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Die Kompakte


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ColorFoto - epaper ⋅ Ausgabe 2/2023 vom 21.12.2022
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OM System OM-5 – dieser Name geht nicht leicht über die Lippen. Erstens weil wir immer noch reflexartig an „Olympus“ denken. Und zweitens macht es die OM-Doppelung auch nicht einfacher. Darum nennen wir die Neue einfach nur OM-5. Grundsätzlich muss man sich aber an „OM System“ gewöhnen, denn das Unternehmen hat bereits mit dem Umlabeln der ehemaligen Olympus-Produkte begonnen. Die alte Markenbezeichnung wird verschwinden, und auch die Onlinepräsenz, derzeit noch , wird sicherlich umgetauft. OM System liefert die OM-5 in einem noch ungefärbten, unbeschichteten Karton. Nur wenige dezente Schriftzüge geben Hinweise auf den Inhalt. Das ist gut: Ist der Beitrag auch klein, etwas weniger Farbe ist etwas mehr Umweltschutz.

Beim Auspacken hat man ein Déjà-vu: Abgesehen vom Namen ist die OM-5 eben immer noch eine Olympus-Kamera, von außen und von innen – was ganz sicher keine Kritik ist. Der Body kostet ...

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... 1300 Euro. Das ist im Moment relativ günstig. Die OM-5 baut auf bekannter Olympus-Hardware auf und orientiert sich an Bauteilen der E-M1 III: einem 20-MP-Sensor im MFT-Format samt Bildstabilisierung und Kontrast-AF. Optisch ist sie ein Zwilling der E-M5 III. Nicht nur der Preis macht die OM-5 interessant für Einsteiger, sondern auch der üppige Funktionsumfang und die „Ready out of Camera“-Philosophie. Ob Pixel-Shift-Aufnahmen oder Fokus Stacking – die Aufnahmen werden in der Kamera fertig gerechnet. Das macht Lust auf Experimente. Zugleich bleiben der Abstand zum aktuellen Topmodell OM-1 und die interne Hierarchie klar sichtbar. Optisch tritt die 700 bis 800 Euro teurere OM-1 solider auf: Sie ist fast 200 Gramm schwerer und hat einen ausgeprägten Griff. Auch in ihr steckt ein Sensor mit 20 Megapixeln, doch dank Stacked-Sensor-Technik inklusive 120-B/S-Serien schafft die OM-1 ein viel höheres Arbeitstempo.

Kompaktes Gehäuse

„Leichtbau“ und kompakte Abmessungen sind die Vorzüge der MFT- Plattform. Die aktuellen spiegellosen KB-Systeme wie RF-, L-, E- oder Z-Systeme sind teils deutlich größer und schwerer. Allein Fujifilm-X- oder die APS-C-Kombis von Sony können in Sachen Mobilität teilweise mit MFT konkurrieren. Aber eben nur teilweise, denn bei den Objektiven kann MFT wegen der kleineren Sensoren mit deutlich kürzeren Brennweiten und kompakteren Maßen punkten.

Der Body der OM-5 wiegt allein etwas mehr als 400 Gramm. Zugleich muss man nicht auf den Schutz vor Staub oder Feuchtigkeit verzichten, denn die OM-5 erfüllt den IP53-Standard: Sie ist gegen Spritzwasser und Staub abgedichtet, überdies ist die Kamera bis zu -10°C kältebeständig.

Zu den Nachteilen der kompakten Abmessungen zählen die eingeschränkte Griffsicherheit und ein kleiner Akku. Da der Handgriff nur sechs Zentimeter lang und lediglich leicht angedeutet ist, ruht die Hand, in der Regel sind es eher drei Finger, nicht so sicher und entspannt auf dem Gehäuse. Der gummierte Überzug verbessert die Friktion, und noch mehr hilft die Daumenauflage, doch gerade beim Fotografieren mit längeren Objektiven wünscht man sich mehr Grip.

Die Funktionstasten sind klein, liegen eng zusammen und sind deswegen nicht immer leicht zu treffen. Der Akku bietet 1210 mAh. Wer mit der Kamera reist, sollte also am besten einen Ersatzakku dabei haben. Geladen wird die Kamera über eine USB-Schnittstelle, eine Ladeschale wird nicht mitgeliefert. Für drahtlose Kommunikation stehen WLAN und Bluetooth bereit. Die USB-Schnittstelle ist veraltet und langsam, lediglich USB 2.0. Die aufgenommenen Fotos und Videos speichert die Neue auf SD-Karten und unterstützt auch den schnellen UHS-II-Bus.

