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DIE SEHEN ALLES


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Computer Bild - epaper ⋅ Ausgabe 24/2022 vom 18.11.2022

Dashcams

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Bildquelle: Computer Bild, Ausgabe 24/2022

Ein Verkehrsunfall kostet Geld, Zeit und Nerven. Gut, wenn man wenigstens die Beweise auf seiner Seite hat – etwa durch das gefilmte Material einer Dashcam an der Innenseite der Windschutzscheibe. Der Name für die kleinen Wächter leitet sich vom englischen Begriff Dashboard für Armaturenbrett ab. Seit vier Jahren sind Dashcams hier zugelassen. Aber welches Modell filmt gut? COMPUTER BILD hat drei günstige sowie vier Modelle inklusive Rückkamera getestet.

Angesaugt und festgeklebt

Dashcams docken per Saugnapf oder mit einer selbstklebenden Halterung an der Windschutzscheibe an. Mit Saugnapf-Befestigung lässt sich die Dashcam schnell in ein anderes Fahrzeug mitnehmen. Allerdings kann eine starke Kollision oder Vollbremsung die Halterung lösen, und die Kamera fliegt durch das Auto.

Dieses Problem gibt’s bei Klebehalterungen nicht, die halten bombenfest. Das ist gleichzeitig ihr Nachteil, denn ...

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Dieses Problem gibt’s bei Klebehalterungen nicht, die halten bombenfest. Das ist gleichzeitig ihr Nachteil, denn die Halterungen lassen sich nur mit viel Kraft und Geschick wieder lösen. Nextbase liefert als einziger Hersteller beide Varianten mit, die anderen entweder Klebe- oder Saugnapfhalterung – siehe Testtabelle auf Seite 70.

Vier Modelle im Test kommen mit einer Zweitkamera, die den rückwärtigen Verkehr filmt. Die der Azdome M550 und der Abask Q40S muss der Fahrer außen am Heck, etwa oberhalb des Nummernschildes anschrauben. Halterungen und Schrauben sind dabei. Die Vantrue N4 lässt sich innen an der Heckscheibe befestigen. Noch einfacher klappt die Montage bei der Nextbase 222X: Da dockt die Zweitkamera seitlich an. Wie Sie eine Dashcam am besten in Ihrem Auto anbringen, lesen Sie auf Seite 68.

Die Azdome M550 und die Vantrue sind zusätzlich mit Kabinenkameras ausgestattet, die den Innenraum filmen. Das ist etwa für Taxifahrer praktisch, die die Rücksitzbank im Blick haben wollen.

Kleine Displays zum Einstellen

Die Bedienung der Kameras über Tasten und Bildschirmmenü ist weitgehend unkompliziert. Dennoch sollten Fahrer und Fahrerinnen die Einstellungen vor Fahrtantritt vornehmen. Auf den kleinen Displays der Testkandidaten lässt sich prüfen, ob sie auch tatsächlich das Verkehrsgeschehen und nicht nur Asphalt oder Himmel filmen. Die Anzeigen liefern zudem Infos wie das aktuelle Datum oder die Restkapazität der eingelegten Speicherkarte. Die günstige Abask Q40S protzte mit dem größten, allerdings sehr grellen Display. Etwas besser ist das der Nextbase 222X. Auf der angenehm großen Anzeige ist das gezeigte Kamerabild gut sichtbar.

Die sehr kompakte Garmin Dash Cam Mini 2 verzichtet als einzige Kamera im Test auf ein Display. Das Live-Bild zum Ausrichten der Kamera ist auf dem Smartphone mit der kostenlosen „Garmin Drive“-App für iOS und Android zu sehen.

Zuverlässige Notfallerkennung

Während der Fahrt erfordern die Kameras keine Bedienung. Sie filmen ständig kurze Clips, die sie fortwährend überschreiben (Loop). Das ist nötig, weil dauerhaftes Filmen im öffentlichen Straßenverkehr verboten ist. Registrieren die Crash-Sensoren der Kameras einen Unfall oder eine scharfe Bremsung, stoppen sie das Überschreiben und speichern die letzten Sekunden Video.

DASHCAMS: RECHTLICHE LAGE

In Deutschland erlaubt

Hierzulande sind Dashcams erlaubt, solange sie kurze Videoschleifen aufzeichnen und nur bei Bedarf dauerhaft speichern.

Vorsicht in Europa

Nicht jedes Land sieht die kleinen Wächter gerne. Wer keine Strafen fürchten möchte, sollte sich im Vorfeld informieren.

Hochladen verboten

Das Hochladen auf Plattformen wie YouTube ist aufgrund des Datenschutzes nicht erlaubt. Die Clips dienen einzig als Beweis.

ANLEITUNG: DASHCAM ANBRINGEN

Bei der Anbringung einer Dashcam gibt es einige Dinge zu beachten.

? Position: Der kleine Wächter samt seines Stromkabels darf nicht die Sicht behindern. Bringen Sie deshalb die Kamera möglichst mittig und nicht zu tief an der Windschutzscheibe an – siehe Anleitung unten. Die Cam sollte zudem für Notfälle auch für den Fahrer gut erreichbar sein.

Mehr Montagearbeit erfordern die Rückkameras. Die von Vantrue hat eine Klebehalterung, um sie von innen an der Heckscheibe anzubringen. Die Modelle von Azdome und Abask erfordern zwei Löcher im Blech, etwa über dem Nummernschild. Zur Verbindung mit der Hauptkamera liegen über 5 Meter lange Kabel bei, die sich hinter der Innenraum-Verkleidung verstecken lassen.

