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DIE OASE IM SÜDEN


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Liner Wohnmobile - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 01.02.2022

MIT DEM MORELO GRAND EMPIRE 119 GSO AN DEN GARDASEE

Artikelbild für den Artikel "DIE OASE IM SÜDEN" aus der Ausgabe 1/2022 von Liner Wohnmobile. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Liner Wohnmobile, Ausgabe 1/2022

Es ist am Ende nicht viel mehr als eine Handbreit, die links und rechts noch zwischen Auto und Geländer passt. Aber das genügt ja, und so tastet sich der weiße Riese Zentimeter für Zentimeter an Bord der „San Vigilio“. Sie ist eine der beiden Fähren, die im Süden des Gardasees die Ufer miteinander verbindet. Und nur mit ihr klappt die Überfahrt. Für die zweite Fähre, die hier im Wechselverkehr pendelt, ist der Morelo Grand Empire 119 GSO mit seinen 3,86 Metern ein gutes Stück zu hoch. Die „San Vigilio“ schluckt ihn souverän. Die Besatzung bleibt entspannt, warum auch nicht? Jeder ordinäre Reisebus hat schließlich ein ähnliches Format. Nur zückt dann niemand sein Handy zum Fotografieren.

MIT 18 TONNEN AUF 12 METERN LÄNGE BIETET DER GRAND EMPIRE DIE GEWICHTIGE BASIS FÜR EIN ANGENEHMES LEBEN UNTERWEGS

Keine Frage: Der Morelo wird zum Star, wo immer er ...

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... rollt. Schon auf der Brenner-Autobahn zieht er viele Blicke auf sich, weil sein gewaltiges Volumen in einer so unaufgeregten Form ruht. Nicht jeder erkennt sofort das luxuriöse Reisemobil hinter der weißschwarzen Fassade, doch spätestens wenn die Funktion des Gefährts klar wird, drehen sich schnell viele Köpfe.

Es scheint also, als hätten sie im bayerischen Schlüsselfeld alles richtig gemacht. Viele Menschen im oberfränkischen Städtchen mit seinen knapp 6000 Einwohnern kennen sich mit Linern bestens aus: Neben Morelo haben mit Concorde und Phoenix zwei weitere Luxusmarken der Branche hier ihren Sitz. Morelo ist die jüngste des Trios, erst 2010 gegründet. Einer, der die neu entstehende Marke von Beginn an begleitet, ist Jörg Ziesener. Er kaufte vor elf Jahren mutig den ersten Prototyp, und seither ist er auch Händler – der größte weltweit. „Wir wollten das damals einfach probieren“, sagt er heute in der Rückschau, „dass es schiefgehen könnte, hatten wir gar nicht im Blick.“

DEZENT, IM RAHMEN DER MÖGLICHKEITEN: DER GRAND EMPIRE STEHT FÜR DIE SOUVERÄNITÄT EINES STILS, DER SEINEN LUXUS NUR VAGE ERAHNEN LÄSST.

Heute steuert er die 13,8 Tonnen Leergewicht seines Morelo Grand Empire in den Süden. Seine Frau Kerstin ist an Bord, auch ihr Hund reist mit. Sie starten im niedersächsischen Elze, von ihrem Stammsitz aus. Meist machen sie Station auf dem sonnig gelegenen Gerhardhof in Tirol, eine Top-Adresse mit großartiger Bergkulisse für Liner-Gäste, nicht zuletzt auch, weil Zufahrt und Platz geräumig genug sind. Das Reisen in einem Grand Empire klappt am besten mit einem Mindestmaß an innerer Gelassenheit: Ja, das Mobil ist groß. Und doch, es kommt durch. Und mit viel Stil an fast jedes Ziel.

HEKTIK VERTRÄGT SICH NICHT MIT DIESER SOUVERÄNEN ART DES REISENS, WEISS JÖRG ZIESENER

Bei dieser Reise Mitte Oktober 2021 fehlt dem neuen Modell noch ein wichtiges Extra: die hydraulische Hubplattform hinter der riesigen Klappe im Heck des Grand Empire. Das Garagentor verbirgt die 40.000 Euro teure Technik, die der Spezialist Hünerkopf auf Maß anfertigt. „Das ist superbequem“, erklärt Jörg Ziesener, „sie lässt sich komplett herausfahren. Darauf wird das Auto einfach geparkt.“ Das Auto, von dem der Profi spricht, ist kein Smart. Sein Grand Empire schluckt mit Anstand einen Porsche 911 oder einen Audi R8.

MIT SEINEM DESIGN SETZT MORELO BEWUSST AUF MODERNE ELEGANZ. ES IST ERSTAUNLICH, WIE SEHR EIN SO GROSSES FAHRZEUG FORMAL IN SICH RUHEN KANN.

