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DIE GROSSE FARBENLEHRE


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Zuhause Wohnen - epaper ⋅ Ausgabe 7/2022 vom 08.06.2022
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Bildquelle: Zuhause Wohnen, Ausgabe 7/2022

Höher, größer, weiter: Wie Sie das Wohngefühl binflußen

TIPP

Unterdrücken Sie den Impuls, Nordzimmer weiß zu streichen. Das wirkt hier zu kalt

Bei Räumen in Nordlage gilt es, Licht ins Dunkel zu bringen und gleichzeitig der hier vorherrschenden kühleren Stimmung mehr Wärme zu verleihen. Der richtige Anstrich muss jedoch keines- falls strahlend hell sein. Der Grund:

Meist gibt es schlichtweg nicht genug Tageslicht, um das Farbspektrum voll auszuschöpfen. Senf- statt Sonnengelb oder ein satter Ockerton geben Nordräumen einen wunderbar warmen Dreh. Übrigens: Orange kann den Appetit anregen.

Gerade für Küche oder Esszimmer mit Nordfenstern sind daher helle Orangenuancen eine gute Wahl.

KONTRAPUNKTE Utensilien in Rosé und Terrakotta betonen den W andanstrich indirekt. Gestreifte Vase „Toppu“, ca. 83 Euro (Oyoy Living)

WELCHE FARBEN FÜR ZIMMER MIT NORD-AUSRICHTUNG?

TIPP

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Gegenüber des Fensters ...

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... gleichen Spiegel das aus

WELCHE FARBEN FÜR ZIMMER MIT SÜD- AUSRICHTUNG?

Wohnbereiche, die Richtung Süden weisen, werden von natürlichwarmem Tageslicht oft regelrecht geflutet. Helle Farben können hier den freundlichen Gesamteindruck zusätzlich unterstützen. Wer es dezent mag, vielleicht auch weil die Möbel recht auffällig sind, ist hier mit Reinweiß oder leicht bläulichen Mischtönen gut beraten.

Kühlere Farben wie Hellblau oder Zitronengelb frischen die Atmosphäre weiter auf. Pastells lassen sich ebenfalls gerne von der einfallenden Sonne umschmeicheln. Faustregel:

Wo viel Tageslicht hinkommt, kühlere Nuancen einsetzen, wo weniger Licht ist, hell streichen.

WELCHE FARBEN FÜR ZIMMER MIT OSTAUSRICHTUNG?

TIPP Metalleffektfarben kommen im Morgenlicht am besten zur Geltung

Im Osten geht die Sonne auf! In Räumen, die in diese Himmelsrichtung zeigen, ist das Licht morgens intensiver und wärmer, gegen Abend nimmt es ab und wird kühler. Bei der Farbwahl für diese Räume also darauf achten, für welchen Zweck und zu welcher Tageszeit Sie das Zimmer am liebsten nutzen. Natur- und bräunliche Rosétöne sind z.B. generell ideal fürs Schlafzimmer, da sie besänftigend wirken. Bleibt man im Ost-Schlafzimmer morgens gerne länger liegen, genügt ein heller Anstrich. Geht man lieber früh zu Bett, um dort noch zu lesen, dürfen die Farben etwas intensiver ausfallen.

TIPP

Wer in einem Raum Ruhe sucht, wird sie mit Blau, Grün oder Blaugrün finden

In Räumen mit Fenstern zur Westseite wechselt das Licht im Tagesverlauf recht stark. Das hat zur Folge, dass sich Farben unterschiedlich präsentieren. Morgens ist die Lichtstimmung hier eher neutral.

Deshalb machen Sie mit Grau oder Weiß alles richtig. Am wärmsten ist der Lichteinfall bei Nachmittags- und Abendsonne. Wer sich viel zum Tagesausklang hier aufhält und auf den neutralen Eindruck Wert legt, sollte über Blau- und Grünnuancen nachdenken oder über Farben mit Blauanteil, selbst wenn es sich um Gelb- oder Rottöne handelt.

Sie mögen es lieber behaglich? Dann sollten Sie in Räumen nach Westen gegensteuern und einen eher rotgrundigen Anstrich wählen.

WELCHE FARBEN FÜR ZIMMER MIT WESTAUSRICHTUNG?

Fotos: Jokiewalker/AdobeStock (2)

WECHSEL-WIRKUNG

DIE GEFÜHLTE RAUMTEMPERATUR

Farben können mehr als hell und dunkel. Die Bilder oben verdeutlichen, wie derselbe Raum andere Emotionen auslöst: Die blaue Welt hinterlässt ein erfrischendes und ausgeglichenes Gefühl. Kein Wunder, steht Blau in der Farbpsychologie für Ruhe und Klarheit – ideal für das Homeoffice. Gleichzeitig scheint aber auch die Raumtemperatur um einige Grade unter der des rotgelben Ambiente zu liegen, weil von Terrakotta und Bernsteingelb mehr Wärme ausgeht. Diese stehen für Energie sowie Lebensfreude und bereichern so die Kreativ- oder Fitnessecke.

TIPP

Plakative Muster auf hellem Grund, z. B. auf dem Teppich, vergrößern optisch

WIE WIRKEN KLEINE RÄUME GRÖSSER?

Mit ein paar Tricks wachsen kleine Räume augenscheinlich über sich hinaus. Grundsätzlich gilt in XS-Zimmern: je heller die Farbe, desto besser. Außerdem hilft es, den Blick in Richtung Decke zu lenken. Ein Farbverlauf nach oben hin oder ein ca. 30 Zentimeter breiter weißer Wandstreifen unter der Decke gaukeln Höhe vor. Bei reichlich Tageslicht dürfen die Töne aber durchaus kräftig daherkommen, da sie Helligkeit absorbieren, sodass die Strukturen des Raumes verschwimmen und er größer anmutet. Eines ist jedoch immer wichtig: Reine Farben aussuchen – also solche, die keinen Schwarzanteil haben.

