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DIE KARTEN NEUGEMISCHT ?


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auto Test - epaper ⋅ Ausgabe 4/2022 vom 30.03.2022

SUV-Vergleich

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VERKEHRS-ZEICHEN-ERKENNUNG bieten alle drei Kandidaten, der Alfa verfügt sogar über einen Blitzerwarner – bei uns deaktiviert. Nur der BMW kam mit Headup-Display.

AM DIESEL-SUV kommt noch immer nicht vorbei, wer häufig Langstrecken zu bewältigen hat und dabei hoch sitzen will. Wir lassen zwei alte Bekannte – Alfa Romeo Stelvio und Audi Q5 – gegen den kürzlich gelifteten BMW X3 antreten. In Sachen Reichweite macht diesen drehmomentstarken, aber vernünftigen Dieseln kaum jemand etwas vor. Mit dem BMW etwa lassen sich 970 Kilometer ohne Tankpause abspulen – das können nur Kombis noch besser.

Auf den Hof rollte der Bayer als BMW X3 xDrive20d – und um einiges frischer als bei unserer letzten Begegnung. Nicht nur, dass das Heck nach dem Facelift mit seinen Leuchten in Klammerform deutlich anders aussieht – BMW verspricht auch mehr Sparsamkeit durch die Mildhybridisierung via ...

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... 48-Volt­ Startergenerator (wurde schon kurz vor dem Wechsel beim Vor-Faceliftmodell eingeführt), zudem besseres Licht aus Voll­ LED-Scheinwerfern (Matrix-LED gegen Aufpreis), schnellere Navigation, Sportsitze und Drei­ Zonen-Klima als Serienausstattung sowie eine weniger begriffsstutzige Sprachbedienung, die nun auch Fensterheber-, Klimaund Fahrmodus-Befehle erhört. Leider konnten wir Letzteres genauso wenig ausprobieren wie den neuen Vorfahrtswarner, denn unser Testwagen hatte nicht alle neuen Features an Bord – was dem Chipmangel geschuldet sein dürfte.

! Der Audi lockt mit dem günstigsten Grundpreis, aber sogar Heckkamera (430 Euro) und Navi kosten extra

AUDI Q5 40 TDI

Gebaut in Mexiko. Nur beim Losfahren grummelnder, danach leiser 2,0-Liter-TDI, längs eingebaut und gekoppelt an ein leicht rupfiges Doppelkupplungsgetriebe und einen angehängten Allrad mit Entkoppelung des Antriebsstrangs zur Hinterachse. Navi mit präzisen Google-Karten. Im Fond größte Innenbreite. Fondbank hier längsverstellbar, mit neigungsverstellbarer Lehne (350 Euro). Die simplen Hartplastik-Verkleidungen von Laderaum und Türen sind dem hohen Preis nicht angemessen.

Gespannt waren wir, ob der BMW auch seine deutliche Preiserhöhung rechtfertigen kann. Eine Anhebung des Einstiegspreises um 4700 Euro für den xDrive20d ist schließlich kein Pappenstiel.

Wer auf den X3-Sportsitzen Platz nimmt und auf den großen 12,3-Zoll-Bildschirm schaut (klar, aufpreispflichtig: 1600 Euro im Paket), ist erst mal versöhnt mit dem Mehrpreis, zumal keiner der Testkandidaten die 60 000­Euro-Marke unterschreitet. Während wir uns im Alfa-Infotainment anfangs mehrmals verlaufen und das auf Touchbedienung setzende Audi-System beim Fahren ablenkt, erscheint uns die BMW­Bedienung vorbildlich. Dieses Auto lässt sich auf nicht weniger als fünf Wegen bedienen: Dreh-Drück-Steller, Touchpad, Sprachsteuerung, Touchscreen und Gestensteuerung. Da findet einfach jeder Fahrer etwas nach seinem Geschmack. Probieren wir mal die Sprachsteuerung aus: „BMW, spiele NDR Info!“ Den Befehl versteht das System – na ja, fast: Es ertönt NDR Blue, in der Senderliste direkt daneben. Ein Ausrutscher, Klimabefehle erkennt das System zuverlässig..

