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Die letzten Berufsjahre nutzen


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Rente & Co - epaper ⋅ Ausgabe 6/2022 vom 12.10.2022

FÜR BERUFSTÄTIGE

1.Lohn- und Gehaltsabrechnung en kontrollieren die meisten Arbeitnehmer meist relativ genau. Genauso penibel sollte man die Renten-Unterlagen abheften und überprüfen, um bereits relativ früh abschätzen zu können, mit welcher Rente gerechnet werden kann. Der erste Schritt: eine Renten- bzw. Wartezeit-Auskunft bei der Deutschen Rentenversicherung beantragen. Darin wird aufgelistet, welche rentenrelevanten Zeiten bisher erreicht und anerkannt werden. Vermerkt ist auch die Zahl der bisher erreichten Entgeltpunkte. Jeder Entgeltpunkt hat bisher einen Wert von 36,02 Euro. Heißt: Summe der Entgeltpunkte x 36,02 Euro ergibt den aktuellen Renten-Anspruch. Dabei sind aber Sozialbeiträge, die auch von der Rente zu zahlen sind, eventuelle Abschläge, aber auch Steuern noch nicht berücksichtigt.

2. In einem zweiten Schritt d ann die künftigen Arbeitsjahre abschätzen. Wer aktuell durchschnittlich ...

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... verdient (2022: 38.901 Euro), erhält dafür einen Entgeltpunkt bei der Rente gutgeschrieben; wer etwa 30.000 Euro verdient, erhält etwa 0,75 EP, wer 65.000 Euro Gehalt hat, etwa 1,7 EP. Nun die künftigen Entgeltpunkte zu den bereits erreichten addieren. Das ist der Status quo bzw. die Prognose, falls im Job bis zur Rente nichts passiert.

3. WR enten-Ansprüchen ist in ichtig: Das Maximieren von den letzten Berufsjahren (ab etwa 50) viel, viel einfacher als mit dem Renten-Antrag oder im Ruhestand selbst. Deshalb frühzeitig damit starten und den eigenen Versicherungsverlauf kontrollieren. Dazu am besten bei der Rentenversicherung eine Renten- bzw. Wartezeit-Auskunft formlos beantragen. Dann wird ein aktueller Versicherungsverlauf zugesandt. Idealerweise erfolgt dieser Schritt erstmals vor dem 45. Geburtstag, weil nur bis dann Lücken aus Schuloder Studienzeiten auffüllbar sind (siehe S. 36 ff.). Ist dies noch möglich (vorab bei der Rentenkasse anfragen), dann dies unbedingt tun, weil diese Beiträge einerseits Zeiten bringen (z. B. für eine abschlagsfreie Rente), andererseits an künftigen Erhöhungen des Rentenwerts teilnehmen. Das heißt: Diese Beiträge steigern im Lauf der Jahre ihren Wert.

So hoch sind die Renten

Monatliche Zahlbeträge in Euro für Neu-Rentner

Rente wegen voller Erwerbsminderung

Rente für Schwerbehinderte

Rente für besonders langjährig Versicherte

Rente für langjährig Versicherte

Regelaltersrente

1.338

981

1.616 1.332

768

Hoher Verdienst, viele Arbeitsjahre

Ein gutes Gehalt führt anscheinend zu mehr Spaß an der Arbeit und deshalb auch zu einer längeren Berufstätigkeit. Dies zeigen Daten der Rentenkasse: Wer im Lauf des Berufslebens im Schnitt 0,6 bis 0,8 Entgeltpunkte pro Jahr sammelte, geht als Mann im Westen bereits mit etwa 33 Arbeitsjahren in Rente. Zum Vergleich: Wer im Schnitt 1,4 bis 1,6 Entgeltpunkte pro Berufsjahr sammelte, arbeitet gut 45 Jahre, bevor ein Rentenantrag gestellt wird. Dies ist im Osten Deutschlands anders – hier ist die Zahl der erreichten Berufsjahre vor der Rente zwischen Niedrig- und Gut-Verdienenden relativ ähnlich.

53,4 % der Männer im Westen, die eine Rente beantragen, haben mehr als 45 Beitragsjahre, bei den Frauen im Westen sind dies nur etwa 12 %. Im Osten haben sogar mehr als 65 % der Männer so viele Arbeitsjahre und 35 % der Frauen.

