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DIE ROOKIE-ZEUGNISSE 2020/21: ERWARTUNGEN ERFÜLLT?


Basket - epaper ⋅ Ausgabe 6/2021 vom 20.05.2021

ANALYSE

Es gibt immer mal wieder diese Draft-Klassen, an die man sich noch Jahre später erinnert. Beliebteste Beispiele sind dabei die Jahrgänge von 1984 (u.a. Michael Jordan, Hakeem Olajuwon, Charles Barkley, John Stockton), 1996 (Kobe Bryant, Steve Nash, Allen Iverson) oder 2003 (LeBron James, Dwyane Wade, Carmelo Anthony). Aus der etwas jüngeren Vergangenheit ließe sich vielleicht noch der Jahrgang von 2009 anführen, der mit Stephen Curry und James Harden nicht nur zwei spätere MVPs, sondern auch echte „Game Changer“ in die Liga brachte.

Damit eine Draft-Klasse auch im historischen Vergleich besonders ...

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... hervorgehoben wird, sind verschiede Faktoren entscheidend: Wieviele All Stars hat ein Jahrgang hervorgebracht? Wieviele MVPs und spätere Champions? Für die Talentauswahlen der vergangenen Jahre ist dies schwer zu prognostizieren, noch ist nicht klar, welche Akteure (2015 und später gedraftet) irgendwann als Legenden in die Geschichte des Spiels eingehen werden. Und natürlich gibt es auch immer mal wieder Klassen, an die sich nach wenigen Jahren niemand mehr erinnert – die Talentauswahl 2000 lässt grüßen. Die Draft-Klasse von 2020 ist dabei wohl irgendwo in der Mitte einzuordnen. Mit LaMelo Ball und Anthony Edwards beispielsweise taten sich zwei Spieler hervor, die in Zukunft Jahr für Jahr in der Verlosung um einen Platz im All-Star-Team mitspielen werden – vielleicht gesellt sich irgendwann der zweite Pick der vergangenen Talentauswahl, James Wiseman, hinzu. Der Warriors-Big hatte in seinen ersten Saisonmonaten noch mit deutlichen Anpassungsschwierigkeiten zu kämpfen – könnte irgendwann jedoch auch in All-Star-Sphären emporsteigen.

Haliburton überzeugt

Dabei muss man nicht zwingend in den Top Drei ausgewählt werden, um eine herausragende NBA-Karriere hinzulegen. Akteure wie Kobe Bryant (seinerzeit 13. Pick) oder auch Steph Curry (7. Pick) dienen hier als bestes Beispiel. So macht sich mit Sicherheit auch der 12. Pick des vergangenen Drafts, Tyrese Haliburton, Hoffnung, in Sacramento zum echten „Franchise Changer“ zu avancieren. Bereits in seiner Debütsaison zeigte er vielversprechende Leistungen an beiden Enden des Courts – und wird künftig bei den Kings noch mehr Verantwortung erhalten.

Selbiges gilt für Rookie Immanuel Quickley von den New York Knicks, der mit seinem gnadenlosen Jumper und seinem Einsatz schon jetzt ein kleiner „Difference Maker“ für die in der jüngeren Historie so er-folglose Franchise aus dem „Big Apple“ sein kann.

Während Edwards im Schnitt über 31 Minuten auf dem Court stand, kommt Wiseman auf 21,4.


In puncto „mögliche Star-Power“ ist nach den genannten fünf Akteuren allerdings erstmal Schluss – zumindest Stand jetzt. Dafür finden sich in der aktuellen Klasse eine Menge Spezialisten, die ihren Platz in der NBA für viele Jahre sicher haben dürften. Die Shooting-Qualitäten eines Sad diq Bey (Detroit Pistons) werden immer gefragt sein, ebenso die Vielseitigkeit eines Jae‘Sean Tate (Houston Rockets).

