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DIE GLORREICHEN VIER


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Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 45/2022 vom 10.11.2022
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Alle mit 2,0-Liter-Vierzylinder, Allradantrieb und Automatik: Der neue 3er trifft auf A4, C-Klasse und G70

VIERMITTELKLASSE-LIMOUSINEN IM VER-GLEICH, alle mit 2,0-Liter-Vierzylindern, Allrad und Automatik. Schafft es der gerade renovierte BMW 3er, seine Konkurrenten zu überholen?

Der Älteste im Quartett ist der Audi. Seine Basis stammt aus dem Jahr 2015. Vier Jahre später gab es eine Überarbeitung. Auch den Genesis G70 gibt es schon etwas länger. Der Edel-Hyundai wurde 2016 in Korea auf den Markt geschubst, vor zwei Jahren kam ein Facelift.

Wesentlich neuer ist die Mercedes C-Klasse. Als „kleine S-Klasse“ startete sie 2021 bei uns. Design, Motoren, Multimediasystem, Fahrwerk, alles neu.

Der Jüngste im Bunde ist der BMW. 2022 wurde der 3er geliftet. Flotteres Design, neues Infotainmentsystem, erneuerte Motoren und ganz viel Sportgefühl standen im Lastenheft.

Während der Genesis ein gelungener Versuch ist, in das durch die drei Deutschen dominierte Premiumsegment zu stoßen, ist der Audi auf ...

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... vielen Gebieten einfach unauffällig gut, bleibt vielleicht aber etwas die Emotionalität schuldig, die nötig wäre, umsich nachhaltig ins Gedächtnis zu fahren.

Der Benz ist ein Alleskönner. Er kann sanft über die Straßen wogen oder strafft sich bei Bedarf zum Sportler ohne übermäßiges Muskelspiel. Und der BMW? Setzt alles auf Sport. Auch weil er zum Test mit adaptivem M-Sportfahrwerk, Sportbremsanlage und ultraschnellem Sport-Automatik-Getriebe antritt. Wer liegt am Ende vorn? Lesen Sie auf den folgenden Seiten selbst.

EIN ANGREIFER MIT SCHWÄCHEN

538Punkte

Günstiger Preis. Fünf Jahre Garantie. Üppige Ausstattung. Hol- und Bringservice.

Im Vergleich sehr hoher Verbrauch. Kleiner Kofferraum. Unübersichtlich.

DER G70 SCHLÄGT SICH IM VERGLEICH MIT DER KONKURRENZ PASSABEL ,muss aber beim genauen Hinsehen doch einige Federn lassen. Der 2,0-Liter-Vierzylinder läuft im Vergleich etwas rau und verbraucht mit Abstand am meisten: Die elf Liter Testverbrauch sind zu viel und nicht mehr zeitgemäß. Die Unterschiede zwischen den Fahrmodi Sport und Comfort fallen relativ gering aus. Auf unebener Straße liegt der Genesis ziemlich unruhig, wirkt bisweilen unterdämpft. Dennoch überfordert der G70 den Fahrer nicht, lässt sich flott um Kurven lenken, bleibt aber insgesamt diese ausgeprägte Souveränität schuldig, die seine drei Kontrahenten vermitteln. Der Arbeitsplatz des Fahrers ist schlicht, aber angenehm selbsterklärend, die digital animierten Rundinstrumente im Display passen insgesamt gut ins Bild. Bei der Bedienung gibt es wenig zu kritisieren. Die großen Drehräder für die Steuerung der Klimaanlage wirken vielleicht etwas antiquiert, lassen sich aber tadellos bedienen. Um den 12,3 Zoll großen Monitor auf der Mittelkonsole zu erreichen, muss der Fahrer aber den rechten Arm ganz schön weit ausstrecken. Die ordentlichen Sitze stehen denen der drei anderen nicht nach, in der zweiten Reihe geht es allerdings ziemlich eng zu. Überraschung: Der Kofferraum fasst nur sehr bescheidene 330 Liter. Die Rückenlehne lässt sich im Verhältnis 60:40 umlegen. Für den Genesis sprechen der vergleichsweise günstige Preis, in Testwagen-Konfiguration ab 51 350 Euro, komplette Ausstattung inbegriffen. Vorbildlich sind die fünf Jahre Garantie, inklusive Wartung bis 75 000 Kilometer. Und den Concierge-Service, der den G70 zum Beispiel zur Inspektion holt und zurückbringt, gibt es nur bei Genesis.