4.Bei der Kontrolle des Versicherungsverlaufs vor allem auf Lücken achten, also jede Zeile exakt prüfen, ob das End-Datum der Vorgänger-Zeile exakt zum Anfangs-Datum der nachfolgenden Zeile passt. Ist dies nicht der Fall, dann den Zeitraum notieren. Aber erst nachdem alle Zeilen geprüft (und eventuell weitere Lücken entdeckt) wurden, nach Unterlagen suchen, die diese Lücken eventuell erklären könnten.

5. WB rutto-Verdienste aus frühe- ichtig dabei: Auch die ren Jahren im Versicherungsverlauf kontrollieren. Studien zeigen, dass es viele Übertragungsfehler und Zahlendreher gibt, da früher Gehaltsmeldungen nicht elektronisch übermittelt wurden, sondern per Papier, sodass die Werte von Hand erfasst werden mussten. Am einfachsten geht dies mit den Meldezetteln zur Sozialversicherung, die Arbeitgeber einmal jährlich ausgehändigt haben. Natürlich kann ein Gehalt aus früheren Jahren nicht nachträglich erhöht werden, sodass sich dadurch eine höhere Rente ergibt. Umso wichtiger ist es, dass die gespeicherten Werte wenigstens stimmen. Ist dabei ein Fehler entdeckt worden, dann die richtigen Beträge mit einer Kopie des Meldezettels zur Rentenversicherung senden.

6. Bei Lücken im Versicher ungsverlauf ist die Korrektur etwas schwieriger. Ist eine Lücke aufgetaucht, was bei den meisten Arbeitnehmern der Fall ist, dann zuerst genau überlegen, was man zum fraglichen Zeitpunkt beruflich (oder sonst) gemacht hat. Ist es eine Lücke, für die es keinen Beleg mehr gibt, z. B. weil man sich eine Auszeit gönnte, ohne sich arbeitslos zu melden, oder wegen familiärer Pflichten mit dem Job aussetzte oder zwischen zwei Arbeitsstellen ein paar Wochen Leerlauf war, ohne dass Eman beim Arbeitsamt war, dann dürfte diese Lücke heute nicht mehr zu schließen sein.

7. Viel häufiger aber sind Lücken für Zeiträume, die erklärbar sind, die aber die Rentenversicherung bisher nicht kannte oder nicht gewertet hat, z. B. weil eine Umschulung gemacht oder zu Beginn des Berufslebens eine Ausbildung, die noch nicht anerkannt wurde. Dann unbedingt Unterlagen organisieren (und an die Rentenkasse schicken), die diese Zeit belegen, vor allem wenn es sich um eine Berufsausbildung handelt. Das geht übrigens immer. Wird dies akzeptiert, steigert dies sofort die Renten-Ansprüche.

Rente ohne Abschläge

Die früheste abschlagsfreie Rente ist die Rente für besonders langjährig Versicherte. Benötigt werden 540 Renten-Monate. Dazu zählen:

Pflichtbeiträge aus Beschäftigung, wenn Rentenbeiträge gezahlt wurden, z. B. auch während einer Ausbildung

Freiwillige Beiträge, wenn 18 Jahre mit Pflichtbeiträgen vorhanden sind

Zeiten aus einem Mini-Job, wenn auf die Versicherungsfreiheit verzichtet wurde

Wehr- und Zivildienst Berufliche Umschulung

Kinder-Berücksichtigungszeiten (10 Jahre nach Geburt eines Kindes)

Pflege eines Angehörigen, wenn Beitragspflicht vorhanden ist

Zeiten mit Kranken- und Verletztengeld

Arbeitslosigkeit mit Bezug von ALG I, sofern diese Zeit nicht unmittelbar vor dem Rentenbeginn liegt – es sei denn, die Arbeitslosigkeit ist durch Insolvenz des Arbeitgebers entstanden

Zeiten mit Kurzarbeiter-, Insolvenz-, Schlechtwetter- oder Winterausfallgeld

Zeiten aus dem Auszahlen eines Wertguthabens.

8. Kontrolliert werden sollten immer auch die Zeiten, in denen öffentliche Stellen die Rentenbeiträge übernommen haben, also Krankenkassen, Arbeitsamt, Wehr- oder Zivildienststellen. Studien zeigen, gerade dort tauchen häufig Fehler auf, weil Zeiten gar nicht gemeldet bzw. die Zeiten nicht höher gewertet wurden. Fehler entstehen hier meist, weil in früheren Jahren Meldezettel per Papier zwischen den Dienststellen und der Rentenkasse hin und her wanderten.

