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Die Geheimnisse des Prado


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HÖRZU - epaper ⋅ Ausgabe 39/2021 vom 24.09.2021

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HEILIGE HALLEN Der beeindruckende Ausstellungssaal im Prado-museum

Für Spanier ist er eine Art Nationalheiligtum: der Prado in Madrid. Das Museo del Prado, wie es korrekt heißt, ist eines der wichtigsten und schönsten Kunst museen weltweit und Teil der Prachtstraße Paseo del Prado, die gerade von der Unesco zum Welterbe ernannt wurde.

Es beherbergt die weltgrößte Sammlung spanischer Meister werke etwa von Goya, El Greco und Diego Velázquez, aber auch Schätze europäischer Größen wie Albrecht Dürer, Hieronymus Bosch, Raffael, Rubens und Caravaggio. Zum 200-jährigen Bestehen strömten im Jubiläumsjahr 2019 etwa 3,2 Jahr Millionen Besucher in die Hallen. Die Corona-pause danach nutzte Miguel ...

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... Falomir Faus, seit vier Jahren Direktor des Museums, für eine Neusortierung des Bestands. Alles wirkt jetzt dramatischer, hat mehr Bezug zur Geschichte. Die grausame koloniale Vergangenheit Spaniens wird deutlich. Damit einher gehen kritische, harte Kunstwerke über Krieg und Tod.

Im Keller wird auch die spektakuläre Geschichte des Prado selbst dokumentiert. Sie beginnt, als König Karl III. von Spanien es sich zum Ziel setzt, Madrid optisch in eine würdige europä ische Hauptstadt zu verwandeln. 1785 beauftragt er den Architekten Juan de Villanueva mit der Planung eines modernen Museums der Naturwissenschaften. Es soll im beliebten Naherholungsgebiet Prado entstehen, was auf Deutsch „wiese“ bedeutet. Noch bevor der Prachtbau fertiggestellt ist, bricht 1808 der Spanische Unabhängigkeitskrieg aus. Napoleons Soldaten besetzen den Prado und nutzen ihn als Kaserne. Einheimische plündern ihn, da sie Baustoffe für ihre zerstörten Häuser benötigen.

Das Prado-gelände

Seit 2007 ergänzt ein Neubau (l.) neben dem Jerónimo-kloster den Altbau (r.). Er vergrößert die Ausstellungsfläche um mehr als die Hälfte

Erst 1814 wird Spanien unter König Ferdinand VII. unabhängig. Der zerstörte Bau des Prado wird renoviert. Nun soll ein Museum entstehen, das dem Louvre in Paris ebenbürtig ist und die königlichen Kunstschätze beherbergen soll. Und das sind viele: Spanische Herrscher verstehen sich seit jeher als Kunstförderer und Kunstsammler, aus ganz Europa stammen die Werke, die sie in Auftrag geben oder kaufen. 1819 ist es endlich so weit: Das Königliche Museum für Malerei und Bildhauerei wird eingeweiht und entwickelt sich zum Pilgerort für Künstler und Kunstfreunde.

Düstere Zeiten

1936 brechen wieder düstere Zeiten an: Im Spanischen Bürgerkrieg wird das Museum von den Nazis bombardiert. Sie sind Verbündete der Putschisten unter General Franco. „das Prado-museum ist für Spanien wichtiger als die Monarchie und Republik zusammen“, sagt der damalige Präsident Manuel Azaña. Seine Regierung fürchtet um die Kunstschätze und beschließt einen gewagten Schritt: Das Museum wird evakuiert. 700 Kunstwerke werden auf Lkws geladen und über zerstörte Straßen zunächst nach Valencia geschafft, dann über Frankreich weiter ins schweizerische Genf. Erst 1939 endet die abenteuer liche, über 3000 Kilometer lange Odyssee: Franco holt die Schätze zurück in den Prado.

Die nächste Krise bahnt sich Ende des 20. Jahrhunderts an: Der Prado platzt aus allen Nähten. Als 1989 der Louvre in Paris umgebaut wird, beschließt man in Madrid nachzuziehen. Nach vielen Verzögerungen wird der Erweiterungsbau 2007 eröffnet. Heute umfasst das Museum 10.000 Kunstwerke sowie mehr als 700 Skulpturen. Inzwischen scheint auch die Corona-krise überwunden: Die Tore sind für Besucher wieder regelmäßig geöffnet.

THOMAS KUNZE

Informationen zum Museo del Prado

Adresse Calle Ruiz de Alarcón 23 28014 Madrid

Internet museodelprado.es

Mail cav@museodelprado.es Tel. +34/91/913 30 28 00

Öffnungszeiten

Mo. – Sa. 10.00 – 20.00 Uhr

So. 10.00 – 19.00 Uhr

Eintrittspreise pro Tag Erwachsene: 15 €, mit Museumsführer: 24 €, Senioren ab 65 Jahre: 7,50 €, Jugendliche unter 18 Jahren, Studenten und Menschen mit Behinderung haben freien Eintritt