VOM PORSCHE 911 BIS ZUM WASCHTROCKNER HAT DER GRÖSSTE MORELO ALLES AN BORD, WAS EIN MENSCH ZUM LEBEN BRAUCHEN KÖNNTE

Und mit einer solchen Option an Bord gelingt jede Reise noch perfekter. Leicht zu sehen ist das am Ziel, das Kerstin und Jörg Ziesener gewählt haben: Agricamping Borghetto heißt der eher einfach ausgestattete, dafür sehr geräumige Platz, der eine gute Viertelstunde Fahrt vom Gardasee entfernt liegt. Er bietet gleich mehrere Vorteile, sagt Jörg Ziesener, der schon häufiger hier war: „Es hat viel Platz hier, ist nicht überlaufen und familiär, zudem sind die Betreiber superfreundlich.“

Dazu kommt, dass in der pittoresken Siedlung Borghetto sul Mincio, keine fünf Minuten zu Fuß entfernt, sich ein Ristorante ans nächste reiht, höchstens hier und da unterbrochen von einer Osteria oder Trattoria. Diese Gegend an der Grenze der Lombardei zu Venetien ist nicht nur bekannt für ihren Wein, zum Beispiel Lugana oder Custoza und andere regionale Rebsorten, sondern gilt auch als Metropole der Tortellini – hier hat man sie, der Legende nach, im Mittelalter erfunden. „Nodo d’amore“, Liebesknoten, heißen sie im herausgeputzten Borghetto, was dem Thema gleich die passend romantische Note gibt. Besonders beliebt (und dann richtig voll!) ist das historische Örtchen normalerweise an jedem dritten Dienstag im Juni. Dann feiern sie hier das Tortellini-Fest und stellen dafür zwei 600 Meter lange Tische auf dem mittelalterlichen Stauwerk der Visconti-Brücke auf, an denen in pandemiefreien Zeiten 4000 hungrige Gäste feiern. Am 21. Juni 2022 wollen sie es wieder probieren, und sollte es klappen, dürfte das Interesse noch größer sein als bisher.

Der Agricamping Borghetto, einst Teil eines Weingutes, hat sich mittlerweile zum Treffpunkt deutscher Liner-Fans entwickelt. Nicht selten parken hier ein Dutzend oder mehr Luxusmobile, und manch einer bleibt für Wochen. Man kennt sich, und abends ziehen kleine Gruppen los. Die Autos aus den Liner-Garagen sammeln sich zu einer Kolonne, um gemeinsam ins nahe Mantua zu fahren, auf ein Weingut in der Nähe oder nach Verona.

ALS BASIS GREIFT MORELO ZUM MERCEDES-BENZ ACTROS, DEM STATE-OF-THE-ART-MODELL DER GROSSEN LASTWAGENKLASSE

Morelo lag daran, die eigene Modellpalette nach oben hin zu erweitern. Bei den mittlerweile acht Modellreihen der Schlüsselfelder Manufaktur liegt der Grand Empire klar an der Spitze. Da macht es Sinn, auch als Basis auf das Beste und Größte zu setzen, das Chassis- lieferanten bieten können. So fiel die Wahl auf den Actros 1853 L, der ein Gesamtgewicht von 18 Tonnen schultert, und das reichlich lässig, wie allein die Daten verraten. Mit 12,8 Liter Hubraum tritt der Sechszylinder an, bietet 530 PS (390 kW) und bis zu 2600 Nm Drehmoment, eine mächtige Reserve. Ein automatisiertes Zwölfganggetriebe sortiert sich die passende Fahrstufe zurecht, und nie kommt am Lenkrad der Verdacht auf, es fehle an Leistung. Vielleicht könnte die Schaltbox nicht nur supersanft, sondern auch ein wenig fixer arbeiten, doch das sind Wünsche auf höchstem Niveau. Eine Luftfederung sowie eine vollautomatische Hubstützenanlage sind in der Oberliga selbstverständlich an Bord.

WENN DER SLIDEOUT LEISE NACH AUSSEN SURRT, WÄCHST DER RAUM IM GRAND EMPIRE INS WEITLÄUFIGE.

Der Gardasee ist nicht zufällig eines der beliebtesten Urlaubsreviere für Reisende aus dem Norden. Als erstes Versprechen des Südens liegt er auf der Route hinter den Alpen, bietet eine enorme Vielfalt an Natur und Kulinarik, an Sportangeboten und auch an Campingplätzen.

