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Die Modelle des TWINDEXX Vario Regional und IC2 von Brawa Dostos im Lampenschein mit und ohne Antrieb


NBahn Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 19.12.2019

Die Fahrzeugindustrie bietet inzwischen universelle Doppelstöcker-Konzepte für den Nah- und Fernverkehr an. Lange musste Brawa bis zur Serienreife der Vorbilder warten. Jetzt stehen sie auch in Modell zum Anlageneinsatz bereit


Artikelbild für den Artikel "Die Modelle des TWINDEXX Vario Regional und IC2 von Brawa Dostos im Lampenschein mit und ohne Antrieb" aus der Ausgabe 1/2020 von NBahn Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: NBahn Magazin, Ausgabe 1/2020

Die Modelle verfügen über umfangreiche Innenbeleuchtung, leuchtende Fahrtzielanzeigen und Frontlichtwechsel


Die Dachausrüstung des 445 mit Metallstromabnehmer


Der Antrieb ist unter einer blauen Abdeckung in einem der Frontwagen im Untergeschoss untergebracht


Die gemeinsamen Merkmale der beiden aufwendigen Modellgarnituren sind vorbildgerechte Längen über Puffer, Wagenkästen und -böden ...

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... aus Kunststoff, Metallplatteneinlagen, Kurzkupplungskinematiken mit NEM-Aufnahme und Spiralfeder, Stromabnahme über Radscheiben- Innenschleifer, beleuchtete, digital schaltbare Zugzielanzeigen an den Fronten und Seiten, Fernlicht bei Digitalbetrieb, beleuchteter Führerstand und Lichtwechsel rot/weiß. Auf digitalen Anlagen muss jeder Wagen einen Funktionsdecoder (Brawa Art.-Nr. 99821) wegen eingebauter Elektrikkomponenten haben. Wer den engstmöglichen Wagenabstand erreichen möchte, sollte die beiliegenden Kuppelstangen verwenden.

Eigentlich benötigt man für Doppelstockwagen auch doppelte, getrennte Beleuchtungsplatinen für oben und unten. Brawa hat hier einen Trick angewandt und die bläulich-weißen LEDs für das Oberdeck in dessen Boden platziert, sodass sie als Bodenstrahler funktionieren. Bei Einblick von oben kann dies jedoch mit einem Blendeffekt auffallen. Als kleinster befahrbarer Radius werden 195 mm (R1) angegeben, was wohl auch die allerunterste Grenze darzustellen scheint.

Detaillierungen

Die Wagenkästen berücksichtigen die unterschiedlichen Einstiegsformen der Vorbilder, die Tiefversion zeigt eine angedeutete Stufenkante. Bei den IC2-Mittelwagen ist die Trittsimulierung an den Drehgestellen vorhanden. Neben den detailliert nachgebildeten Stirntüren hängt sogar ein Kabel in Form einer Gravurandeutung. Auch das untere Kabel ist angeformt, wirkt aber besonders beim 445 dank der farblichen Absetzung in Grau und Schwarz recht plastisch. Der Wagenkasten zeigt die verschiedenen Lüftergitter und Einbauelemente. Beim Mittelwagen des 445 scheinen die Bremsenstellhebel allerdings deutlich zu weit nach oben gerutscht zu sein.

Der Stromabnehmer

Auf dem Dach der Endwagen des 445 ist jeweils ein elektrisch nicht angeschlossener, etwas straff gefederter Einholm-Stromabnehmer mit Holmen und Streben aus grau lackiertem Metall montiert. Seine Wippe ist so gelagert und angelenkt, dass sie nicht schräg wegkippen kann. So ergibt sich selbst bei fehlendem Fahrdraht kein störendes Bild des ausgefahrenen Stromabnehmers. Sein Rahmen ist ebenso wie die Isolatoren und Leitungen aus eingefärbtem Kunststoff.

Die Fenstereinsätze

Die Fensterscheiben-Einsätze fluchten nicht ganz bündig mit auf den Seitenwänden angravierten äußeren Rahmen. Daher treten die Kanten der Fensteröffnungen farblich in Grau oder Rot bei sehr naher seitlicher Betrachtung der Modelle etwas hervor. Ein Nacharbeiten beispielsweise mit einem schwarzen Filzstift ist wegen der eingeklebten Scheibeneinsätze allerdings nicht gut möglich.