Bildstabilisierung

Die kameraseitige Bildstabilisierung leistet gute Dienste bei schummrigen Lichtverhältnissen. Zaubern kann sie nicht – und je nach tatsächlicher Belichtungszeit kann die Kamera nicht alle Bewegungen restlos ausgleichen. Das „Optionsfenster“ hängt ab von der Brennweite und der „Handstabilität“ des Fotografen.

Sucher und Monitor

Die technischen Daten zeigen, dass der Sucher und der Monitor unverändert von der E-M5 III übernommen wurden. Der elektronische Sucher arbeitet mit 786 667 RGB-Pixeln und 100 Prozent Bildfeldabdeckung. Seine effektive Vergrößerung beträgt circa 0,7x. Der 3 Zoll große Monitor mit 345 667 RGB-Pixeln ist dreh- und schwenkbar. Dank Touchfähigkeit kann man ihn auch zur Steuerung der AF-Felder verwenden, aber nicht, um durchs Menü zu navigieren.

In der Praxis zeigt der Sucher ein tendenziell zu kontrastreiches Bild. Ein bewölkter Herbsttag ist kein Problem, aber wenn die Sonne scheint oder durch andere Lichtquellen helle und dunkle Partien zeitgleich im Motiv auftreten, kann man mitunter in hellen Bereichen kaum noch Zeichnung erohne kennen. Die Auflösung geht in Ordnung. Die Konkurrenz knackt in aller Regel allerdings die Million bei der Auflösung. So löst der Sucher der OM-1 192 000 RGB-Pixel auf – klar, dass er die Details weitaus feiner darstellen kann. Der Monitor hinterlässt einen guten Eindruck. Er lässt sich seitlich ausklappen sowie drehen – für Selfies und fürs Streaming.

ISO-Reihe

Die JPEGs verlieren mit steigender ISO-Empfindlichkeit an Detailzeichnung, wobei die Verluste schon ab ISO 800 sichtbar, aber bis ISO 1600 für MFT-Sensor noch akzeptabel sind. RAWs sind den JPEGs hinsichtlich der Feinzeichnung generell überlegen und zudem wesentlich stabiler bei steigender Empfindlichkeit. Allerdings rauschen sie auch mehr, und je nach Struktur kann das Rauschen unterschiedlich stark stören. Die JPEG-Signalverarbeitung rechnet das Rauschen erfolgreich weg. Auffallend bei OM-5-RAWs sind die satten, aber nicht überzogenen Farben – JPEGs wirken im Vergleich blasser.

Sensor

Als Sensor verwendet OM-5 den bekannten 20-MP-CMOS, ohne Stack-Technik. Ihm zur Seite steht der True-Pic-IX-Bildprozessor, der auch in der E-M1 III zum Einsatz kommt. Gegenüber der E-M5 III ist der Bildprozessor eine Verbesserung, denn das Vorgängermodell der OM-5 setzte noch einen TruePic-VIII-Prozessor ein. Die kameraseitige Bildstabilisierung durch eine bewegliche Sensoraufhängung findet in fünf Achsen statt: OM System verspricht insgesamt 15 Prozent Leistungssteigerung gegenüber der E-M5 III.

80 Megapixel per Sensorshift

Typischerweise hatten Olympus-Kameras zahlreiche Funktionen zu bieten, die auf dem beweglichen Sensor basieren. OM System setzt diese Tradition fort. Als Sonderfunktionen findet man in der OM-5 unter anderem Focus Stacking, Focus Bracketing, Live ND Filter oder Live Composite, bei der die Einzelbelichtungen kumuliert werden und man anhand der Vorschau das Ergebnis prüfen kann.

