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DIE JAGDFLIEGER


HÖRZU - epaper ⋅ Ausgabe 31/2021 vom 30.07.2021

NATUR

Artikelbild für den Artikel "DIE JAGDFLIEGER" aus der Ausgabe 31/2021 von HÖRZU. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: HÖRZU, Ausgabe 31/2021

FÜTTERUNG Turmfalken bevorzugen Mäuse als Futter, am liebsten zwei pro Tag

Wenn er am Himmel erscheint, um zu jagen, ist das ein außergewöhnliches Schauspiel. Bei seinem Rüttelflug richtet sich der Turmfalke in der Luft auf und hält sich durch starken Flügelschlag und seinen breit gefächerten Schwanz stabil in der Balance. 40 Meter über dem Erdboden kann er an einer Stelle verharren, bis er Beute erspäht. Dann setzt er pfeilschnell zum Stoßflug an. Grandiose Bilder zeigt nun die Doku „Vögel im Hochgebirge“ (siehe TV-Tipp Seite 18).

Tricks bei der Beutesuche

Seine bevorzugte Speise sind Feld- und Wühlmäuse – winzige Beutetiere, die der Turmfalke aus der Luft trotzdem leicht aufspüren kann: Der Urin der Mäuse reflektiert ...

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... ultraviolettes Licht, das er auch von oben gut erkennt. Aufgrund seiner speziellen Flugeigenschaften wird er auch als Rüttelfalke bezeichnet, seine Flugtechnik als Standschwebeflug. Er unterscheidet den Turmfalken von vielen anderen Greifvögeln. Anders als seine Verwandten, die Wanderfalken, die sich mit mehr als 300 Stundenkilometern auf ihre Beute stürzen, ist seine Stoßgeschwindigkeit geringer. Seine Spezialität ist eine andere: Weicht eine Feldmaus in letzter Sekunde aus, kann der Turmfalke seinen Flug in der Luft stoppen. Dann beginnt er erdnäher einen weiteren Rüttelflug. Neben Mäusen jagt er am Boden lebende Kleinsäuger. Auch Eidechsen, Frösche, Kröten, Käfer und Heuschrecken verschmäht er nicht. Bietet sich die Gelegenheit, nimmt er zudem Kleinvögel ins Visier – das aber selten.

VERBREITUNG

Wo Turmfalken sich heimisch fühlen

Überleben in der Stadt

Der Energiebedarf des Turmfalken ist groß, denn sein Rüttelflug wirkt kraftraubend. Besonders im Winter erbeutet der 35 Zentimeter große, rund 200 Gramm leichte Jäger seine Nahrung deshalb überwiegend von erhöhten Sitzwarten aus. Er sucht sich etwa Bäume am Waldrand, von denen aus er weite Flächen überblicken kann.

Durch seine Anpassungsfähigkeit ist er fast überall zu Hause. Als „Kulturfolger“ hat er sogar die Stadt als Lebensraum erobert. Dort brütet er an hohen Gebäuden, weshalb er auch Mauer-, Dom- oder Kirchfalke genannt wird. Das Weibchen legt normalerweise vier bis sechs Eier. Die Brutphase dauert knapp 30 Tage, die jungen Falken verbleiben dann rund 30 Tage im Nest. Der Turmfalke baut seine Nester nicht selbst, sondern übernimmt sie von anderen Vögeln. In Berlin richten nun auch Tierschützer Nistplätze an öffentlichen Gebäuden ein. „Im letzten Jahr gab es geschätzt mehr als 300 Brutpaare“, berichtet Stefan Kupko vom Naturschutzbund Europa, Asien, Nordafrika: Turmfalken sind fast überall zu Hause und arrangieren sich mit den unterschiedlichsten Klimazonen. In Mitteleuropa weist Deutschland den höchsten Bestand auf: geschätzt bis zu 68.000 Paare. Obwohl der Turmfalke auch im Hochgebirge vorkommt, lebt er bevorzugt im Flachland und in Städten. Dort ist er der am häufigsten vertretene Greifvogel. Er gilt nicht als gefährdete Art (NABU). Für den hohen Bestand hat er eine logische Erklärung: „Meine Kollegen und ich haben in den letzten Jahrzehnten mehr als 300 Nistkästen in der Stadt installiert.“ Die Tierschützer beobachten die Brutplätze auch und achten auf mögliche Gefährdungen durch Gebäudesanierung.

Um den Bestand zu erfassen, beringen Kupko und seinen Kollegen die Jungvögel: „Über 10.000 in den letzten 35 Jahren.“ Die beschrifteten Ringe bringen Erkenntnisse zu Verhalten und Lebensdauer – wichtig für den Greifvogelschutz. Denn die Stadt birgt besondere Risiken: Jungvögel verhungern, weil sie sich verirren und den Anschluss an die Eltern verlieren. „Große Gefahren sind zudem Verkehrsunfälle und Verletzungen, wenn die Vögel gegen Scheiben, Gebäude oder Stromleitungen fliegen, besonders wenn sie gerade flügge werden.“ Nur etwa die Hälfte der Jungtiere überlebt.

Obwohl Turmfalken bis zu 18 Jahre alt werden können, erreichen sie in Berlin meist nur drei Jahre. Aber Stefan Kupko hat auch schon einen 14-jährigen Falken entdeckt. Für den ehrenamtlichen Vogelschützer ist das der Lohn für seinen unermüdlichen Einsatz.

THOMAS KUNZE