Nur Genesis bietet fünf Jahre Garantie, inklusive Wartung

4 Unsere Platzierung

Die einfache Bedienungist typisch für den G70. Die schönen Rundinstrumente lassen sich gut ablesen (1).Die großen Drehräder für die Steuerung der Klimaanlage lassen sich tadellos bedienen (2).In der zweiten Reihe wird es auch für normal große Reisende eng (3).Der 2,0-Liter-Vierzylinder liegt bei den Fahrleistungen hinten und verbraucht zu viel (4).Die elektrisch verstellbaren Sitze haben Seitenwangen, die sich im Sportmodus an den Körper des Fahrers schmiegen (5).Der Kofferraum ist mit 330 Litern im Vergleich viel zu klein (6).FOTOS: TOM SALT (12)

3 Unsere Platzierung

Die solide Machart spricht für den ausgereiften Audi. Das digitale Cockpit ist vielfach konfigurierbar, mit durchweg klaren Grafiken(1).Statt des früheren MMI-Controllers gibt es eine Ablage in der Mittelkonsole (2).Platzangebot in der zweiten Reihe besser als im Genesis, BMW und Benz bieten aber mehr (3).Der 2,0-Liter-TFSI mit 265 PS läuft angenehm ruhig und liefert die besten Fahrleistungen. Verbrauch 8,1 Liter (4).Die straffen Sitze vorn bieten viel Seitenhalt (5).Im Vergleich mit 460 Litern zweitgrößter Kofferraum, die Rückbank ist dreigeteilt umlegbar (6).

DER UNAUFFÄLLIGE ALLESKÖNNER

570Punkte

Trotz einer in die Jahre gekommenen Basis kann der A4 noch sehr gut mithalten.

Sein wahres Alter merkt man dem A4 zum Beispiel bei der Spracheingabe doch an.

WER DEN AUDI WÄHLT,bekommt ein solides und sehr gut verarbeitetes Auto. Da stimmt jedes Spaltmaß, die Türen fallen satt ins Schloss, und man hat in allen Belangen das Gefühl, einen alten Bekannten zu treffen, den man wortlos versteht. Der mit 265 PS im Vergleich stärkste 2,0-Liter-Vierzylinder schnurrt am leisesten vor sich hin und beschleunigt den A4, verbandelt mit dem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, am schnellsten. Er liefert Leistung, wenn sie gefordert ist, und hält sich beim Verbrauch, mit 8,1 Litern im Test, zurück. Die Lenkung arbeitet präzise, vielleicht eine Spur zu leichtgängig. Die Bremsen beißen auf Wunsch fest zu – der A4 stand mit warmem System schon nach 33,1 Metern, top!

