Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 4 Min.

Die großen Skandale: ROSEMARIE NITRIBITT: Ihre Träume endeten im Grab!


Meine Stars von damals - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 15.05.2019

Ein Freudenmädchen wird ermordet, die Liste ihrer mächtigen Kunden von der Polizei vertuscht: Dieser Fall hat das Zeug zu einem echten Polit-Thriller. Doch hinter dem „Skandal“ steckt die tragische Lebensgeschichte einer jungen Frau


Artikelbild für den Artikel "Die großen Skandale: ROSEMARIE NITRIBITT: Ihre Träume endeten im Grab!" aus der Ausgabe 3/2019 von Meine Stars von damals. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Meine Stars von damals, Ausgabe 3/2019

Pudel „Joe“ ist Rosemaries engster Freund


Von dieser Frau träumen viele reiche Männer


Am 1. November 1957 bricht die Frankfurter Polizei eine Wohnungstür auf. Brütende Hitze schlägt den Beamten entgegen, dazu ein bestialischer Gestank. Haben sie das Tor zur Hölle aufgestoßen? Eine tote Frau liegt aufgedunsen und blutverschmiert auf einem Perserteppich. An ihrem Hals befinden ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 1,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Meine Stars von damals. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 3/2019 von Liebe, Leserinnen und Leser!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Liebe, Leserinnen und Leser!
Titelbild der Ausgabe 3/2019 von Blitzlicht-Gewitter. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Blitzlicht-Gewitter
Titelbild der Ausgabe 3/2019 von BLACKY FUCHSBERGER: Schlimme Schicksalsschläge brachen ihm das Herz! Titelgeschichte. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
BLACKY FUCHSBERGER: Schlimme Schicksalsschläge brachen ihm das Herz! Titelgeschichte
Titelbild der Ausgabe 3/2019 von Vorhang auf: VIVI BACH UND DIETMAR SCHÖNHERR: „Wünsch Dir was“. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Vorhang auf: VIVI BACH UND DIETMAR SCHÖNHERR: „Wünsch Dir was“
Titelbild der Ausgabe 3/2019 von Aus der Welt des Adels: Prinzessin Margaret: Zigaretten und Wodka zum Frühstück!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Aus der Welt des Adels: Prinzessin Margaret: Zigaretten und Wodka zum Frühstück!
Titelbild der Ausgabe 3/2019 von Legenden: Audrey Hepbu rn. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Legenden: Audrey Hepbu rn
Vorheriger Artikel
Was das Leben leichter macht: Die flotte Bertha macht Deutschland…
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Märchenhochzeiten: Juan Carlos und Sofia
aus dieser Ausgabe

... sich Würgemale. Über die Identität der Leiche herrscht kein Zweifel. Es handelt sich um die stadtbekannte Prostituierte Rosemarie Nitribitt. Weil sich vor ihrer Tür ungeöffnete Bröt- chentüten stapelten, hatten besorgte Nachbarn die Behörden gerufen. Nun herrscht traurige Gewissheit: Die 24-Jährige wurde erdrosselt und in ihrem überheizten Apartment zurückgelassen.

Nitribitts Kunden sind reich und mächtig

In Frankfurt genießt „die Nitribitt“ einen besonderen Ruf. Sie verkauft sich an Männer – und ist doch keine gewöhnliche Prostituierte. 1933 wurde sie unehelich als Maria Rosalia Auguste Nitribitt geboren. Ihre Kindheit war ein Höllenritt durch Erziehungsheime und Besserungsanstalten. Doch Rosemarie, wie sie sich nannte, hatte einen Traum: Sie wollte die Vergangenheit hinter sich lassen und ihr Leben selbstbestimmt führen. Diesen Traum teilt sie mit der ganzen Nachkriegs-Generation. Anfang der 1950er-Jahre zieht Nitribitt nach Frankfurt. Sie nimmt eigens Benimmkurse, um Zugang zu „besseren Kreisen“ zu finden, und kauft ein Auto. Damit geht sie vor dem edlen Hotel „Frankfurter Hof“ auf Freierfang. Mit 21 Jahren strickt sie erfolgreich an ihrer Legende: Sie ist der verkörperte Traum von angesehenen Männern, die in ihren Armen eine verbotene (und teure) Erfüllung finden. Doch ihre Sehnsucht nach einem besseren Leben – sie endet viel zu früh im Grab.

Die Polizisten reißen mit der Wohnungstür zugleich eine Fassade ein, hinter der sich die Schattenseite des deutschen Wirtschaftswunders verbirgt. Zu Nitribitts Kunden zählen die Reichen und Mächtigen der jungen Republik – und sie alle stehen in ihrem Adressbuch. Die Liste umfasst große Namen wie Quandt, Krupp – und Gunter Sachs († 2011). Rosemarie hat sie alle verführt, sie kannte ihre Geheimnisse. Musste sie deshalb sterben?

