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Die Heilkraft der Hände


Donna - epaper ⋅ Ausgabe 10/2021 vom 08.09.2021

Gesundheit

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Bildquelle: Donna, Ausgabe 10/2021

Osteopathie, Chiropraktik, Physiotherapie kennt fast jeder. Verfahren wie Rolfing, Shiatsu oder Spiraldynamik sind wenigen ein Begriff, dabei kommen auch sie bei Funktionsstörungen in Nacken, Kreuz oder Füßen zum Einsatz. Welches Verfahren wie zuverlässig von Schmerzen befreit und Beweglichkeit zurückbringt, dazu gebe es kaum vergleichende Untersuchungen, sagt Orthopädin Dr. Jutta Heinz vom Hamburger Rückenzentrum Am Michel: „Die Methoden in Studien nach Protokoll auszuführen ist schwer, weil jeder in der Ausbildung kleine Abweichungen bei der Behandlung lernt.“ Auch die persönliche Beziehung zwischen Patientin und Therapeut beeinflusse den Behandlungserfolg.

Und dann sind da ja noch individuelle Vorlieben … Wie zupackend darf eine Methode sein? Wie esoterisch? Will man aktiv mitarbeiten? „Bei der Chirotherapie etwa bleiben Patienten meist in der passiven Rolle. In der Osteopathie ist ...

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... mehr Einsatz gefragt, weniger bei der Behandlung, aber in Bezug auf Übungen zu Hause und Lebensstiländerung“, sagt Jutta Heinz, die beide Methoden gelernt hat. Die Vielfalt macht die Suche nach der richtigen Therapie nicht leichter. Woran man sich orientieren kann? Ein Überblick:

Wenn der Rücken schmerzt, aber keine organische Ursache zu finden ist

Keine Auffälligkeiten zu sehen – so formuliert es der Orthopäde, so zeigt es der Check-up. Eigentlich eine gute Nachricht, wäre da nicht dieses hartnäckige Drücken in der Lendenwirbelsäule, das durch Massagen, Fango und Rückengymnastik immer nur kurz besser wird.

Das hilft: Wenn klassische manuelle Verfahren nicht helfen, kann Osteopathie erstaunliche Erfolge erzielen. Mit geschulten Händen ertasten Osteopathen Blockaden und Verhärtungen in Gelenken, Muskeln und Bindegewebe. Durch sanften Druck und Zug stellen die Behandler wieder Beweglichkeit her und helfen so dem Körper, sich selbst zu helfen. Typisch für die Methode:

Wo Orthopädie nicht hilft, erzielt man mit Osteopathie oft Erfolge

Sie sucht die Ursache für Schmerzen auch in scheinbar abwegigen Körperregionen. So können Rückenbeschwerden beispielsweise nach einer Gebärmutterentfernung auftreten, wenn eine Operationsnarbe oder die Senkung der restlichen Bauchorgane Zug auf die Wirbelsäule ausübt. Schmerzen kann das Kreuz aber auch wegen einer leichten Fehlstellung des Kiefergelenks, mit dem die Lendenwirbel über das obere Kopfgelenk und die Rückenmuskulatur verbunden sind.

Was zahlt die Krankenkasse und was nicht?

Manche manuellen Behandlungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet oder bezuschusst. Die Chirotherapie bei einem Arzt mit der Zusatzbezeichnung „Manuelle Medizin/ Chirotherapie” läuft über die Versichertenkarte. Bei Physiotherapie und manueller Therapie als physiotherapeutische Behandlungsform muss man dagegen zuzahlen (zehn Euro pro Rezept plus zehn Prozent der Behandlungskosten). Osteopathie ist keine Leistung der gesetzlichen Kassen, häufig wird sie aber bezuschusst mit 40 bis 50 Euro pro Sitzung bzw. maximal 120 bis 150 Euro pro Kalenderjahr. Voraussetzung: Ein Arzt oder Heilpraktiker übernimmt die Behandlung. Die Kosten dafür liegen meist zwischen 80 und 120 Euro pro Sitzung. Private Krankenkassen erstatten den Betrag für Osteopathie nur, wenn man eine entsprechende Police abgeschlossen hat. Weder Erstattung noch Zuschuss gibt es von den gesetzlichen Kassen für Rolfing, Spiraldynamik, Alexander-Technik und Shiatsu. Manche privaten Versicherer gewähren mitunter Zuschüsse – am besten nachfragen!