Probleme bei Obi Toppin

Zu jeder Draft-Klasse gehören allerdings auch Spieler, die es trotz großer Vorschusslorbeeren nicht geschafft haben, der Liga bereits in ihrer Debütsaison den Stempel aufzudrücken. Denn nicht weniger als dies wurde vom sprunggewaltigen Obi Toppin, der sogar von seinem Heimatstadt-Team (New York Knicks) ausgewählt wurde, erwartet. Allerdings hatte Toppin dort mit massig Anpassungsproblemen zu kämpfen und spielte für das Team von Coach Tom Thibodeau keine allzu große Rolle. Auch Onyeka Okungwu, von den Atlan-ta Hawks immerhin an Position sechs gedraftet, sucht noch nach seinem Platz in der Liga.

Um die hohe Draftposition doch zu rechtfertigen, haben die Youngster allerdings noch alle Zeit der Welt. Und wenn sie es in den kommenden Jahren noch schaffen, wer weiß, wie man sich dann künftig an die Klasse von 2020 zurückerinnern wird.

MIT AUSZEICHNUNG

Schon in seiner ersten Saison traf Haliburton über 40 Prozent seiner Würfe von „Downtown“.


Tyrese Haliburton

TEAM: SACRAMENTO KINGS DRAFTPOSITION: 12 LEISTUNGEN:

Haliburton etablierte sich früh als bester Two-Way-Player der vergangenen Draft-Klasse und überzeugte in Sacramento mit einem für sein Alter extrem reif wirkenden Spiel. Könnte mit De‘Aaron Fox das Guard-Tandem der Zukunft in Sacramento bilden – auch wenn er nach dem All-Star-Break (auch verletzungsbedingt) etwas abbaute. Heute fragen sich wohl einige GMs, wie sie Haliburton bis auf Position zwölf durchrutschen lassen konnten.

NOTE: 1-

Immanuel Quickley steht bei den Knicks knapp 20 Minuten pro Spiel auf dem Court.


Anthony Edwards

TEAM: MINNESOTA TIMBERWOLVES DRAFTPOSITION: 1 LEISTUNGEN:

Zu Beginn noch etwas inkonstant, fand Edwards in der zweiten Saisonhälfte seinen Rhythmus und führte alle Rookies bei den Punkten an. Die Situation in Minnesota ist perfekt für den jungen Flügel, der alle Würfe der Welt nehmen darf und sich so zwangsläufig weiterentwickeln wird. Mit einer Athletik gesegnet, wie man sie bei Rookies nur relativ selten sieht. Wird den Wolves künftig noch viel Freude bereiten.

NOTE: 1-

Immanuel Quickley

TEAM: NEW YORK KNICKS DRAFTPOSITION: 25 LEISTUNGEN:

Der 25. Pick des vergangenen Drafts war einer der Hauptgründe dafür, dass die Knicks in diesem Jahr endlich wieder in der Relevanz angekommen sind. Nur Edwards, Ball und Haliburton legten im Schnitt mehr Zähler pro Partie auf als der Knicks-Youngster, der zudem noch als starker Guard-Verteidiger auftrat. Sind die Zeiten der Knickerbocker als absolute Draft-Lachnummer endlich vorbei?

NOTE: 2+

Saddiq Bey

TEAM: DETROIT PISTONS DRAFTPOSITION: 19 LEISTUNGEN:

Der Pistons-Flügel stellte den Rookie-Franchise-Rekord für die meisten getroffenen Dreier innerhalb einer Saison auf – und dürfte sich in den kommenden Jahren zu einem besseren „Glue Guy“ entwickeln. Kein Rookie traf im Schnitt mehr Dreier pro Spiel als Bey, der zudem noch starke 88 Prozent seiner Würfe von der Freiwurflinie verwandelte. Stellte Lottery-Pick Hayes in Detroit in den Schatten.

NOTE: 2+

Saddiq Bey


Weiter so!

Jae‘Sean Tate spielte nach dem College zwei Jahre im Ausland.