Die äußeren Rahmen sind schwarz abgesetzt, die inneren auf den Scheiben plastisch graviert und silberfarben bedruckt. Der große Scheibenwischer am Steuerwagen ist auf der Scheibe ebenfalls graviert und schwarz bedruckt. Die – eigentlich funktionell in Modell nur selten benötigten – inneren Schlusslampen zwischen den Wagen haben rot eingefärbte Einsätze und sind silber umrandet. Die Steuer/Endwagenfront weicht bei dieser Fahrzeugfamilie von den anderen Dostos der DB AG ab. Markante Merkmale sind das halbbogenförmig gestaltete obere Spitzenlicht und die etwas L-förmigen unteren Spitzen/Schlusslicht-Einheiten. Alle Lampen sind auch beim Vorbild in LED-Technik ausgeführt. Um so kleiner der Modellmaßstab ist, desto schwieriger wird es jedoch, dies überzeugend nachzuahmen. Bei Brawa leuchten die entsprechenden Lampen daher punktförmig auf.


Das spezielle Formdesign der Frontlampen ist im kleinen Maßstab nur schwer nachzuahmen


Die Inneneinrichtungen

Eine gewisse Herausforderung ist bei Doppelstockwagen die Nachbildung der Inneneinrichtung, da man einen guten Kompromiss zwischen detailgetreuem Aufwand und Sichtbarkeit finden muss. Für jede Ebene ist einheitlich ein kräftig blau eingefärbtes Einsatzteil vorhanden. Die Sitze und Tische sind vorbildorientiert ausgeformt. Berücksichtigt sind dabei auch die Klassenunterschiede, Quersitzreihen und die Fahrrad-Abteile. Die Treppen nach oben weisen freistehende Geländer auf.

Die hellgrauen Führerstände haben einen Sitz mit hoher Rückenlehne und das angedeutete bogenförmige Anzeigenfeld des Pultes. Durch die großen Fenster hat man eine gute Einsicht ins Innere. Besonders bei Beleuchtungsbetrieb lohnt sich noch die farbliche Nacharbeitung der Böden, Wände, Sitze, Tische, Führerstände und Toiletten-Fenster. Die tiefliegenden Wagenböden bieten nicht viel sinnvolle Möglichkeiten der Detaillierung. Die Pufferbohlen der beiden Garnituren unterscheiden sich hingegen deutlich. Während der IC2 eine übliche Kupplungshaken-Nachbildung mit angeschrägten Puffertellern hat, ist der 445 mit einer Scharfenberg-Kupplung und Aufkletterschutz ausgestattet. Die Frontschürze kann zum Einstecken einer Standardkupplung in die Kinematik abgenommen werden. Sie schließt allerdings nicht ganz optimal spaltfrei an den Wagenkasten an.

Lackierung und Beschriftung

Die Modelle sind sauber deckend in authentischen Farben lackiert, was wegen der zurückliegenden Türbereiche und Seitenunterkanten gar nicht so einfach ist. Dass beim 445 die Fensterrahmen mi- nimal in den darüber verlaufenden lichtgrauen Zierstreifen hineinragen, ist durchaus vorbildentsprechend. Die basaltgraue Fläche um die Frontfenster ist silberfarben umrandet, und die Führerstand- Seitenfenster sind schwarz eingefasst. Die vielfarbige Beschriftung ist sehr aufwendig und berücksichtigt auch die Logos der Nahverkehrsverbünde und Piktogramme auf den Dächern sowie Anschriften auf den Übergangs-Stirnseiten. Sie ist vielfach auch lesbar.

Die Stirnseiten des 445 und IC2

Die Fronten des 455 haben eine Scharfenberg- Kupplung und eine Aufkletterschutzeinrichtung für Mehrfachtraktion


Der Steuerwagen des IC2 hat eine normale Kupplung und angeschrägte Puffer für eine Kombination mit Standardlokomotiven


Der Motor liegt in einem Metallgussrahmen. Links oben sitzt die Next18-Schnittstelle auf der durchgehenden Beleuchtungsplatine. Die obere Einrichtung liegt auf der Platine auf


Wagenböden und Fahrwerke

Oben: ein Zwischenwagen des IC2 mit Radscheiben-Schleifern für die Beleuchtung sowie normalen Kupplungsköpfen


Unten: der Motorwagen des 445 mit einer Kuppelstange. Die Frontschürze rechts kann abgenommen werden


Der Steuerwagen des IC2 bietet als einziger Wagen im Zug Tiefeinstiege


Die unterschiedlichen IC2-Mittelwagen der 2. oder 1. Klasse

Die WC-Seite des 2. Klasse-Wagens hat zwei kleine Fenster an den Enden und gleicht dergestalt dem 1. Klasse-Wagen unten


Der 2. Klasse-Wagen weist jedoch auf der gegenüberliegenden Längsseite ein breiteres Fenster für das Fahrradabteil auf