9. Nb zw. Werte aus der Vergan- achdem eventuelle Lücken genheit überprüft wurden, gilt es nun, die Renten-Ansprüche zu erhöhen. Dabei gilt: Ab dem Moment, ab dem der Versicherungsverlauf exakt kontrolliert wurde, jedes Jahr das Rentenkonto prüfen, gleichzeitig aber keine Zeiten mehr zulassen, die nicht rentenrelevant sind. Also z. B. bei einem Jobwechsel und einer zeitlichen Differenz zwischen den beiden Arbeitsstellen, auch wenn es sich nur um wenige Wochen handelt, immer arbeitslos melden! Auch wenn der Aufwand übermäßig erscheint. Verliert man hier nur einen Monat, erhält man 3 Euro Rente jeden Monat weniger.

10. Ausgleichen sollten die Lücken bzw. Renten-Verluste während der letzten Arbeitsjahre auch alle, die eine Scheidung hinter sich haben und Renten-Punkte an den Ex-Partner abgeben mussten. Das Wieder-Auffüllen ist jederzeit möglich, muss nicht vollständig und nicht in einer Summe erfolgen. Aber es lohnt.

11. Ga chten, dass alle Gehalts- rundsätzlich immer darauf Bestandteile rentenversicherungspflichtig sind (zumindest bis zur Beitragsbemessungsgrenze). Also möglichst keine Brutto-für-netto-Verdienste akzeptieren (wie es z. B. im Handwerk vielfach üblich ist für Samstags-Arbeit). Und, sofern es möglich ist, auch keine Rest-Urlaubstage verschenken bzw. abbummeln. Lieber auszahlen lassen, auch wenn dann Steuern und Sozialbeiträge anfallen. Im Ruhestand freut man sich, wenn auch dadurch eine etwas höhere Rente erreicht werden konnte.

12.Deshalb auch genau rechnen, ob eine betriebliche Altersvorsorge, die man selbst einzahlt, z. B. eine Direktversicherung, also ohne Beteiligung des Arbeitgebers, wirklich lohnt. Denn für den monatlichen Beitrag (2022: max. 564 Euro) zahlt man zwar keine Steuern, aber auch keine Rentenbeiträge. Heißt: Durch eine Direktversicherung verliert man etwa 0,17 Entgeltpunkte pro Jahr. Wer eine Direktversicherung 25 Jahre hat, erhält also deshalb 4,25 Entgeltpunkte weniger – und damit gut 150 Euro weniger Rente pro Monat. Und nicht vergessen werden darf, dass zwar während der Einzahlphase Steuern und Krankenkassen-Beiträge gespart werden, dass diese in der Auszahlphase aber fällig werden.

13. Noch geschickter ist es, mit dem Arbeitgeber Wertguthaben (s. S. 43) zu vereinbaren. Dabei werden Teile des Gehalts, Urlaubs- oder Weihnachtsgeld oder eine Abfindung, aber auch Überstunden oder Rest-Urlaubstage über Jahre angespart – und mit Ausscheiden aus dem Job auf die Rentenkasse übertragen, die dann daraus quasi ein Gehalt zahlt, während man schon zu Hause ist und auf die Rente wartet. Der Vorteil: Dadurch lässt sich der eigentliche Renten-Beginn nach hinten schieben, was entweder Abschläge minimiert oder bei einem Renten-Start jenseits der Regelaltersgrenze kräftige Zuschläge erzeugt. Für dieses Verfahren gibt es weder zeitliche noch finanzielle Grenzen. Wer also frühzeitig startet, kann bis zum Rentenbeginn leicht Zehntausende Euro an Ansprüchen sammeln.

14. SR ente auch mit der soge- teigern lässt sich die nannten besonderen Rentenauskunft. Den Antrag sollte jeder mit 50 stellen. Die Rentenkasse rechnet dann aus, welche Rente man erhalten würde, wenn man zum frühestmöglichen Zeitpunkt in Rente ginge, das ist bei den meisten mit dem 63. Geburtstag. Zusätzlich beziffert die Rentenkasse den Betrag, der nötig wäre, um den Abschlag auszugleichen, den man bei einem Rentenbeginn mit 63 hätte. Und diesen Betrag kann man dann bis zum eigentlichen Rentenbeginn zusätzlich einzahlen – auch wenn man schon über der Beitragsbemessungsgrenze liegt. Eine Verpflichtung, mit 63 in Rente zu gehen, ergibt sich daraus nicht. Das heißt, wer dieses Instrument nutzt, sammelt bis zum Rentenbeginn zusätzliche Entgeltpunkte und erhält mehr Rente. Das Besondere: Der genannte Betrag muss weder in einer Summe noch vollständig eingezahlt werden – möglich ist auch, darüber eine Art Sparplan zu starten, indem man jeden Monat einen Betrag einzahlt. Und dieser Sparplan ist finanziell interessanter als jeder Bank-Sparplan, da die Rentenkasse über die (meist) jährlichen Rentenerhöhungen eine bessere Rendite erzielt als klassische Banken.