Die zentrale Funktion, die sich der Bildstabilisierung bedient, bleibt aber Pixel Shift. Die OM-5 beherrscht zwei Modi: vom Stativ und aus der Hand. In beiden Fällen wird das fertige Foto aus acht zueinander verschobenen Einzelbildern berechnet. Um Erschütterungen zu reduzieren, nutzen Hi-Res-Aufnahmen den elektronischen Verschluss. Im Handheld-Modus werden JPEGs und RAWs, die auch paarweise aufgenommen werden können, mit 8160 x 6120 Pixeln (50 Megapixel) gespeichert. Ist die Stativ-Option vorausgewählt, haben die JPEGs 50 Megapixel, die RAWs aber werden mit 10368 x 7776 Pixeln (80 Megapixel) auf die Karte geschrieben.

Schon der Stativ-Modus ist erschütterungssensitiv, was die Auflösungsvorteile schnell einschränkt. Der Hand-Held-Modus ist in der Praxis noch schwieriger umzusetzen, da kleinste Bewegungen Unschärfen verursachen.

Hybrid-AF-System

Das AF-System beherrscht sowohl Phasen- als auch Kontrastmessung und stellt jeweils maximal 121 AF-Kreuzsensoren zur Auswahl. Phasen-AF ist nach wie vor für Olympus-Fotografen mit älteren Four-Thirds-Objektiven interessant, da diese nicht mit dem Kontrast-AF gut kombinierbar sind.

Als Modi bietet die Kamera automatische AF-Feld Auswahl, Gruppen-AF mit 5 bis 25 Zonen, unterschiedlich große Einzel-AF-Felder und Tracking. Zusätzlich können individuell festgelegte AF-Felder gespeichert werden. Die Anzahl der Optionen lässt sich über das Menü einschränken, um schneller wechseln zu können. Die AF-Feldsteuerung über die Wippe gefällt uns weniger, weil sie zu unpräzise für schnellere Objekte ist und weil der Daumen in eine wenig bequeme Lage gekrümmt wird. Mit dem Finger auf dem Display ist man oft besser unterwegs, ohne dass die Touchfunktion die Schnelligkeit und Präzision aktueller Konkurrenzmodelle erreicht. Ein höher sitzender Joystick auf der Rückseite wäre super.

Kleine und große Optimierungen

OM System hat die Gesichts- und Augenerkennung verbessert. Die Gesichtserkennung lässt sich auf eine Funktionstaste legen, zum Beispiel die vorne neben der Optik sitzende, um sie schneller zu erreichen.

Der Sternenhimmel-AF – bisher nur in der EM-1 – ist jetzt auch bei der OM-5 dabei. Diesen konnten wir leider nicht testen – das Wetter wollte einfach nicht mitspielen. Eine Mustererkennung für Tiere oder Fahrzeuge bietet die Kamera nicht. Hier sind einige spiegellose Modelle der Konkurrenz umfangreicher ausgestattet, aber in der Praxis vermisst man das nur selten. Prinzipiell stellt die OM-5 mit dem Kontrast-AF und den modernen M.Zuiko-Objektiven schnell und zudem leise scharf. Natürlich ist nicht jeder Schnappschuss zu 100 Prozent knackig scharf, doch die Fehlerquote ist niedrig und zudem nicht immer der Kamera anzulasten. Nur zu schnell lässt man sich vom Faktor Zeit durch den Markierungsrahmen ablenken. Bei schummerigem Licht ist der Rahmen oft an der richtigen Stelle, aber die Verschlusszeit ist schlicht zu lang. In der Dunkelheit, wenn die Kontraste abnehmen, hat die OM-5 mehr Probleme mit der Fokussierung und findet hin und wieder keine Strukturen zum Anvisieren.

Die Verfolgung (AF-C und Tracking) klappt ebenfalls ordentlich. Wenn ein Objekt kurzzeitig verloren wird, etwa weil es sich außerhalb des sichtbaren Bereichs befindet oder von einem Hindernis verdeckt wird, wechselt der Markierungsrahmen seine Farbe von Grün auf Rot. Bleibt das Objekt nur kurz außerhalb des Sensors, wird es meist wieder gefunden. Die Empfindlichkeit, mit der der AF-C beim Verfolgen auf Veränderungen reagiert, lässt sich für Foto und Video anpassen.

Lautlos fotografieren

Das Serientempo bleibt dasselbe wie in der E-M5 III. Mit dem mechanischen Auslöser schafft die OM-5 bis zu 10 B/s inklusive AF-Nachführung. Der mechanische Auslöser arbeitet relativ leise, und sein Tempo reicht für zahlreiche Szenarien aus.