Wer mit einem Liner reist, sollte den Süden des Sees bevorzugen. Ab der Linie Maderno–Torri, zugleich eine Fährverbindung, eignen sich Straßen und Campingplätze auch für voluminösere Reisemobile. Bei San Felice, unweit von Salò gelegen, bietet sich Camping Fornella (1, www.fornella.it) an, direkt am Wasser gelegen, mit Spa und eigener Marina. Auf der östlichen Seite warten einige Plätze mit opulentem Angebot, einer von ihnen ist Piani di Clodia (2, www.pianidiclodia.it). Wer sich abseits des Trubels wohler fühlt, fährt ein Stück vom See weg bis nach Borghetto, einen Weiler, der zu Valeggio sul Mincio gehört. Dort bietet der Agricamping Borghetto (3, www.agricampingborghetto.com) viel Platz.

Als Tipp für einen Stopover in den Bergen gilt der Gerhardhof (gerhardhof.com) in Tirol. Er liegt gut erreichbar auf dem Sonnenplateau Wildermieming.

INNEN EMPFÄNGT LUXUS OHNE WILDE OPULENZ DIE REISENDEN, UND DAZU KOMMT EINE DICKE ÜBERRASCHUNG

Keine Frage, das Reisen wird bereits beim Fahren zum Genuss. Morelo montiert erg0nomisch optimierte Pilotensitze mit Lendenwirbelstütze und Luftfederung, beheizt und belüftet. Statt in Spiegel blickt Jörg Ziesener auf drei Bildschirme, die ihm den Verkehr rund um den Zwölf-Meter-Wagen in perfekter Form zeigen. Mehr Übersicht geht nicht, auch nicht mehr smarte elektronische Helfer. ABS, ASR und ESP sind längst Standard, doch Morelo liefert auch Unterstützung beim Abbiegen und bei Notbremsungen, dazu Assistenten für Längs- und Querführung und Kontrolle des Abstands plus einiges mehr. Das alles addiert sich auf ein Niveau an Sicherheit, das einem Personenwagen kaum noch nachsteht. Auch beim Wohnen fordert der Grand Empire keine Kompromisse. Das Interieur zeigt sich maximal gediegen, fällt jedoch weniger kaiserlich aus, als der Name befürchten lässt. Reichlich Luxus ist dennoch an Bord, zum Beispiel in Form einer elektrisch verstellbaren Lounge-Sitzgruppe samt Massagefunktion. Doch überraschenden Verzicht gibt es auch – in diesem Fall auf Gas. Morelo versorgt konsequent alle Verbraucher mit Strom, auf Wunsch aus einem eigenen Generator im Kellergeschoss, flüsterleise und vollautomatisch. Das Wuchten von Gasflaschen bleibt Jörg Ziesener erspart, alles an Bord funktioniert mit 230 Volt – ganz wie zu Hause. Nur 500 Liter Diesel, die muss er ab und zu dann doch tanken.

TROTZ ZWÖLF METERN LÄNGE: DIESER GRAND EMPIRE BLEIBT EIN DOMIZIL FÜR ZWEI.

TECHNISCHE DATEN

// MORELO GRAND EMPIRE 119 GSO

Basisfahrzeug: Mercedes-Benz Actros 1853 L

Motorisierung: Reihensechszylinder-Diesel OM 471, Euro 6e

Leistung: 390 kW/530 PS bei 1600/min

Hubraum: 12.800 cm³

Drehmoment: 2600 Nm bei 1100/min

Höchstgeschwindigkeit: 100 km/h

Getriebe/Antrieb: Automatisiertes Zwölfgang­ Schaltgetriebe, Hinterradantrieb

Fahrwerk: Scheibenbremsen (Druckluft), Luftfederung, Bereifung 385/55 R 22,5 (vorne)/315/60 R 22,5 (hinten)

Tankinhalt/Kraftstoffsorte: 500 l/Diesel, 60 l/ AdBlue

Länge/Breite/Höhe: 11.990/2550/3860 mm

Radstand: 6400 mm

Leergewicht fahrbereit/Zuladung: 13.810/4190 kg

Anhängelast gebremst/ungebremst: 2700/750 kg

Material Wand/Dach/Boden: Alu/GFK/GFK

Isolierung Wand/Dach/Boden: RTM/RTM/RTM

Innenbreite: 2400 bis 2850 mm

Innenhöhe: 2100 mm

Liegefläche: 2080 x 1630 mm

Bad Breite x Tiefe: 2400 x 1600 mm

Dusche Breite x Tiefe: 860 x 750 mm

Kühlschrank/Eisfach: 169/63 l

Waschtrockner: 7 kg Waschen, 3 kg Trocknen

Herd: 2 Kochstellen (Induktion)

Bordbatterien: 4x 210 Ah

Gasvorrat: Frisch-/Abwasser-/Fäkaltank: 410/280/280 l

Heizung: Scheer-Kraftstoffheizung (10/17 kW)

Grundpreis: 728.400 Euro

Testwagenpreis: 803.500 Euro