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Die Quar talstrick-Strategie


Traders - epaper ⋅ Ausgabe 9/2021 vom 26.08.2021

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Bildquelle: Traders, Ausgabe 9/2021

Der erste Monat eines neuen Quartals weist regelmäßig eine Outperformance gegenüber den restlichen drei Monaten auf. Schlaue Investoren können deshalb den sogenannten Quartalstrick nutzen und vermehrt am Anfang des Quartals ihr Geld investieren Mitte und Ende eines Quartals gibt es im Durschnitt weniger zu verdienen und die Börse ist schwankungsanfälliger.

André Stagge

André Stagge hat zehn Jahre als Portfoliomanager gearbeitet und für seine Kunden über 500 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet. Er ist geprüfter Eurex-Händler, Certified Financial Technician (CFTe) und ...

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... Chartered Financial Analyst (CFA). info@andre-stagge.de

Um vom Quartalstrick zu profitieren, investieren Sie Ihr Geld nur beziehungsweise verstärkt im ersten Monat des Quartals. Sie sind bei der reinen Strategie also im Januar, April, Juli und Oktober für einen Monat long und damit nur für insgesamt vier Monate im Jahr im S&P 500 oder im Dow Jones investiert.

In der Praxis kann man zum Beispiel einen S&P-500-ETF für 10.000 Euro zu Beginn eines Quartals kaufen und diese Position dann bis Monatsende halten. Zu Beginn des nächsten Quartals würde man erneut investieren. Wieder behält man diese Position einen Monat lang und veräußert sie, nachdem der erste Monat des Quartals vorüber ist. Alternativ könnte man auch jeweils einen Korb aus Aktien im ersten Quartalsmonat halten. Jedes Jahr gibt es also insgesamt acht Zeitpunkte, an denen man aktiv werden muss. In der Quartalsmitte und am Quartalsende ist diese Strategie nicht investiert. Es sind weder Stopp- Loss noch Take Profit vorgesehen.

Warum es funktioniert

In der Betriebswirtschaftslehre sprechen wir häufig von einem vollkommenen Markt, um einfache Modelle erklären zu können und weil es bestimmte Annahmen braucht, um einen komplexen Sachverhalt wie die Börse modellhaft und einfach zu erläutern. Für einen vollkommenen Markt gelten folgende Bedingungen:

• vollständige Transparenz, keine Transaktionskosten und Steuern

• homogene Erwartungen (jeder hat die gleichen Annahmen über den Markt)

• rational agierende und nutzenmaximierende Marktteilnehmer.

In der Realität ist die Börse aber weitaus komplexer und lässt sich deshalb nicht vollständig mit der Idee des vollkommenen Marktes erklären. Das schafft Chancen für aktive Anleger. Durch einen einfachen Informationsvorsprung und die konsequente Umsetzung eines Vorteils ist eine Outperformance möglich – auch mit simplen Ansätzen wie dem Quartalstrick.

Aber warum funktioniert diese Anomalie schon seit über 75 Jahren? Zu Beginn eines Quartals verfügen institutionelle Investoren häufig über frische Risikobudgets. Sie konnten in Gesprächen mit ihren Kunden Mittel akquirieren. Diese werden meist zum Start des Quartals angelegt, um eine Abgrenzung der Performance über die Quartale zu ermöglichen. Gerade wenn wir ein gutes Aktienjahr haben und die Börse Kursgewinne aufweist, haben große Vermögensverwalter und Fondsgesellschaften die Möglichkeit, zu Beginn eines Quartals mehr Kapital in Risikopositionen zu allokieren und Trends damit zu verstärken.

Ein weiterer wichtiger Grund für die Outperformance im ersten Monat des Quartals sind die Ankündigungen von Aktienrückkäufe (Buybacks) durch Unternehmen. Sie finden ebenfalls klassischerweise zu Beginn des Quartals statt. Bevor Unternehmen ihre eigenen Aktien zurückkaufen, müssen sie firmeninterne Prozesse durchlaufen, brauchen die Zustimmung der Hauptversammlung und müssen die Aufsicht informieren. Das dauert einige Zeit, weshalb sowohl die Ankündigung eines Rückkaufs als auch die tatsächliche Umsetzung häufig zu Beginn eines neuen Quartals stattfindet. Und diese Nachfrage nach Aktien erhöht dann ihren Preis.

Fazit

Es gibt gute Erklärungen dafür, weshalb eine so simple Strategie langfristig funktionieren kann. Doch wie immer bei saisonalen Strategien können einzelne Trades innerhalb einzelner Quartale oder Jahre deutlich von ihrem statistischen Muster abweichen.