? Strom: Die Dashcams im Test beziehen ihren Strom aus einer 12-Volt-Buchse (Zigarettenanzünder). Sie sind leicht von ihrer Halterung abnehmbar. So lassen sie sich zur Sicherheit aus dem geparkten Auto mitnehmen. Gut bei Nextbase: Da verbleibt der Stromanschluss an der Halterung, der Fahrer muss das Kabel also nicht jedes Mal ziehen.

Im Test mit Werkseinstellungen der Kameras lösten nur die beiden Nextbase-Modelle, die Garmin sowie die Abask zuverlässig bei einer Vollbremsung aus. Die Empfindlichkeit der Schock-Sensoren lässt sich in den Menüs erhöhen, dann sind die Speicherkarten allerdings schnell mit Clips von jedem durchfahrenen Schlagloch gefüllt.

Separate Tasten fürs händische Aufzeichnen haben nur die beiden Nextbase-Modelle. Die übrigen Hersteller verstecken die Funktion als Zweitbelegung auf anderen Tasten.

Gute Videos am Tag ...

Die besten Aufnahmen am Tag lieferte die Nextbase 222X. Sie filmt in 1920 x 1080 Bildpunkten (Full HD) und fing auch breite Fahrbahnen gut ein. Allerdings wirkten die Clips etwas verrauscht und unruhig. Nummernschilder waren aber stets klar erkennbar.

Ebenfalls gute Videos am Tag gelangen dem Testsieger unter den Dashcams mit Rückfahrkamera: Die Azdome M550 filmt mit 3840 x 2160 Pixeln (4K) und liefert so das schärfste Bild. Ist die Kabinenkamera aktiviert, reduziert sich die Auflösung auf 2560 x 1440 Bildpunkte (WQHD). Das Gleiche gilt für die Vantrue N4. Weil ihre 4K-Aufnahmen jedoch stark komprimiert sind, sehen sie trotz der hohen Auflösung matschig aus.

Stark verwaschen sind auch die Aufnahmen der Abask Q40S. Autos und Nummernschilder lassen sich zwar noch einfach erkennen, allerdings wirken vorbeiziehende Gebäude fast wie aus einem Ölgemälde. Das ist zwar für die Verkehrsüberwachung zweitrangig, aber dennoch unschön.

... und annehmbare bei Nacht

Die ersten Generationen der Dashcams hatten vor allem mit mäßigen Nachtaufnahmen zu kämpfen. Entweder war die Umgebung zu dunkel, oder angeleuchtete Nummernschilder überstrahlten. Die aktuellen Modelle lieferten größtenteils recht ordentliche Ergebnisse ab.

„Die M550 ist top ausgestattet und fängt den Verkehr scharf ein.“

Robert Ladenthin Redakteur

Die Vantrue machte die besten Aufnahmen bei wenig Licht. Die Umgebung war sehr deutlich erkennbar. Gut lesbar waren zudem Nummern- und Straßenschilder. Lediglich die Farbwiedergabe war etwas daneben. Ampeln leuchteten nicht kräftig grün, sondern türkis.

Schlusslicht ist erneut die Abask Q40S. Die Nummern und Zeichen von hell angestrahlten Nummernschildern waren nicht lesbar, und alles abseits der Fahrbahn tauchte in Dunkelheit ab. Fahrzeuge waren im aufgenommenen Bild zwar noch erkennbar, allerdings ist die Abask keine Empfehlung für Autofahrer, die hauptsächlich abends oder nachts unterwegs sind.

Wo bin ich?

Nützlich zum Dokumentieren etwa eines Unfallhergangs: Die Dashcams blenden in die Aufnahmen zusätzliche Infos wie die aktuelle Uhrzeit sowie das Datum ein. Bei vielen Modellen wie der Azdome M550 lässt sich auch das eigene Nummernschild eingeben und im Video zeigen. Das ist für Fuhrparks etwa von Taxiunternehmen gedacht. Wesentlich nützlicher für den alltäglichen Gebrauch sind GPS-Daten in den Videos. Über die Koordinaten ist später problemlos der Ort des Geschehens nachvollziehbar. Gerade auf unbeschilderten Landstraßen kann das hilfreich sein.

Den dafür notwendigen GPS-Empfänger hat aber nur die Azdome M550 eingebaut. Vantrue bietet für die N4 ein GPS-Modul für 24 Euro an. Die kommen dann noch mal auf die bereits stattlichen 240 Euro für die Dashcam drauf.

[rl]

FAZIT

Der recht unbekannte Hersteller Azdome feiert einen Doppelsieg. Unter den günstigen Modellen ohne Rückkamera liegt er mit der M01 Pro vorn. Die Dashcam liefert solide Videos mit großem Aufnahmewinkel und kostet nur halb so viel wie die gleich benotete Garmin Dash Cam Mini 2. Und unter den Modellen mit Rückkamera war die Azdome M550 nicht zu schlagen. Ihre Aufnahmen sind schärfer als die der kleinen Schwester, und sie hat als einziges Modell im Test einen GPS-Empfänger an Bord. Wer unbedingt eine Rückkamera braucht und keine 150 Euro für die M550 ausgeben will, der greift zum Preis-Leistungs-Sieger Abask Q40S für 62 Euro mit großem Display, aber mäßigen Nachtclips.