Für Sportaufnahmen kann man den lautlosen elektronischen Verschluss verwenden. Damit steigert sich das Tempo auf 30 Bilder pro Sekunde. Der mechanische Verschluss belichtet zwischen 1/8000 und 60 Sekunden lang. Der elektronische Verschluss schafft als kürzeste Belichtungszeit 1/32 000 s. Der Belichtungsmesser kann das Flackern künstlicher Lichtquellen erkennen und die Belichtungszeiten sowohl beim Fotografieren als auch beim Filmen entsprechend anpassen.

Neu für die OM-5 ist die Pro-Capture-Funktion aus der E-M1 III beziehungsweise aus der OM-1: Diese spezielle Serienbildfunktion mit JPEG- und RAW-Kompatibilität ist ausgesprochen hilfreich bei der Sportfotografie und in anderen Aufnahmesituationen, in denen der richtige Augenblick nur schwer zu erwischen ist. Außerdem fotografiert die Kamera im ProCapture-Modus mit dem lautlosen elektronischen Verschluss. Die OM-5 startet die Bildaufzeichnung, sobald der Auslöser herunter gedrückt wird, und legt die letzten Vorab-Bilddaten in einer Art Schleife im Pufferspeicher ab, bis man auslöst. Man ruft die ProCapture-Funktion unter den Drive-Optionen ab: Das Tempo kann je nach Einstellung bis zu 30 B/s betragen, wobei im ProCapture-Low-Modus – bis 14 B/s – auch die AF/AE-Nachführung möglioch ist. Etwa 14 Einzelbilder werden gepuffert. Drückt man dann den Auslöser ganz durch, fotografiert die Kamera weiter. Die Anzahl der Bilder lässt sich auch begrenzen, sofern man den Speicherverbrauch reduzieren will.

4K-Video

Filmen kann die OM-5 im 4K-Format mit 3840 x 2160 Pixeln und 30 B/s und zusätzlich im Full-HD-Format mit maximal 120 B/s. Die Kamera verwendet weiterhin den H.264-Codec und neuerdings auch OM-Log400 für größere Bearbeitungsreserven in der Post-Produktion. Neu ist die Option, die Videos auch im Hochformat zu speichern und per USB-Verbindung zu streamen. Ein elektronischer Bildstabilisator ist nicht nur im Sensor-Shift- sondern auch im Video-Modus verfügbar. Ist er aktiviert, wird während der Aufnahmen im Display ein roter Rahmen eingeblendet.

Bedienung

Das Bedienkonzept und die Menüstruktur hinterlassen einen zwiespältigen Eindruck, denn die Fülle der Einstellungsmöglichkeiten kann auch überfordern. Die Menüstruktur der OM-5 ist umfangreich und leider auch wenig intuitiv gestaltet. Das Menü ist in zwei bei maximal drei Ebenen unterteilt. Die Grundeinstellungen findet man noch recht schnell, auf der Suche nach erweiterten Optionen muss aber teilweise lange herumscrollt werden.

Der Ausweg heißt „Mein Menü“: Damit können oft verwendete Registrierkarten in bis zu fünf Seiten mit je sieben Einträgen zusammengefasst werden. Das erfordert anfänglich viel Zeit, zahlt sich auf längere Sicht aber absolut aus.

Focus Stacking

Manchmal reicht die Schärfentiefe selbst einer kleinen Blende nicht aus. Solche Aufgaben löst die OM-5 mit Fokus Stacking: Die Kamera nimmt bis zu acht Bilder auf, verschiebt nach jeder Aufnahme den Fokuspunkt um eine variable Distanz nach hinten und rechnet die Serie anschließend zu einem einzigen JPEG zusammen. Dabei ist stabiler Halt wichtig, idealerweise ein Stativ. Weiteres Zubehör benötigt man nicht, denn die OM-5 erledigt die Berechnungen. Die Ergebnisse sind schnell und unkompliziert verfügbar, wenn auch nicht perfekt – wir hatten immer stellenweise auftretende Bildfehler infolge der Überlagerung. Bessere Resultate verspricht die Focus-Bracketing-Funktion, allerdings werden dabei die Aufnahmen extern am Rechner zusammengesetzt.