BMW X3 20d

Kürzlich geliftet, gebaut in Spartanburg/ South Carolina. Riesiger 12,3-Zoll-Touchscreen (1600 Euro, im Paket), auch via Drehdrücksteller, Touchpad, Sprach-oder Gestensteuerung bedienbar. Neuer, konventioneller geformter Fahrstufenwählhebel, klassenüblicher 1600-Liter-Laderaum, dessen Klappe für Großgewachsene leider nicht hoch genug aufschwingt. Sportsitze jetzt Serie; im Fond sitzt man mit viel Platz für Schultern und Beine, vor allem 350 mm über dem Wagenboden -richtig hoch.

Im X3 sitzt der Fahrer im Gegensatz zum Audi eher mittendrin als obenauf; der BMW fühlt sich auch größer und schwerer an als die Konkurrenten. Beim Fahren fällt auf, dass die Lenkung überarbeitet wurde. Das um die Mittellage leicht Hektische, für SUV-Ansprüche übertrieben Sportliche der alten Abstimmung ist einer ausgeglicheneren, ruhigeren gewichen. Das ergibt ein entspannteres Fahrgefühl, als das BMW-Markenklischee erwarten lässt. Eher auf der sportlichen Seite, zwar mit langen Federwegen, aber noch immer mit straffer Grundnote, präsentiert sich das Fahrwerk. Beim Ausweichtest hob der BMW im Gegensatz zu den Konkurrenten übrigens vorn kurz ein Bein, so um drei oder vier Zentimeter – offenbar das Resultat von leicht hecklastiger Gewichtsverteilung und griffiger Mischbereifung. Das ist kein echtes Sicherheitsmanko, aber wir müssen es an dieser Stelle anmerken.

ALFA ROMEO STELVIO 2.2 D

Das älteste Auto im Vergleich (seit 2017 in Cassino gebaut) – man merkt’s am kleinen 8,8-Zoll-Einbau-Touchscreen und der kaum brauchbaren Sprachsteuerung. Anständig verarbeitet, nur das Gepäckrollo quietscht oft. Nachteile: federt störrisch an, noch unübersichtlicher als der BMW, größter Wendekreis im Vergleich. Die großen, lenksäulenfesten Schaltwippen bauen Blinker-und Wischerhebel zu. Charmantes Detail: Domstrebe im Rallye-Stil. Überraschend großzügig: die Kopffreiheit im Fond, dank der Dachform.

In den Kapiteln Fahrwerk und Lenkung brilliert vor allem der Audi, seiner leichten Kopflastigkeit zum Trotz. Keiner der Konkurrenten folgt so spurtreu den Lenkbewegungen, keiner filtert derart viel Komfort-Unbill weg, vom Kopfsteinpflaster bis zum fiesen Schlagloch. Dennoch lässt er sich ähnlich flott durch die Pylonengasse wedeln wie der BMW. Die Lenkung des Audi wirkt entkoppelter, indirekter als bei den beiden anderen, spricht aber angenehm linear an. Sie braucht 2¾ Umdrehungen von Anschlag zu Anschlag. Das ist viel, allerdings schlagen die Räder auch am stärksten ein. Daher fällt der Wendekreis des Q5 besonders klein aus.

Leider hält das Getriebe nicht ganz Schritt mit der Agilität des Fahrwerks. Nicht dass der Doppelkuppler seine Sache schlecht machen würde, aber die ZF-Achtstufenautomatik in Alfa und BMW spielt nun mal in einer eigenen Liga. Wobei uns die Getriebesteuerung im BMW harmonischer erscheint als im Alfa.

Letzterer gibt in diesem Trio naturgemäß den Individualisten. Es mangelt der Stellantis-Marke noch immer nicht an der Fähigkeit, Besitzerstolz zu wecken. Allein die Gestaltung der Motorabdeckung und das Leder der Kopfstützen mit dem reliefartigen Markenlogo – bellissimo! Der individuelle Auftritt ist im Falle des Stelvio mit weniger Nachteilen erkauft, als man befürchten könnte. Auch er wirkt insgesamt ordentlich verarbeitet, umschmeichelt die vorn Sitzenden mit etwas zu kurzen, aber Halt bietenden Ledersitzen.

