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Die Lunge ist ein Wunderwerk


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Frau im Spiegel - epaper ⋅ Ausgabe 30/2022 vom 20.07.2022

12 Zahl der Woche bis 18 Atemzüge machen wir im Durchschnitt pro Minute – meistens läuft das ganz unbewusst ab

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Bildquelle: Frau im Spiegel, Ausgabe 30/2022

WARNT ALLE RAUCHER Christy Turlington war Teil einer britischen Kampagne gegen Zigaretten

Christy Turlington, 53 Hat eine Lungenkrankheit

„Das Rauchen hat geschadet“

1997 starb der Vater des Topmodels an Lungenkrebs. Schon damals machte sich das Model auf der Website smokingisugly.com gegen das Rauchen stark. Nach der Diagnose ihres Vaters hatte sie mit den Zigaretten aufgehört zu spät, wie sie im Interview mitteilte. Im Jahr 2000 wurde bei ihr ein Lungenemphysem festgestellt. „Ich bin erschrocken, dass das Rauchen dauerhafte Schäden in meinem Lungengewebe verursacht hat“, gestand das Model.

Bei jedem Atemzug saugt unsere Lunge 500 ml Luft ein. Das passiert automatisch und meist unbewusst 12- bis 18- mal pro Minute. So veratmen wir im Laufe des Tages über 12 000 Liter Luft, die uns mit Sauerstoff versorgt. Zusammen mit diesem Lebenselixier gelangen allerdings ...

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... Giftstoffe, Staub oder Krankheitserreger wie Viren, Bakterien und Pilze auf direktem Weg in unser Atmungsorgan. Ob wir dann erkranken oder nicht, hängt auch davon ab, wie abwehrfreudig es sich zeigt. „Je stärker die Lunge ist, desto besser kommt sie mit den Angreifern klar“, erklärt Dr. Martin Ehlers.

Faktoren wie ein erholsamer Schlaf, eine gesunde Ernährung und eine gute Belüftung des Lungengewebes spielen für die Wehrhaftigkeit der Lunge eine große Rolle. Selbst in Bezug auf Covid-19 können wir, so Dr.

Ehlers, durch die Stärkung der Lunge viel verhindern. „Neben der wichtigen Impfung, die uns sehr gut vor schweren Verläufen schützt, gibt es auch viele einfache Maßnahmen, die jeder für sich selbst tun kann. Damit schützen wir nicht nur die Lunge, sondern stärken unsere Gesundheit insgesamt“, sagt der Lungenspezialist und Autor (s. Buch-Tipp, S. 50) aus Hamburg.

Auf die Ernährung kommt’s an: Überraschend beeinflusst das, was wir essen, auch unser Atemorgan. „Wenn ich mich um meine Darmgesundheit kümmere, mich schlau ernähre, dann schütze und stärke ich gleichzeitig damit meine Lunge“, erläutert Dr. Ehlers. Denn neueste Erkenntnisse zei-gen, dass unser Darm mit der Lunge kommuniziert. Der Austausch dieser Darm-Lungen-Achse findet über das Lungenmikrobiom statt, das sich – ähnlich wie im Darm – aus bestimmten Bakterien zusammensetzt. Besonders wichtig fürs Lungenmikrobiom sind kurzkettige Fettsäuren. Sie entstehen im Darm bei der Umwandlung von Ballaststoffen aus Gemüse und Obst durch Darmbakterien. Über das Blut- und Lymphsystem gelangen diese Fettsäuren in die Lunge. Dort haben sie die gleiche Aufgabe wie im Darm: die Schleimhaut zu ernähren und zu stabilisieren. „Die Fettsäuren festigen die molekularen Verbindungsstrukturen, die die Schleimhautzellen fest aneinanderketten.

Dadurch bleiben unsere Atemwege stabil und abwehrfähig“, sagt der Hamburger Pneumologe. Viele Studien belegen zudem, dass bestimmte Stoffe aus Lebensmitteln wie Tomaten, Weintrauben, Äpfeln, Brokkoli oder Petersilie eine direkte Wirkung auf die Gesundheit unserer Lunge haben.

Viel Gutes einatmen: Wann immer wir die Gelegenheit haben, sollten wir raus an die frische Luft gehen, lautet ein leicht umzusetzender Tipp des Lungenfacharztes. Wer sich während der Pandemie regelmäßige Spaziergänge angewöhnt hat, sollte diese also auf jeden Fall beibehalten.

ARCHITEKTUR DER LUNGE

Unser Atmungsorgan liegt im Brustkorb und wird dort von den Rippen bestens geschützt.

Der Aufbau Die Lunge erinnert in ihrer Form an einen Baum, der auf dem Kopf steht. Den Stamm bildet die Luftröhre (Trachea). Von ihr verzweigen sich zwei Hauptbronchien, die in die beiden Lungenflügel eintreten.

Das Leitsystem: Die Hauptbronchien gabeln sich weiter zu Bronchien und Bronchiolen auf. Über diese kleinen Verästelungen wird die Luft transportiert und endet in den Lungenbläschen (Alveolen). Hier findet der Gasaustausch statt.

Der Reinigungsapparat: Die Bronchien besitzen jede Menge kleiner Flimmerhärchen, die Schleim produzieren. Er schließt Staub, Rauch, Pollen und andere Partikel ein. Dieses Flimmerepithel wiegt sich, wie von Zauberhand bewegt, ständig hin und her, um den Schmutz aus den Atemwegen abzutransportieren. Verdickt sich der Schleim, kommt es zum Hustenreflex.