Jae‘Sean Tate

TEAM: HOUSTON ROCKETS DRAFTPOSITION: UNDRAFTED LEISTUNGEN:

Der vielseitige Flügel verpasst den Sprung in die Auszeichnungs-Klasse nur knapp. Profitierte in Houston vom Umbruch und bekam massig Spielzeit. Ein Lichtblick für die miesen Rockets.

NOTE: 2

Patrick Williams

TEAM: CHICAGO BULLS DRAFTPOSITION: 4 LEISTUNGEN:

Galt im Draft als „Reach“ und spielte dann die sechstmeisten Minuten aller NBA-Rookies. Ist der zweitjüngste NBA-Profi überhaupt – könnte eines Tages zum echten Edelverteidiger reifen.

NOTE: 2-

Isaiah Stewart

TEAM: DETROIT PISTONS DRAFTPOSITION: 16 LEISTUNGEN:

Der beste Rebounder des vergangenen Drafts (fast 6,0 Boards pro Partie), dazu blockt er pro Spiel im Schnitt einen Wurf (Rookie-Topwert). Offensiv keine Wunderwaffe, sucht noch seinen Platz.

NOTE: 2-

Desmond Bane

TEAM: MEMPHIS GRIZZLIES DRAFTPOSITION: 30 LEISTUNGEN:

Einer der besseren Shooter der vergangenen Draft-Klasse, nur fünf Rookies trafen mehr Dreier pro Spiel als der Grizzlies-Guard. Findet in Memphis perfekte Bedigungen vor, um sich weiterzuentwickeln.

NOTE: 2-

Kenyon Martin Jr.

TEAM: HOUSTON ROCKETS DRAFTPOSITION: 52 LEISTUNGEN:

Ähnlich wie Jae‘Sean Tate kam er auch er in Houston auf eine Menge Spielzeit, die Martin Jr. zu nutzen wusste. Glänzte bei den Field Goals mit starken Quoten. Auch als Shotblocker brauchbar.

NOTE: 3+

Cole Anthony

TEAM: ORLANDO MAGIC DRAFTPOSITION: 15 LEISTUNGEN:

Nach dem Fultz-Ausfall plötzlich Starting Point Guard der Magic – die sich dann für einen radikalen Rebuild entschieden. Drittbester Passgeber unter seinen Rookie-Kollegen (4,0 Assists pro Spiel).

NOTE: 3+

Jaden McDaniels

TEAM: MINNESOTA TIMBERWOLVES DRAFTPOSITION: 28 LEISTUNGEN:

Überzeugte als Shotblocker beim schlechtesten Team der Western Conference. Noch ziemlich roh, verfügt allerdings schon jetzt über eine herausragende Athletik. Ein Top-Draft für die Timberwolves!

NOTE: 3+

Payton Pritchard

TEAM: BOSTON CELTICS DRAFTPOSITION: 26 LEISTUNGEN:

Wären Fans im TD Garden erlaubt, wäre Pritchard wohl der Lieblingsspieler der Celtics-Anhänger. Geht immer mit 100 Prozent Einsatz zu Werke und macht so Größennachteile wett.

NOTE: 3

Aleksej Pokusevski

TEAM: OKLAHOMA CITY THUNDER DRAFTPOSITION: 17 LEISTUNGEN:

Das große Problem bei „Poku“: Die Inkonstanz! Ließ jedoch immer wieder sein Potential als Floor-Stretcher auf-blitzen und wird in der kommenden Spielzeit weitere Bewährungschancen erhalten.

NOTE: 3

Theo Maledon

TEAM: OKLAHOMA CITY THUNDER DRAFTPOSITION: 34 LEISTUNGEN:

Der junge Franzose benötigte etwas Anlaufzeit, lieferte den im Rebuild befindlichen Thunder dann aber ordentliche Leistungen auf der Eins. Zum Franchise-PG ist es aber noch ein weiter Weg.

