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Die Pflanzenschutztipps der Woche: Phytophthora an Ampelpflanzen


TASPO - epaper ⋅ Ausgabe 12/2018 vom 23.03.2018

Gemüsebau

Artikelbild für den Artikel "Die Pflanzenschutztipps der Woche: Phytophthora an Ampelpflanzen" aus der Ausgabe 12/2018 von TASPO. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: TASPO, Ausgabe 12/2018

Marlene Leucker ,
Sachbereichsleiterin Pflanzenschutz im Gemüsebau


Bodenuntersuchungen zur Flächenkontrolle auf Nematodenbesatz. Nematodenbefall kann zu Ausfällen, Minderwuchs und starken Ertragseinbußen führen. Um dem vorzubeugen, empfiehlt es sich, Anbauflächen im Freiland, aber auch im Gewächshaus auf den Besatz mit Nematoden untersuchen zu lassen. Besonders auf neuen Flächen und Flächen mit einer engen Fruchtfolge ist eine Untersuchung ratsam. Da Nematodenbefall meist nesterförmig und unregelmäßig verteilt auf der Fläche vorliegt, sind mehrere Einstiche und je nach Flächengröße auch ...
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Bodenuntersuchungen zur Flächenkontrolle auf Nematodenbesatz. Nematodenbefall kann zu Ausfällen, Minderwuchs und starken Ertragseinbußen führen. Um dem vorzubeugen, empfiehlt es sich, Anbauflächen im Freiland, aber auch im Gewächshaus auf den Besatz mit Nematoden untersuchen zu lassen. Besonders auf neuen Flächen und Flächen mit einer engen Fruchtfolge ist eine Untersuchung ratsam. Da Nematodenbefall meist nesterförmig und unregelmäßig verteilt auf der Fläche vorliegt, sind mehrere Einstiche und je nach Flächengröße auch mehrere Proben erforderlich.
■ Bei frei im Boden lebenden Nematoden empfehlen sich je Hektar mindestens zwei Mischproben mit jeweils 15 Einstichen. Der Abstand der Einstiche sollte 18 Meter nicht überschreiten.
■ Für die wurzelbewohnenden zystenund gallenbildenden Nematoden sind vier Mischproben erforderlich. Je Probe sollten 50 Einstiche im Abstand von sieben Meter und in einer Tiefe zwischen fünf und 30 Zentimeter in Bearbeitungsrichtung entnommen werden. Etwa 500 Gramm Erde je Probe sind einzusenden. Der Boden sollte nicht zu nass sein, da sonst eine gleichmäßige Mischung der Erde für die Laboruntersuchung nicht möglich ist.
■ Für die Untersuchung auf Stängelund Blattälchen sind Pflanzenproben einzusenden.
Zur Beurteilung des Untersuchungsergebnisses können für die wichtigsten Nematodengattungen Schadschwellen hinzugezogen werden. Für eventuelle Bekämpfungsmaßnahmen, wie zum Beispiel den Anbau vonTagetes und die Fruchtfolgegestaltung kann eine Spezialberatung hinzugezogen werden.

Baumschulen/Gehölze

Fritjof Herfarth ,
Pflanzenschutzdienst Spezialberatung Pflanzenschutz in Baumschulen


Pieris: Netzwanzen im Gewächshaus. Kontrollieren Sie vor dem Einräumen in die Verkaufsquartiere im Gewächshaus überwinterte Bestände auf Befall mit Netzwanzen. Die Tiere saugen an den Blättern, die sich auf der Oberseite hell und dunkel sprenkeln. Unter dem Blatt sind dunkle, lackartige Kotflecken sichtbar. Bei Bedarf sind Behandlungen einzuleiten. Die Benetzung vor allem der Blattunterseiten, wo sich die Tiere primär aufhalten, ist notwendig. Eingesetzt werden können Confidor (Imidacloprid) 150 Gramm pro Hektar. Die Nebenwirkung von Danadim Progress (Dimethoat), Zulassung gegen minierende Kleinschmetterlingsraupen) 0,6Liter pro hektar kann genutzt werden

Welke von Jungpflanzen durch Phytophthora sp. in Ampeln.


Foto: Rainer Wilke

Taxus: Knospengallmilben (Cecidophyopsis psilaspis). Mit beginnendem Austrieb desTaxus sollte bei Bedarf gegen Knospengallmilben behandelt werden. Die Tiere saugen in den meristematischen Gewebestrukturen der Knospe und führen letztendlich zum Steckenbleiben. Die Folgen sind ungleichmäßiger Wuchs durch reduzierten Austrieb!

Wacholderrost: (Gymnosporangium-Arten). Verstärkt treten demnächst bei anhaltender Feuchtigkeit die typischen orangefarbenen gallertartigen Gebilde an befallenenJuniperus auf. Als Nebenwirtspflanze dieser Pilzkrankheit kommen alle Birnen in Frage. Nicht nur Obstbäume sondern auch Zierbirnen werden befallen. Zu den Hauptwirtspflanzen zählen zahlreiche Wacholderarten, insbesondere der Sadebaum (Juniperus sabina) und der Chinesische Wacholder (J. chinensis ). Der heimische Gemeine Wacholder (J. communis ) und auch der Kriechwacholder(J. horizontalis ) sowie der Schuppen-Wacholder (J. squamata ) werden von dieser Rostpilzart nicht befallen. Schädigende Auswirkungen durch den Befall sind insbesondere an den Birnen zu erwarten. Die genannten Wacholderarten zeigen erst nach vielen Jahren Absterbeerscheinungen. Der Befall bleibt am Wacholder ganzjährig und auf Dauer erhalten. Befallene Äste können absterben. Eine chemische Behandlung der Wacholder-Büsche ist nicht zwingend erforderlich. Es handelt sich weniger um ein phytosanitäres Problem in der Baumschule als um ein Beratungsproblem, da jetzt die Baumschulkunden und Endverbraucher nachfragen.
Empfehlung: Hinweis auf den Wirtspflanzenwechsel des Pilzes, befallene Teile herausschneiden und wichtig: auf die allergieauslösende Wirkung der Sporen hinweisen! Beim Entfernen der Gallertgebilde Mundschutz tragen.