Auch gut: Erfolge bei chronischen Rückenschmerzen erzielen auch Physiotherapie, Kieser Training, Cantienica und Chirotherapie. Gezielte Rückentherapien und ein starkes Muskelkorsett unterstützen die Fähigkeit des Körpers, mit Fehlstellungen oder Falschbelastungen fertigzuwerden. Passive Methoden wie Massagen bringen dagegen wenig.

Hexenschuss! Und jetzt?

Kurz gebückt, wie ein Stich fährt der Schmerz in die Lenden.

Die untere Rückenmuskulatur krampft sich zusammen, verspannt und verhärtet. Ursache sind oft minimale Wirbelverschiebungen oder -blockaden. Ein Bandscheibenvorfall steckt selten dahinter. Häufig ist aber eine schlaffe, träge Rückenmuskulatur im Spiel.

Das hilft: Chirotherapie zeigt bei Blockaden im unteren Rücken manchmal schon nach einer Behandlung durchschlagenden Erfolg. Durch sanften Druck (Mobilisation) oder dosierten Ruck (Manipulation) bringt der Therapeut das betroffene Gelenk in die richtige Position und macht die Wirbel so wieder gängig. Chirospezialisten kümmern sich vor allem um Bewegungseinschränkungen der Wirbelsäule, sind aber auch bei Schmerzen in Schulter, Hüfte oder Knien erfolgreich. Neben Chirotherapeuten, also Ärzten mit entsprechender Weiterbildung, wenden auch Chiropraktiker das Verfahren an, oft handelt es sich um Heilpraktiker mit Zusatzausbildung. Chiropraktoren (heißen so) dagegen haben ihre Fertigkeiten in einem vier- bis sechsjährigen Auslandsstudium erworben, häufig in den USA.

Wann zum Orthopäden?

Mit einem akuten Bandscheibenvorfall, der Lähmungen der Blase oder des Darms nach sich zieht, muss man zum Arzt. Auch bei Nackenproblemen ist ein fachgerechtes Vorgehen wichtig, denn Manipulationen in diesem Bereich können Lähmungen oder Schlaganfälle auslösen, wenn sensible Halsgefäße verletzt werden. Das passiert äußerst selten, kommt aber vor.

Der Nacken ist steif von der Arbeit am Computer

Tagelang über Tabellen gebrütet, jetzt ist die Buchhaltung in Ordnung – und der Nacken hinüber. Wie einbetoniert fühlt sich das Genick an, die Schultern schmerzen. Eine Massage hilft kurzzeitig, aber dann ist das Problem wieder da.

Das hilft: Die Alexander-Technik – benannt nach ihrem Erfinder F. M. Alexander – hat sich auf die Achse Kopf-Nacken-Rücken spezialisiert, denn genau hier liegt ein anatomischer Schwachpunkt. Schon ein angezogenes Kinn, das die Wirbelsäule verkürzt, kann zu schmerzhaften Verspannungen führen. Alexander-Lehrer erläutern Patienten durch sanft geführte Bewegungen, wie man locker sitzt, steht und geht. Der Schwerpunkt der Methode liegt auf der Kopf haltung. Bewegt sich der Kopf gleitend auf den oberen Bandscheiben, bleiben Hals-und Nackenmuskulatur entspannt. Positiver Nebeneffekt: Die eigene Körperwahrnehmung verbessert sich, und man lernt gesündere Bewegungsabläufe.

Auch gut: Mit Feldenkrais lassen sich Fehlhaltungen, die Schmerzen in Kopf, Nacken oder Rücken auslösen, ebenfalls behandeln. In der Gruppe lernt man mit anderen zusammen, eingefahrene motorische Muster zu erkennen, und übt neue Bewegungskombinationen. Bei akuten Beschwerden können Einzelstunden sinnvoll sein, in denen Patienten angeleitet werden, individuelle störende Bewegungsmuster durch gesündere zu ersetzen.

