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DIE SIND DEM OSTEN AUF DER SPUR


Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 31/2021 vom 05.08.2021

REPORT

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Bildquelle: Auto Bild, Ausgabe 31/2021

10 000 Euro bezahlten beide für den Framo 2019. Wert heute: rund 4000 Euro mehr, Ostfahrzeuge sind in Mode

IHR GEFÄHRT IST LANGSAM, unkomfortabel und nicht gerade zuverlässig. Trotzdem sind die beiden stolz wie Bolle, wenn sie an der Tankstelle aussteigen, um im Blechkanister einen Teil Zweitakt-Öl mit 30 Teilen Superbenzin zu mischen.

Die beiden, das sind Ingo Nicklaus (52) und Jan Wätzig (42) aus Sachsen. Ihr Gefährt: ein Framo V901/2, Baujahr 1954, als treues Nutzfahrzeug einst fest im Straßenbild Ostdeutschlands verankert. Aus Sachsen soll es, entlang der ehemaligen F 96, bis hoch an die Ostsee gehen – und wieder zurück. Die 96 war mit 520 Kilometern die längste ...

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... Fernverkehrsstraße der DDR – die Route 66 des Ostens, die vom sächsischen Zittau, kurz vor der polnischen Grenze, bis hoch nach Sassnitz auf Rügen führte.

Noch einmal wollen sich die Männer fühlen wie Kraftfahrer damals. „Das hieß so, weil du noch Kraft zum Fahren brauchtest“, sagt Nicklaus. So ist es bis heute. Am ersten Tag der Reise zeigt das Thermometer 35 Grad – und dem Framo ist zu warm. Immer wieder muss einer anschieben, während der andere die Kupplung kommen lässt. So springt der Dreizylinder wieder an. Seine Besitzer haben Verständnis für die Wetterfühlig-keit ihres Transporters, schließlich spüren auch sie die Hitze, so ganz ohne Lüftung oder gar Klima.

Es ist eine Mischung aus Abenteuerlust und Ostalgie, die Nicklaus und Wätzig treibt. Wätzig wuchs als Kind quasi in der Firma Barkas auf. Barkas, so hieß Framo nach der Umwandlung zum volkseigenen Betrieb ab 1957. Während Wätzigs Großvater für den Export des Framo-Nachfolgers Barkas B1000 in die Beneluxstaaten zuständig war, arbeitete sein Vater am Band in Hainichen, Werk 1. Wätzigs Mutter war Fotografin, machte Bilder von den neuen Barkas- Prototypen. Ihr Sohn Jan verbrachte derweil seine Zeit im Betriebskindergarten auf der anderen Straßenseite. Ingo Nicklaus begeistert sich vor allem für DDR- Technik. Im Gefängnis in Waldheim (Sachsen), in dem beide als Justizvollzugsbeamten arbeiten, kümmert er sich um das Museum. Privat sammelt Nicklaus alte Motorräder und fuhr mit seiner ETZ schon bis nach Istanbul. „Ich liebe alte Technik“, sagt er.

Der Reise im Framo gingen schon andere Abenteuer voraus. Wätzig und Nicklaus fuhren etwa jahrelang gemeinsam Rallyes. Wätzig am Steuer, Nicklaus als Betreuer, Navigator und Mechaniker. Zu den größten Erfolgen gehörte ihr Sieg bei der Rallye Trial Germany im dreiachsigen Ural-Lkw mit 450 PS.

In alter Rallye-Manier schlummern auch im Framo heute allerlei Ersatzteile im Laderaum – vom Radlager bis zur Kopfdichtung. Dort warten sie zwischen Proviant, Feldbetten und Werkzeug auf ihren Einsatz.

Obwohl Wätzig seine Rennfah- rerkarriere als zweifacher Vater mittlerweile aufgegeben hat, ist er auf andere Weise immer noch aktiv: Mit seiner Aktion „Nascar hilft“ in Verbindung mit dem Verein Sonnenstrahl e. V. fährt Wätzig krebskranke Kinder und deren Familien über ostdeutsche Rennstrecken. Und Kumpel Nicklaus unterstützt beim Schrauben. Als „Renntaxi“ hat die Initiative vor ein paar Jahren ein V8-Nascar erworben. Knapp 500 PS mehr als der Framo hat das Auto. der Weg das Ziel – nicht der Geschwindigkeitsrausch. Vier Tage nach dem Start erreicht der Framo sein Zwischenziel Rügen. Besonderes Vorkommnis? Der alte DDR-Lkw hat durchgehalten.

Zur Person

INGO NICKLAUS & JAN WÄTZIG

Sachsen mit Abenteuerlust. Nicklaus lernte Elektriker, sammelt DDR- Motorräder. Wätzig lernte Werkzeugmacher, fährt bis heute nebenberuflich Lkw. Beide sind heute JVA-Beamte in Waldheim (Sachsen).

J. Uhlig