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Die Revolution 1918/19: Im Zeichen der roten Fahne


Hamburger Morgenpost - Unser Hamburg - epaper ⋅ Ausgabe 2/2018 vom 07.11.2018

Vor 100 Jahren übernehmen für drei Monate Arbeiter und Soldaten die Macht in der Stadt


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Bildquelle: Hamburger Morgenpost - Unser Hamburg, Ausgabe 2/2018

MASSENVERSAMMLUNG: Das Heiligengeistfeld ist einer der Plätze, auf denen sich revolutionäre Arbeiter und Soldaten ab November 1918 immer wieder versammeln. Dieses Foto entsteht am 24. November anlässlich der Beisetzung der Revolutionsopfer.


Revolution

RATHAUSDIELE: Es sind kriegerische Zeiten. Hier haben sich bewaffnete Soldaten im Januar 1919 im Eingangsbereich des Hamburger Rathauses versammelt und übernehmen die Kontrolle in der Stadt. Die alte Ordnung ist beseitigt.


AUFSTAND: Revolutionäre Arbeiter und Soldaten haben ...

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... diese Minenräumboote im Hamburger Hafen am 6. November 1918 in ihre Gewalt gebracht.


NATIONALVERSAMMLUNG: Am 19. Januar 1919 finden die Wahlen zur Nationalversammlung statt, aus denen die SPD mit 38 Prozent als stärkste Partei hervorgeht. Die Linksradikalen haben das Nachsehen.


DER ROTE DIKTATOR: Heinrich Laufenberg (l.) ist für ein paar Wochen der starke Mann der Revolution im Hamburger Rathaus. Rechts: Wilhelm Heise, der Vorsitzende des Soldatenrates


KRIEGSMÜDE: Soldaten des Reserve-Infanterie-Regiments 76 bei Ausbruch der Revolution 1918. Die Aufnahme ist in der Turnhalle in St. Georg entstanden.


HOTEL VIER JAHRESZEITEN: Nun haben sie das Sagen und haben sich als Hauptquartier das Luxushotel ausgesucht. Ein Gruppenfoto des Obersten Marinerats der Niederelbe im Dezember 1918


ORDNUNGSHÜTER: Der Polizeibeauftragte des Arbeiter- und Soldatenrates für Altona, Barnowsky, im November 1918 (r.) Unten: revolutionäre Soldaten und Matrosen vor der Davidwache


ZUKUNFTSVISIONEN: Im November 1918, als Arbeiter und Soldaten die Macht übernehmen, ist alles möglich. Demokratie oder Diktatur des Proletariats? Wohin geht die Reise? Die Parteien werben auf Plakaten für ihre unterschiedlichen Ideen.


Noch vor Weihnachten ist der Sieg errungen. Davon sind viele überzeugt, als im Juli 1914 der Erste Weltkrieg ausbricht. Die Euphorie ist groß. Den Lebenserinnerungen von Zeitgenossen wie der damals 23-jährigen Johanna Boldt, Betreiberin eines Kolonialwarenladens an der Hoheluftchaussee, ist zu entnehmen, wie sehr sie sich freuen über die Soldaten, die singend und blumenbekränzt zum Bahnhof marschieren, um von dort an die Front gebracht zu werden. Passanten lassen den Kaiser hochleben, singen „Deutschland, Deutschland, über alles …“. Johanna Boldt hat überhaupt keine Angst, dass ihr Julius, der sich als Freiwilliger gemeldet hat, nicht zurückkommen könnte.

Vier Jahre später sieht die Welt völlig anders aus. Julius Boldt ist tot, im russischen Kriegsgefangenenlager an Flecktyphus gestorben.

Der Krieg dauert immer noch an, und ein Ende ist nicht in Sicht.

Fast täglich veröffentlichen die Zeitungen neue Listen mit den Namen der Gefallenen. In der Stadt herrscht unvorstellbares Elend: Schulen, Turnhallen und Tanzsäle sind in Lazarette verwandelt, randvoll mit Kriegsverletzten. Hunderttausende Hamburger hungern.

Es kommt zu Plünderungen. Massen von Menschen ziehen von Bäckerei zu Bäckerei und stehlen, was sie brauchen. Anfangs fordern die Menschen „Gebt uns Brot!“ Daraus wird schon bald der Ruf nach Demokratie.