Der 265-PS-A4 ist der Stärkste, beschleunigt am schnellsten

Der Test-Audi war ausgestattet mit dem sauber abgestimmten Komfortfahrwerk mit adaptiven Dämpfern (690 Euro), zeigt sich damit ungerührt von Bodenwellen oder schnell gefahrenen Kurven. Alles funktioniert absolut verbindlich – aber genauso auch etwas unemotional. Die Sitze vorn sind sportlich straff gepolstert und bieten guten Seitenhalt. Im Fond gibt es mehr Platz als im Genesis – aber weniger als in BMW und Mercedes –, die Auflage ist gut gepolstert, aber die Rücklehne steht etwas zu steil. Der Kofferraum bietet mit 460 Litern hier im Vergleich den zweitgrößten Stauraum. Wird die Rückbank im Verhältnis 40:20:40 komplett umgelegt, entsteht eine nahezu plane Fläche. Die Steuerung von Navi, Radio und Telefon erfolgt hauptsächlich über den Touchscreen in der Mittelkonsole, der Drehregler vor der Armlehne ist Geschichte. Wie beim Genesis liegt der Bildschirm relativ weit weg vom Fahrer. Betrachtet man das Gesamtpaket, ist der in Testwagen-Ausstattung 56 240 Euro teure Audi die Wahl der Vernunft.

DER WANDELBARE LUXUSLINER

572Punkte

Der Mercedes bietet den besten Federungskomfort und ein modernes Infotainment.

Mit knapp 1,8 Tonnen das höchste Gewicht. Und ein hohes Preisniveau.

MIT IHREM DESIGNgeht die aktuelle C-Klasse schon mal als kleine S-Klasse durch. Das gilt ein bisschen auch für die Inneneinrichtung, das opulente Cockpit mit den großen Bildschirmen gibt es so ähnlich auch im Mercedes-Flaggschiff. Der Zentral-Bildschirm liegt schräg auf der Mittelkonsole, lässt sich angenehm bedienen. Die Grafik ist klasse, und die Menüs sind umfangreich, aber gut sortiert. Und dazu gibt es noch die sehr verständige MBUX-Sprachbedienung. Was die Verarbeitung und die Anmutung des Interieurs betrifft, hinterlässt der Mercedes insgesamt einen sehr guten Eindruck, hier wurde nicht nur mit den Materialien gespielt, sondern auch mit dem Design der Lüftungsdüsen und etwa mit dem Ambientelicht. Die Touchbedienung am Lenkrad braucht etwas Gewöhnung, reagiert dann aber sensibel. Bei den Fahreigenschaften zeigt sich der Benz sehr souverän, handlich und sicher. Er kann Komfort, strafft sich im Sportmodus aber auch ganz ordentlich. Der 2,0-Liter-Vierzylinder mit integriertem Startergenerator und 258 PS startet betont sanft, klingt im Leerlauf durchaus kernig, beruhigt sich dann aber im Fahrbetrieb. Und blieb mit 7,9 Litern im Test im Vergleich am sparsamsten. Bemerkenswert auch noch die betont standfesten Bremsen, warm stand der Benz schon nach 32,9 Metern, Bestwert. In die Sitze des C 300 wird der Fahrer nicht ganz so sportlich eingeschalt wie im BMW, viel Seitenhalt und hohen Langstreckenkomfort bieten sie aber auch. Die Platzverhältnisse hinten sind die zweitbesten, nur der BMW bietet noch etwas mehr. Und das Gepäckabteil schluckt 455 Liter. Mit einem Preis von 62 204 Euro in Testwagen-Ausstattung und nur zwei Jahren Garantie ist der Benz ein vergleichsweise teures Angebot.

Viele Kleinigkeiten vereinen sich zum großen Luxus

Unsere Platzierung

Die großen Bildschirme für das moderne Multimedia sind typisch für die C-Klasse. Mit feiner Optik, gut strukturierten Menüs und zigfach konfigurierbaren Instrumenten(1).Der zentrale Touchscreen liegt angenehm schräg, lässt sich gut bedienen (2).Reihe zwei bietet viel Platz und hohen Komfort (3).Der 2,0-Liter-Vierzylinder mit 258 PS arbeitet mit 48-Volt-Unterstützung. Mit 7,9 Litern niedrigster Test-Verbrauch (4).Die bequemen Sitze vorn bieten hohen Komfort (5).Das Gepäckabteil schluckt 455 Liter, Lehne dreigeteilt umklappbar (6).

DIE BAYERISCHE SPORTSKANONE

573Punkte

Der 330i kommt mit hoher Agilität, strammem Fahrwerk und schnellem Getriebe.

