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Die Hoheit unter den Beeten


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Garden Style - epaper ⋅ Ausgabe 3/2022 vom 14.07.2022

GARTEN special

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Die Bepflanzung eines Hochbeets kann vielseitig sein. Blumen, Kräuter und Gemüse gedeihen darin ebenso wie Stauden, Beerensträucher oder flachwurzelnde Bäume.

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Die Pflege von Hochbeeten ist ausgesprochen rückenfreundlich. Selbst vom Rollstuhl aus lässt sich hier gut pflanzen, schnuppern, jäten und pflücken. Deshalb sind Hochbeete gerade für ältere Gartenbesitzer eine außerordentliche Bereicherung, tragen sie doch dazu bei, ihnen das Werkeln im Garten zu erleichtern oder überhaupt erst wieder zu ermöglichen.

V iele Gartenbesitzer finden Hochbeete um einiges praktischer als ein Beet am Boden. Man muss sich nicht bücken, Schnecken und Wühlmäuse werden charmant auf Abstand gehalten. Sie sind platzsparend, lassen sich sauber befüllen und die zu bearbeitende Fläche ist leicht zugänglich und über- sichtlich. Noch dazu sind bei Bepflanzungen mit Obst und Gemüse die Erträge besser, da die Nährstoffkonzentration und die Temperatur des Substrats höher sind“, zählt Maria Rohkemper, Gärtnerin von Eden aus Marl, die Vorzüge von ...

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... Hochbeeten gleich in Serie auf. Als Mitglied der Gärtner von Eden und Spezialistin für die individuelle Gestaltung privater Gärten setzt sie Hochbeete aus all diesen und weiteren Gründen gern in von ihr gestalteten Gärten ein.

Die Bepflanzung eines Hochbeets bestimmt seinen Charakter. Hochbeete passen sowohl in designorientierte als auch in klassische Gärten.

Abwechslung für das Auge Die Gegebenheiten eines Gartens können so unterschiedlich sein wie die Vorlieben der jeweiligen Besitzer. Doch ob groß oder klein, in der Stadt oder auf dem Land, rustikal oder designorientiert, zu ebener Erde oder auf einem Dach: Gut geplant sind Hochbeete eine Bereicherung für eigentlich jeden Garten.

Beispiel großer Garten: Hier sorgen Hochbeete für Struktur, bewirken, dass das Auge nicht ungehindert über die gesamte Fläche schweifen und alles auf einmal erfassen kann. Das beugt Langeweile vor. Gleichzeitig können Hochbeete dabei helfen, den Garten in einzelne „Zimmer“ zu unterteilen. Rund um die Hauptterrasse heben sie zum Beispiel Pflanzen auf Augenhöhe und sorgen so dafür, dass man sich dort mitten im Grünen fühlen kann. Im Nutzgarten schaffen sie Übersichtlichkeit und Ordnung, mit Duftpflanzen bestückt machen sie einen gemütlichen Sitzplatz zum sinnlichen Refugium und in Kombination mit einer Sitzbank laden Hochbeete zum spontanen Verweilen ein.

Und im kleinen Garten? „Da sind Hochbeete aus ganz ähnlichen Gründen ein tolles Gestaltungselement“, erklärt Maria Rohkemper. „Auch hier sorgen sie für Gliederung und Abwechslung, und wenn man die Beeteinfassung als Sitzbank anlegt, hat man auf ästhetisch ansprechende Weise außerdem auf kleinstem Raum mehrere Funktionen gebündelt.“

FRISCH GEWÜRZT

Außenküchen sind weiterhin sehr gefragt. Für die schicken Freiluftkochstationen sind Hochbeete ein idealer Begleiter, können doch hier in Arbeitshöhe Naschtomaten, Zwiebeln und Kräuter gepflanzt werden. Bei Bedarf genügt ein Griff und schon wandert die gewünschte Zutat in die Schüssel oder auf den Grill. Frischer geht’s nicht.