! Wie gehabt: Der Audi federt und bremst am besten – und verbraucht leider am meisten

Eher etwas für Fans der Marke ist die leichtgängige und zugleich spitze Lenkung – verreißsicher geht anders. Sie passt besser zu einem Spider als zu diesem stattlichen Familien-SUV. Es empfiehlt sich auszuprobieren, ob man’s persönlich mag oder als überzappelt empfindet. Sein Alter zeigt der Alfa, erschienen Anfang 2017, beim Infotainment mit seinem 8,8 Zoll kleinen Einbaubildschirm.

Ja, auch dieses leicht angestaubte Navi, angenehmerweise noch mit Dreh-Drück-Steller-Bedienung, findet das eingegebene Ziel – wenn man sich gar nicht erst mit der Sprachbedienung abmüht, das geben wir schon bald auf.

In die Menüführung von Radio, Navi und Freisprecheinrichtung muss man sich anfangs erst hineinfuchsen. Haben wir getan und erheitert festgestellt, dass sich tief im Untermenü ein – deaktivierter –Blitzerwarner findet. Die Erklärung: Das Infotainment ist von TomTom zugeliefert und für den Weltmarkt produziert. In den USA etwa sind die Warner erlaubt, bei uns aber verboten; deshalb ist das System für Deutschland deaktiviert, ebenso in anderen europäischen Ländern, in denen die Blitzerwarner illegal sind.

Zu den Nachteilen, die ein Alfa-Fan halt akzeptieren muss, zählt das störrische Anfedern – vor allem fällt das auf, wenn man unsere Standard-Rumpelstrecke zuvor mit dem Audi gefahren ist, bei dem man selbst auf Kopfsteinpflaster kaum glauben mag, auf 21-Zoll-Rädern unterwegs zu sein. Der Wendekreis des Alfa ist so ausladend wie das ganze Auto. Das aber sinnvoll konfiguriert zu uns kam, ohne das furchtbar viel nutzbare Höhe raubende Panoramadach.

Schön auch, dass die Italiener der Form nicht jede Funktion geopfert haben. Der Fond ist zwar nicht ganz so mühelos zu entern wie etwa im Audi, aber die Kopffreiheit für die Fondpassagiere fällt akzeptabel aus im rundlichschwellenden Heck, das tatsächlich so unübersichtlich ist, wie die muskulöse Optik befürchten lässt. Im Zusammenwirken mit dem vergleichsweise großen Wendekreis lässt es den Italiener sperrig wirken in der Stadt.

Dass der Stelvio (wieder einmal) Sieger der Herzen wird, aber nicht unbedingt des Vergleichstests, damit haben wir gerechnet.

Mit dem ersten Platz des teuer gewordenen BMW allerdings nicht unbedingt. Doch er bietet das beste Paket aus Materialgüte, Antriebs-und Bedienkomfort – die Federung ist eher der Glanzpunkt beim Audi.

PLATZIERUNG Punkte maximal 800

TEST-SIEGER

1. BMW X3 Teuer, aber auch gut: Top-Qualitätseindruck, intuitive Bedienung. Und die Spritspartricks funktionieren. 561 Punkte

2. Audi Q5 Federung und Lenkung besonders komfortabel. Leider wird die Materialwahl dem Preis nicht gerecht. 555 Punkte

3. Alfa Stelvio Längste Garantie, spurtstark, viel Komfortausstattung. Aber: herbe Federung, Infotainment angestaubt. 509 Punkte

FAZIT

ROLF KLEIN, MIRKO MENKE Renovierung geglückt: Der aufgefrischte BMW X3 punktet bei Qualitätseindruck, Bedienung, Antrieb und Komfort – obwohl deutlich im Grundpreis gestiegen, ist er noch immer sein Geld wert. Das Schöne an allen drei Dieseln: Jeden dieser stattlichen SUV kann man um die 7,0 Liter Verbrauch fahren, ohne Krampf und Schleichfahrt.