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Die stille STARKE


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petra - epaper ⋅ Ausgabe 2/2023 vom 01.12.2022

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Bildquelle: petra, Ausgabe 2/2023

DIE BODENSTÄNDIGE Für Events zieht sie sich gern extravagant an. Ansonsten mag Diane es ganz leger, seit sie Mutter geworden ist

Während unsereins in den Lockdowns gerade mal genug Energie zum Binge-Watching aufbringen konnte, hat Diane Kruger die Zeit genutzt und ein Kinderbuch geschrieben. Gerade ist „Dein Name“ in Deutschland und den USA erschienen. Das ist ziemlich beeindruckend! Vor allem, wenn man bedenkt, dass die 46-Jährige bis dahin mit dem Schreiben herzlich wenig am Hut hatte. Doch Neues reizte sie schon immer.

Nur der Freiheit nach

Es war wohl ein wenig eng für sie in Algermissen, dem 8000-Einwohner-Örtchen nahe Hildesheim, in dem Diane Kruger aufwuchs. Noch dazu mit einem alkoholkranken Vater. „Ich habe immer das Gefühl gehabt: Ich muss aufpassen – auf meinen jüngeren Bruder und dass ich gut in der Schule bin und keine Probleme mache“, sagte sie einst im Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“. Doch irgendwann hielt sie dieses Leben nicht mehr aus – ...

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... und holte aus zum Befreiungsschlag. Diane war 15, hatte Träume und eine Mutter, die das verstand und sie gehen ließ. Ein Jahr gab sie der Tochter, um sich in Paris als Model zu versuchen. Aus dem einen Jahr wurden fast zehn. Diane Kruger lief für Burberry, Yves Saint Laurent, Chanel. Mit Karl Lagerfeld verband sie bis zu seinem Tod eine fast väterliche Freundschaft.

Alles, nur kein Stillstand

Als die Modebranche sie zu langweilen begann, nahm Diane in Paris Schauspielunterricht. „Ich glaube an den Willen, sich weiterzuentwickeln“, erklärt sie. Und diesen Willen hat sie bis heute. Nach ersten Rollen in Frankreich zog sie Anfang der 2000er nach Los Angeles, wo sie schon kurze Zeit später ihren Durchbruch in Wolfgang Petersens Helden-Epos „Troja“ feierte. Nun kannte man sie. Dennoch war es schwierig, danach als Schauspielerin ernst genommen zu werden. Erstens: In den USA hatte der Film nicht den Erfolg, den sich die Produzenten er- hofft hatten. Und zweitens: Das Feuilleton nahm das neue Gesicht aus Germany nicht ernst. Diane Kruger sei viel zu hübsch, um je eine Rolle mit Tiefgang zu spielen, ätzte eine Kritikerin der „New York Times“.

Angst haben gilt nicht

Schon durch ihren Sprung nach Paris hatte sie gelernt, dass Mut belohnt wird. Warum sich also nicht auch im Hollywood-Zirkus ruhig mal etwas trauen? Als Regisseur Quentin Tarantino nicht daran glaubte, dass sie die Richtige für die Rolle der Bridget von Hammersmark in „Inglorious Basterds“ sei und sie partout nicht vorsprechen lassen wollte, ließ Diane nicht locker. Kurzerhand reiste sie ihm um die halbe Welt hinterher – und überzeugte ihn tatsächlich vom Gegenteil. Der Film wurde ein Erfolg und Diane Kruger hatte wieder eine wichtige Lektion gelernt: Hartnäckigkeit und Zielstrebigkeit zahlen sich aus. Auf die Frage, ob sie an ihrem Erfolg vielleicht ein wenig härter gearbeitet hätte als andere, antwortete sie einmal: „Zumindest habe ich nie meine Träume aus den Augen verloren.“ Und weil auf ihrer Liste der persönlichen Träume noch einer auf seine Verwirklichung wartete – nämlich eine tolle Rolle in einer deutschen Produktion –, ließ sie keine Gelegenheit aus, in Interviews kundzutun, wie gern sie mit dem Hamburger Filmemacher Fatih Akin arbeiten würde. Als der sich nicht rührte, sorgte sie auch diesmal dafür, dass Regisseur und Schauspielerin sich begegneten: „Ich war in der Jury von Cannes, wo auch Fatihs Dokumentation lief. Ich bin auf seine Party gegangen, um ihm zu sagen, dass es mein Traum wäre, mit ihm zu drehen.“ Der Rest ist längst Geschichte: Mit seinem Terror-Drama „Aus dem Nichts“ bescherte er Diane gleich mehrfach die Auszeichnung als „Beste Darstellerin“.

„Seit ich in der Branche einigermaßen etabliert bin, bekomme ich auch mehr Respekt“

Zehn Jahre war sie mit Schauspieler Joshua Jackson liiert. Kurz nach der Trennung machte sie ihre Beziehung mit Norman Reedus öffentlich

Was soll denn da noch kommen?

Beruflich eine ganze Menge! Zum Beispiel „The 355“! In dem Agenten-Thriller mit Frauen-Power brillierte Diane neben Top-Stars wie Penélope Cruz und Jessica Chastain. Auch privat hat sich in den letzten Jahren viel getan. Mit ihrem Verlobten, Schauspieler Norman Reedus, bekam sie vor vier Jahren Tochter Nova Tennessee. „Ich mag es unheimlich, Mutter zu sein. Mehr, als ich erwartet hatte.“ Klar, sie ist wahrlich nicht die erste Promi-Mama, die ein Kinderbuch auf den Markt bringt. Einen Unterschied gibt es allerdings: Diane Kruger hat wirklich eine Botschaft. Inspiriert von ihrem eigenen Leben, will sie Kinder dazu ermutigen, selbstbewusst ihren Weg zu gehen. Und sonst? Irgendwann Schmuck zu entwerfen könnte sie sich vorstellen. Auch ein Haus in der Toskana. Jetzt dreht sie aber erst mal wieder mit Fatih Akin. Diesmal verkörpert sie Marlene Dietrich – eine eigenwillige, starke Frau. Eine Rolle also, die ihr leichtfallen dürfte, denn mit diesen Attributen kennt Diane Kruger sich schließlich bestens aus.

TEXT INKEN BARTELS

MUTMACH-BUCH

In ihrer Kindheit wurde Diane Kruger für ihren Vornamen gehänselt. Dann erzählte ihr ihre Mutter, dass sie nach der römischen Göttin Diana benannt wurde. Das hat ihr Vertrauen geschenkt, das sie hier weitergeben will. (Minedition, 18 Euro)