Nutzen trifft Ästhetik Apropos Ästhetik: In diesem Punkt sind Hochbeete wunderbar anpassungsfähig. „Das ist natürlich ein enormer Vorteil“, so die erfahrene Gartengestalterin, „beinhaltet aber auch die Herausforderung einer stringenten Planung. Grundsätzlich passen sie in einen Designgarten ebenso gut wie in einen Bauerngarten“, ist Maria Rohkemper überzeugt. „Aber Dimensionen, Linienführung und Material müssen eben zu Stil und Größe des Gartens passen.“ So verwendet sie im designorientierten Umfeld gern Cortenstahl oder Beton. Wo es zum regionalen Baustil passt, sind aus Klinkern gemauerte Hochbeete ein schöner Brückenschlag zur Wohnarchitektur, auch verputzter Kalksandstein kann architektonisch stimmig wirken, und im naturnahen Garten verleihen handfeste Holzbohlen oder feines Weidengeflecht den Eindruck des Handgemachten und von Ursprünglichkeit.

Besonders beliebt und vielfältig ist Fiberglas. Aus diesem Material lassen sich Pflanzgefäße in sämtlichen Farben und Oberflächenstrukturen anfertigen, so dass man sie hervorragend an bereits vorhandene Gestaltungselemente anpassen kann. Dazu ist Fiberglas extrem witterungsbeständig und pflegeleicht. „Um ein Hochbeet mit seiner Umgebung optisch zu verknüpfen, kann man für seinen Bau zum Beispiel auch die gleichen Platten wie für Wege oder Terrassen verwenden“, lautet ein weiterer Tipp der Gartengestalterin. „Das funktioniert natürlich nur mit Großformaten, wirkt dann aber sehr schön homogen.“

Maria Rohkemper

führt in dritter Generation gemeinsam mit ihrer Schwester Annegret Rohkemper das Familienunternehmen Kulmann-Rohkemper Ihr Gärtner von Eden in Marl. Ihre Mutter Margarete Kulmann-Rohkemper entwickelte die elterliche Baumschule weiter, spezialisierte sich auf die Planung, Gestaltung und Pflege hochwertiger privater Gärten. Der Betrieb ist Mitglied der Gärtner von Eden, eines genossenschaftlichen Zusammenschlusses von rund 50 Top-Gartengestaltern in Deutschland, Österreich und der Schweiz und unterstreicht damit seine Expertise bei der anspruchsvollen Gestaltung von Privatgärten. www.gaertner-von-eden.com

Grün für jeden Ort Ebenso wie das Baumaterial bestimmt die Bepflanzung des Hochbeets seinen Charakter – und da sind der Fantasie eigentlich kaum Grenzen gesetzt. „Natürlich muss man sich im Klaren darüber sein, dass man im Hochbeet in der Regel eine geringere Substrathöhe hat als in einem herkömmlichen Beet“, so der Hinweis der Expertin. „Aber zum einen kann man dies zumindest teilweise durch eine optimale Bodenqualität wettmachen, und zum anderen gibt es eigentlich für jede ästhetische Vorliebe Pflanzen, deren Wurzelverhalten und Nährstoffbedarf zu den Gegebenheiten in einem Hochbeet passen.“ Gefragt sind also eher flach wurzelnde Arten. Ist das aber gegeben, dann kann im Hochbeet eigentlich alles wachsen: Hecken und Immergrüne, bunt blühende Stauden und reich tragende Beerensträucher, duftende Kräuter, Gehölze und sogar Bäume. Natürlich lassen sich Hochbeete auch überall dort einsetzen, wo von Natur aus gar kein Pflanzgrund vorhanden ist, etwa in Innenhöfen oder auf Dachterrassen.

Dort übernehmen Hochbeete in der Regel eine tragende Rolle. Gepflanzt werden kann auch hier, was gefällt und gedeiht: „Vom Nasch- und Nutzgarten im Kleinformat bis zum Drei-Meter-Bambus, der auf ansprechende Art für Sichtschutz sorgt und für Dachterrassen und Höfe Typisches, aber nicht eben Schönes wie Mauern und Geländer kaschiert, ist eigentlich alles möglich“, so Maria Rohkemper. Ihr Fazit: „Hochbeete erfreuen sich vollkommen zu Recht steigender Beliebtheit.“