Doch die Polizei drückt hier beide Augen zu. Stattdessen verhaftet sie bald einen Freund der Toten. Der Handelsvertreter Heinz Pohlmann macht dubiose Geschäft, ist dazu noch homosexuell – zählt also für die Behörden zu den „üblichen Verdächtigen“. Angeblich ist er der letzte, der Nitribitt besucht hat. 1960 wird ihm der Prozess gemacht. Doch der Angeklagte wird aus Mangel an Beweisen freigesprochen! Die Polizei hat so viele Fehler begangen, dass nicht einmal die genaue Tatzeit bestimmbar ist.

Rosemarie wird durch das Kino zum Mythos

Bis heute ist nicht geklärt, wer Rosemarie Nitribitt ermordete. Hat sie mächtige Kunden erpresst? Oder handelte es sich um ein Verbrechen aus Leidenschaft? Der Fall wühlt 1957 ganz Deutschland auf.

Ein Jahr später kommt „Das Mädchen Rosemarie“ in die Kinos – mit Nadja Tiller (90) in der Hauptrolle. Der Film trägt dazu bei, dass „die Nitribitt“ zum Mythos wird – sorgt aber auch dafür, dass die Doppelmoral der Wiederaufbauzeit in der Bundesrepublik offen zutage tritt.

Der Tatort: ein modernes Apartment in der Frankfurter Stiftstraße 36


Nur wenige Trauergäste begleiten Rosemarie 1957 auf ihrem letzten Weg


Christine Kaufmann

1956: Christine mit Michael Ande in „Die Stimme der Sehnsucht“


1955 spielt sie mit Grete Weiser in „Ein Herz schlägt für Erika“


Christine neben Kirk Douglas in „Stadt ohne Mitleid“ (1961)


Sie ist gerade mal neun Jahre alt, da verzaubert Christine Kaufmann als niedliches Lockenköpfchen mit süßen Grübchen die Herzen der Welt. Der Film „Rosen-Resli“ (1954) macht die kleine Österreicherin über Nacht zum Kinderstar. Nach einem Roman der „Heidi“-Autorin Johanna Spyri († 74) spielt sie das Waisenkind Therese, genannt Rosen-Resli, weil sie Rosen über alles liebt.

Christine Kaufmann, die als Tochter eines Ingenieurs und einer Maskenbildnerin am 11. Januar 1945 in Lengdorf (Steiermark) geboren wird, fasziniert ihre großen Kollegen mit ihrem schauspielerischen Talent. So klein und schon so professionell!

Als 17-Jährige erhält sie den Golden Globe

Sicher flog Christine Kaufmann, die in München aufwuchs, das Schlüpfen in andere Rollen so leicht, weil sie von klein auf Ballettunterricht am Theater am Gärtnerplatz und beim Bayerischen Staatsopernballett nahm. Bereits 1952 gibt sie ihr Leinwanddebüt in Willi Forsts „Im weißen Rößl“. Es folgen weitere Auftritte in Filmen wie „Salto Mortale“ (1953) und der „Der Klosterjäger“ (1953). Unvergessen auch ihr Auftritt neben dem großen Heinz Erhardt († 70) in der Komödie „Witwer mit fünf Töchtern“ (1957). Sogar Hollywood will Christine haben. Neben Schauspieler-Legende Kirk Douglas (102) glänzt sie in „Stadt ohne Mitleid“ (1961). Für ihre Darstellung wird Christine 1962 sogar mit einem Golden Globe als beste Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet – da ist sie 17 Jahre alt. Amerikas Traumfabrik sollte ihr auch ihre große Liebe schenken. 1961 lernt die hübsche Brünette Tony Curtis († 85) kennen, den sie zwei Jahre später heiratet. Trotz der beiden gemeinsamen Töchter trennt sie sich dann aber 1968 von ihm – und geht später drei weitere Ehen ein.

Christine Kaufmann kehrte 1970 zurück zum deutschen Film („Wie ein Blitz“). Neben ihrer Schauspielerei schrieb die Künstlerin seit den 80er-Jahren mehrere Schönheits- und Liebesratgeber. Nur zwei Wochen vor ihrem Tod (am 28. März 2017) trat sie noch im Fernsehen auf. Im Familiengrab im französischen Vernon (Normandie) fand Christine Kaufmann ihre letzte Ruhe.

Haben Sie das gewusst…?

Als sie später einmal die Filme aus ihrer Zeit als Kinderstar anschaute, meinte Christine Kaufmann rückblickend: „Mir ist richtig schlecht geworden. Ich habe geglaubt, ich muss mich übergeben. Mein Gefängnis war das Berühmtsein. Alle Leute erwarten, dass man das Berühmtsein toll findet. Ich fand es aber nicht toll.“ Ob das die ganze Wahrheit ist? Ihre Sehnsucht nach Beachtung geht immerhin so weit, dass sie sich noch mit 54 Jahren nackt im Playboy zeigt – da ist sie bereits zweifache Großmutter.


Fotos: action press, Getty Images, INTERFOTO ((5), picture alliance (2)