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DIE GRÜNE APOTHEKE


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familie & co - epaper ⋅ Ausgabe 10/2022 vom 06.10.2022
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Bildquelle: familie & co, Ausgabe 10/2022

Den Duft genießen und durchatmen – Heilkräuter wirken auch auf die Sinne

Sie sind wohlschmeckend, preisgünstig, einfach zu verwenden und wirken sanft, aber kraftvoll gegen Krankheiten und Beschwerden aller Art: Heilkräuter sind ein wundervolles Geschenk der Natur. Und perfekt geeignet, um kleine bis mittlere Wehwehchen in der Familie selbst zu kurieren. Oft bewirkt allein der würzige Duft eines frisch aufgebrühten Tees, dass Große wie Kleine sich ein wenig besser fühlen. Wir erklären, wie Sie sich Ihre grüne Hausapotheke zusammenstellen und was es dabei zu beachten gilt.

Von Aufguss bis Auszug: die richtige Anwendung

Die einfachste Art, Heilkräuter zuzubereiten, ist das Übergießen mit kochendem Wasser. Dieser Aufguss kann als Tee getrunken oder äußerlich angewandt werden, etwa in Form von Wickeln, Kompressen oder Bädern. Einige Wirkstoffe entfalten sich besonders gut in sogenannten Auszügen; dafür ...

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... werden Pflanzenteile in Öl oder Alkohol eingelegt. Damit hier nichts schiefgeht, sollten Sie sich einen fundierten Ratgeber besorgen und sich genau an die Anleitung halten. Wer ein wenig Aufwand nicht scheut, kann seine Familie sogar mit selbst gemachtem Deo, Haarwasser oder Shampoo versorgen.

Warum Kinder besonders profitieren

Viele Eltern schätzen Heilkräuter, weil sie kaum Nebenwirkungen haben und den kindlichen Organismus deshalb nicht belasten. Ein weiterer Vorteil bei der Behandlung von Kindern sei, dass die grünen Helfer weniger stark in den Organismus eingreifen als Schmerzmittel, Antibiotika & Co., erklärt die Fachautorin und TV-Expertin Melanie Wenzel: „Kinder haben ein noch unfertiges Immunsystem, das durch das Durchmachen zahlreicher Infekte immer weiter gestärkt werden muss. Heilkräuter unterstützen den Körper dabei, die Krankheit zu überwinden, ohne ihm gleich die ganze Arbeit abzunehmen.“

Wichtig: zuverlässige Bezugsquellen

Wer selbst heilende Tees und Produkte aus Kräutern herstelle, wisse zudem genau, was drinsteckt, so ein weiteres Argument der Expertin. Doch dies gilt natürlich nur, wenn man die Pflanzen auch aus zuverlässigen Quellen bezieht. „Wir haben in Deutschland das Glück, uns in der Apotheke eine große Auswahl an erstklassigen Heilkräutern besorgen zu können“, so die Heilpraktikerin aus Köln. Dort einzukaufen sei der einfachste und sicherste Weg, um an geprüfte Qualität zu kommen. Eine weitere Möglichkeit ist, Kräuter selbst in Töpfen oder im eigenen Garten zu ziehen. (Tipps dazu finden Sie unten auf dieser Seite.)

Das Sammeln in der freien Natur beinhaltet gewisse Schwierigkeiten: Es gilt, Flächen zu finden, die nicht durch Abgase, andere Gifte oder das Ausführen zahlreicher Hunde belastet sind. Zudem läuft der Laie dabei Gefahr, giftige Doppelgänger zu erwischen.

Sammeln: lieber auf Nummer sicher gehen

„Wer wirklich Lust hat, sammeln zu gehen, sollte am besten an geführten Kräuterwanderungen teilnehmen, die praktisch überall angeboten werden“, so die Empfehlung von Melanie Wenzel.

Und auch für weniger kundige Pflanzenfreunde hat sie einen Tipp: „Keine Verwechslungsgefahr besteht z. B. bei der Brennnessel, die als Tee, Gemüse oder Smoothie-Zutat taugt und u. a. Kalzium, Kieselsäure und Magnesium enthält. Außerdem hat sie eine stark entgiftende Wirkung.“ Gefahrlos gesammelt werden können auch die Blätter des Löwenzahns. Ihre Bitterstoffe wirken ebenfalls entgiftend und kurbeln außerdem den Fettstoffwechsel an. „Sammeln Sie nur ganz kleine Blättchen, sonst ist ein Salat daraus Kindern zu bitter“, rät Melanie Wenzel. Und noch ein Tipp der Expertin: „Schon Kinder erkennen Gänseblümchen. Sie können einfach abgepflückt und geknabbert werden, sie sind blutreinigend und eine tolle Vitaminquelle.“