Sarah Connor, 42 Sorge um Lungenkraft

„Hoffentlich kann ich noch tauchen und singen“

Die Sängerin bekam 2021 Corona. Ihre größte Sorge: „Hoffentlich kann ich noch tauchen und natürlich noch singen“. Ihre Lungenkraft braucht Connor nämlich nicht nur für ihren Beruf, sondern auch für ihr geliebtes Hobby das Freitauchen. Dabei hält man während des gesamten Tauchgangs die Luft an. Das könne sie knapp drei Minuten lang, erzählte sie. „Für mich ist es das Allerschönste, über Kopf ohne Hilfsmittel 15 bis 20 Meter runterzutauchen und kopfüber in der Schwerelosigkeit zu verharren.“

Beim Schlendern oder auch flotteren Gehen atmen wir tiefer und schneller. Dadurch wird die Lunge besser durchlüftet und durchblutet. Dieser Gesund-Effekt lässt sich im Wald sogar noch toppen. „Dort atmen wir kostbare Phytonzide ein. Das sind natürliche Abwehrstoffe der Bäume, die unsere Lunge schützen“, schwärmt Dr. Ehlers. Genauso gut ist es, die salzige Luft am Meer einzuatmen. Sie benetzt die Bronchien mit Meerwasser-Aerosol. Das hält die Lunge geschmeidig und sie kann Sekret besser abtransportieren. In der Heizungssaison bietet das Inhalieren mit isotonischer Kochsalzlösung eine gute Alternative und beugt ebenfalls Infekten vor.

Der Lunge Raum geben: Damit unser Atmungsorgan gut funktionieren und sich gesund halten kann, braucht es Luft – und zwar bis in die Lungenspitzen. Unsere über weite Strecken des Tages vorgebeugte Haltung beim Sitzen an PC, Handy oder Tablet verhindert das aber. Wir atmen flacher, was zur Folge hat, dass bestimmte Lungenbereiche schlechter belüftet werden. „Da, wo keine Luft hinkommt, ist auch keine Heilung, da verstopft auch gern was und bildet im schlimmsten Fall Infektionen“, weiß Dr.

Ehlers. Er rät, sich bei sitzender Tätigkeit hin und wieder zu dehnen. Dabei die Arme seitlich nach hinten oben strecken und bewusst tief in den weiten Brustkorb ein- und ausatmen. Ergänzend belüften Atemübungen sehr gut. Etwa diese zum Krafttanken: Im geschlossenen Mund die Zunge hin und her bewegen. Innen über die Zähne streichen, über Gaumen und Mundboden. Und dann seufzen. Denn: Wer ausgiebig seufzt, atmet einmal intensiv ein und aus. Außerdem werden dabei die Kiefer- und Kehlkopfmuskeln gelockert. Auch in stressigen Situationen bringt es viel, so intensiv wie möglich zu seufzen. Mit solchen Übungen können wir im Alltag den Fokus auch mal auf den sonst unbewussten Vorgang der Atmung richten und neue Energie tanken.

Jessica Schwarz, 45 Rückfällig geworden

„Für die Liebe aufgehört“

In jungen Jahren rauchte die Schauspielerin Kette. Durch homöopathische Nichtraucherspritzen besiegte Schwarz 2013 ihre Nikotinlust. Ihre Motivation damals: „Für meinen Freund, Nichtraucher, ist es natürlich angenehmer, dass ich aufgehört habe.“ Der andere Grund war ihre Gesundheit. Doch 2020 gestand sie: „Ich habe leider nach sieben Jahren wieder angefangen.“

Die Muskulatur stärken: Sport ist ebenfalls ein gutes Mittel, um die Lunge mit ausreichend Luft zu versorgen. Denn: Je aktiver wir sind, desto größer wird das Atemvolumen, das die Lunge durchströmt. Aber auch aus einem anderen Grund sollten wir uns regelmäßig bewegen. „Sport stärkt die Muskeln, die für die Atmung zuständig sind“, erklärt der Lungenarzt. Denn unsere Lunge selbst hat keine Muskeln. Sie ist abhängig vom Zwerchfell, der Zwischenrippen- und Bauchmuskulatur. Und die trainieren wir beim Sport automatisch mit. ◼

Buch-Tipp

Öfter mal tief Luft holen! Anschaulich und mit vielen praktischen Tipps erklärt der Pneumologe Dr. Martin Ehlers in seinem Ratgeber „Neustart für die Lunge“, wie wir unser lebenswichtiges Atmungsorgan gesund halten und stärken können. Riva Verlag, 20 Euro.

Natascha Ochsenknecht, 57 Hatte heftig Corona

„Meine Lunge brannte wie Feuer“

Nach ihrer Corona-Erkrankung postete die TV-Prominente ein Instagram-Video. Darin berichtete sie, dass sie zehn Tage lang ausgeknockt gewesen sei und flachgelegen habe. Sie habe üblen Husten und ganz schlimme Gliederschmerzen gehabt: „Meine Lunge hat gebrannt wie Feuer.“ Zum Zeitpunkt des Posts ging es ihr schon besser. Sie schränkte aber ein, dass sie immer noch husten müsse. Ihren Geruchs- und Geschmackssinn hatte sie noch neun Monate später nicht zurück.

PHYTOTHERAPIE FÜR DIE ATEMWEGE

Wenn bei Bronchitis festsitzender Schleim in den Atemwegen quält, hilft die Kombination aus Myrten-, Eukalyptus-, Süßorangenund Zitronenöl (z. B. in GeloMyrtol forte, rezeptfrei, Apotheke). Sie fördert das Abhusten des Sekrets und befreit so die Bronchien. . Corona-Studie Die Einnahme des pflanzlichen Mittels kann auch bei schwerem Covid-Verlauf sinnvoll sein. Bei einer Studie mit 35 Patienten, die in der Klinik lagen, verminderte sich die Kurzatmigkeit. Zudem benötigten die Probanden mit der unterstützenden Phytotherapie weniger Sauerstoffzufuhr.