NOTE: 3-

Isaac Okoro

TEAM: CLEVELAND CAVALIERS DRAFTPOSITION: 5 LEISTUNGEN:

Defensiv erfüllte Okoro die Erwartungen. Offensiv (leider) auch. Wirkt in einer NBA-Offense noch etwas verloren – dafür schon jetzt der beste Flügelverteidiger und „Glue Guy“ im Roster des Champs von 2016.

NOTE: 3-

KLASSENBESTER

Ball wurde vor seiner Verletzung dreimal zum „Rookie des Monats“ im Osten gewählt.


LaMelo Ball

TEAM: CHARLOTTE HORNETS DRAFTPOSITION: 3 LEISTUNGEN:

„LaMelo Ball ist der Spieler, der uns in Lonzo versprochen wurde“, erklärte Kult-Journalist Stephen A. Smith während der laufenden Spielzeit – so hart dies für Lonzo klingt, könnte Smith mit seiner Aussage richtiger nicht liegen. Hätte er sich nicht gegen Mitte der Spielzeit schwer am Handgelenk verletzt, die Trophäe des „Rookie of the Year“ wäre zu 100 Prozent nach Charlotte gewandert. LaMelos Court Vision ist schon jetzt elitär, seine Kreativität scheint keine Grenzen zu kennen. Bleibt ein seltenes Lob für Hornets-GM Jordan: Alles richtig gemacht!

NOTE: 1

NACHHILFE NÖTIG

Obi Toppin wuchs in Brooklyn auf.


Wiseman

TEAM: GOLDEN STATE WARRIORS DRAFTPOSITION: 2 LEISTUNGEN:

Es war nicht alles schlecht, die Anlagen sind da – für einen zweiten Pick, der in einem verletzungsgeplagten Warriors-Kader viel Spielzeit erhielt, waren Wisemans inkonstante Leistungen aber zu wenig!

NOTE: 4+

Deni Avdija

TEAM: WASHINGTON WIZARDS DRAFTPOSITION: 9 LEISTUNGEN:

Der Lottery Pick aus Israel konnte selbst bei den miesen Wizards nicht herausstechen und sucht noch nach seiner Nische in der NBA. Der Dreier fiel nur an guten Abenden, defensiv (freundlich formuliert) anfällig.

NOTE: 4+

Obi Toppin

TEAM: NEW YORK KNICKS DRAFT-POSITION: 8 LEISTUNGEN:

Konnte seine überragenden College-Leistungen bislang nicht in die NBA übertragen und spielt nur knapp über zehn Minuten pro Spiel. Hat leider keinen großen Anteil am jüngsten Knicks-Aufschwung.

NOTE: 4

Killian Hayes

TEAM: DETROIT PISTONS DRAFT-POSITION: 7 LEISTUNGEN:

Hayes ging im Draft vor Spielern wie Haliburton, Bey oder Anthony vom Board – aus heutiger Sicht nicht die glücklichste Pistons-Entscheidung. Traf nur unterirdische 31 Prozent seiner Würfe aus dem Feld.

NOTE: 4

Onyeka Okungwu

TEAM: ATLANTA HAWKS DRAFTPOSITION: 6 LEISTUNGEN:

Big Men brauchen traditionell etwas länger, um richtig in der NBA Fuß zu fassen. Okungwu ist bei allem Talent dafür ein perfektes Beispiel. Kommt im hochtalentierten Hawks-Team (noch) nicht zum Zug. Muss sich steigern!

NOTE: 4-

Jalen Smith

TEAM: PHOENIX SUNS DRAFTPOSITION: 10 LEISTUNGEN:

Puh, in 4,4 Minuten pro Spiel Leistungen zu erbringen, ist schwer – auch wenn er bei einem Top-Team im Westen spielt, ist das für einen zehnten Draft-Pick zu wenig. Konnte noch keine NBA-Tauglichkeit nachweisen.

NOTE: 5


Fotocredit: Getty Images