Meine Körperhaltung – eine Vollkatastrophe

Neulich beim Einkaufen im Schaufenster der Blick auf sich selbst: Kopf und vor allem Kinn zu weit vorn, die Schultern hängen, der Rücken rund … Das geht auf die Ausstrahlung und vor allem auf die Gelenke.

Das hilft: Rolfing. Die Bindegewebsmassage zielt darauf ab, eine chronisch schlechte Körperhaltung zu korrigieren. Dabei werden speziell die Faszien behandelt, also die Bindegewebsschichten, die die Muskeln umhüllen. Sie formen den Körper mit, können aber bei Daueranspannung verhärten und verkleben. Die Folge: Fehlhaltungen, die wiederum die Gelenke belasten. Mit Fingerdruck, aber auch mit kräftigen Handbewegungen und gelegentlich sogar mit dem Ellbogen arbeitet sich der Rolfer durch verhärtete Körperpartien und löst verklebte Strukturen und tief sitzende Spannungen, was auch Schmerzen in Muskulatur und Gelenken nimmt.

Wann lieber nicht? Bei akuten entzündlichen Erkrankungen des Bewegungsapparats. Da Rolfer gelegentlich kräftig zugreifen, besteht bei unerkannter Osteoporose die Gefahr von Knochenbrüchen. Bei überbeweglichen Personen, deren Rückenprobleme mit Gleitwirbeln oder anderen instabilen Gelenken zusammenhängen, ist Rolfing generell weniger erfolgreich als bei chronisch angespannten Personen, die zu Muskelverkürzungen neigen.

Bei seelischer Belastung kann Shiatsu Blockaden lösen

Ein Spreizfuß macht Schmerzen im Knie

Füße sind filigraner, als man glaubt. Bei engen Schuhen oder Übergewicht geben ihre Bänder und Sehnen nach, es kommt zu Fehlstellungen wie Spreizfuß oder Knick-Senk-Fuß. Dadurch wird das Kniegelenk ungleichmäßig belastet und sein Knorpel rasch abgenutzt.

Das hilft: Die von einem Schweizer Arzt und einer französischen Physiotherapeutin entwickelte Spiraldynamik gilt als besonders wirksame Anwendung. Entscheidend ist dabei die Beobachtung, dass das Fußgewölbe nach dem Prinzip einer Spirale funktioniert: Erst durch den gegenläufigen Zug von Muskeln und Bändern bei jedem Schritt gewinnt der Fuß Stabilität. In Kursen lernt man deshalb, wie man die Fußmuskulatur kräftigt und falsche Bewegungsmuster vermeidet. Im Alltag fortgeführt, sollen sich so etwa drohende Hallux-Operationen abwenden lassen, weil das Fußgewölbe neu aufgebaut wird und chronische Haltungsschäden gebessert werden. Auch bei Skoliose – einer seitlichen Verdrehung der Wirbelsäule – erzielt Spiraldynamik mitunter gute Ergebnisse.

Wenn seelischer Kummer aufs Kreuz drückt

Pflegefall in der Familie, Ärger mit Handwerkern, Stress. Einund durchschlafen gelingt kaum noch, das Hüftgelenk schmerzt, der Rücken – hart wie ein Brett. Und jetzt?

Das hilft: Bei Störungen des vegetativen Nervensystems bewährt sich Shiatsu immer wieder. Bei der japanischen Druckpunktmassage, die sich aus der Traditionellen Chinesischen Medizin entwickelt hat, geht man davon aus, dass blockierte Lebensenergie Beschwerden auslöst. Gezielte Kraftausübung auf die Energieleitbahnen soll das Qi wieder frei fließen lassen. Dabei ruht man auf einem Futon, während der Shiatsu-Therapeut sich mit Fingern, Handflächen, manchmal auch mit Ellbogen und Füßen an bestimmten Meridianen entlangarbeitet. Von einer Shiatsu-Massage profitiert der ganze Organismus. Kopfschmerzen, Probleme mit einem nervösen Magen und Menstruationsschmerzen können sich bessern.

Auch gut: Zu den Körpertherapien mit ebenfalls hohem Anti-Stress-Potenzial zählen die handfeste Tuina-Massage aus der Chinesischen Medizin und die Trager-Methode. Bei Letzterer handelt es sich um eine besonders sanfte Form der Physiotherapie.