Von der WC-Seite betrachtet, entspricht der 1. Klasse-Wagen in der Fensteranordnung demjenigen der 2. Klasse auf dem oberen Bild


Auf der gegenüberliegenden Seite gibt es beim 1. Klasse-Wagen aber kein Fenster, denn dort befindet sich die Catering-Technik


Der Triebzug 445

Ausgeliefert wurde von Brawa der verkehrsrote Triebzug 445 062/056 der DB Regio Bayern mit Tiefeinstiegen in einer Grundeinheit aus zwei DBpzfa und einem DBpza 782.1 (analog Art.-Nr. 64500, 269,90 €/digital mit Geräuschen Art.-Nr. 64502, 369,90 €) sowie einem 1./2. Klasse-Zwischenwagen (Art.-Nr. 64501, 74,90 €/digital Art.- Nr. 64503, 104,90 €). Er hat ein Revisionsdatum von 2017 und fährt als RE 54 Main-Spessart-Express mit Zugziel Frankfurt Hbf . Der Motor befindet sich in einem der Endwagen im unteren Deck. Er sitzt in einem Metallgussrahmen, auf dem auch die Platine samt der oberen Inneneinrichtung angeschraubt ist. Nach außen wird er durch eine blaue Kunststoff-Haube abgedeckt. Der Antrieb läuft über zwei dicke, lange Kardanwellen zu den Drehgestellen hin. Ihre beiden Schnecken bestehen aus Messing. Die Drehgestelle mit Bodenöffnungen zum Schmieren haben Kunststoff-Zahnräder.

Je ein innerer Radsatz trägt einen Haftreifen. Die Stromübertragung von den Schleifern erfolgt über Kabel zur Platine. Der Triebzug ist mit 3-4 Next18-Schnittstellen ausgerüstet. Die Wagen sind nicht elektrisch verbunden, sondern werden ebenfalls mit üblichen Köpfen oder den kurvenunkritischeren beiliegenden flachen Kunststoff-Stangen gekuppelt. Betrieblich entspricht er also einem einfachen Wendezug mit Lok an einem Ende. Der Motorwagen hat ein Gewicht von 57 g, der Mittelwagen von 40 g und der einfache Endwagen von 31 g. Der uns vorliegende dreiteilige Basiszug erreicht analog eine Vmax von rund 190 km/h (14,3 V). Für die Vmax des Vorbildes von 160 km/h werden 12,8 V benötigt. Die Stromaufnahme liegt um 120 mA, der Auslauf bei 35 mm. Er setzt sich ab 3,8 V etwas ruckelnd in Bewegung.

Der IC2-Wagensatz

Im Gegensatz zum 445 haben beim IC2 die Zwischenwagen Hocheinstiege. Die Garnitur ist in den üblichen Fernverkehrsfarben Lichtgrau mit verkehrsrotem Zierstreifen gehalten. Für einen vorbildgetreuen Wendezug werden fünf Wagen benötigt. Die Produktion umfasst daher eine dreiteilige Grundpackung mit dem Steuerwagen DBpbzfa 668.2 und zwei 2. Klasse-Wagen DBpza 682.2 (Art.-Nr. 64507, 249,90 €) sowie je einen Zwischenwagen 1. Klasse DApza 687.2 (Art.-Nr. 64508) und 2. Klasse (Art.-Nr. 64509) zu je 74,90 Euro. Die Zugzielanzeigen weisen den IC 2003 nach Köln aus.

Im konstruktiven Grundaufbau entsprechen die IC-Wagen den antriebslosen des Triebwagens. Eine passende Lokomotive wird derzeit von Brawa selbst nicht angeboten.

Insgesamt hat man es beim TWINDEXX Vario auch in Modell mit einem vielschichtigen Projekt zu tun, denn vorhandene Doppelstöcker einfach umzulackieren und mit einem Antriebschassis zu versehen, würde keine überzeugenden Resultate ergeben. Um den Vorbildern gerecht zu werden, mussten von Brawa also fünf verschiedene Wagen entwickelt werden. So hat man nun gleich zwei kontrastierende neue Zugeinheiten für die Epoche VI auf der Anlage.


Beide Garnituren sind betriebsmäßig Wendezüge ohne richtungsselektive Fahrstromaufnahme


Lokomotiven für den IC2

Als Triebfahrzeuge werden Elektrolokomotiven der Baureihen 146 und 147 mit Zugzielanzeige von der DB AG in passendem Anstrich verwendet. In Modell gibt es E-Lokomotiven im ICDekor von Fleischmann, Arnold und neu Minitrix. Das Foto zeigt die 146.5 von Fleischmann