TIPP

Farbreste mit Weiß mischen und Fensterstöcke oder Gauben so aufhellen

FARBBERATUNG

MIT PROFITIPPS NOCH WOHLER FÜHLEN

Eine Lieblingsfarbe ist noch kein Farbkonzept. Wer unschlüssig ist, was wo passt, holt sich Hilfestellung. Der Farbhersteller Caparol Icons bietet eine professionelle Beratung bei der Farbexpertin Juliana von Gatterburg (Foto) an. Sie bringt Ihre Wünsche und den persönlichen Wohnstil mit den vorhandenen architektonischen Gegebenheiten zusammen.

Farbkarten und große Echtfarbmuster unterstützen Sie, sich alles besser vorzustellen. Vor-Ort-Beratung, ca. 250 Euro/Std., Online-Beratung ca. 200 Euro/Std. Mehr Infos unter caparol-icons.de

WIE WIRKEN GROSSE RÄUME GEMÜTLICHER?

Gestalterisch lädt viel Fläche dazu ein, sich auszutoben. Doch in einem weitläufigen oder offenen Grundriss kann man sich auch schnell verloren vorkommen. Gefragt sind dann Farben, mit denen Wände und Decke gefühlt näher zusammenrücken. Das schafft ganz elegant die gesamte Beige- und Braunpalette. Wer Weiß mag, sollte lieber auf Creme oder Offwhite setzen. Generell zieht Gemütlichkeit mit warmen Tönen ein. Achten Sie also darauf, dass – egal welcher Farbe – eine Dosis Rot und Gelb beigemischt ist. Bei einem intensiven Ton kann es auch schon genügen, nur eine der fünf Wände zu streichen.

TIPP

Jeder Farbverlauf betont die Raumhöhe. An der Decke sollte er hell enden

WAS TUN BEI EINER DRÜCKENDEN ATMOSPHÄRE?

Tiefe Decken, Zwischenwände, wenige oder winzige Fenster: All das macht einen Raum düster und beengt. Farbverläufe lenken den Blick in die Höhe. Helle, softe Farben in verschiedenen Abstufungen vermitteln darüber hinaus ein Gefühl von Leichtigkeit. Auch die Gestaltung von Stirn- und Längswänden nimmt Einfluss auf die Raumwirkung. Bei schmalen Räumen hilft es, die Kopfseite heller und die lang gezogenen Wände dunkler zu streichen. Oft heißt es, Muster seien zu unruhig für ein ohnehin beklemmendes Ambiente. Doch vertikal verlaufende Streifen z. B. strecken optisch.

WAS TUN BEI HOHEN DECKEN?

Für Altbaufans können Decken nicht hoch genug sein, andere fühlen sich in einem palastartigen Umfeld schnell deplatziert. Die gute Nachricht: Jeder Raum kann – je nach Farbwahl – höher oder niedriger wirken, als er tatsächlich ist.

Ist die Decke heller gestrichen als die Wände, erscheint sie dem Betrachter weiter entfernt und der Raum großzügiger. Streichen Sie die Decke und das obere Viertel oder Fünftel der Wand wiederum dunkler als den Rest, holt das die Decke gefühlt herunter. Auch wer den Fokus auf den oberen Teil der Wand lenkt, sei es mit dezenten Zierleisten oder auffälligen Bordüren, stiehlt der Deckenhöhe quasi etwas von ihrer exaltierten Show.

TIPP

Dunklere Balken oder Paneele scheinen die Decke abzusenken

BLICKFANG Es genügen zarte Sorbetfarben, um einen Rücksprung zu betonen. Farbe „Hint of Violet“, ca.

TIPP

Nischen kommen uns grundsätzlich dunkler vor, daher hell absetzen

WIE RÄUME GEKONNT AUF TEILEN?

Essen und Wohnen, Schlafen und Arbeiten: In Zimmern, die mehrere Zwecke erfüllen sollen, oder bei fließenden Übergängen sorgen farblich abgetrennte Bereiche für eine klare Zuordnung und ganz nach Machart auch für das gewisse Etwas:

Geometrische Farbfelder, eine Fototapete oder Wandbilder sind nur einige Möglichkeiten, um einen Raum im Raum abzustecken. Mit jeweils einem eigenen Hintergrund wird das Bett noch mehr zum Ruhepol, während der Schreibtisch sein Homeoffice-Areal einnimmt. Auch bauliche Besonderheiten wie halbhohe Wände oder Nischen wirken so betont gleich wie beabsichtigt.

WIE BEEINFLUSST DIE BELEUCHTUNG DIE FARBWAHL?

Künstliches Licht verändert den Farbeindruck. Daher sollten Sie Beleuchtungs- und Farbkonzept als Einheit betrachten. Leuchtmittel, die warmes Licht abgeben (< 3.300 Kelvin), verstärken alle Rot-, Gelb- und Orangetöne und können so dazu beitragen, die Gemütlichkeit z. B. im Wohnbereich zu steigern.

Bläuliche Farben hingegen werden von warmweißem Licht neutralisiert und sehen gräulich aus. Tageslichtweißes Licht (> 5.300 Kelvin) untermalt Blau und kann rund um den Schreibtisch wertvolle Dienste leisten, indem es die Konzentrationsfähigkeit erhält. Auch der Leuchtenart sollten Sie Beachtung schenken: Kegelförmige Schirme z. B. eignen sich wie indirekte Strahler perfekt als blendfreie Akzentbeleuchtung.

NOCH MEHR TIPPS

gibt’s online unter www.zuhausewohnen.de/farbwirkung