Preise sind auf sehr hohem Niveau, das straffe Fahrwerk muss man mögen.

WER IN DIESER KLASSE AUF SPORT SETZT,wird zwangsläufig beim BMW landen. Umso mehr, wenn der 330i mit dem lebhaften 245-PS-Aggregat, adaptivem M-Fahrwerk, variabler Sportlenkung und superschnell schaltender ZF-Achtstufenautomatik unterwegs ist. Die sich übrigens auch manuell mit großem Vergnügen schalten lässt – mit den griffigen Schaltwippen am Lenkrad. Die Kehrseite der ausgeprägten Sportlichkeit werden Fans gern in Kauf nehmen, die durchaus herzhafte Federung etwa. Der Bayer lässt sich am präzisesten ums Eck steuern, liegt ausgesprochen trittsicher und agil auf der Straße. Die Lenkung arbeitet direkt und präzise und bietet stets genug Rückmeldung. Der 2,0-Liter-Vierzylinder tritt kräftig an, dreht gern, zieht stämmig durch und klingt dabei angenehm kernig. Fest im Griff der authentischsten Sportsitze in diesem Vergleich, blickt der Fahrer auf das moderne Curved Display, bestehend aus dem 12,3 Zoll messenden Schirm hinter dem Lenkrad und dem 14,9 Zoll großen Touchscreen für die Steuerung aller möglichen Funktionen. Auch die Bedienung für Klimaanlage und Sitzheizung ist jetzt in den Zentralmonitor gewandert. Zur Sicherheit gibt es aber auch noch den altbekannten und bestens bewährten iDrive-Controller auf der Mittelkonsole. In der zweiten Reihe bietet der BMW im Vergleich am meisten Platz, zudem sitzt man hier recht komfortabel. Die Rückbank lässt sich auch hier im Verhältnis 40:20:40 dreigeteilt umlegen. Es entsteht eine nahezu ebene Fläche, die das Durchschieben von langem Ladegut erlaubt. Mit der aktuellen siebten Generation gibt es jetzt auch beim 3er, was die Verarbeitung betrifft, nichts mehr zu meckern – alles bestens. Das betrifft auch das Ergebnis, der 63 880 Euro teure BMW läuft hier auf Platz eins ein.

Der BMW geht präzise ums Eck, liegt trittsicher

Unsere Platzierung

Sportlich, modern und gut verarbeitet zeigt sich der 330i von seiner besten Seite. Das Curved Display mit den zwei Bildschirmen kennzeichnet iDrive Nummer 8(1).Die Bedienung von Klimaanlage und Sitzheizung ist in den Bildschirm umgezogen (2).Fond im Vergleich am größten, bequeme Rückbank (3).Der lebhafte 2,0-Liter-Vierzylinder liefert 245 PS, hat Temperament und Kraft (4).Sportsitze vorn stramm gepolstert und mit viel Seitenhalt (5).Der Kofferraum schluckt mit 480 Litern im Vergleich am meisten (6).

PLATZIERUNG Punkte maximal 800

1.BMW 330i xDriveGanz knapp vorn – mit einem Punkt Vorsprung. 573 Punkte

2.Mercedes C 300 4MaticPraktisch gleichauf mit dem BMW. 572 Punkte

3.Audi A4 45 TFSI quattroWirkt sehr solide und ausgereift. 570 Punkte

4.Genesis G70 2.0T AWDInteressante, stilvolle Alternative. 538 Punkte

FAZIT

HOLGER PREISS, BEREND SANDERS

Das Ergebnis könnte nicht enger sein. Mit gerade mal einem Punkt Vorsprung gewinnt der BMW vor dem Mercedes. Er fährt sportlicher, der Benz komfortabler. Und erstaunlich, dass der nicht mehr ganz frische, aber sehr routinierte Audi auf so hohem Niveau mithalten kann. Da kommt der Genesis noch nicht ganz ran.