Fazit Das M in MFT könnte auch für Mobility stehen: Die Leichtigkeit und Kompaktheit der OM-5 sind überzeugende Argumente – Kauftipp Mobilität. Natürlich sind gerade im Vergleich mit KB-Systemen Abstriche in der Bildqualität bei höheren ISO-Werten zu akzeptieren. 20 Megapixel sind jedoch für Reisen und vieles andere völlig ausreichend. Die für Tierfotografen spannende Pro-Capture-Funktion kann zudem in der Praxis überzeugen. Das AF-System erkennt wohl ein paar Muster weniger als die Konkurrenz, arbeitet aber zuverlässig. Verbessern könnte OM System das Menü, dessen zahlreiche Optionen man leider nur schlecht überblicken kann. Preislich spricht die OM-5 zu allererst Einsteiger an, denen überdies die „alles fertig aus der Kamera“-Philosophie entgegenkommt.

Das Konzept präferiert die Bedienung der Kamera hauptsächlich über Direktzugriffe: Die Touchfunktionalität ist limitiert, doch die Anzahl der mechanischen Räder und Buttons reicht völlig aus. Fast alle Tasten können umprogrammiert werden, ebenso die Einstellräder oben auf der Kamera. Eigentlich eine tolle Sache, aber auch hier treibt es OM System zum Teil sehr weit. So kann den beiden Einstellrädern auf der Oberseite je nach aktuellem Belichtungsmodus (P, S, A, M usw.) eine andere Funktion zugewiesen werden. Ist die Funktion des Fn-Schalters zudem auf das Umschalten zwischen zwei Einstellungs-Sets eingestellt, sind es pro Belichtungsmodus sogar zwei mögliche Einstellungen. Hut ab vor denen, die alle diese Optionen im Kopf behalten können. Unsere Empfehlung lautet: konsequent vereinfachen, Doppelbelegungen vermeiden und mit „Mein Menü“ eine Art Schnell-Menü implementieren.

Bildqualität

Zwar kommt der Sensor von der Olympus E-M1 III, allerdings stimmt die Signalabstimmung die Aufnahmen in der Tendenz kontrastreicher ab, sättigt die Farben mehr und schärft auch die Kanten stärker nach. Die Fotos erscheinen knackig – wie man es von Olympus gewohnt ist (oder war) – und wir messen teilweise höhere Werte. Unterm Strich liefert die OM-5 bis ISO 800 eine gute Bildqualität und ist auch bei ISO 1600 noch solide, aber mit Schwächen.

Bei ISO 200 klettert die Auflösung auf 1852/1703 LP/BH: Das ist das Niveau der OM-1 und mehr als bei der E-M1 III. Insgesamt kann die Kamera die Auflösung stabil halten, wenn auch die Bereiche mit niedrigen Kontrasten mehr verlieren, wenn die Empfindlichkeit steigt: bei ISO 800 sind es noch 1794/1546 LP/BH und bei ISO 1600 nochmals rund 50 LP/BH weniger.

Leider kann die OM-5 nicht die gleiche Konsistenz im Bezug auf die Dead-Leaves vorweisen. Von ISO 200 auf 400 nehmen die HC-DL-Werten von 1188 auf 1047 LP/BH ab. Aber richtig schmerzhaft sind die Verluste in den LC-Feldern: von 1004 auf 711 LP/BH. Bei ISO 1600 haben sich die LC-Werte halbiert, die für hohe Kontraste um ein Drittel abgenommen. Diese Messwerte korrelieren mit unseren visuellen Eindrücken: Beim Vergleich der ISO-Reihen bleiben kontrastreiche Strukturen besser erhalten, wenn die Empfindlichkeit steigt. Um den Schärfeeindruck zu erhalten, werden die Kanten besonders bis ISO 800 kräftig betont.Vor allem die dunklen Linien fallen auf.

Das Rauschen ist für eine MFT-Kamera bei ISO 1600 niedrig (VN 1,5) und selbst bei ISO 3200 (VN 2,0) noch ollkommen in Ordnung. Der Blick auf die RAWs, denen das Rauschen schon ab ISO 400 anzusehen ist, zeigt, wie effizient die interne JPEG-Abstimmung der OM-5 arbeitet. Trotzdem sollte eines klar sein: Noise Reduction kostet Details. RAWs können diese erhalten.

Wadim Herdt