Schermaus/Wühlmaus. Aktuelle Beobachtungen des Pflanzenschutzdienstes in Quartieren am Niederrhein zeigen anAbies nordmanniana /Picea pungens „Glauca“ stellenweise starken Befall. Die Wurzeln oder Hauptwurzeln werden abgefressen. Bei starkem Wurzelverlust werden die Nadeln gelb, später braun. Wenige Jahre alte Bäume können absterben. Bei geringem Befall kann die Verwendung von Fallen sinnvoll sein. Bei starkem Befall Auslegen von Ködern in Köderstationen oder in die Gänge(siehe auch TASPO 8/18) .

Zierpflanzen

Rainer Wilke ,
Spezialberatung für Pflanzenschutz im Zierpflanzenbau


Calluna/Erica – Stellflächenvorbereitungen mit Herbiziden. Die Stellflächenvorbereitungen für die Freilandphase von Azerca-Kulturen stehen vielfach an. Herbizidanwendungen auf Flächen mit gewachsenem Boden ohne Folienabdeckung werden üblicherweise durchgeführt. Erkundigen Sie sich rechtzeitig nach den fachlichen und rechtlichen Möglichkeiten der zur Verfügung stehenden Herbizide. Besonders die rechtlichen Möglichkeiten können je nach Bundesland variieren. Beispielsweise ist die Aufbrauchfrist des in NRW eingesetzten Standardherbizides Terano (Flufenacet/Metosulam) seit dem 30. Juni 2016 lange abgelaufen, sodass ein Einsatz auch in dieser Saison mit Restmengen nicht mehr möglich ist.

Knospengallmilbe an Taxus.


Foto: Fritjof Herfarth

Dipladenia/Mandevilla – Kulturprobleme. Aktuelle Kulturprobleme wie Blattfall, Verkorkungen, Absterben von Blättern und Trieben müssen nicht durch Schaderreger verursacht werden, sondern können auch durch stark schwankende (evtl. zu kühle und/oder feuchte Kulturbedingungen) in den vergangenen Wochen hervorgerufen worden sein. Im Zweifelsfall ist aber immer eine Laboruntersuchung ratsam.

Weichhautmilben erzeugen Wachstumsdepressionen und Verkrüppelungen in den Befallsnestern.


Foto: Marion Ruisinger

Zierpflanzen in Ampel – Welke durch Phytophthora sp.! Jungpflanzen in Ampeln können bei höheren Anwachstemperaturen und anfangs größerem Substratvolumen durch Infektionen mit dem PilzPhytophthora sp. geschädigt werden. Ein dunkel verfärbter Stängelgrund und sich in die Seitentriebe hochziehende Verfärbung sind typische Befallssymptome. Die Wurzeln sind anfangs optisch gesund. Befallene Pflanzen Pflanzen sind umgehend zu entfernen. Ob ein Nachpflanzen in die gleiche Ampel möglich ist, muss für den Einzelfall geprüft werden. Zur Bekämpfung vonPhytophthora sp . bei Zierpflanzen im Gewächshaus stehen zurzeit die Präparate Aliette WG (Fosetyl-Al) und Fenomenal (Fosetyl-Al/Fenamidone) zur Verfügung.

Zierpflanzen allgemein – Auf Wurzelläuse achten! Lange, über die Wintermonate stehende Pflanzen können durch Wurzelläuse befallen sein. Immer wieder betroffen sind zum Beispiel Gräser,Ranunculus , Astern,Waldsteinia unter anderem. Die Wachswolle der Tiere ist auf den ersten Blick mit Substratpilzen verwechselbar. Wurzelläuse saugen an den Wurzeln und schwächen damit die Pflanzen. Zusätzlich kann es Probleme beim Verkauf geben. Bei geringer Besiedlung des Ballens wird durch Wurzelneubildung der Befall nach dem Auspflanzen ins Freiland erfahrungsgemäß überwachsen und Wuchsbeeinträchtigungen sind in der Regel nicht mehr erkennbar. Die Bekämpfung unter Produktionsbedingungen in Kulturgefäßen ist schwierig und sollte mit der Beratung möglichst besprochen werden.

Biologischer Pflanzenschutz

Marion Ruisinger ,
Spezialberaterin für den Biologischen Pflanzenschutz


Biologische Prophylaxe gegen Weichhautmilben. Bei der Kultur verschiedener Beet- und Balkonpflanzen, wie zum BeispielImpatiens Neuguinea, Ipomea oder verschiedenen Begonien-Arten, können Weichhautmilben auftreten. Zu ihrer vorbeugenden Bekämpfung ist der kombinierte Einsatz der beiden Raubmilbenarten,Amblyseius cucumeris undAmblyseius barkeri , sinnvoll.

WährendAmblyseius cucumeris vorrangig Thripslarven frisst, ernährt sichAmblyseius barkeri auch gerne von Weichhautmilben. Dafür sollten die beiden Nützlingsarten mit insgesamt 100 Tieren pro Quadratmeter im Verhältnis drei zu eins (A. cucumeris: A. barkeri ) in vierwöchigen Abständen gleichmäßig ausgestreut werden.

Autoren: Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer NRW, www.pflanzenschutzdienst.de