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Die Schattenseiten der Sonne


Leben & erziehen - epaper ⋅ Ausgabe 7/2019 vom 05.06.2019

Sommersonne auf der Haut fühlt sich wunderbar an — wenn da nicht die UV-Strahlen wären. Um unsere Kinder zu schützen, cremen wir sie zuverlässig ein, aber manchmal passiert‘s halt doch: ein Sonnenbrand! Was gegen die Rötung und das Brennen hilft


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Bildquelle: Leben & erziehen, Ausgabe 7/2019

Ein schöner Tag am Meer mit einer kühlen Brise, mit viel Spaß beim Planschen im Wasser und beim Burgenbauen – und am Abend das Malheur: Die Haut ist gerötet und fühlt sich heiß an, das Kind reagiert empfindlich auf Berührungen. Später kommen oft noch ein Spannungsgefühl und Juckreiz dazu. Das sind die typischen Symptome eines Sonnenbrandes, den bereits jedes ...

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Leichter Sonnenbrand: kühlen und viel trinken

Die Erste-Hilfe-Maßnahme jetzt: die Haut kühlen. „Wenn es sich um einen leichten Sonnenbrand handelt, eignen sich After-Sun-Lotionen, zum Beispiel mit Wirkstoffen wie Dexpanthenol oder Aloe Vera“, sagt Dr. Martin Lorenz, Hautarzt aus Kaiserslautern. „Bei einer etwas stärkeren Rötung können Eltern auch ein kühlendes Gel aus der Apotheke wählen, das einen 0,5-prozentigen Anteil Hydrocortison enthält. Es lindert den Juckreiz und die Entzündung.“ Und wenn keines der beiden Mittel zur Hand ist? Dann hilft ein Quarkwickel, der die Haut kühlt. Wichtig ist jetzt auch, dass Kinder viel trinken, rät der Dermatologe, denn durch die Hautentzündung verliert der Körper Flüssigkeit.
In den Tagen nach einem Sonnenbrand – und am besten auch in Zukunft – möglichst konsequent im Schatten bleiben, alle unbedeckten Hautstellen mit einer Sonnencreme schützen (Faktor 50) und UV-Kleidung (ebenfalls Faktor 50) inklusive Sonnenhut tragen. Die intensive Mittagssonne zwischen elf Uhr vormittags und drei Uhr nachmittags meiden Familien im Idealfall ganz. Babys dürfen noch gar nicht in die Sonne, denn Kinder haben eine besonders dünne Haut, die sich noch nicht selbst vor der Sonne schützen kann. „Auch wenn der Sonnenbrand nach ein paar Tagen abklingt – die Haut vergisst nichts. Jeder Sonnenbrand erhöht die Gefahr, später einmal an Hautkrebs zu erkranken“, sagt der Dermatologe.

Schwerer Sonnenbrand: ein Fall für den Arzt

Einen leichten Sonnenbrand können Eltern gut selbst behandeln – nach drei, vier Tagen ist von der Rötung oft nichts mehr zu sehen. Schwerere Verbrennungen sind dagegen immer ein Fall für den Kinder- oder Hautarzt. „Die Haut ist in diesem Fall feuerrot, schmerzt bei Berührung, schwillt an und bildet Blasen“, erklärt Dr. Martin Lorenz. Dann müssen Eltern mit ihrem Kind zum Arzt, der eine kortisonhaltige Creme verschreiben wird. Das gilt auch dann, wenn sich eine große Fläche des Körpers stark gerötet hat. Wenn sich bereits Blasen gebildet haben, kann der Mediziner diese auch steril öffnen und mit einem Salbenverband versorgen. Zum Arzt sollten Familien auch dann, wenn ihr Kind über Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit klagt oder sich erbrechen muss, denn die Symptome können auf einen Sonnenstich oder Hitzschlag hindeuten. „Als Grundregel empfehle ich: Je kleiner das Kind, desto eher sollten Familien mit ihm zum Arzt gehen“, so Dr. Lorenz. In ganz seltenen Fällen, wenn es sich um einen schweren Sonnenbrand mit starker Blasenbildung handelt und die Gefahr einer Infektion besteht, müssen Kinder auch ins Krankenhaus.

Schutz und Pflege

[1] Praktisch im Pumpspender Schützt vor UVA- und UVB-Strahlen: Kinder Sonnenspray 50+ von HiPP Babysanft; 11,99 Euro (150 ml)

[2] Wirkt sofort Sensitiv Sonnenlotion mit LSF 50+ von Bübchen; 7,45 Euro (100 ml)

[3] After Sun-Milch Spendet Feuchtigkeit nach einem Sommertag: Après Pflege Milch ohne Parfum, Farb- und Konservierungsstoffe. Von Ladival; 16,95 Euro (200 ml)

[4] Zum Cremen danach Hautmilch mit Linolsäure für trockene Haut. Von Linola; 12,95 Euro (200 ml)

[5] Bei einem Sonnenbrand Das Combudoron Gel mit Auszügen von Arnika und der kleinen Brennnessel kühlt die Haut. Von Weleda; 8,35 Euro (25 g)

[6] Beruhigt und pflegt Mit Nachtkerzen-, Süßmandel- und Jojobaöl: Haut Ruhe Lotion von Eubos (auch bei Neurodermitis); 15,90 Euro (125 ml)

Unser Experte

Dr. Martin Lorenz
ist Dermatologe und führt zusammen mit seiner Frau eine Praxis in Kaiserslautern. Als Referent der Präventionskampagne „SunPass — gesunder Sonnenspaß für Kinder“ der Europäischen Hautkrebsstiftung informiert er in Kindergärten über wirksamen Sonnenschutz

Doch das ist nach Erfahrung des Hautarztes heute eine Ausnahme. „Eltern gehen in der Regel sehr vorsichtig mit der UV-Strahlung um. Mehr Sorgen machen mir die 14-jährigen Jungs, die einfach zu cool zum Eincremen im Freibad sind.“ Dennoch kann es immer wieder passieren, dass auch kleine Kinder sich einen Sonnenbrand holen, weil Eltern Hautstellen beim Eincremen vergessen, beispielsweise Nase, Nacken und Fußrücken, oder die Kraft der UV-Strahlung unterschätzen, etwa an windigen Tagen am Meer.

Sonnenallergie: schon vor dem Urlaub schützen

Manche Kinder reagieren auf die UVStrahlung auch mit einer Sonnenallergie, die sich durch rote Flecken oder Bläschen auf der Haut, Juckreiz, Schwellungen und Brennen zeigt. „Grundsätzlich kann eine Sonnenallergie jeden erwischen“, sagt der Dermatologe, „etwas häufiger betroffen sind aber Menschen mit einer empfindlichen, hellen Haut.“ Wenn Eltern wissen, dass ihr Kind dazu neigt, können sie entsprechend vorbeugen. Dr. Martin Lorenz rät, in Absprache mit dem Kinderarzt fünf bis sieben Tage vor der Reise ein Antiallergikum zu geben, das Kinder auch im Urlaub weiterhin einnehmen, wenn sich die Sonnenstrahlung nicht umgehen lässt, zum Beispiel in sehr sonnigen Regionen. Wichtig ist auch ein guter Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor, der wenig Duft- und Konservierungsstoffe enthält und nicht zu fettig ist. Und wenn sich die Pickelchen im Urlaub doch zeigen? Dann hilft eine Creme mit leichtem Kortisonanteil, die Familien in der Reiseapotheke haben – damit ihnen die Schattenseiten der Sonne erspart bleiben.


FOTOS: HERSTELLER (6), ISTOCKPHOTO.COM (2), PRIVAT