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Die Sensation von Donaueschingen – Deutschland ist erstmals Europameister


Reiterjournal - epaper ⋅ Ausgabe 9/2019 vom 23.08.2019

Wer hätte das gedacht? Nach einem zuletzt vierten Platz beim CHIO in Aachen stand das deutsche Team unter Druck bei der EM im eigenen Land. Doch unter Druck fährt es sich off ensichtlich besser. Schwarz-Rot-Gold wird zum ersten Mal Europameister.


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Fast unglaublich: Zum ersten Mal gewinnt Deutschland Gold bei einer Europameisterschaft.


Foto: Lafrentz

Bram Chardon fuhr zum Einzeltitel (o.).


Foto: Caremans

Georg von Stein, Anna Sandmann und Michael Brauchle feiern ihren größten Erfolg (u.).


Foto: Lafrentz

Bei der Heim-Europameisterschaft der Vierspännerfahrer im Schlosspark hat die deutsche Mannschaft ihr erstes ...

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... Team-Gold bei einem europäischen Championat gewonnen. Michael Brauchle, Anna Sandmann und Georg von Stein konnten auch im Hindernisfahren ihren Vorsprung aus Dressur und Marathon gegen Belgien und Frankreich verteidigen. Neuer Europameister wurde der junge Niederländer Bram Chardon. Dessen Vater Ijsbrand Chardon konnte den Titel nicht verteidigen, weil er im Gelände ausgeschieden war. Da Koos de Ronde vorzeitig abgereist war, schied auch das Oranje-Team in der Mannschaftswertung aus. Pech hatten zu Anfang auch die Deutschen. Im Vet-Check der 41 Gespanne aus zwölf Nationen schieden vier Pferde aus, darunter Amicello von Mareike Harm und Casanova von Sebastian Heß. Anstelle von Mareike Harm bildete dann Georg von Stein mit Michael Brauchle und Anna Sandmann das Team. Beim Begrüßungsabend der Nationen in der Donauhalle war die Stimmung entsprechend gedämpft. Mit einer Glanzleistung seiner vier Anglo-Araber sicherte sich Benjamin Aillaut (Frankreich) vor Ijsbrand und Bram Chardon den Sieg in der Dressur. Georg von Stein wurde nach einer starken Leistung Vierter vor Koos de Ronde und Glenn Geerts. Als letzte Starterin erkämpfte sich Anna Sandmannn Rang sieben vor Mareike Harm und Christoph Sandmann. Fünftbester Deutscher war Michael Brauchle, bei dessen Dressur sich das Training mit Weltmeister Boyd Exell auszahlte. In der von Johan Jacobs (Niederlande) neu konzipierte Marathon-Strecke verfolgten etwa 20 000 Zuschauer die Leistungen der Fahrer. Verwirrend war anfangs die neue Abfolge der acht Hindernisse, zumal es keine deutlich sichtbare Nummerierung gab. Gleich zu Beginn musste Hindernis zwei bei der Brigach-Durchfahrt aufwändig repariert werden. Trotz zwanzigminütiger Pause boten die Gespanne überragende Leistungen, darunter auch die deutschen. Mit einer Bestzeit, zwei Zweit-und zwei Drittzeiten erkämpfte sich Michael Brauchle vor Bram Chardon und Georg von Stein den Geländesieg. Dass die Anzeige-Tafel das deutsche Team dann als bestes auswies, kam dennoch überraschend. Weiteres Pech der Niederländer spielte eine Rolle. Der im Gelände führende Koos de Ronde landete nach über 30 Strafpunkten für Fehler in Phase A auf Rang 32 der Geländewertung und auf Rang 19 der Kombination. An die Spitze setzte sich indessen Bram Chardon vor Benjamin Aillaud und Georg von Stein. Michael Brauchle verbesserte sich von Rang 16 auf Rang fünf. Anna Sandmann, die zum ersten Mal im deutschen Vierspänner-Team stand und im September die Zweispänner-WM in Drebkau mitfahren wird, rückte als Achte im Gelände auf Rang sechs vor. Mit 309,55 Punkten führte das deutsche Team dann deutlich vor Belgien (324,71). Damit war Gold greifbar.

Michael Brauchle war der Beste im Marathon.


Der gut fahrbar Parcours schien keine große Klippe mehr zu sein. Doch nach einem frühem Abwurf fiel Georg von Stein auf Rang vier zurück. Bronze sicherte sich fehlerfrei Glenn Gerts, Silber mit lediglich 0,91 Zeitfehlern Benjamin Aillaud. Obwohl auch bei ihm ein Ball fiel, gewann Bram Chardon mit zwei Punkten Vorsprung seinen ersten Titel. Fünfte wurde Anna Sandmann, die mit nur 1,16 Punkten an Marathonsieger Michael Brauchle vorbeizog. Der wurde nach einem Abwurf Sechster. Christoph Sandmann wurde mit einer Null-Runde Siebter, Mareike Harm Zehnte. Sebastian Heß belegte Rang 26. Dass ihr Landsmann Mark Weusthof Bester der Siegerrunde vor den Belgiern Glenn Geerts und Edouard Simonet war, kam den Niederländern sehr gelegen. Für das deutsche Team wurde die EM nach stressigem Auftakt zum großen Erfolg. Dazu hat auch die Mannschaftsführung und das von Weltmeister Boyd Exell vermittelte Knowhow beigetragen. Der Zuspruch des Publikums, darunter vier Weltmeister und ein Vizeweltmeister, unterstreicht die Beliebtheit und den sportlichen Wert der EM. Beim Vergleich mit 1977 geraten damalige Teilnehmer gerne ins Schwärmen. Vor 42 Jahren sei es hervorragend gelungen, die Vorzüge des Schlossparks zur Geltung zu bringen. Die EM 1977 sei wohl gründlicher vorbereitet, besser organisiert und liebevoller präsentiert worden. Den grandiosen Abschluss der Europameisterschaft 2019 im Springstadion bildete vor voll besetzten Rängen die feierliche Überreichung der Medaillen. Minister Guido Wolf unterstrich als EM-Schirmherr die grenzüberschreitende Idee des Pferdesports. Caroly Fugli, der Vorsitzende des FEI-Fahrausschusses, dankte der Stadt, den Sponsoren, dem Veranstalter, den Vertretern der FN und den vielen ehrenamtlichen Helfern, dass sie diese gelungene Veranstaltung ermöglicht hatten.