Die Klassiker: Kamille und Pfefferminze

Die Echte Kamille sollte, wie viele andere Kräuter, wegen der Verwechslungsgefahr lieber nicht am Wegesrand gesammelt werden – einen festen Platz in der grünen Hausapotheke hat sie dennoch verdient. Ein Aufguss ihrer getrockneten Blüten hat entzündungshemmende und bakterientötende Wirkung. Dies macht sie zum wirksamen Mittel gegen Magen-Darm-Beschwerden und Entzündungen im Mundraum. Bei älteren Kindern und Erwachsenen kann Kamillentee auch zur Inhalation bei Erkältungen eingesetzt werden. „Ins Badewasser gestreut wirken die Blüten außerdem gegen Hautirritationen aller Art. Haben Kleinkinder einen wunden Po, helfen Kompressen mit Kamillen- und Schwarztee“, so der Extra-Tipp von Melanie Wenzel. Pfefferminze lässt sich unkompliziert im Garten anbauen. Ein Tee aus ihren Blättern wirkt beruhigend auf den Magen-Darm-Bereich – ist also ein gutes Hausmittel gegen krampfartige Bauchschmerzen.

Küchenkräuter mit verborgenen Talenten

Für unterschätzt hält Melanie Wenzel Basilikum, das viele nur als Küchengewürz kennen. Mit heißem Wasser aufgegossen wirken seine ätherischen Öle gegen Husten. „Mit etwas Honig verfeinert, schmeckt vielen Kindern dieser Tee sogar richtig gut“, versichert sie. Alternativ kann bei festsitzendem Husten ein Aufguss aus Thymian getrunken werden. Majoran wird nicht ohne Grund als Würze in deftigen Gerichten verwendet: Ähnlich wie Kümmel hat er eine regulierende Wirkung auf die Verdauung. Salbe aus Majoran ist ein altes Hausmittel, das schon Babys bei Blähungen oder Schnupfen hilft. „Salbei sollte man eigentlich immer im Blumentopf dahaben. Er ist ein tolles Gewürz – und ein Tee daraus hilft gegen Hals- schmerzen“, sagt Melanie Wenzel. Auch Petersilie lässt sich einfach im Topf ziehen. Sie enthält viel Eisen und Vitamin C. Ein Tee aus frischen oder getrockneten Blättern hat beruhigende Wirkung.

Anbau & Ernte

Heilkräuter anzubauen ist nicht schwierig. „Es lohnt sich, gute Anzuchterde zu kaufen und nur biologischen Dünger zu verwenden“, rät Fachautorin Melanie Wenzel. Wichtig sei, die Kräuter nach der Ernte sorgfältig zu trocknen: „Früher wurden die Kräuter zu Sträußen gebunden und auf dem Dachboden aufgehängt. Diese Möglichkeit hat heute kaum jemand mehr.“ Sie empfiehlt, die Kräuter auf einem Backblech zu verteilen und bei 60–80° C im Backofen zu trocknen. Ein Kochlöffel, in die Tür geklemmt, sorgt dafür, dass Feuchtigkeit entweichen kann. „Die Kräuter sind trocken, wenn sie sich fest und hart anfühlen. Kühl und lichtgeschützt halten sie sich etwa ein Jahr“, sagt Melanie Wenzel.

Blumige Helfer gegen Stress und Unruhe

Eine Anti-Stresspflanze ist auch der Rosenwurz, der im skandinavischen Raum eine langeTradition als Heilpflanze hat. Seine Wirkstoffe lindern Müdigkeits- und Schwächegefühle und helfen dabei, Belastungsphasen zu überstehen. Auch Lavendel wirkt, z. B. als Öl, Tee oder Badezusatz, gegen Stress. Die duftende Pflanze wird sogar als Nervenkraut bezeichnet. Wohltuend für gereizte Bronchien ist ein Wickel, der, mit einem Lavendel-Aufguss getränkt, auf die Brust gelegt und mit wärmenden Tüchern bedeckt wird. „Ein Vorteil von Wickeln ist, dass sie im Liegen angewendet werden und das Kind dadurch ein Weilchen zur Ruhe bringen“, so Melanie Wenzel.

Egal, wie gesund – Abwechslung ist wichtig

Heilkräuter wegen ihrer vielen positiven Wirkstoffe in den Alltag zu integrieren sei empfehlenswert, so die Expertin. „Allerdings sollte kein Kraut länger als vier bis sechs Wochen angewandt werden. Danach verliert es nicht nur seine heilende Wirkung, sie kann sich sogar ins Gegenteil verkehren. Dann wirkt etwa Pfefferminze nicht mehr beruhigend, sondern reizend auf den Magen.“ Gießen Sie also auch mal einen anderen Tee in Ihre Tasse – und genießen Sie die Abwechslung!

Unterschätzte Helden: Küchenkräuter! Basilikum, Thymian & Co. wirken gegen viele Krankheiten