für das US-Außenministerium arbeitete, werben deshalb für einen neuen Umgang mit Whistleblowern. Tye kennt die Risiken aus eigener Erfahrung, vor Jahren wandte er sich selbst mit einer Beschwerde an eine interne Stelle. Es ging um die Überwachung amerikanischer Staatsbürger im Ausland. Als der interne Dienstweg nicht fruchtete, schrieb Tye über das Thema für die »Washington Post« und kündigte seinen Job.

Nun will er mit seiner NGO »Whistleblower Aid« helfen, Informanten mehr Sicherheit zu geben. Die Organisation unterstützt unter anderem die beiden Ukraine-Enthüller in Washington. Tye sagt, er wolle Whistleblowing sicherer, einfacher und effektiver machen. Vor allem will er dafür werben, dass es für Beamte und Angestellte gesetzeskonforme Wege gibt, um auf Korruption und Missstände hinzuweisen. Sein Ratschlag für Whistleblower: immer zuerst mit einem Anwalt reden, auf keinen Fall Computer verwenden. Es gibt immer mehr Whistleblower, aber in einer Welt, in der immer mehr Trennlinien die Gesellschaft durchziehen, polarisieren sie auch.

Die einen sehen in der Figur des getriebenen Enthüllers von Geheimnissen einen Helden, die anderen sehen einen Denunzianten und Vaterlandsverräter. So wie die einen in einem Terroristen einen Volkshelden sehen, so ändert sich auch der Blick auf die Menschen, die Verborgenes ans Tageslicht bringen, wenn man politisch auf der anderen Seite steht.

Aber in den Zeiten von Fake News ist keineswegs sicher, was aus ihren Informationen wird. Man muss sich das Impeachment-Verfahren gegen Richard Nixon ansehen, die Clips gibt es auf YouTube, wo sich Abgeordnete der Republikaner nach immer neuen Enthüllungen von ihrem Präsidenten abwenden. Sie ließen sich damals von Argumenten überzeugen. Das ist inzwischen fast unvorstellbar geworden; jeder schmiedet sich heute mehr denn je seine eigene Wirklichkeit.

Hollywood wird wohl auch aus dem Stoff dieser Tage und Monate im Weißen Haus einen Film machen. Der unbekannte CIA-Whistleblower dürfte darin nur eine Rolle von vielen spielen. Es wäre tatsächlich eine überraschende Geschichte, weil diesmal die Guten jene sind, die sonst die Bösen sind: die Geheimdienstler. Aufrechte Agenten gegen einen Hochstapler mit autoritären Neigungen. Klingt interessant. Die heute noch unbeantwortete Frage ist, wie das Ganze ausgeht.

Allison Stanger beschließt ihr Buch mit ein paar grundsätzlichen Überlegungen. Sie schlägt vor, dass bisherige Whistle -blower-Gesetze zum Schutz von Informanten auch auf die Welt der Geheimdienstler übertragen werden, obwohl damit möglicherweise die nationale Sicherheit gefährdet werden könnte. Sie findet: Jemand wie Edward Snowden sollte nicht in Moskau leben müssen.

Und die Geheimdienste? Sie müssten die Finger wieder von der Politik lassen, wenn Donald Trump eines Tages aus dem Amt verschwunden sei. »Das ungewöhnliche Verhalten der Geheimdienste muss«, schreibt sie, »verurteilt werden, um genau wieder zu den Werten zurückzukehren, die Donald Trump abschaffen wollte.«


»Edward Snowden wird in Moskau sterben. Er wird nie wieder zurückkehren in seine Heimat.«


In einer idealen Welt würden dann auch die Whistleblower nicht mehr auftauchen. Denn ein Geheimdienst, der hilft, seinen eigenen Präsidenten aus dem Weißen Haus zu kegeln, das wäre ein Akt gefährlicher Selbstermächtigung. Was ist, wenn der nächste Präsident den Geheimen auch nicht gefällt?

Wie und ob der Präsident aus dem Amt ausscheidet, wird zeigen, welche Nation die USA werden wollen. Das Impeachment mithilfe der Whistleblower ist ein Versuch mit hohem Risiko. Er kann scheitern, was Trump nutzen würde. Er kann, auch wenn das eher unwahrscheinlich ist, gelingen, was den Demokraten helfen, aber das Land nicht einen würde.

Vielleicht wäre es das Beste, einen Präsidenten auf die gleiche Weise loszuwerden, wie man ihn bekommen hat: durch freie und geheime Wahlen.

Lothar Gorris, Rene Pfister, Marcel Rosenbach, Christoph Scheuerman

Mail: christoph.scheuermann@spiegel.de

Animation
Wer schützt die Whistleblower? spiegel.de/sp472019whistleblower oder in der App DER SPIEGEL

Filmografie Whistleblower im Kino

UNITED ARCHIVES / SZ PHOTO

Serpico (1973) Ein New Yorker Polizist wird Zeuge von Misshandlungen und meldet das Journalisten.

Die Unbestechlichen (1976) Mithilfe des Informanten »Deep Throat« enthüllen zwei Reporter den Watergate-Skandal (Foto).

Insider (1999) Ein Chemiker der Tabakindustrie stößt auf Suchtstoffe in Zigaretten – und schlägt Alarm.

Intrige (2019) Roman Polanskis große Erzählung der Dreyfus-Affäre.

DAVID VINTINER / EYEVINE / INTERTOPICS

Manning war als IT-Spezialist der U. S. Army in Bagdad stationiert und kopierte dort vertrau liche Dokumente auf CDs, die sie herausschmuggelte. Ein Militärgericht verurteilte sie zu 35 Jahren Haft, Obama begnadigte sie nach vier Jahren. Derzeit sitzt sie in Beugehaft.

250000 diplomatische Depeschensowie Hunderttausende Kriegsberichte aus Afghanistan und dem Irak spielte Manning der Enthüllungsplattform WikiLeaks zu.

GENE GLOVER / DER SPIEGEL

Gun arbeitete als Analystin beim britischen Abhördienst GCHQ, sie war 27 Jahre alt, als sie beschloss, den Irakkrieg auf eigene Faust zu verhindern. Die Regierung klagte sie wegen Geheimnisverrats an, ließ die Vorwürfe aber fallen. Heute lebt Gun in der Türkei.

1 E-Mail leitete Gun weiter, aus der hervorging, dass sechs Uno-Mitgliedstaaten abgehört werden sollten, um ihr Abstimmungsverhalten beim Krieg gegen den Irak zu manipulieren.

YURIY CHICHKOV / DER SPIEGEL

Snowden war als Systemadministrator für die NSA tätig, der Job gab ihm Zugriff auf riesige Mengen geheimer Daten. Die Dokumente, die später bei Journalisten landeten, schmuggelte er auf einem Speicherchip aus dem Büro – den er in einem Rubik-Zauberwürfel versteckt hatte.

Mehrere 10000 geheime Dokumenteübergab Snowden an Journalisten, die er bei der NSA kopiert und heimlich mitgenommen hatte.

Winner arbeitete als Linguistin für die NSA, ihr Leak geschah aus dem Affekt heraus – am selben Tag, an dem Donald Trump den damaligen FBI-Chef James Comey feuerte. Sie wurde zu 63 Monaten Haft wegen Spionage verurteilt. Heute sagt sie, sie bereue ihre Tat.

1 geheimen NSA-Berichtüber Einflussversuche russischer Hacker auf die US-Präsidentschaftswahl leitete Winner an das Enthüllungsportal The Intercept weiter.