Was dann im Januar 1918 in Hamburg passiert, wird später die „Generalprobe“ der Revolution genannt: Die Arbeiter der Vulkan-Werft machen den Anfang, die Belegschaften weiterer Betriebe folgen. Am 30. Januar streiken in Hamburg bereits 30000 Männer und Frauen. Jetzt aufs Ganze gehen? Oder lieber Ruhe bewahren? Die Mitglieder im Streikkomitee sind sich uneins: Da gibt es die SPD und die Gewerkschaften, die zu Anfang des Kriegs einen „Burgfrieden“ mit dem Kaiser geschlossen und sich verpflichtet haben, auf Streiks zu verzichten. Auf der anderen Seite stehen die radikalen Sozialisten der USPD, die von Anfang an den Krieg nicht mittragen wollten und sich von den Mehrheits-Sozialdemokraten abgespalten haben. Die verschiedenen Lager können sich nicht einigen, so wird der Streik beendet, und am 2. Februar sind alle wieder bei der Arbeit.

Die Stimmung bleibt explosiv. Es braucht nur einen Funken. Und für den sorgt die deutsche Admiralität mit einem völlig irrwitzigen Befehl: Obwohl der Krieg klar verloren ist, sollen die vor Wilhelmshaven liegenden Geschwader der Hochseeflotte auslaufen und sich mit der britischen Kriegsmarine eine „Entscheidungsschlacht“ liefern, um auf diese Weise die „militärische Ehre“ wiederherzustellen.

Doch da machen die Matrosen nicht mit. Sie meutern, rebellieren, nehmen ihre Offiziere gefangen, fluten die Kessel der Schiffe, damit ein Auslaufen unmöglich ist. Der Beginn der Revolution.

Jetzt geht alles sehr schnell. 3. November 1918: Der Funke springt nach Kiel über, wo sich Matrosen und Arbeiter verbünden und die Freilassung der inhaftierten Rädelsführer aus Wilhelmshaven fordern. 4. November: Die Arbeiter auf den Kieler Werften streiken. 5. November: Matrosen hissen auf allen Schiffen statt der Kriegsflagge die rote Fahne.

Das letzte Stündlein des Kaiserreichs hat geschlagen.

Die Revolution breitet sich über Deutschland wie ein Lauffeuer aus. Nun ist Hamburg dran: Aus Solidarität treten die Arbeiter von Blohm & Voss, der Reiherstiegwerft sowie anderer Werft- und Zuliefererbetriebe in den Ausstand. Es wird diskutiert, gestritten, am Ende eine Resolution verabschiedet: Die Waffen sollen sofort schweigen, heißt es darin, der Kaiser muss abdanken, die Monarchie wird abgeschafft.

Am Abend kommen 6000 Menschen zu einer Kundgebung im Gewerkschaftshaus am Besenbinderhof zusammen. Während die Teilnehmer noch damit beschäftigt sind, einen Generalstreik für den nächsten Tag zu organisieren, schaffen andere schon Fakten: Ein Häufchen revolutionärer Matrosen und Arbeiter unter Führung des Maats Friedrich Zeller marschiert in der Nacht zum Hafen, überwindet alle militärischen Absperrungen und nimmt das Wachschiff „Freya“, mehrere Torpedoboote und weitere Kriegsschiffe in Besitz.

SÜLZEUNRUHEN: Ein Lebensmittelskandal stürzt die Stadt im Sommer 1919 in eine tiefe Krise. Erst durch den massiven Einsatz von Militär werden Ruhe und Ordnung wieder hergestellt. Oben: Panzerwagen vor dem Rathaus. Links: Eine Maschinengewehr-Stellung auf einem Dach.


AM PRANGER: Diejenigen, die an der Produktion von Sülze aus Tierkadavern beteiligt waren, werden auf einem Wagen quer durch die Stadt gefahren und gezwungen, die verdorbene Sülze zu essen.


ABSPERRUNGEN: Nach tagelangen Schießereien rund ums Rathaus lässt General Paul von Lettow-Vorbeck die Zufahrtsstraßen mit Stacheldraht absperren. Oben: Die Karikatur zeigt den Moment, als Fabrikbesitzer Jacob Heil bei den Alsterarkaden über die Brüstung der Schleusenbrücke in die Kleine Alster geworfen wird. Zwei Polizisten retten ihm das Leben und ziehen ihn aus dem Wasser.


Stück für Stück bringen Arbeiter und Soldaten jetzt die Stadt unter ihre Kontrolle. Sie besetzen den Hauptbahnhof und den Elbtunnel. Als sie Einlass in die Kaserne an der Bundesstraße verlangen, eröffnen Offiziere mit Maschinengewehren das Feuer.