15. Dl ohnen umso mehr, da die iese freiwilligen Beiträge Entwicklung der letzten Jahre – also relativ niedrige Rentenbeiträge bei gleichzeitig kräftig gestiegenem Rentenwert und damit Renten-Ansprüche – so nicht weitergehen dürfte. Prognosen sehen steigende Beiträge ab 2023 bzw. 2024 vor. Das heißt, das Netto-Einkommen sinkt. Deshalb lohnt es gerade noch, 2022 freiwillige Rentenbeiträge zu leisten, weil das Verhältnis von zu zahlendem Betrag und gutgeschriebenen Entgeltpunkten außergewöhnlich gut ist. Das heißt, man kann dieses Jahr sehr viel tun, damit künftige Renten-Ansprüche höher sein werden.

16. Der einfachste Weg zu ein er höheren Rente ist, Abschläge zu vermeiden, die fällig werden, weil man vor der Altersgrenze für eine abschlagsfreie Rente (Rente für besonders langjährig Versicherte bzw. Regelaltersrente) einen Rentenantrag gestellt hat. Deshalb in den letzten Renten-Jahren genau rechnen.

17. Und dabei auch an jene Ins titutionen denken, die viele Arbeitnehmer meist ausblenden, wie Krankenkasse und Bundesagentur für Arbeit. Das heißt: Wer z. B. bereits mit 63 aus dem Job aussteigen will, sollte nicht sofort einen Rentenantrag stellen, sondern sich zuerst arbeitslos melden (selbst wenn man ein paar Wochen Sperre erhält). Der große Vorteil: Meist ist das Arbeitslosengeld I viel höher als die Rente – man hat also ein besseres Einkommen; zusätzlich zahlt die Arbeitsagentur Renten-Beiträge, die dann die spätere Rente erhöhen. Und: Durch diese Zwischenphase wird erst später der Rentenantrag gestellt, sodass die Abschläge deutlich niedriger sind. Ein Jahr Arbeitslosigkeit vor der Rente erhöht die spätere Rente leicht um 45 bis 50 Euro pro Monat.

18. Gf ür das Krankengeld. Wer leiches gilt im Grundsatz sagt denn, dass man den Job kündigen muss, wenn einem die Arbeit leichtfällt? Unter finanziellen Gesichtspunkten ist es viel schlauer, sich krank zu melden und nach den 6 Wochen Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber im Extremfall 1,5 Jahre Krankengeld zu beziehen. Der monetäre Vorteil ist enorm: Krankengeld ist viel höher als eine Rente; währenddessen zahlt die Krankenkasse weitere Entgeltpunkte, sodass die sich dann anschließende Rente deutlich höher ist, als wenn man sofort (oft aus Frust) den Job gekündigt hätte und in Rente gegangen wäre. Beide Verfahren greifen übrigens auch, wenn bereits Anspruch auf eine Rente besteht. Das heißt: Selbst wer bereits eine Rente für langjährig Versicherte bekommen könnte, weil man über 63 ist, kann sich trotzdem arbeitslos melden.

Das bringen Renten-Beiträge

Alle Angaben in Euro pro Monat

19. Das gilt selbst dann, wenn m an vor Jahren einen Vertrag über Altersteilzeit abgeschlossen hat. Zwar hat man damals möglicherweise geplant, nach der passiven Phase in eine Frührente zu gehen. Wem aber die Abschläge jetzt doch zu hoch sind, kann sich auch nach einer Altersteilzeit arbeitslos melden.

20. Abschläge reduzieren lassen sich aber auch über einen Mini-Job. Wem z. B. die jetzige Arbeit zu schwer fällt, man gleichzeitig aber genügend Renten-Ansprüche hat, vielfach eigentlich nur noch wartet, dass man die notwendige Altersgrenze (z. B. für die abschlagsfreie Rente für besonders langjährig Versicherte) erreicht, kündigt, meldet sich arbeitslos und nimmt einen kleinen Mini-Job an. Der Mini-Job liefert dann die Pflichtbeitragszeiten, die man eventuell für die benötigten 540 Monate für die abschlagsfreie Rente noch braucht.

