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Die Schauspielerin Janine Kunze ist glücklich verheiratet, hat drei Kinder und einen prall gefüllten Terminkalender. Jetzt spricht sie aus, was viele Frauen denken: SEX? Heute lieber nicht …


Lisa - epaper ⋅ Ausgabe 11/2019 vom 06.03.2019

ER hat Lust, SIE ist müde – ein Thema, das in vielen Beziehungen für Spannungen sorgt. Auch bei Janine Kunze (44) und Dirk Budach (55). Und doch geht es ihnen als Paar gut!


Am Morgen schon Diskussionen mit der pubertierenden Tochter, während man dafür sorgen muss, dass sich der Kleinste anzieht. Bei der Arbeit ist eine Kollegin krank, alles muss im Laufschritt erledigt werden. Dann schnell, schnell los: Tierarzttermin mit dem Hund. Unterwegs gibt es einen Stau. Danach einkaufen und wenn man dann nach dem Abendessen die Küche fertig hat und aufs Sofa sinkt, kommt er noch. Und will „schmusen“ – was so viel ...

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... heißt wie: Sex.

Da kann man dann schon mal denken: Hat der einen Knall? Ich fühl mich gerade wie ein Alien und er meint, ich kann mich jetzt noch schnell in eine feurige Geliebte verwandeln.

Nein, das geht tatsächlich nicht. Stress und Erotik vertragen sich ganz schlecht. Zwischen Arbeit, Termindruck, Haushalt und Familienverpflichtungen bleibt laut einer Studie bei 49 Prozent der deutschen Frauen die Lust auf der Strecke. Aber zugeben mag man das nicht wirklich. Bei anderen geht es doch auch, oder?

Nein, tut es nicht. Das hat Janine Kunze (44) nun deutlich gesagt: Dass es Tage, ja, manchmal richtig viele Tage gibt, an denen sie abends einfach zu platt für lustvolle Liebesspiele ist. In ihrem Buch (siehe rechts) schreibt sie ganz klar: „Mehrmals in der Woche Sex klappt höchstens im Urlaub.“

Die Schauspielerin hat drei Kinder (9, 11, 15), eines davon ist ein Pubertier. Sie hat einen Hund. Und sie hat keine tausend Angestellte, die sich um den Haushalt kümmern. Zudem liebt sie ihren Job – der sie ganz schön fordert.

Astrid Kümmer (49)


Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass man so oft miteinander schläft, dass man den körperlichen Kontakt nicht verliert. Wenn man zu lange keinen Sex hatte, wird es irgendwie komisch, wieder damit anzufangen. Dabei hat man aber im Hinterkopf: Wir sollten mal wieder – das baut einen unguten Druck auf.

Sie ist eine normale Frau . Und ihr Mann? Dirk Budach (55) scheint ein normaler Mann zu sein, der manchmal mehr Lust als seine Frau hat. Wie das dann so ist, wenn sie genervt und erschöpft nach Hause kommt und er sie „zum Anbeißen“ findet, beschreibt sie in ihrem Buch:

„,Bitte. Ich will einfach nur einen ruhigen Abend.‘ –,Wir müssen nicht reden‘, bemerkt der Mann unschuldig und küsst mich auf den Hals. Ich seufze und schiebe ihn weg.,Ich will auf der Couch liegen und mich nicht bewegen.‘ –,Du musst dich nicht bewegen‘, informiert der Mann mich.,Ich kriege das auch so hin.‘“

Ganz schön hartnäckig. Und sicher ist Janine Kunze nach so einer „Charme-Attacke“ manchmal auch genervt. Aber statt ihrem Mann Vorwürfe zu machen, versteht sie, dass sein Begehren nach 17 Ehejahren ja auch ein Kompliment ist. „Trotzdem sollte eine Frau nicht immer nur herhalten, damit der Vater gute Laune hat …“, stellte sie in einem Gespräch mit der „Bild“ einmal klar.

Das kann aber zu Spannungen führen – auch bei Janine Kunze und Dirk Budach. Ihr Gegenmittel: „Offen über alles reden.“ Wobei der dreifachen Mutter auch bewusst ist: „Kämpfen und Durchhaltevermögen sind Aspekte einer langen Beziehung.“

Dabei ist natürlich wichtig, dass ihr Mann wissen kann, dass seine Frau den Sex mit ihm eigentlich liebt, dass sie Sex prinzipiell wirklich mag. „Ich hatte noch nie schlechten Sex.“ Und sie erklärte auch, warum nicht: „Ich glaube, das liegt daran, dass ich nie wahllos mit jemandem geschlafen habe.“ Und dann macht sie Dirk Budach eine schöne Liebeserklärung: „Der beste Sex – das waren die ersten Male mit meinem Mann, weil er einfach meine große Liebe ist.“

Arianne List (41)


Bei Liebe geht es doch um mehr als Sex. Man ist doch nicht mit jemandem zusammen, um seine Triebe zu befriedigen. Sicher, eine erfüllte Sexualität ist etwas sehr Schönes, aber nicht die Bedingung! Und wenn doch, dann stehen die Gefühle wohl auf wackligen Beinen.