Drei Menschen sterben, bevor die Aufständischen die Oberhand gewinnen. Anschließend setzt sich der Zug Richtung Generalkommando in Altona in Bewegung. Auf dem Weg dahin geraten die Männer in einen Hinterhalt. Noch mal sieben Todesopfer.

Doch die Revolution siegt auch diesmal.

An diesem 6. November gelingt es der USPD, die politische Führungsrolle in Hamburg zu übernehmen. Die SPD hat lange gezögert, und so ist sie im ersten Arbeiter- und Soldatenrat, der per Akklamation auf dem Heiligengeistfeld von 40000 Menschen bestätigt wird, nicht vertreten. Alle Macht hält USPD-Mann Heinrich Laufenberg in Händen, der „Rote Diktator“, wie die bürgerliche Presse ihn nennt. Er ist eigentlich kein Proletarier, sondern ein Intellektueller aus dem Rheinland, der nach Hamburg kam, um ein Buch über die Geschichte der Arbeiterbewegung zu schreiben. Am 12. November – da ist der Kaiser gerade den dritten Tag außer Landes – erklärt er Senat und Bürgerschaft für abgesetzt: „Der Arbeiter- und Soldatenrat hat die Ausübung der politischen Gewalt im Hamburgischen Staatsgebiet übernommen.“ Auf dem Rathaus weht die rote Fahne.

Wohin wird diese Revolution führen? Für einen Moment ist alles möglich. Sogar eine Räterepublik nach sowjetischem Vorbild, wie manche Ultralinke sie sich wünschen, scheint denkbar. Doch will das die Bevölkerung überhaupt? Anfang 1919 bricht der Machtkampf aus. Ein Putschversuch gegen Laufenberg scheitert.

Um seinem Gegner, der SPD, das wichtigste Kommunikationsmittel zu rauben, verbietet er deren Parteizeitung, dem „Hamburger Echo“, das weitere Erscheinen. Möglicherweise ein Fehler, denn damit bringt er viele Arbeiter gegen sich auf.

Wie die wahren Mehrheitsverhältnisse sind, zeigt sich am Neujahrstag 1919.

Laufenberg ruft seine Anhänger zu einer Kundgebung auf dem Heiligengeistfeld zusammen: 10000 Menschen kommen.

Doch an der zur selben Zeit stattfindenden Demo der SPD auf der Moorweide nehmen 40000 Menschen teil. Als Laufenbergs USPD bei der Wahl zur Nationalversammlung am 19. Januar in Hamburg gerade mal 6,8 Prozent der Stimmen erringt, die SPD dagegen mehr als 51 Prozent, tritt er geschlagen zurück.

Damit ist die Zukunftsfrage entschieden: Nicht eine Diktatur des Proletariats, sondern parlamentarische Demokratie wollen die Hamburger. Das unterstreichen sie noch einmal am 16. März 1919 bei der – übrigens ersten freien – Wahl zur Bürgerschaft.

Während die USPD lediglich auf 8,1 Prozent kommt, erringt die SPD 50,5 Prozent und geht eine Regierungskoalition mit der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) ein. Die Revolution ist beendet. Die rote Fahne verschwindet vom Rathaus.

Und der Arbeiter- und Soldatenrat?

Der gehört der Vergangenheit an. Sein Verdienst ist es gewesen, die Mitbestimmung der Arbeiter an der Politik in Hamburg überhaupt erst zu ermöglichen. Von den 135 Verordnungen, die er innerhalb von vier Monaten erließ, werden vor allem die sozialpolitischen bestätigt: die Bestimmungen über den Acht-Stunden-Tag, die Beseitigung der Akkordarbeit oder der Kündigungsschutz bei zeitweiliger, durch Arbeits-, Material- oder Energiemangel bedingter Betriebseinschränkung.

Revolution

KOMMUNISTENAUFSTAND: 1923 proben Mitglieder der KPD den Aufstand. Es kommt zu wilden Schießereien in der Stadt, inbesondere in Barmbek. Die Aufständischen hoffen, dass sich ihnen die Arbeiter im Hafen anschließen – vergeblich.


ORDNUNGSPOLIZEI: 48 Stunden dauern die Unruhen, dann hat die Hamburger Ordnungspolizei den Aufstand niedergeschlagen. Rund 100 Personen kommen ums Leben.


