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Die Geschichte der Osterbräuche


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LandIDEE Wohnen & Deko - epaper ⋅ Ausgabe 2/2022 vom 16.02.2022

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Bildquelle: LandIDEE Wohnen & Deko, Ausgabe 2/2022

Ostereier suchen 1682 beschrieb man das erste Mal das Verstecken von Eiern. Im 19. Jahrhundert wurde es immer beliebter, wie auf dem Bild zu sehen ist

Ostern gilt als der größte Feiertag im christlichen Jahreslauf. Doch auch Menschen, die nichts mit dem religiösen Inhalt des Festes zu tun haben, dekorieren ihre Räume gern mit traditionellem Osterschmuck. Woher kommen Osterei und Osterhase und die mit ihnen verbundenen Bräuche? Dem wollen wir auf einer kleinen Zeitreise nachgehen, die uns bis weit vor unsere christliche Epoche führt.

Das Ei als frühes Kultobjekt

Denn wie Funde in Afrika belegen, scheint man schon vor 60.000 Jahren dem Ei kultische Bedeutung zugemessen zu haben. So wurden in prähistorischen Gräberstätten verzierte Straußeneier freigelegt, die man offensichtlich den Verstorbenen auf ihre Reise ins Jenseits mitgab. Diesen Brauch der Grabbeigabe pflegte man später auch bei Ägyptern und Sumerern, bei Griechen, Etruskern, Römern und römisch-germanischen Stämmen: Überall waren es Hühnereier oder Ei-Artefakte aus Ton oder Bronze, die man ...

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... zu den Toten legte. Das Ei als Symbol der Wiederauferstehung und der Fruchtbarkeit – dass dieser Gedanke schließlich Einzug in die christliche Bildsprache fand und das „Oster-Ei“ zum Sinnbild für die Auferstehung Jesus wurde, scheint naheliegend. Doch es gibt noch eine zweite, weitaus nüchternere Herkunft des Ostereis: Im Mittelalter war es üblich, dem adeligen oder kirchlichen Grundherrn den Pachtzins in Naturalien zu zahlen. Da einer der Abgabetermine auf Ostern fiel, beglich man seine Schuld mit den Eiern, die sich während der Fastenzeit angesammelt hatten, denn Eier galten als Fleischspeise. Um diese zu konservieren, wurden sie hart gekocht, und um sie von den rohen Exemparen zu unterscheiden, mit Roter Bete und je nach Alter auch mit anderen Naturfarben eingefärbt. Die Kirche verteilte den bunten Eierzins bald an Bedürftige und Kinder – und so wurde aus dem „Zinsei“ ein geschenktes, ein Osterei. Im 12. Jahrhundert führte die katholische Kirche dann die „Benedictio ovorum“ ein, die Segnung von Eiern, und 1682 wurde erstmals das Verstecken von Ostereiern beschrieben.

In der Tradition des Eierfärbens sind vor allem die Sorben in der Lausitz zu erwähnen, die es darin zu hoher Kunstfertigkeit brachten: Die sorbischen Schmuckeier werden in aufwendigen Verfahren eingefärbt und verziert (Ätz-, Wachs- und Ritztechnik). Berühmt sind aber auch die Fabergé-Eier, die zwischen 1885 und 1917 in der gleichnamigen Juwelierwerkstatt in St. Petersburg hergestellt wurden – Luxusostereier, die man sich in russischen Zarenund Adelskreisen schenkte.

Für was steht der Osterhase?

Dass der Osterhase und kein Huhn die Eier legt, hat ebenfalls mit der Symbolik der Fruchtbarkeit zu tun – galt doch die Häsin bereits bei den alten Griechen als Inbild des Lebens und der Vitalität. So war sie beispielsweise Attribut der Liebesgöttin Aphrodite. Und während in der römischen Westkirche das Symbol für Christus das Lamm war, wählte die Ostkirche den Hasen. Auch die Germanen verehrten den Hasen als heiliges Tier – so wurde der Fruchtbarkeitsgöttin Ostera einst ein Hase zugeordnet. In der christlichen Ikonographie (Bildsprache) stoßen wir oft auf einen Hasen in dreifacher Ausführung: Dies war ein gängiges Symbol für die Dreifaltigkeit. Richtig populär wurde der Osterhase jedoch erst durch die Abhandlung eines Heidelberger Arztes, der im 17. Jahrhundert erstmals für bestimmte Regionen Deutschlands seine Existenz erwähnt. Es sei dies „eine Fabel, die man Einfältigen und Kindern aufbindet“, kommentierte er spöttisch. Doch trotz dieser Kritik machte der Osterhase Karriere, vor allem, als im 19. Jahrhundert die Zuckerindustrie die Attraktion der schokoladigen Hasenohren erkannte. Bilderbücher wie die berühmte „Häschenschule“, die 1924 erschien, taten ein Übriges.

Auch ein relativ junger Osterbrauch machte in den letzten Jahren Karriere: Die Rede ist von den „Osterbrunnen“, die ursprünglich seit dem frühen 20. Jahrhundert nur in der Fränkischen Schweiz beheimatet waren. Doch immer mehr Ortschaften setzen inzwischen ihren Marktbrunnen eine Osterkrone auf, in die bunte Eier hineingeflochten sind.

Elisabeth Aslan

Unser Backtipp fürs süße Osterlämmchen: Für die Zubereitung werden 4 Eier getrennt. Die Eigelbe mit 150 g Butter, 200 g Zucker und 1 knappem TL gemahlener Vanille schaumig rühren. Das Eiweiß schlagen, bis es steif ist. 220 g Mehl, 60 g Speisestärke und 2 TL Backpulver verrühren. Die beiden Mischungen zusammenrühren und das steife Eiweiß vorsichtig unterheben. Eine Lammform mit Butter ausfetten (aufpassen, dass das Fett in alle Rillen gelangt) und mit dem Teig füllen. Den Herd auf 175 Grad Ober und Unterhitze vorheizen und das Lamm etwa 40 Minuten backen. 10 Minuten abkühlen lassen, aus der Form nehmen und mit Puderzucker bestreuen.