Und was sagt er zu all dem? Gibt es Konflikte wegen des ungleichen Lust-Levels? „Klar“, gibt Dirk Budach zu und ergänzt: „Aber das kennt ja jeder, der schon mal eine Beziehung hatte.“ Und wie seine Frau ist auch er der Überzeugung, dass es wichtig ist, sich trotz Alltag, trotz vollem Terminkalender und trotz ewiger Beziehungsdauer immer wieder Zeit als Paar zu nehmen. Auch wenn man müde ist. Nur so kann man es schaffen, dass der Kontakt – auch der körperliche – erhalten bleibt, selbst wenn es zwischen den Laken gerade etwas ruhiger zugeht. Man merkt deutlich: Dieser Mann respektiert seine Frau und ihre Bedürfnisse.

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Carmen Müller (38)


Sex ist ein Grundbedürfnis. Wird das in der Beziehung nicht ausreichend befriedigt, wird es gefährlich. Entweder hackt man nur noch aufeinander herum oder orientiert sich nach außen. Beides killt auf Dauer die Liebe. Also: Liebe braucht Sex – und zwar genügend.

Und sie ist ein Vorbild für ihre Kinder. Janine Kunze redet offen über ihr Sexleben. Das mag peinlich für die Kids sein, aber das scheint nichts Neues zu sein, wie Janine Kunze erzählt: „Bei unserer Älteren, dem Pubertier, kann man eigentlich nichts machen, ohne peinlich zu sein …“ Aber, was viel wichtiger ist: Ihre Kinder können lernen, dass eine Frau, dass man überhaupt im Leben auch „Nein“ sagen und sich wehren darf. Und das ist Janine Kunze wichtig!

Infos und Fakten

Wie viel Lust braucht die Liebe?

Es ist ein Thema, über das viel geflunkert – oder geschwiegen – wird, dabei ist es wissenschaftlich längst erwiesen: Je länger eine Beziehung dauert, desto weniger Sex gibt es.

Keine Angst vor der Statistik Eine Studie des renommierten KinseyInstituts ergab, dass Menschen über 40 noch 69 Mal im Jahr miteinander schlafen. Meist heißt es „nur noch so wenig“. Wenn man ausrechnet, dass das 1,33 Mal pro Woche wäre – jede Woche wohlgemerkt –, dann wird so manch einem Paar ganz unwohl. Man überlegt dann, wann man denn selbst das letzte TêteàTête hatte. Und wenn das schon ein paar Wochen her ist, dann denkt man: Bei anderen läuft mehr. Was sehr wahrscheinlich ein Irrtum ist. Denn selbst bei anonymen Umfragen tendieren die Menschen dazu, sich selbst – und ihre Beziehung – etwas besser dastehen zu lassen.

In Kontakt bleiben Die Münchner Sexualtherapeutin Beatrice Wagner kennt es aus ihrer Praxis: „Nur wenn man sich dem Partner emotional und geistig verbunden fühlt, will man ihm nahe sein, ihn körperlich spüren.“ Wobei es dabei nicht unbedingt um Sex geht. Gerade das ist für viele Frauen ja ein Problem: Dass jeder Kuss gleich Konsequenzen haben soll. Sie fühlen sich bedrängt – die Männer fühlen sich zurückgestoßen. Dazu rät Beatrice Wagner, dass man als Frau die Begierde als Kompliment nehmen kann. Und dem Partner dennoch deutlich machen darf, dass er ihre Grenzen respektieren und sie im Alltag unterstützen soll. Um all das „auszuhandeln“, braucht es den Mut für offene Gespräche.

Buch-Tipp: Über den Umgang mit diesem Thema hat Janine Kunze ein Buch geschrieben: „Liebling, ich habe die Kinder verschenkt“ (Bastei Lübbe, 11 €). Besonders interessant ist der Untertitel: „Wie wir den Familienwahnsinn als Paar überstehen.“


Fotos: action press, adolph press, ddp images, fotolia (3), iStock