21. Gd ie Rente schließlich auch, esteigert werden kann indem die neuen lukrativen Hinzuverdienstregeln genutzt werden (s. S. 6). Der Weg ist simpel: Man beantragt mit 63 oder 64 eine Rente (auch mit Abschlag), arbeitet aber weiter, bezieht also in den letzten Arbeitsjahre sowohl Gehalt wie auch bereits Rente – das ist möglich. Das zusätzliche Einkommen übersteigt die Summe der Abschläge bei Weitem, selbst wenn man beachtet, dass Abschläge lebenslang bleiben.

22. WJ ahren nicht mehr voll ar- er aber in den letzten beiten will, das geringere Einkommen aber fürchtet, sollte eine Teil-Rente beantragen. Heißt: Man arbeitet z. B. noch Teilzeit mit 50 %, erhält aber zusätzlich noch eine 50%- oder 70%-Teilrente. Auch hier erhöht dann die Teilzeit-Arbeit neben der Rente die Renten-Ansprüche, die sich im Folgejahr bemerkbar machen.

23.Schließlich steigert nat ürlich auch ein späterer Rentenbeginn die Rente deutlich, weil es kräftige Zuschläge gibt. Wem also die Arbeit Spaß macht, sollte ruhig über die Regelaltersgrenze hinaus arbeiten – belohnt wird man mit einem 6%-Renten-Zuschlag. Hinzu kommt, dass das Nettogehalt jenseits der Regelaltersgrenze steigt, da weniger Sozialbeiträge fällig werden.

1.512 Euro verliert jeder Mann pro Jahr, der vorzeitig in Rente geht und Abschläge hinnehmen muss. Deshalb alles daransetzen, um den Rentenbeginn hinauszuschieben, um über geringere Abschläge eine höhere Rente zu haben.

Rente steigern über Wertguthaben

Wer geschickt vorgeht und eine Vereinbarung mit dem Arbeitgeber trifft, kann bereits über viele Jahre Überstunden, nicht genommene Urlaubstage, aber auch Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld in zusätzliche Renten-Ansprüche umwandeln. Das Prinzip dahinter:

Rechtlich geregelt ist alles in § 7 SGB VI ff.

Gesammelt werden Arbeitszeiten bzw. Arbeitslohn. Alles wird (in Geld ausgedrückt) auf einem Verrechnungskonto beim Arbeitgeber gespart.

Mit dem Ausscheiden aus dem Betrieb wird das Kapital an die Deutsche Rentenversicherung übertragen.

Übertragen werden kann ein Wertguthaben aber nur, wenn es die sechsfache Bezugsgröße hat 18 SGB IV) – 2022 liegt diese bei 3.290 Euro, der sechsfache Wert beträgt also 19.740 Euro. Nach oben gibt es keine Grenze.

Wie dieser Mindestwert erreicht wurde, also über Ansparen über Jahre oder durch eine einmalige Zahlung (Abfindung) ist unerheblich.

Die Rentenkasse zahlt das Kapital dann wieder in monatlichen Raten (quasi als Arbeitslohn) aus, inkl. Rentenbeiträge. Das Gehalt ist frei wählbar, muss aber mindestens 70 % des letzten Gehalts bzw. höchstens 130 % erreichen 7 SGB IV).

Die Zeiten der Auszahlphase zählen als Pflichtbeitragszeiten für die Rente, da die Rentenkasse quasi Arbeitgeber-Funktion übernimmt. Damit zählt diese Zeit für die 45 Beitragsjahre für die Rente für besonders langjährig Versicherte.

Mehr noch: Wer geschickt vorgeht, kann z. B. aus dem Job ausscheiden, dann Arbeitslosengeld nutzen, danach das Wertguthaben. Die Folge: Die Arbeitslosigkeit liegt nicht unmittelbar vor Rentenbeginn – und damit zählt sie wieder für alle Renten, auch für die 45 Jahre der Rente für besonders langjährig Versicherte.

24. Ue rsten Renten-Jahre nd weil vielen in den „Decke auf den Kopf fällt“ – arb ten viele stundenweise in eine Mini-Job. Dann aber, obwohl m ja schon in Rente ist, unbeding weiter Renten-Beiträge vom M Job-Gehalt abziehen lassen – führt dann im Folgejahr zu ein doppelten Renten-Erhöhung.

25. Das gilt übrigens auch, wenn man mit dem Rentenbeginn nochmals ehrenamtlich aktiv werden will. Dann aber möglichst einen offiziellen Freiwilligendienst für ein Jahr machen, denn dafür gibt es volle Pflichtbeiträge, was wiederum im Folgejahr eine zusätzliche Renten-Erhöhung um gut 30 Euro im Monat bringt.