Die Zeiten in Hamburg bleiben noch lange unruhig. Kohlemangel legt Fabriken, öffentliche Verkehrsmittel und sogar die Fischereiflotte lahm. 120000 Soldaten müssen wieder in den Arbeitsprozess eingegliedert werden. Versailler Vertrag und Inflation führen zu schweren ökonomischen Verwerfungen, sozialen Umschichtungen und bringen die Wirtschaft an den Rand des Zusammenbruchs.

In Hamburg kommt es so immer wieder zu Schießereien und Belagerungszuständen: wie am 23. Juni 1919, als herauskommt, dass die Fleischfabrik Jacob Heil in der Kleinen Reichenstraße Tierkadaver verarbeitet und den Hungernden als Sülze verkauft hat. Die Sülzeunruhen nehmen ein solches Ausmaß an, dass die Reichsregierung den ehemaligen Kommandeur der Schutztruppen in Ostafrika, General Paul von Lettow-Vorbeck, mit 10000 Mann in die Stadt schickt, um für Ordnung zu sorgen.

Rechte und linke Kräfte versuchen auch in den darauffolgenden Jahren immer wieder, die Weimarer Republik aus den Angeln zu heben: Kämpfe gibt es 1920 beim Kapp-Putsch, als ultrakonservative, großdeutsche Politiker und Militärs versuchen, die Uhren zurückzudrehen.

Oder bei den Märzunruhen 1921, als die KPD zum Generalstreik aufruft. Regelrecht bürgerkriegsähnliche Unruhen zetteln Kommunisten im Oktober 1923 in der Hoffnung an, dass Gleichgesinnte im ganzen Land ihrem Beispiel folgen.


Unruhen, Aufstände und Straßenschlachten


Doch der Aufstand, bei dem 100 Menschen im Kugelhagel sterben, bleibt im Wesentlichen auf Hamburg beschränkt.

Dank des wirtschaftlichen Aufschwungs kommt die Stadt danach langsam zur Ruhe. Das Bündnis der SPD mit bürgerlichen Parteien sorgt für stabile Verhältnisse – bis die Weltwirtschaftskrise im Herbst 1929 dieser günstigen Entwicklung ein jähes Ende bereitet.

Zahllose Protestwähler schließen sich entweder der KPD oder der NSDAP an.

Anhänger beider Parteien liefern sich laufend Straßenschlachten, bis die Sache 1933 entschieden ist, als die Nazis alle Errungenschaften der Revolution 1918/19 wieder zunichtemachen.

Die glücklose Republik

Von der Novemberrevolution bis zu Hitlers Machtübernahme

3.-9.11.1918: Aufstand der Matrosen in Kiel. Ausbreitung der Aufstandsbewegung im Deutschen Reich. Bildung von Soldaten- und Arbeiterräten in vielen Städten.

9.11.1918: Abdankung Kaiser Wilhelms II. (Foto). Ausrufung der Republik in Berlin.

10.11.1918: Bildung des „Rats der Volksbeauftragten” als Reichsregierung

11.11.1918: Unterzeichung des Waffenstillstandsvertrages in Compiègne.

16.-20.12.1918: Rätekongress in Berlin. Beschluss: Deutschland wird in eine parlamentarische Demokratie verwandelt.

1.1.1919: Gründung der KPD.

19.1.1919: Wahlen zur Nationalversammlung. SPD mit 38 Prozent stärkste Partei.

7.4.-1.5.1919: Räterepublik in München.

28.6.1919: Friedensvertrag mit den Alliierten.

11.8.1919: Weimarer Verfassung in Kraft.

13.-16.3.1920: Kapp-Lüttwitz-Putsch. Republikfeindliche Kräfte von rechts versuchen die Regierung zu stürzen.

27.4.1921: Festsetzung der deutschen Reparationen auf 132 Milliarden Goldmark.

18.7.1922: „Gesetz zum Schutz der Republik” nach der Ermordung des deutschen Außenministers Rathenau (Foto) durch antisemitische Rechtsextremisten.

8./9.11.1923: Hitler-Ludendorff-Putschversuch in München.

28.2.1925: Tod von Reichspräsident Friedrich Ebert.

26.4.1925: Wahl des Weltkriegsgenerals Hindenburg zum Reichspräsidenten.

Oktober 1929: Zusammenbruch der Kurse an der New Yorker Börse. Weltwirtschaftskrise.

14.9.1930: Reichstagswahl. Starke Stimmengewinne der NSDAP.

Februar 1932: Sechs Millionen Arbeitslose.

6.11.1932: Reichstagswahl. NSDAP stärkste Partei.

30.1.1933: Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler (Foto).