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DIE ÖKONOMIE DER …Kreativität


manager magazin - epaper ⋅ Ausgabe 7/2019 vom 21.06.2019

Innovation steht ganz oben auf der Wirtschaftsagenda. Radikal Neues entdeckt man aber nicht per Masterplan.


Artikelbild für den Artikel "DIE ÖKONOMIE DER …Kreativität" aus der Ausgabe 7/2019 von manager magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: manager magazin, Ausgabe 7/2019

CHRISTIAN SCHÜTTE ist Redakteur des manager magazins mit Hang zu komplexen volkswirtschaftlichen Themen.


Es könne „der Anfang einer wunderbaren Freundschaft“ sein, sagen die Berater von BCG in ihrem diesjährigen Innovationsranking: Innovation trifft auf Automation, die erfindungsreichsten Unternehmen der Welt setzen auf künstliche Intelligenz (KI). Nicht nur ...

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... die US-Digitalgiganten, auch Industriekonzerne wie Siemens oder Dienstleister wie die Marriott-Hotels schaffen es damit, Prozesse zu straffen, Produkte zu op - timieren oder Projektchancen besser abzuschätzen. Die Kreativwirtschaft träumt längst vom automatisierbaren Blockbuster: Wer es schafft, das Muster des Erfolgs bei Filmen oder Musik zu entschlüsseln, kann es zu - verlässig wiederholen.

Die Hoffnung auf programmierte Geniestreiche dürfte allerdings enttäuscht werden. „Großartiges ist nicht planbar“, warnt der KI-Forscher Kenneth Stanley. Dass bahnbrechende Neuerungen der Vergangenheit oft aus „glücklichen Zufällen“ entstanden, sei eben – kein Zufall. Es liege im Wesen solcher Durchbrüche, dass sie nicht üblicher Optimierung folgen. Für Manager oder Programmierer ist es selbstverständlich, dass zuerst definiert wird, wohin genau ein Projekt führen soll. Über iterative Verbesserung nähert man sich dann dem Ziel. Die Entdeckung völlig neuer Wege erfordert aber eine andere, scheinbar ineffiziente Strategie. Stanley nennt es „Schätze sammeln“: Alles Mögliche ist zu erkunden, weil es vielleicht irgendwann einmal als „Trittstein“ taugen kann. Bei etwas Neuem zählt nicht, wie nah es am Ziel liegt. Sondern wie weit weg vom Status quo es führt.

Der legendäre Apple-Gründer Steve Jobs verkörperte dieses Prinzip wie kein anderer: Jobs brach das Studium ab, trieb sich herum, begeisterte sich für Kalligrafie, die Kunst der Schönschrift. Erst Jahre danach kam er darauf zurück: beim Design des ersten Macintosh. Ohne den Kalligrafiekurs, so Jobs später, hätten Mac und andere PC wohl nie verschiedene Schrifttypen und Proportionalschrift gehabt. Man könne solche Punkte im Leben aber „immer nur im Rückblick verbinden“. Auf dem Weg nach vorn helfe nur Vertrauen – „auf dein Bauchgefühl, Schicksal, Leben, Karma, was auch immer“. Jeff Bezos, der optimierungsbesessene Amazon-Chef, bekennt sich in seinem jüngsten Aktionärsbrief zum „Herumstreifen“ („Wandering“): Vordergründig ziellose, rein intui - tionsgeleitete Suche sei das „unverzichtbare Gegengewicht zur Effizienz“. Außergewöhnlich große, „nicht lineare“ Entdeckungen seien anders meist gar nicht möglich. Amazons sprachgesteuerter Assistent Echo („Alexa“) ist für Bezos ein typisches Beispiel: „Kein Kunde hat um Echo gebeten.“ Seine disziplinierte Abenteuerlust zahlt sich auch im Innovationranking aus. Apple, bisher auf Platz eins der BCG-Tabelle abonniert, wird nicht nur vom Erzrivalen Google verdrängt. Amazon setzt einen langen Aufstieg fort und gilt jetzt erstmals als Vizemeister.


Foto: manager magazin